Kappadokien zwischen Himmel und Erde

Von bunten Ballons, staubigen Trails und offenen Türen

Teilen Tim Turowski 29.06.2023

„Bei den Erzählungen über seine besondere Heimat beginnen Alis Augen immer wieder zu leuchten.“

Nachdem sich die Gruppe gefunden hat und das zu teure, aber unschlagbar erfrischende Bier am Flughafen in Istanbul ausgetrunken war, bahnen wir uns den Weg durch das chaotische Treiben zum Gate. Die schwüle Luft drückt und die Geräuschkulisse wirkt regelrecht betäubend. Jetzt heißt es: Kopfhörer auf und ab nach Kayseri.
 

Mit dem Heißluftballon über Kappadokien

Matt und etwas angeschlagen vom Flug finden wir uns nach einer kurzen Nacht im Hotel mit gerade einmal drei Stunden Schlaf im Weidenkorb eines Heißluftballons wieder. Eine Ballonfahrt in den frühen Morgenstunden über die Landschaft Kappadokiens gehört einfach dazu. Bei angenehm kühlen Temperaturen lauschen wir den wilden Funksprüchen unseres Piloten und beobachten, wie die bunte Hülle unseres Ballons wie von Zauberhand an Form gewinnt. Die letzten Sterne verbleichen und die Sonne bahnt sich langsam ihren Weg über den Horizont. Mit einem kräftigen Rauschen der Gasflammen heben wir nach etwa 20 Minuten Vorbereitung ab. 

Die ersten Lichtstrahlen beleben das Gemüt und entschädigten für das frühe Aufstehen. Nach kurzer Aufregung und Verarbeitung dessen, dass wir soeben nur mithilfe von heißer Luft vom Boden abgehoben sind, beginnt der Blick zu schweifen. Wir sehen Hunderte Ballons in allen erdenklichen Farben. Schier schwerelos treiben sie durch die Lüfte. Das unregelmäßige Aufblitzen der Flammen lässt die Augen springen, während die Hülle jedes Ballons wie eine Leinwand aufleuchtet. Malerische Szenen und verspielte Muster, wohin man nur schaut. Wir verstummen und genießen den Augenblick.

Ein Moment, der seinesgleichen sucht

Nach rund einer Stunde, in der wir uns immer wieder davon überzeugen müssen, dass wir wach sind und nicht träumen, landen wir. Präzise auf dem Anhänger eines Pick-Ups. Die Aufregung beruhigt sich allmählich, als wir realisieren, dass wir sicher zurück am Boden sind. Unsere Reise durch die Lüfte hallt noch in unseren Köpfen nach, während wir staunend den festlichen Tumult um uns herum beobachten.

Noch überwältigt bekommen wir zu unserer großen Überraschung eine glänzende Medaille um den Hals gehängt. Sie schimmert im Sonnenlicht und trägt das Zeichen unseres mutigen Aufstiegs. Und als ob das nicht genug wäre, wird uns ein Sektglas in die Hand gedrückt. Gemeinsam mit der Ballon-Crew zelebrieren wir den erfolgreichen Flug und die sanfte Landung. Das Lachen und die Geschichten schweben wie bunte Ballons über uns.

Wenn Sie mehr über das Ballonfahren in Kappadokien erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Blog-Beitrag „Auf Ballonfahrt in Kappadokien“
Aber lesen Sie gern erst einmal hier weiter. 

Ausblick über Kappadokien
Ausblick über Kappadokien Tim Turowski

In Tuffstein gemeißelte Honigwaben

Zum Frühstück gibt es Cay-Tee, salzigen Käse und süßen Honig. Dabei begrüßt uns Ali, unser hervorragender Begleiter, der hier keinesfalls unerwähnt bleiben darf. Lächelnd schildert er uns den heutigen Tagesplan. Der Weg wird uns durch eines der vielen Täler Kappadokiens führen.

Da wir in kleiner Gruppe unterwegs sind und Ali hier einige Canyonbewohner – meist Bauernfamilien – persönlich kennt, haben wir die Möglichkeit, den ein oder anderen Zaun ignorieren zu dürfen. So gelangen wir auf Privatgrundstücke, die den anderen Besuchern verwehrt bleiben. Damit begeben wir uns wirklich abseits ausgetretener Pfade zwischen skurrilen Felsformationen und blühenden Aprikosenbäumen tief in die Vergangenheit Kappadokiens. Plötzlich sind wir mittendrin statt nur am Rande der Canyons. Der Sand knirscht unter unseren Schuhen, während die Kameraauslöser klicken und die Landschaft in lebendigen Bildern festgehalten wird. 

