Hochlager Cholera auf 5970 m am Aconcagua in Argentinien mit gelben und weißen Zelten in der Berglandschaft.

Eierkochen auf 5000 Metern

Mit System und Seele: Wie wir eine Bergexpedition organisieren

Teilen Maximilian Delang

Trotz sorgfältiger Planung gibt es ab und zu Überraschungen, wie […] ein Weihnachtsstollen, der uns den Verdacht auf Drogenschmuggel einbrachte, weil in Argentinien einfach niemand wusste, was das ist.

Bergexpeditionen sind seit den Anfangstagen eine ganz besondere Reisekategorie bei DIAMIR Erlebnisreisen. Sie sind mehr als nur Touren in abgelegene Höhen. Sie sind komplexe Projekte mit Höhen und Tiefen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Von der ersten Idee bis zum letzten Schritt am Berg muss alles sitzen. Beratung, Planung, Ausrüstung und vor allem: Teamwork.

Bergexpeditionen sind keine Pauschalreisen

Was unsere Bergtouren so besonders macht, ist der immense Planungsaufwand. Anders als bei klassischen Erlebnis- oder Kulturreisen braucht es hier mehr als einen Koffer voller Vorfreude: Eine Expedition verlangt gründliche Vorbereitung. Logistisch und menschlich. Unsere Teilnehmenden müssen körperlich fit sein, alpine Erfahrung mitbringen und ihre Ausrüstung kennen wie ihre Westentasche. Wir schauen genau hin: Passt die Tour zum Menschen? Dafür werfen wir unter anderem einen Blick auf die sogenannten „Tourenlisten“ – quasi das bergsteigerische Logbuch. Besonders freut uns natürlich, wenn auf den Listen hinter mehreren Gipfeln ein „erreicht mit DIAMIR Erlebnisreisen“ steht: Viele unserer Gäste sind seit Jahren mit uns unterwegs. Die Kommunikation ist herzlich, oft per Du – unter Bergsteigern eine Selbstverständlichkeit.

Gipfelfoto auf dem Saribung (6328 m), Nepal
Gute Stimmung im Basecamp in Kirgistan mit köstlichem Essen
Bild 1: Gipfelfoto auf dem Saribung (6328 m), Nepal Markus Walter
Bild 2: Gute Stimmung im Basecamp in Kirgistan mit köstlichem Essen Markus Walter

Intensive Vorbereitung – früher im Garten, heute online

Bis 2019 haben wir zu persönlichen Vorbereitungstreffen eingeladen. Die allerersten fanden noch im Garten unseres Geschäftsführers Thomas statt, später zogen wir in unseren Hauptsitz um. Heute sind die Treffen digital. Pandemiebedingt eingeführt und inzwischen bewährt. Auch online gilt: Gemeinsam mit unserer Expeditionsleitung und den Gästen besprechen wir Ausrüstung, Routen, Wetterprognosen und das, was man nicht auf der Packliste findet: die mentale Vorbereitung. Es kann am Berg auch mal richtig ******* sein, vor allem, wenn das Wetter nicht mitspielt. Auch darauf müssen sich die Gäste vorbereiten. Gleichzeitig ist es die erste Gelegenheit, sich als Gruppe kennenzulernen. Manchmal entstehen Fahrgemeinschaften, oft Freundschaften – und im besten Fall eine solide Basis für gegenseitiges Vertrauen im Hochlager.

Perfekt vorbereitet ins Abenteuer – Expeditionslogistik hinter den Kulissen
Flatlay der DIAMIR-Expeditionsausrüstung
Bild 1: Perfekt vorbereitet ins Abenteuer – Expeditionslogistik hinter den Kulissen Maximilian Delang
Bild 2: Flatlay der DIAMIR-Expeditionsausrüstung Markus Walter

Logistik mit Leidenschaft: Von blauen Tonnen und Dresdner Christstollen

Die logistische Organisation einer Expedition ist eine eigene Disziplin, irgendwo zwischen Tetris, Zollbestimmungen und manchmal Improvisationstalent. Wir verschicken unsere Ausrüstung (Zelte, Kocher, Sicherheitsmaterial, Lebensmittel) in blauen 110-Liter-Tonnen. Früher nummeriert, heute personalisiert: Unsere Tonnen tragen Namen von berühmten Bergsteigern, Kolleginnen und Kollegen oder DIAMIR-Insidern. Das macht das Wiederfinden leichter und sorgt für Gesprächsstoff. Trotz sorgfältiger Planung gibt es ab und zu Überraschungen, wie beispielsweise die Beschlagnahmung von Lebensmitteltonnen wegen geänderter Zollvorschriften. Oder ein Dresdner Christstollen, der uns den Verdacht auf Drogenschmuggel einbrachte, weil in Argentinien einfach niemand wusste, was das ist. Ebenso schön ist der Moment, wenn man beim Saisonstart die vergessenen Hausschlappen des vorhergehenden Reiseleiters entdeckt

