Eierkochen auf 5000 Metern
Mit System und Seele: Wie wir eine Bergexpedition organisieren
Trotz sorgfältiger Planung gibt es ab und zu Überraschungen, wie […] ein Weihnachtsstollen, der uns den Verdacht auf Drogenschmuggel einbrachte, weil in Argentinien einfach niemand wusste, was das ist.
Bergexpeditionen sind seit den Anfangstagen eine ganz besondere Reisekategorie bei DIAMIR Erlebnisreisen. Sie sind mehr als nur Touren in abgelegene Höhen. Sie sind komplexe Projekte mit Höhen und Tiefen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Von der ersten Idee bis zum letzten Schritt am Berg muss alles sitzen. Beratung, Planung, Ausrüstung und vor allem: Teamwork.
Bergexpeditionen sind keine Pauschalreisen
Was unsere Bergtouren so besonders macht, ist der immense Planungsaufwand. Anders als bei klassischen Erlebnis- oder Kulturreisen braucht es hier mehr als einen Koffer voller Vorfreude: Eine Expedition verlangt gründliche Vorbereitung. Logistisch und menschlich. Unsere Teilnehmenden müssen körperlich fit sein, alpine Erfahrung mitbringen und ihre Ausrüstung kennen wie ihre Westentasche. Wir schauen genau hin: Passt die Tour zum Menschen? Dafür werfen wir unter anderem einen Blick auf die sogenannten „Tourenlisten“ – quasi das bergsteigerische Logbuch. Besonders freut uns natürlich, wenn auf den Listen hinter mehreren Gipfeln ein „erreicht mit DIAMIR Erlebnisreisen“ steht: Viele unserer Gäste sind seit Jahren mit uns unterwegs. Die Kommunikation ist herzlich, oft per Du – unter Bergsteigern eine Selbstverständlichkeit.
Intensive Vorbereitung – früher im Garten, heute online
Bis 2019 haben wir zu persönlichen Vorbereitungstreffen eingeladen. Die allerersten fanden noch im Garten unseres Geschäftsführers Thomas statt, später zogen wir in unseren Hauptsitz um. Heute sind die Treffen digital. Pandemiebedingt eingeführt und inzwischen bewährt. Auch online gilt: Gemeinsam mit unserer Expeditionsleitung und den Gästen besprechen wir Ausrüstung, Routen, Wetterprognosen und das, was man nicht auf der Packliste findet: die mentale Vorbereitung. Es kann am Berg auch mal richtig ******* sein, vor allem, wenn das Wetter nicht mitspielt. Auch darauf müssen sich die Gäste vorbereiten. Gleichzeitig ist es die erste Gelegenheit, sich als Gruppe kennenzulernen. Manchmal entstehen Fahrgemeinschaften, oft Freundschaften – und im besten Fall eine solide Basis für gegenseitiges Vertrauen im Hochlager.
Logistik mit Leidenschaft: Von blauen Tonnen und Dresdner Christstollen
Die logistische Organisation einer Expedition ist eine eigene Disziplin, irgendwo zwischen Tetris, Zollbestimmungen und manchmal Improvisationstalent. Wir verschicken unsere Ausrüstung (Zelte, Kocher, Sicherheitsmaterial, Lebensmittel) in blauen 110-Liter-Tonnen. Früher nummeriert, heute personalisiert: Unsere Tonnen tragen Namen von berühmten Bergsteigern, Kolleginnen und Kollegen oder DIAMIR-Insidern. Das macht das Wiederfinden leichter und sorgt für Gesprächsstoff. Trotz sorgfältiger Planung gibt es ab und zu Überraschungen, wie beispielsweise die Beschlagnahmung von Lebensmitteltonnen wegen geänderter Zollvorschriften. Oder ein Dresdner Christstollen, der uns den Verdacht auf Drogenschmuggel einbrachte, weil in Argentinien einfach niemand wusste, was das ist. Ebenso schön ist der Moment, wenn man beim Saisonstart die vergessenen Hausschlappen des vorhergehenden Reiseleiters entdeckt
Qualität vor Kosten
Unsere Expeditionsausrüstung wird regelmäßig gewartet, ersetzt oder aufgerüstet. Wir investieren jedes Jahr in Zelte, Seile, Schneeschaufeln und mehr. Auf 6000 Metern hat man keine Lust auf Kompromisse. Auch bei der Verpflegung achten wir auf Qualität. Neben energiereicher Fertignahrung landen heimische Spezialitäten in den Tonnen: Schwarzbrot, Schwarzwälder Schinken, Schokolade, Kaffee – kulinarische Seelentröster auf großer Höhe. Wer schon mal bei -20 °C ein Stück Heimat auf der Zunge hatte, weiß, wovon wir sprechen.
Auf ein frischgekochtes Frühstücksei muss man auf Expeditionsreisen ab einer bestimmten Höhe allerdings verzichten. Auf dem Anmarsch zum Basislager gibt es meist noch viele Eier, zum Frühstück auch einmal Omelette. Träger haben hier teilweise ganze Kiepen mit in Folie verpackten Eiern dabei. Direkt am Berg gibt es keine Eier mehr – bedingt durch das hohe Transportgewicht und die Zerbrechlichkeit der Eierschale. Zudem: Wasser siedet in großer Höhe teilweise bereits bei etwa 60 °C und Eier werden nicht mehr richtig durchgekocht. Die Gefahr für Krankheitserreger im Frühstücksei steigt. Das möchte man auf einer Expeditionstour nicht erleben.
Transport ans Basislager – und von dort weiter
Die Reise unserer Ausrüstung endet nicht am Flughafen. Von dort aus geht es mit Trägern oder Lasttieren ins Basislager, wo alles noch einmal gecheckt und auf die Gruppe verteilt wird. Schritt für Schritt – im wörtlichen Sinne – geht es weiter nach oben, in Etappen, mit Depots, Zwischenstopps und jeder Menge Ausdauer. Der schrittweise Aufstieg dient der Akklimatisation und der Materialverlagerung. Und wenn der Gipfel (hoffentlich) erreicht wurde, wartet oft noch ein letzter Lagercheck: kaputtes oder fehlendes Material dokumentieren, Inventarlisten aktualisieren, frische Lebensmittel verschenken – an Träger, Köche oder lokale Familien.
DIAMIR-Bergexpeditionen mit Herz
Bei all der Logistik, Planung und Technik vergessen wir nie, worum es wirklich geht: um Leidenschaft. Um Menschen, die gemeinsam ein Ziel verfolgen. Um das Funkeln in den Augen, wenn aus einer Idee ein Gipfelfoto wird. Wir packen nicht nur Seile und Tütennahrung in die Tonnen, sondern auch kleine Überraschungen – wie Glühweingewürz zur Weihnachtszeit.
Bergexpeditionen sind für uns bei DIAMIR Erlebnisreisen kein Produkt. Sie sind Teamarbeit, Abenteuer, Erfahrung – und eine Herzensangelegenheit mit System.
Für eine Bergexpedition mit DIAMIR Erlebnisreisen packen wir einen Großteil für Sie. Was Sie selbst einpacken sollten, lesen Sie hier: Packliste Bergexpedition
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