20. November 2015

November 2015: Kathmandu – eine Momentaufnahme

 

  • Wiederaufbaustimmung!
 
 
 

Dramatische Bilder und Berichte erschütterten dieses Frühjahr die Welt. Verschiedenste Pressekanäle wurden regelrecht überschwemmt mit den Botschaften „Nepal – ein Land in Trümmern“ und „Kathmandu – eine Stadt, dem Boden gleich gemacht“.

Endlich war es so weit! Anfang November konnte ich mir selbst ein Bild machen. Trotz der zwischenzeitlich auch positiven Berichte blieben die schrecklichen Aufnahmen tief in mir verwurzelt und die große Angst, eine mir unbekannte und völlig zerstörte Welt vorzufinden.

In den letzten fünf Jahren verbrachte ich zahlreiche Monate in Kathmandu und Umgebung. Diesmal beschränkte sich mein Aufenthalt auf lediglich eine Woche in der Hauptstadt – ein vergleichsweise kurzer Aufenthalt, aber genau passend, um einen eigenen Eindruck zu erhalten.

Diesmal flog ich mit einer DIAMIR-Reisegruppe von Lhasa (Tibet) nach Kathmandu. Schon bald waren die ersten Gebäude am Horizont zu erblicken und ich presste meinen Kopf gegen das Fenster. Die Maschine schwebte über die Zwei-Millionen-Stadt, die Sicht wurde immer besser, Häuser immer deutlicher… ein dicker Klos steckte mir tief im Hals, trotzdem zwang ich mich hinauszuschauen und die Suche zu starten! Die Suche nach Schuttbergen, schiefen Häusern oder irgendetwas, das das Ausmaß der Katastrophe von oben erkennen lassen würde. Doch nichts! Beim gesamten Anflug fand ich genau ein Haus, das deutliche Schäden erleiden musste – der Rest stand! Und auch die nächsten Tage sollten genau dieses positive Bild verstärken.

Stellenweise sind zwar offensichtliche Schäden zu sehen. Insbesondere einige alte, poröse Eckhäuser und freistehende Gebäude sind in sich zusammen gestürzt. Mancher Palast und manche Pagodenspitze steht schief. Der Durban Square von Kathmandu (einer der Hauptplätze der drei Königsstädte) ist schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zudem trifft man in einigen Hintergassen noch immer auf Zeltcamps oder Notunterkünfte der Erdbeben-Obdachlosen.

Doch die Straßen sind schon längst von Schutt, Staub und Zerstörung frei geräumt. Die meisten Häuser weisen noch nicht mal Risse auf und im Stadtbild muss man regelrecht suchen, um die Zerstörung wahrzunehmen. Die Nepalis sind zäh, man spürt ihre Aufbruchsstimmung – das Leben geht weiter! Und auch der Zauber der Malla Dynastie (12.-18. Jh.) mit seinen zahlreichen fein geschnitzten Kunstwerken aus Holz und aufwendig gearbeiteten Backsteinpalästen und Pagoden ist nach wie vor in den prachtvollen alten Königsstätten zu spüren.

Neben meinen Streifzügen durch die Stadt genieße ich die Herbstsonne auf der Dachterrasse vom Kathmandu View Hotel. Immer wieder treffe ich auf bekannte Gesichter – viele unserer Stammkunden sind ebenfalls zurückgekehrt und die Wiedersehensfreude ist groß. Doch das Schönste – alle strahlen sich an und sind sich einig – Nepal ist eben kein Land, das in Trümmern liegt, sondern lohnt sich noch immer zu bereisen. Für manche jetzt sogar noch mehr als zuvor!

Und auch die Expertenmeinungen stimmen überein. Ausführliche Untersuchungen in den Bergregionen und in der Hauptstadt sind abgeschlossen. Die touristische Infrastruktur ist größtenteils als sicher klassifiziert und 33 der 35 bekannten Trekkingregionen bereits wieder ohne Einschränkungen begehbar.

Mein Tipp: Reisen Sie nach Nepal und bilden Sie sich selbst Ihre Meinung!

„Pheri Bhetaula“ – bis bald!
Ihre Sophie Streck, DIAMIR-Reiseleitung und Beratung, s.streck@diamir.de

 

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