Von der Planung zum Gipfel – Expeditionslogistik mit System
Von der Planung zum Gipfel – Expeditionslogistik mit System Maximilian Delang

Qualität vor Kosten

Unsere Expeditionsausrüstung wird regelmäßig gewartet, ersetzt oder aufgerüstet. Wir investieren jedes Jahr in Zelte, Seile, Schneeschaufeln und mehr. Auf 6000 Metern hat man keine Lust auf Kompromisse. Auch bei der Verpflegung achten wir auf Qualität. Neben energiereicher Fertignahrung landen heimische Spezialitäten in den Tonnen: Schwarzbrot, Schwarzwälder Schinken, Schokolade, Kaffee – kulinarische Seelentröster auf großer Höhe. Wer schon mal bei -20 °C ein Stück Heimat auf der Zunge hatte, weiß, wovon wir sprechen. 

Auf ein frischgekochtes Frühstücksei muss man auf Expeditionsreisen ab einer bestimmten Höhe allerdings verzichten. Auf dem Anmarsch zum Basislager gibt es meist noch viele Eier, zum Frühstück auch einmal Omelette. Träger haben hier teilweise ganze Kiepen mit in Folie verpackten Eiern dabei. Direkt am Berg gibt es keine Eier mehr – bedingt durch das hohe Transportgewicht und die Zerbrechlichkeit der Eierschale. Zudem: Wasser siedet in großer Höhe teilweise bereits bei etwa 60 °C und Eier werden nicht mehr richtig durchgekocht. Die Gefahr für Krankheitserreger im Frühstücksei steigt. Das möchte man auf einer Expeditionstour nicht erleben.

Stärkung auf 4000 Metern – Proviantpause im Expeditionslager
Bild 1: Stärkung auf 4000 Metern – Proviantpause im Expeditionslager Maximilian Delang

Transport ans Basislager – und von dort weiter

Die Reise unserer Ausrüstung endet nicht am Flughafen. Von dort aus geht es mit Trägern oder Lasttieren ins Basislager, wo alles noch einmal gecheckt und auf die Gruppe verteilt wird. Schritt für Schritt – im wörtlichen Sinne – geht es weiter nach oben, in Etappen, mit Depots, Zwischenstopps und jeder Menge Ausdauer. Der schrittweise Aufstieg dient der Akklimatisation und der Materialverlagerung. Und wenn der Gipfel (hoffentlich) erreicht wurde, wartet oft noch ein letzter Lagercheck: kaputtes oder fehlendes Material dokumentieren, Inventarlisten aktualisieren, frische Lebensmittel verschenken – an Träger, Köche oder lokale Familien. 

Aufbruch ins kirgisische Hochgebirge
Transportvorbereitung ins Tien-Shan-Gebirge, Kirgistan
Bild 1: Aufbruch ins kirgisische Hochgebirge Maximilian Delang
Bild 2: Transportvorbereitung ins Tien-Shan-Gebirge, Kirgistan Maximilian Delang

DIAMIR-Bergexpeditionen mit Herz

Bei all der Logistik, Planung und Technik vergessen wir nie, worum es wirklich geht: um Leidenschaft. Um Menschen, die gemeinsam ein Ziel verfolgen. Um das Funkeln in den Augen, wenn aus einer Idee ein Gipfelfoto wird. Wir packen nicht nur Seile und Tütennahrung in die Tonnen, sondern auch kleine Überraschungen – wie Glühweingewürz zur Weihnachtszeit. 

Bergexpeditionen sind für uns bei DIAMIR Erlebnisreisen kein Produkt. Sie sind Teamarbeit, Abenteuer, Erfahrung – und eine Herzensangelegenheit mit System.

Für eine Bergexpedition mit DIAMIR Erlebnisreisen packen wir einen Großteil für Sie. Was Sie selbst einpacken sollten, lesen Sie hier: Packliste Bergexpedition

Geschafft: Auf dem Gipfel des Kilimanjaro
Geschafft: Auf dem Gipfel des Kilimanjaro Uwe Jeremiasch
Sophie Ehret-Sander

