Die Tierwelt Australiens
In der Luft, auf dem Land und zu Wasser - diese Tiere machen den roten Kontinent einzigartig
Ist es ein Mensch oder ein Vogel? Diese Frage stellt sich bei einer Reise durch Australien tatsächlich, denn der Ruf des Kookaburras, treffenderweise “lachender Hans” genannt, erinnert an ein lautes menschliches Lachen. Doch das ist nicht die einzige Kuriosität, die die Tierwelt Australiens zu bieten hat.
Tierwelt Australien - Höhenflug
1. Der Gelbhaubenkakadu
“Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald ...”. Na, Ohrwurm da? Wer aus Australien zurückkommt, hat ganz andere Sounds im Gehörgang. Einer von ihnen ist dem Gelbhaubenkakadu zu verdanken, der sich bereits zu früher Morgenstunde in Ihr Gedächtnis “zwitschern” wird. Befindet sich Ihre Unterkunft in der Nähe von Kakadus, ersetzen deren Rufe jeden Wecker und läuten einen neuen Tag am anderen Ende der Welt ein.
Wo sehen Sie den Gelbhaubenkakadu?
Im Südosten Australiens.
2. Der Kookaburra (Jägerliest)
Der Kookaburra macht es sich gerne in den Eukalyptuswäldern im Osten und Südosten gemütlich und gehört zu den ulkigen Zeitgenossen der australischen Tierwelt. Da sein Ruf an das Gelächter eines Menschen erinnert, wird der Jägerliest, wie er im Deutschen heißt, auch oft als “lachender Hans” gezeichnet. Laut einer Legende soll der gottähnliche Baiame den Vögeln befohlen haben, zu früher Stunde so laut zu zwitschern, dass alle Bewohner aufwachen und den Sonnenaufgang bewundern können. Auch in dem Kinderlied „Kookaburra sits in the old gum tree“ wird der Jägerliest zur Hauptfigur gemacht und ist damit so etwas wie eine kleine Legende in Australien.
Obwohl der Kookaburra nicht viel größer als 40 cm wird, übersteigt sein Mut alles. So landen schon auch mal Schlagen auf seinem Speiseplan.
Wo sehen Sie den Kookaburra?
Im Osten und Südosten Australiens.
3. Der Emu
Der Emu ist neben dem Känguru das bedeutendste Nationaltier Australiens. Ganze Ortschaften sind nach dem fies drein guckenden Laufvogel benannt. Irgendwie logisch, denn nicht nur sein Fleisch und Leder sind wichtig für die australische Wirtschaft, sondern allein sein Wesen spricht für ihn: Wie der Vogelstrauß-Mann ist auch der männliche Emu für die Gelege- und Brutpflege verantwortlich. Mit eiserner Geduld sitzt er gut zwei Monate lang auf den Eiern und sorgt für eine konstante Temperatur. Den Jungtieren bringt er anschließend über ein halbes Jahr lang alles bei, was sie zum Überleben können müssen. So ein Papa wünscht sich doch jeder.
Wo sehen Sie den Emu?
Im Südwesten Australiens.
Fun Fact: Stolz und in imposanter Größe kommt der Emu daher, kann seine kleinen Flügel aber nicht zum Fliegen benutzen. Ein Zustand, der Ornithologen lange Zeit um den Verstand brachte. Inzwischen weiß man, dass die Embryonen keine voll ausgebildeten Flügel entwickeln. Ein erwachsener Emu kommt auf 20 cm Flügellänge - nicht genug, um die über 50 Kilogramm in die Höhe steigen zu lassen.
4. Der Seidenlaubenvogel
Eine besessene Vorliebe für alles, was blau ist, hat das Seidenlaubenvogel-Männchen. Dieser Drang zum Blau gründet jedoch nicht unbedingt auf seinem persönlichen Geschmack. Die Weibchen geben den Ton an und da sie der blauen Farbe verfallen sind, schmücken die Seidenlaubenvogel-Männchen ihr gesamtes Zuhause blau. Vergleichbar ist das mit einem Pärchenausflug in den Baumarkt. Die Frau sagt, welche Farbe sie favorisiert und eine Stunde später renoviert der Mann das Wohnzimmer. Im Fall des Seidenlaubenvogels müssen Sie sich als Australien-Reisender allerdings in Acht nehmen, denn um die Damen zu beeindrucken, fackelt er nicht lange und stürzt sich auf alles Blaue. Forscher fanden einmal sage und schreibe 200 blaue Gegenstände in einem Nest. Ob die Balz Erfolg hatte, weiß man jedoch nicht. Männchen, die ihr Vorhaben richtig ernst nehmen, streichen ihre Laube sogar. Dazu werden blaue Beeren zerdrückt und diese mit einem Stück Rinde auf den Zweigen verteilt.
