Morabeza: Die Seele der Kapverden
Ein Wort, das man nicht erklären, aber fühlen kann
“Morabeza” lässt sich nicht wirklich übersetzen, doch sind Sie auf den Kapverden angekommen, werden Sie schnell verstehen, was damit gemeint ist. “Morabeza” steht für die Gastfreundschaft, die im ganzen Land zu spüren ist und der daher ein eigenes Wort gewidmet wurde.
Es ist das Lächeln der Marktfrau in Mindelo, die Ihnen einen Hibiskus Saft anbietet. Der Fischer, der sich neben Sie auf die Hafenmauer setzt, um ein paar Worte mit Ihnen zu wechseln – auch wenn Sie kein Portugiesisch sprechen. Es ist das Gefühl, willkommen zu sein, ohne dass viele Worte nötig sind. Es ist “Morabeza”. Auf den Kapverden ist Gastfreundschaft keine Dienstleistung, sondern eine Haltung. Wer hier unterwegs ist, wird aufgenommen, als wäre man schon immer ein Teil der Gemeinschaft gewesen.
Morabeza: Wie alles entstand
Etwa 570 Kilometer westlich der Küste von Senegal liegen sie, scheinbar verloren im weiten Blau des Atlantiks: die Kapverdischen Inseln. Der Archipel, bestehend aus neun bewohnten und mehreren unbewohnten Inseln, gehört geografisch zu Afrika, kulturell aber auch zu Europa und Südamerika – ein Schmelztiegel, entstanden aus portugiesischer Kolonialgeschichte, afrikanischer Seele und kreolischer Lebenskultur. Genau diese Mischung erklärt, warum hier ein einzigartiges Lebensgefühl entstanden ist.
Wo “Morabeza” besonders gelebt wird
- São Vicente ist das kulturelle Herz der Kapverden. In den Gassen der Stadt Mindelo schwingt die Morabeza mit jeder Gitarrenmelodie. Hier, wo Cesária Évora zu Hause war, wird Morna gespielt – der melancholische Musikstil, der Gefühle in Töne verwandelt. Mindelo ist bekannt für seine offene, kreative Atmosphäre, für Musik, Tanz, Galerien, kleine Bars – ein idealer Ort, um die kulturelle Seite der Morabeza zu erleben. Gleichzeitig begegnen Sie in Mindelo einer weltoffenen, urbanen Form der Gastfreundschaft, die trotz Tourismus sehr authentisch geblieben ist.
- Auf Santo Antão, der Nachbarinsel von São Vicente, wird die Morabeza etwas stiller gelebt – in den Bergen, auf einsamen Pfaden, bei Menschen, die Besucher wie alte Freunde begrüßen. Die Menschen leben inmitten dieses Wanderparadieses oft abgeschieden, sind aber außergewöhnlich offen und herzlich gegenüber Reisenden.