Saudi-Arabien: Das nächste große Ding?
Wenn ein ganzes Land neu gedacht wird
“Und, wo geht der nächste Urlaub hin?” Saudi-Arabien war unter den Top-Antworten von Reisenden bisher wenig vertreten, doch das soll sich ändern. Dafür setzt das Land sämtliche Hebel in Bewegung und versucht, sein konservatives Image abzuschütteln. Wie und wo die Moderne derzeit Einzug hält, was ein Wohnhaus zu einem Besuchermagneten werden lässt und wo das „alte“ Saudi-Arabien weiterhin entdeckt werden kann, erfahren Sie hier. Außerdem geben wir Antworten auf die häufigsten Fragen unserer DIAMIR-Reisegäste.
Verschlossene Türen öffnen sich
Eher als verschlossen präsentierte sich Saudi-Arabien Besucherinnen und Besuchern noch vor wenigen Jahren. Der Tourismus wurde stark reglementiert, der Fokus lag vielmehr auf dem Energie- und Ölsektor.
Was insbesondere Kulturinteressierten lange Zeit verwehrt wurde, wird nun auf dem Silbertablett serviert. Möglich macht es das sogenannte Reformprogramm Vision 2030. Das von Kronprinz Mohammed bin Salman ins Leben gerufene Konzept rückt den Tourismus verstärkt in den Fokus.
Reise nach Saudi-Arabien: E-Visum macht Einreise möglich
Erst vor fünf Jahren wurde für Touristen der Weg nach Saudi-Arabien geebnet. Vor der Einführung des E-Visums 2019 war es hauptsächlich Berufsreisenden und Pilgern gestattet, in Saudi-Arabien einzureisen. Für viele blieb das Land damit ein weißer Fleck auf der Landkarte, der nun mit Farbe gefüllt wird.
Bis zu 90 Tage können Sie Land und Leute am Roten Meer kennenlernen, die Gültigkeit des Visums beträgt ein Jahr. Bürger aus 64 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, können das E-Visum für Saudi-Arabien Reisen beantragen. Die Genehmigung erfolgt meist binnen 24 Stunden. Es empfiehlt sich aber, etwas Puffer einzuplanen. Sicher ist sicher.
Wie teuer ist das E-Visum für Saudi-Arabien?
Die Kosten belaufen sich auf 100 bis 120 Euro.
Ist eine Krankenversicherung im E-Visum eingeschlossen?
Ja, eine Krankenversicherung ist inkludiert und deckt eventuelle medizinische Notfälle während des Aufenthalts in Saudi-Arabien ab.
Kann ich mit dem E-Visum auch mehrfach nach Saudi-Arabien reisen?
Ja, binnen eines Jahres können Sie das Land mehrfach bereisen.
Gilt für Touristen eine Kleiderordnung?
Vor der Einführung des E-Visum gab es für Reisende strenge Kleidervorschriften. Besonders Frauen waren davon betroffen. Sie mussten beispielsweise eine Abaya tragen (langer, lockerer Mantel, der den Köper bedeckt). Diese Zeiten sind nun vorbei. Die Abaya-Pflicht wurde abgeschafft, dennoch werden Frauen dazu angehalten, Schultern und Knie zu bedecken. Auch Männer sollten auf kurze Hosen, die oberhalb des Knies enden, verzichten.
Sollten Sie den Besuch einer Moschee planen, sollten Sie ein Tuch zum Verdecken der Schultern immer parat haben.
Kann ich als unverheiratete Frau nach Saudi-Arabien einreisen?
Ja. Der Beziehungsstatus spielt bei der Einreise keine Rolle.
Saudi-Arabien – Ein Land, zwei Welten
Saudi-Arabien ist wohl eines der derzeit spannendsten touristischen Errungenschaften. Möglich wird das dank des Brückenschlags zwischen einziehender Moderne und bestehender Kultur. Das Siedlungsprojekt NEOM zieht weltweit Interesse auf sich. Teil dessen ist beispielsweise „The Line“ - eine 170 Kilometer lange Planstadt, die aus zwei Mauern mitten in der Wüste besteht und das Zuhause von neun Millionen Menschen werden soll. Eine noch nie dagewesene Innovation, die exemplarisch für das neue Saudi-Arabien steht.
Dennoch steht “The Line” immer wieder in der Kritik. Nicht nur wegen der riesigen Menge Kohlenstoffdioxid, die während des Baus produziert wird, sondern auch wegen der Menschen, die einst im Baugebiet lebten und sich eine neue Existenz aufbauen mussten.