Wo sehen Sie den Seidenlaubenvogel?
Im Lamington-Nationalpark an der Ostküste Australiens.
Fun Fact: Seidenlaubenvogel-Weibchen suchen ihren Partner in jungen Jahren anhand seiner handwerklichen Fähigkeiten aus. Wer eine vorzeigbare Laube präsentiert, hat beste Chancen bei den Damen. Älteren Weibchen ist das nicht mehr so wichtig. Sie wünschen sich vielmehr einen guten (Balz-)Tänzer.
5. Der Helmkasuar
Der Helmkasuar ist einer der gefährlichsten Vögel der Tierwelt Australiens und wirkt ein bisschen, als wäre er schnurstracks aus der Urzeit nach Queensland gelaufen. Seine Optik erinnert stark an einen Dinosaurier: Die dreizehigen Füße können zu schweren Waffen werden, von denen man sich lieber fernhalten sollte. Der charakteristische Kamm dient der Thermoregulation und soll die Blicke potenzieller Partner auf sich ziehen.
Apropos Partner: Mit einer gleichberechtigten Kindererziehung können die Helmkasuare gar nichts anfangen. Nachdem die Henne ihre Eier - immerhin bis zu fünf Stück à 650 Gramm - abgelegt hat, macht sie sich auf und davon und überlässt dem Hahn alles weitere. In seiner Verantwortung stehen nun die ca. 55 Tage lange Brutzeit und die Aufzucht. Neun Monate lang wird er vom Nachwuchs jede Minute des Tages begleitet - bis nach der nächsten Paarungszeit alles wieder von vorne beginnt.
Wo sehen Sie den Helmkasuar?
Im Norden von Queensland.
Tierwelt Australien - Landgang
1. Das Känguru
Haben Sie sich ein ausgewachsenes Rotes Riesenkänguru schon einmal intensiv angesehen? Über zwei Meter groß wird es, das Gesicht ist kantig und die Beine so kräftig, dass ein Kick lebensgefährlich werden kann. Dennoch gehören Kängurus zu den bekanntesten und beliebtesten Zweibeinern der Tierwelt in Australien. Und ja, lugt ein Kängurubaby schüchtern aus dem Beutel der Mama, geht uns einfach das Herz auf. In Mythen und Sagen spielen sie in Australien eine wichtige Rolle. Ihren Platz auf dem australischen Wappen haben sie ihrer Fortbewegungsart zu verdanken: Da Kängurus nur vorwärts und nicht rückwärts springen können, symbolisieren sie den Fortschritt im Leben.
Wo sehen Sie das Känguru?
Im Red Centre (Outback des Northern Territory).
Weltweit gibt es 73 Känguruarten, eine von ihnen ist das Wallaby, das kleiner als 80 cm und leichter als 25 Kilogramm ist.
Und auch das Quokka ist ein Vertreter der Kängurus. Das immer fröhlich scheinende Kurzschwanz-Känguru lebt in Gruppen und gilt als überaus gesellig. Doch auch ein Quokka hat Grenzen. Aufgrund seines permanenten Lächelns hat es sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Fotomotiv entwickelt. Ein gewisses Maß an Distanz sei dennoch geboten, denn mit ihren scharfen Krallen und starken Beinen können sie sich sehr gut verteidigen, wenn sie sich bedrängt fühlen. Wilde Tiere sind und bleiben eben keine Kuscheltiere.
2. Der Tasmanischer Teufel
Niedlich sehen die tiefschwarzen Beuteltiere aus – bis sie ihr Maul öffnen und die scharfen Zähle zum Vorschein kommen. Der Tasmanische Teufel ist nachtaktiv und legt auf der Suche nach Aas und Knochen bis zu 16 Kilometer in einer Nacht zurück! Ihre Rolle für das Ökosystem ist damit enorm. In freier Wildbahn werden Sie den “Devil” nicht antreffen, da er sich am Tag in Höhlen und dichte Büsche zurückzieht. In der Dunkelheit hallen seine Rufe jedoch durch die Weiten Tasmaniens und sorgen für Gruselstimmung.