Bei den Erzählungen über seine besondere Heimat beginnen Alis Augen immer wieder zu leuchten. Ob wir uns tief unter der Erde in einer unterirdischen Stadt befinden, in einem jahrtausendealten Kloster verweilen oder uns darüber amüsieren, dass einst Taubenausscheidungen wie Gold gehandelt wurden – wir lauschen aufmerksam und sammeln so viele Eindrücke wie möglich.

Spannende Geschichten, Leckereien und eine herzliche Atmosphäre

Bevor wir unsere Reise fortsetzen, lassen wir uns von der breiten Palette türkischer Köstlichkeiten verwöhnen. Das frisch gebackene Brot, das Tontopf-Kebab, dazu der knackfrischen Salat mit Zitrone und die scharfen Peperoni, die zu jedem Essen gereicht werden, sind immer wieder ein Highlight. Die Aromen vermischen sich auf unseren Zungen. Wir genießen jeden Bissen in vollen Zügen.

Immer wieder fasziniert uns die Schönheit der Landschaft. Die Sonne taucht die Felsformationen in ein warmes Licht, das ihre löchrige Struktur und die Rot-Orange-Töne noch einmal mehr herauskitzelt. Unzählige Höhlen, Hohlräume und Gänge lassen die Felswände wie in Tuffstein gemeißelte Honigwaben aussehen. 

Unentwegt werden wir von den Menschen vor Ort mit einem freundlichen „Merhaba“ - („Hallo“ auf türkisch) begrüßt und mit offenen Armen empfangen. Ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit sind berührend. Da wir in familiengeführten Unterkünften in kleinen Ortschaften übernachten, die nach Anbruch der Dunkelheit touristenleer sind, ist unser Abendspaziergang ein ganz besonders entschleunigendes Erlebnis. Hier fühlen wir uns akzeptiert und wie alte Freunde. 

Auf dem Weg durch Kappadokien
Geschmücktes Motorrad auf dem Weg
Schlafende Katze am Rande des Weges
Bild 1: Auf dem Weg durch Kappadokien Tim Turowski
Bild 2: Geschmücktes Motorrad auf dem Weg Tim Turowski
Bild 3: Schlafende Katze am Rande des Weges Tim Turowski

Der Puls wird schneller und die Aufregung steigt

In der prallen Sonne tauschen wir unseren bequemen Minibus gegen knappe Radkleidung und steigen auf unsere Mountainbikes. Trinkflaschen voll, Helme auf dem Kopf und Blick nach vorn. Es kann losgehen.

Nach einem kurzen Anstieg beginnen wir mit rasender Geschwindigkeit bergab zu rollen. Die Zweifel verfliegen im Nu und wir sind im Flow. Mutig schlängeln wir uns durch die schmalen Pfade. Die Bremsen glühen und das kalte Flusswasser spritz. Wenn wir nicht gerade von einer Herde wilder Pferde aufgehalten werden, geht es mit ordentlich Schwung durch die schier endlosen Canyons Kappadokiens. Voll mit Adrenalin gehen die Mundwinkel nach oben und lassen uns auch herausfordernde Streckenabschnitte problemlos meistern.

Nachdem wir einen Moment innehalten, um den großartigen Ausblick über die weitläufigen Landschaften zu genießen, geht es auf einem Singletrack weiter in das vor uns liegende Tal. Die Ketten rasseln im Einklang mit unserem Puls, während sich hinter uns Staubwolken auftürmen.

Mit dem Mountainbike durch Kappadokien
Mit dem Mountainbike durch Kappadokien Travelinspired

Kappadokien: eine Erfahrung, die nicht fehlen darf

Für mich war die Reise nach Kappadokien eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Hinter jeder Ecke versteckt sich ein neues Geheimnis. Schmale Pfade führen wie ein Labyrinth durch die farbenfrohe Landschaft. Spannende Geschichte lösen Staunen aus. Egal ob man sich entspannt auf einem Hausdach niederlässt, den aromatischen Cay-Tee genießt, dem melodischen Ruf des Muezzins lauscht oder mit dem Mountainbike durch die verschlungenen Täler rauscht. In Kappadokien kommt jeder auf seine Kosten. Begleitet wird dieses volle Programm von einer unglaublichen Gastfreundschaft der Locals und ihren kulinarischen Köstlichkeiten, die an jeder Straßenecke verlockend warten.

Blick über die Dächer in Mustafa Pasha
Dalai Kyrgys

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