Die Felsmalereien von Jubbah führen Sie wiederum in eine vergangene Zeit, die nach wie vor zum Heute gehört. Sie sind rund 10.000 Jahre alte Zeugnisse der Geschichte, deren Erkundung Sie faszinieren wird.
Eines der beliebtesten Ausflugsziele Reisender ist Diriyah. Die Stadt gilt als Wiege des saudischen Königreiches und bringt einige der bedeutendsten Beispiele für die traditionelle Lehmarchitektur in der Region Nadschd hervor. In den nächsten Jahren sollen hier zudem Museen, Hotels, Restaurants und verschiedene Veranstaltungsorte entstehen, um die Stadt für verschiedene Besuchergruppen interessant zu machen.
Wer Saudi-Arabien erleben will, kommt an den Sandwüsten nicht vorbei. Eine der schönsten ist wohl die Nefud-Wüste. Sie erstreckt sich über eine Fläche von rund 103.600 Quadratkilometer und ist geprägt durch ihren roten Sand und die teils hunderte Meter hohen Dünen. Das “Sandboarding” unterbricht die mystische Stimmung für einen unvergesslichen Adrenalinkick.
Saudi-Arabien – So erleben unsere DIAMIR-Experten das Land
Saudi-Arabien kämpft trotz aller Modernisierungsmaßnahmen mit seinem Image, sich Besucherinnen und Besuchern gegenüber zu verschließen und insbesondere Frauen ein unwohles Gefühl zu vermitteln. “Genau das Gegenteil ist aber der Fall”, verrät unser DIAMIR-Reiseleiter Marco. Mehrfach war er bereits mit unseren Reisegästen vor Ort, hat das Land mit all seinen Kultur- und Naturschätzen kennengelernt und Menschen getroffen, die das neue Bild Saudi-Arabiens widerspiegeln. “Saudi-Arabien hat eine Chance verdient”, so Marco, “denn mit dem Saudi-Arabien von vor fünf Jahren hat das Land nicht mehr viel gleich.”
Ja, damals gab es Plätze, an denen Frauen schlichtweg nicht existent waren. Sie wurden aus dem Stadtbild radiert und mussten sich an strenge Vorschriften halten. Das galt für die weibliche Bevölkerung genauso wie für die wenigen Touristen. Die Welt ist nun aber eine andere. Die Frage, ob Frauen und Männer in einem Restaurant zusammen an einem Tisch sitzen dürfen, stellt sich beispielsweise gar nicht mehr. “Generell finden Frauen, die nach Saudi-Arabien reisen, sehr schnell Zugang zu der lokalen Bevölkerung. Sie werden direkt ins ‘Team’ aufgenommen und erlangen so tiefe Einblicke in das Leben vor Ort”, weiß Marco.
Willkommenskultur der lokalen Bevölkerung
Doch auch unabhängig vom Geschlecht wird Reisenden eine enorme Gastfreundschaft entgegengebracht. “Ich erinnere mich an eine Begegnung, die mich wirklich gerührt hat”, so Marco. “Für eine Rast haben wir während einer Tour kurz am Straßenrand gehalten. Ein Local kam auf uns zu und hat uns ohne zu fragen eine Kiste frisch geerntete Orangen geschenkt. Einfach, weil er uns so zeigen wollte, dass wir willkommen sind.” Bekanntschaften dieser Art gibt es viele in Saudi-Arabien – wenn man sich vom veralteten Bild löst, sein Gegenüber respektiert und offen für neue Erfahrungen ist.
Straßenverhältnisse in Saudi-Arabien
Möchte man Saudi-Arabien in Gänze bereisen, kommt man um ein Auto nicht herum. Doch machen die Straßen vor Ort eine gelungene Tour überhaupt möglich? “Natürlich!”, versichert unser DIAMIR-Reiseleiter Marco. “Die Hauptverbindungen können ohne Bedenken genutzt werden. In kurzen Abständen gibt es Tankstellen, die mit guten Sanitäranlagen und sogar Supermärkten ausgestattet sind.” Weniger gut ausgebaut ist die Infrastruktur in entlegenen Orten, doch mit einem Offroad-Fahrzeug gelangt man auch hier problemlos von A nach B. Einer Mietwagenreise auf eigene Faust steht also nichts im Weg.
Fazit
Saudi-Arabien könnte in der Tat das nächste große Ding in Sachen Reisen werden. Einzigartige Innovationen, vereinfachte Einreisebedingungen, beeindruckende Natur- und Kulturschätze sowie gastfreundliche Menschen stellen die Weichen.
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