Wo sehen Sie den Tasmanischen Teufel?
Im Freycinet-Nationalpark an der Ostküste von Tasmanien.
3. Der Koala
Ob man will oder nicht: Sieht man einen Koala, bekommt man einfach gute Laune. Die dunklen Augen, die großen Ohren und das weiche Fell sind wie Balsam für die Seele. Dass sie 22 Stunden am Tag auf Bäumen schlafen, ist schlichtweg sympathisch. Während dieser Zeit krallen sie sich in Astgabeln fest, um nicht vom Baum zu fallen. Am Boden fühlen sie sich unwohl und kommen nur zum Trinken oder Wechseln des Baumes herunter.
Dass sie irgendwann nicht mehr an der Ostküste Australiens zu finden sein könnten, ist kaum vorstellbar, doch das Sterben der Eukalyptuswälder drängt die Beuteltiere in die Städte, in denen sie nur geringe Überlebenschancen haben. Autos oder frei herumlaufende Hunde sind eine enorme Gefahr für die Koalas, deren Bestand immer weiter sinkt. Jedes neue Baby, in Australien „Joey“ genannt, ist daher ein großes Glück. Rund sechs Monate verbringt es im Beutel der Mutter und sucht sich mit eineinhalb Jahren sein eigenes Revier.
Wo sehen Sie den Koala?
Auf Kangaroo Island und in den Adelaide Hills.
4. Der Wombat
Was ist besser als Kängurus und Koalas? Eine Mischung aus beiden: der Wombat. Australiens Tierwelt bereichert er nicht nur durch seinen Niedlichkeitsfaktor, sondern vor allem mit seiner Rolle für das Ökosystem. Zu sehen bekommt man den Wombat nur mit einer ordentlichen Portion Glück. Schaut man aber unter die Erde, findet man riesige Höhlensysteme mit bis zu 20 Meter langen Gängen, die sie mit vollem Körpereinsatz verteidigen. Wie? Mit ihrem Hinterteil. Dieses ist mit einer Hornplatte versehen. Mit dem Gesäß blockieren sie den Eingang ihrer Höhle, sodass Angreifern der Eintritt verwehrt bleibt.
Das Interessanteste an den Wombats ist aber wahrscheinlich ihre Verdauung. Bis sie eine Mahlzeit verdaut haben, kann es gut zwei Wochen dauern. Was dann herauskommt, sind quadratische Kotwürfel. Der Kot dient der Reviermarkierung. Damit dieser seinen Platz an Bäumen oder Felsen nicht verlassen kann, hat sich die Natur diesen cleveren Schachzug überlegt.
Wo sehen Sie den Wombat?
Auf Maria Island und im Wilsons-Promontory-Nationalpark (Victoria).
5. Der Numbat
Das einzige ausschließlich tagaktive Beuteltier Australiens ist im Westen des Landes beheimatet. Die langen Krallen helfen bei der Jagd nach Termiten. Der Numbat, auch als Ameisenbeutler bekannt, erinnert vielleicht auf den ersten Blick an ein Eichhörnchen, die weißen Streifen auf braunem Fell, die lange Schnauze und der weniger buschige Schwanz sind dann aber doch eindeutig dem wasserscheuen Leichtgewicht zuzuordnen.
Wo sehen Sie den Numbat?
Im Dryandra Woodland-Nationalpark im Westen Australiens.
6. Der Ameisenigel (Echidna)
Das Wichtigste vorab: Nein, der in Australien, Tasmanien und Neuguinea lebende Ameisenigel hat nichts mit unserem heimischen Igel zu tun. Sie ähneln sich zwar optisch, führen jedoch sehr unterschiedliche Leben. Der Ameisenigel ist eines der wenigen eierlegenden Säugetiere. Kurz vor der Eiablage wächst dem Weibachen - was für ein Wunderwerk der Natur - ein kleiner Beutel, in dem das Baby in seiner Schale heranreifen darf. Ebenfalls im Beutel befinden sich Milchdrüsen, über die das Junge nach dem Schlüpfen für rund acht Wochen versorgt wird.
