Aconcagua Expedition 28.01.-19.02.2008
verfasst am 22.07.2008
von Frank Eberwein
Das Ziel der 3½ wöchigen Expedition war der Aconcagua in Argentinien. Er ist mit einer Höhe von 6.962m der höchste Berg des amerikanischen Kontinents und ist somit auch einer der „Seven Summits“. Das sind die 7 höchsten Berge der jeweiligen Kontinente.
Nach meinen erfolgreichen Besteigungen des Kilimanjaro (5.895m) in Afrika (1993 + 1996) und des Elbrus (5.602m) im Kaukasus (2005), wäre dies der 3te Gipfel in dieser „Sammlung“.
Da man einen so hohen Berg nicht aus dem „Stand“ versuchen kann, ist eine intensive Vorbereitung Pflicht. Deshalb habe ich mich konditionell so vorbereitet, als ob ich auf einen Marathon trainieren würde - nur ohne Tempoeinheiten. Das wöchentliche Laufpensum lag im Durchschnitt bei 60 Kilometern, darunter auch Einheiten von bis zu 34 Kilometern Länge. Um die Einheiten im Wochenplan neben der Arbeit und Familie unter zu bringen, mussten „kürzere“ Einheiten auch direkt vor bzw. nach der Arbeit absolviert werden. D.h. im Dezember/Januar um 5:00 Uhr aufstehen und bei Temperaturen teilweise deutlich unter dem Gefrierpunkt mit Stirnlampe 12 km zur Arbeit laufen und abends wieder dieselbe Strecke zurück.
Doch damit nicht genug, auch die Ausrüstung wollte auf Herz und Nieren getestet und für gut befunden sein und so biwakierte ich Ende November bei ca. -15°C in den Walliser Alpen auf 3.500 Meter Höhe ohne Zelt mit Schlaf- und Biwaksack im Freien auf dem Gletscher und dasselbe an Weihnachten in Südtirol für eine Nacht neben dem Gipfelkreuz des 2.563m hohen Schlern im Gebiet der Seiser Alm.
Gut vorbereitet und hoch motiviert startete ich die Expedition am 28.01.08 mit meinem Freund Andreas Hammen am Stuttgarter Hauptbahnhof. Von Frankfurt aus, wo wir auch die anderen Expeditionsteilnehmer trafen, ging es dann mit Zwischenstopps in Madrid und einem 2tägigen Aufenthalt in Buenos Aires weiter nach Mendoza. Hier mussten wir für umgerechnet 180,-€ /pro Person unser Permit kaufen.
Dann endlich, nach einer letzten Übernachtung in Penitentes, bei der wir noch einmal die Annehmlichkeiten der Zivilisation wie Bett und Dusche genossen, ging es am 01.02.08 in den Nationalpark des Aconcagua.
Der erste Tag führte uns vom 2.952m hoch gelegenen Parkeingang Coque Horcores zum 3.350m hohen Lager Confluencia, in dem wir 2 Nächte verbrachten. In diesem wie auch im Basislager gibt es ärztliche Versorgung und jeder muss sich einer Untersuchung des Lagerarztes unterziehen. Hierbei werden in erster Linie der Blutdruck, Puls und die Sauerstoffsättigung im Blut geprüft. Die Ergebnisse werden dann ins Permit eingetragen.
Ab jetzt gilt es sich sehr behutsam und in „kleinen“ Schritten an die zunehmende Höhe anzupassen. Für diesen Zweck haben wir am 2. Tag eine 7stündige Eingehtour zum Plaza Francia (4.200m) zur Südwand des Aconcagua unternommen. Für eine gute Anpassung gibt es ein paar sehr wichtige Grundregeln die man sich von Anfang an „zu Herzen nehmen“ sollte auch wenn es manchmal schwer fällt. Dazu gehören ein „langsames“ Gehtempo, da der Körper wegen des geringer werdenden Partialdruck in der („dünnen“) Luft auch schon ohne Bewegung genug zu arbeiten hat und man muss viel trinken. Je nach Belastung sind das 3-5 Liter am Tag - was für mich eine der großen Aufgaben während der Expedition bedeutete.
Am 3. Tag stand dann ein langer und mühsamer Aufstieg ins 4.350m hoch gelegene Basislager auf dem Programm. Zu den 1.000 Hm Aufstieg kamen noch ca. 30 Entfernungskilometer hinzu. Der Weg führte über ein in dieser Jahreszeit sehr trockenes und heißes Hochtal, welches keinerlei Schatten spendet.
Die nächsten 7 Tage galten dann der weiteren Akklimatisation und waren geprägt von Ruhetagen, weiteren Akklimatisierungstouren und Wetterstürzen, die uns sogar im sonst schneefreien Basislager 20cm Neuschnee bescherten. Hierbei bestiegen wir den 5.013m hohen Bonete und bauten unser Hochlager im Nido de Condores auf 5.500m auf. Dafür musste jedes „Zweierteam“ sein Zelt, Isomatten, den Kocher mit genügend Gaskartuschen, Proviant und die Steigeisen für den Gipfelaufstieg hoch transportieren.
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Hochtal im Anmarsch zum Basislager |
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Aconcagua Südwand |
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Abendstimmung auf 3.300m |
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Basislager Plaza de Mulas 4.350m |
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Aufstieg ins Hochlager |
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Hochlager Nido de Condores 5.500m, im Hintergrund Aconcagua mit Quergang zur Canaletta |
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Sonnenaufgang in 6.200m Höhe |
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Rast bei der alten Biwakhütte Independencia 6.377m |
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Quergang zur Canaletta |
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Aufstieg in 6.680m Höhe kurz vor der Canaletta |
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Geschafft! Auf dem Aconcagua - 6.962m hoch |
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Gipfelfoto auf dem Aconcagua - im Hintergrund der 32m niedrigere Südgipfel mit der steilen Südwand |
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Abstieg vom Hochlager mit vollem Gepäck |
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Glücklich wiedre zurück im Basislager... |
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