Frau Nicole K.
Beim Durchscrollen der DIAMIR Homepage entschieden wir uns spontan für Äthiopien. Als wir Freunden und Verwandten von unserer geplanten Reise erzählten, ernteten wir hochgezogene Augenbrauen und ungläubiges Kopfschütteln, aber auch Neugier. Und neugierig sollte man auf dieses Land unbedingt sein. Dazu verabschiedet man sich von Komfort und Luxus, packt noch Abenteuerlust hinzu und schon startet man in einen unvergesslichen Urlaub. Äthiopien- ein Land voller Gegensätze mit geschichtsträchtigen Städten, eindrucksvollen Landschaften, faszinierender Tierwelt und vor allem offenen, freundlichen Menschen - so haben wir es erlebt. Bei der Ankunft in Addis Abeba fühlt man sofort die Energie dieser Stadt. Überall gibt es Neubauten und Baustellen. Moderne Bauten stehen direkt neben den Wohnvierteln der Alteingesessenen. Einwohner, Geschäftsleute und ein paar wenige Touristen hetzen über breite Straßen oder sitzen total entspannt in einem der vielen Kaffees. Wie in jeder Großstadt gibt es auch in Addis viel Verkehr und Staus. Aber wir fanden auch Plätze der Ruhe und Besinnlichkeit. Die Dreifaltigkeitskirche, das Ethnologische Museum und auch die Aussicht vom Entotoberg geben uns ein Gefühl für die Kultur und das vergangene und derzeitige Leben in der Stadt mit dem Namen „Neue Blume“. Im völligen Gegensatz zum orthodoxen Addis präsentierte sich einige Tage später Harar. Das Stadtzentrum Jugol, umgeben von einer Stadtmauer, ist ein einziges „lebendes Museum“ und wir spüren die unterschiedlichen Lebensformen und Religionen in breiter Vielfalt. Beim Spaziergang zur Besichtigung des Haile Selassie Hauses, eines Harari-Hauses und des Rimbaud Hauses atmen wir das Leben dieser Stadt ein. Friedliches, multikulturelles Miteinander scheint das Hauptziel der Stadt zu sein, deren Bevölkerung zum Großteil Muslime sind. In den engen Gassen gibt es immer ein freundliches "Hello" und ganz viel zu probieren. Die Fütterung der Milane im Stadtkern und die abendliche Fütterung der Hyänen am Stadtrand machen Harar zusätzlich zu einem Erlebnis. Zwischen den Städten sind wir auf nicht einfachen Wegen, in den ländlichen Gegenden und Nationalparks dieses Landes unterwegs. Der Anblick der Nomaden mit ihren Viehherden ist schon überwältigend und vermittelt ein Gefühl der Einfachheit dieses Lebens. Aber man sieht auch, besonders an den Stadträndern, bittere Armut. Nach dem Treiben in den Städten sehnen wir uns nach Ruhe in der Natur und davon gibt es in Äthiopien sehr viel. Die Landschaften in verschiedenen Höhenlagen, mit und ohne Tiere, mit Seen und Wasserfällen, mit dichter Bewaldung oder geprägt durch Hochmoore, beeindrucken jeweils durch unterschiedlichste Art, aber vor allem durch Ursprünglichkeit, Abgeschiedenheit und Weite. Auf der Fahrt Richtung Harar lassen wir uns am Beseka-See und an den Awash-Wasserfällen von den Krokodilen beeindrucken. Im Aledeghi-Wildreservat und im Babile-Elephant-Sanctuary begeben wir uns auf die Pirsch und haben sogar ein wenig Erfolg, sehen einige Tiere und sogar die wilden Elefanten. Wir fahren weiter, immer entlang des Afrikanischen Grabenbruchs, durch die Ahmar-Berge und die faszinierende Wabe-Shabelle-Schlucht mit ihren großen Höhenunterschieden. Die Übernachtung im Zelt in Sheikh-Hussein ist genauso schön wie die Besichtigung der Pilgerstätte am nächsten Morgen. Dieser grandiose Sternenhimmel in der Nacht und die Farben beim Sonnenaufgang am Grabschrein sind einzigartig. Mit der Fahrt auf das Sanetti-Plateau und auf den Tullu-Dimtu erreichen wir sowohl geografisch, als auch emotional den Höhepunkt dieser Reise. Der Bale-Mountains-Nationalpark bietet neben endemischen Tier- und Pflanzenarten auch spektakuläre Ausblicke und Zeit zum Durchatmen. Auch im Grasland von Dinsho zeigen sich nochmals viele Tierarten bevor wir zum Awassa-See kommen. Zum Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot und trotz der Nilpferde stellt sich eine friedliche Stimmung ein. Auf dem Weg zum Langano-See streifen wir noch kurz den Abijatta-Shalla-Nationalpark und kehren dann in die Harar-Langano-Lodge ein. Diese Lodge ist abgelegen, ruhig und unbedingt empfehlenswert. Viele Tier- und Pflanzenarten sind hier zu bewundern. Wir haben in dieser Lodge eine Verlängerung von 4 Nächten gebucht und nach den vielen Eindrücken der Rundreise ist dies für uns der Ort der Entspannung. Auf Rückfragen unserer Familien und Freunden schwelgen wir in Superlativen über die Erlebnisse und dieses Land, berichten von den einheimischen Mittagslokalen mit den bunten Plastikmöbeln und den Unmengen von Injera und Schiro, welche wir hier gegessen haben. Aber wir vergessen nie zu erwähnen, dass es vor allem die Menschen sind, die diese Reise unvergesslich machen - die Menschen, die egal wo auch immer herkommen, wenn man anhält - die Menschen, die mit einem freundlichen „Hello“ auf jeder Kamera zu sehen sind – aber auch die Menschen, die von Beginn der Reise bis zum Rückflug ununterbrochen ihr Bestes geben - DANKE