An ihre Umgebung sind die Lang- und Kurzschnabeligel perfekt angepasst. Sie können sich an Land und im Wasser bewegen, sind gute Kletterer und können sich bei Gefahr binnen weniger Sekunden mithilfe ihrer langen Krallen im Boden eingraben. Jäger müssen daher nicht nur ein hervorragendes Auge haben, sondern auch blitzschnell reagieren können.
Wo sehen Sie den Ameisenigel?
Im Grampians-Nationalpark, an der Süd-West-Küste Victorias und in der Great Dividing Range (Australisches Bergland).
Tierwelt Australien - Abtauchen
1. Das Krokodil
Das australische Salzwasserkrokodil ist das größte Krokodil der Welt und kommt vorwiegend in den nördlichen Regionen von Western Australia, Northern Territory und Queensland vor. Dort ist es eine allgegenwärtige Gefahr für Mensch und Tier, denn beißt es sich erst einmal fest, lässt es nicht mehr los. Fällt einem Krokodil ein Zahn aus, wächst dieser schnell wieder nach. Im Laufe seines Lebens (rund 70 Jahre) können einem Krokodil etwa 8000 Zähne wachsen.
Wo sehen Sie das Krokodil?
Im Norden Australiens (Queensland, Northern Territory, Kimberley Region).
2. Der Walhai
Die Beschreibung als sanfte Riesen passt perfekt zum Walhai. Mit bis zu 16 Metern Länge schieben sie sich bei einem Ihrer Tauchgänge wie gigantische Mauern in Ihr Sichtfeld. Etwas mulmig kann einem da durchaus zumute werden, doch Walhaie gelten als überaus friedlich. Trotz ihrer 3600 Zähne haben sie es ausschließlich auf Plankton, kleine Fische oder Krebse abgesehen, Menschen fallen nicht in ihr Interessensgebiet. Andersherum ist das allerdings nicht der Fall. Dem größten Fisch der Welt einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, ist ein verbreiteter Wunsch. Doch Walhaie gelten als extrem bedroht, sodass man ihnen einen Gefallen tut, wenn etwas Distanz bewahrt wird.
Wo sehen Sie den Walhai?
Im Ningaloo Reef an der Westküste Australiens.
3. Der Stachelrochen
Im ersten Moment erscheinen sie friedlich, doch einem Stachelrochen sollten Sie nicht zu nahekommen: Alle der 70 Stachelrochenarten besitzen mindestens einen Giftstachel an ihrem Schwanz, mit dem sie auch uns Menschen schmerzhafte bis lebensgefährliche Verletzungen zuführen können. Wer lieber keinen Ärger mit den Knorpelfischen provozieren möchte, bleibt lieber an der Küste. Einige Exemplare fühlen sich in flachen Gewässern besonders wohl, was die Sichtungschancen erhöht.
Wo sehen Sie den Stachelrochen?
In Hamelin Bay im Westen von Australien.
4. Der Orca
Orcas sind beeindruckende Vertreter der Tierwelt Australiens. Sie gehören - wer mag es glauben – zu der Familie der Delfine und bringen bis zu sechs Tonnen Gewicht auf die Waage. Sie sind unerschrockene Jäger des Meeres und visieren bei knurrendem Magen sogar Haie an. Dennoch zieht es die Menschen immer wieder magisch zu den schwarz-weißen Meeressäugern. Besonders gute Chancen auf einen Blick hat man an der australischen Südwestküste von Januar bis April.
Wo sehen Sie den Orca?
Bei Bremer Bay im Westen Australiens.
5. Das Schnabeltier
Ist es eine Ente, ein Otter oder vielleicht ein Biber? Schnabeltiere vereinen die optischen Eigenschaften vieler Wasserbewohner. Sie gehören zu den Kloakentieren und sind die einzigen eierlegenden Säugetiere der Welt. Ein bisschen unscheinbar kommen sie daher, doch in der australischen Tierwelt sind sie nicht zu unterschätzen: Die Männchen besitzen einen giftigen Hornstachel an den Hinterbeinen, der allerdings für Menschen nicht bedrohlich ist. Das Schnabeltier ist ein Hybrid - eine Mischung aus Reptil und Säugetier. Es gilt als lebendes Fossil, das sich in den letzten Millionen Jahren nicht verändert hat. Es trotzt schlicht und ergreifend der Evolution .
Wo sehen Sie das Schnabeltier?
Im Osten von Australien (Queensland, New South Wales und Victoria) und auf Tasmanien.
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