Hier geht's auf Bergexpedition

Zwei Personen stehen auf einem Berggipfel im Schnee und feiern ihren Erfolg. Im Hintergrund sind weitere Berge und ein blauer Himmel zu sehen.
EXPOJO
Durch die endlosen Weiten der Atacama-Wüste auf das Dach der Anden und den höchsten Vulkan der Erde
ab 5290 EUR inkl. Flug
Dauer 17 Tage / 5–12 Teilnehmer
Zur Reise
Ein Lama steht in einem weitläufigen Feld vor dem schneebedeckten Sajama-Berg in Bolivien. Die Landschaft ist von Gras und Berggipfeln geprägt.
EXPAPS
Vom nordchilenischen Suriplaza über den Salar de Uyuni auf drei 6000er mit dem höchsten Gipfel Boliviens
ab 5550 EUR inkl. Flug
Dauer 22 Tage / 6–12 Teilnehmer
Zur Reise
Zeltlager in den Anden bei Coropuna, Peru. Bergsteiger stehen am Gletscher unter blauen Himmel.
EXPPCV
Die selten begangenen heiligen Berge der Inka im vulkanischen Süden Perus mit kulturellen Höhenpunkten
ab 5550 EUR inkl. Flug
Dauer 22 Tage / 6–12 Teilnehmer
Zur Reise
Gruppe von Menschen auf dem Gipfel des Iztaccihuatl in Mexiko, mit Vulkan im Hintergrund und Wanderflagge in der Hand.
EXPMEX
Der höchste Vulkan Nordamerikas mit kulturellen Höhepunkten im Land der Azteken
ab 3990 EUR zzgl. Flug
Dauer 14 Tage / 4–12 Teilnehmer oder individuell ab 2 Personen
Zur Reise
Blick auf den Kasbek (5047m) in Georgien, umgeben von grünen Berghängen und blauem Himmel.
EXPKAS
Der Prometheus-Berg – östlichster und formschönster Gipfel der Kaukasus-Kette
ab 2590 EUR inkl. Flug
Dauer 8 Tage / 6–12 Teilnehmer oder individuell ab 2 Personen
Zur Reise
Schneebedeckte Bergspitze mit goldenem Licht im Morgen, umgeben von blauem Himmel und sanften Wolken.
EXPSPA
Auf die schönste Berggestalt des Karakorum über die technisch unkomplizierte Normalroute auf der Südostflanke
ab 7750 EUR inkl. Flug
Dauer 30 Tage / 8–12 Teilnehmer
Zur Reise
Die majestätische Gipfelspitze des Himlung in Nepal, umgeben von Schnee und klarem Himmel.
EXPHIM
Attraktiver 7000er mit optimalen Erfolgschancen über den unkomplizierten Nordwestgrat mit drei Hochlagern
ab 7550 EUR inkl. Flug
Dauer 30 Tage / 8–12 Teilnehmer
Zur Reise
Der Aconcagua im Nationalpark in Argentinien, erleuchtet von den letzten Sonnenstrahlen, zeigt eindrucksvolle Berglandschaften.
EXPACO
Der höchste Berg Amerikas und einer der berühmten Seven Summits über die technisch einfache Normalroute
ab 7750 EUR inkl. Flug
Dauer 22 Tage / 6–12 Teilnehmer
Zur Reise
Blick auf den schneebedeckten Vulkan Cotopaxi in Ecuador mit üppiger Natur und grünem Gras im Vordergrund.
EXPECU
Auf Humboldts Spuren vom Äquator zu den drei höchsten Gipfeln entlang der „Straße der Vulkane“
ab 2750 EUR zzgl. Flug
Dauer 15 Tage / 4–12 Teilnehmer oder individuell ab 2 Personen
Zur Reise
Blick vom Gipfel eines schneebedeckten Berges mit einer Statue, Fahnen und einem Schild mit der Aufschrift "100%".
EXPLEN
Einer der fünf legendären Schneeleoparden-Gipfel über die Normalroute auf der Nordseite
ab 4330 EUR inkl. Flug
Dauer 23 Tage / 8–12 Teilnehmer
Zur Reise
Zwei Menschen beim Trekking auf einem schmalen Schneegrat in Nepal, dem Lobuche East, umgeben von einem Gletscher.
EXPLOB
Der Nepal-Klassiker im Herzen des Khumbu-Himal umgeben von den berühmtesten Gipfeln der Welt
ab 5440 EUR inkl. Flug
Dauer 22 Tage / 4–12 Teilnehmer
Zur Reise
Eine Gruppe von Bergsteigern beim Aufstieg auf einen Vulkan in Iran, umgeben von Wolken und Bergen.
EXPDAM
Optimale Bergtour für Einsteiger: bestens akklimatisiert auf den höchsten Vulkan Persiens via Nord-Ost-Route
ab 2990 EUR inkl. Flug
Dauer 11 Tage / 6–12 Teilnehmer oder individuell ab 2 Personen
Zur Reise
Hier finden Sie mehr!
Zur Reisesuche
Eine Gruppe von Bergsteigern erreicht den Gipfel des Gokyo Ri in Nepal und posiert mit einer Flagge.

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