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Nach mehreren Versuchen seit 2020 und intensiven Planungen mit der nigerianischen Reiseagentur seit 2018 konnte im Frühjahr 2021 die Pilotreise nach Nigeria starten. Aufgrund von Sicherheitsproblemen musste das Programm etwas abgeändert werden, so konnte der Teil im Westen bei den Kamberi nicht stattfinden aufgrund nicht-erteilter behördlicher Genehmigung und wurde durch Lokoja und das Volk der Igala in der Mitte ersetzt. Startpunkt war Lagos, eine beeindruckende Wirtschaftsmetropole. Nur sonntags lässt das Verkehrschaos etwas nach und man kann die Stadt gut besuchen. Bei einer Bootstour, die von Lagos nach Badagry führte, sieht man die Skyline und die beiden Häfen von Lagos vom Wasser aus, daneben viele Fischerdörfer. Badagry selbst war ein Zentrum des Sklavenhandels. Nach Lagos ging es in das Kernland der Yoruba. In Abeokuta erlebt man alten Glauben am Olumo-Felsen und bizarre Gegenstände auf lokalen Märkten, die Voodoo-Kulten dienten. Die Hügel von Idanre und untergegangene Palastsiedlungen auf dem Plateau sind herrlich zu erwandern. Höhepunkt der Yoruba-Kultur ist sicherlich Oshogbo mit dem Besuch des Weltkulturerbes Heiliger Hain der Göttin von Osun. In Esie sieht man das dortige Nationalmuseum mit Specksteinfiguren, in Ilorin den Emir-Palast und ein Viertel in der Altstadt, wo auf traditionelle Art Textilien und Topfwaren hergestellt werden. Da nur wenige Weiße überhaupt in solchen Gegenden verweilen, ist so ein Besuch auch ein Spektakel für die Bewohner vor Ort, besonders für die zahlreichen Kinder. Über Landstraßen ging der Weg in die alte britische Kolonialhauptstadt Lokoja und mit einer Bootstour an den Ort, wo der Benue in den Niger mündet. Interessant ist auch die Kultur der Igala, die man in Idah sieht, mit Emirpalast, dem Markt, dem Viehmarkt und der Waschstelle an einem Seitenarm des Nigers. Die Gegend um Abuja rundet die Reise ab. Dort besichtigt wurden der Zuma-Felsen, die Gurara-Wasserfälle, die in der Regenzeit sicherlich um einiges spektakulärer sind als ausgangs der Trockenzeit, sowie Siedlungen der Fulani und Gbagyi. In den Dörfern werden traditionelle Tänze aufgeführt, auch hier versammeln sich die Bewohner, um das Geschehen mitzuerleben, ein Zeichen, dass es nicht so oft solche Tanzvorstellungen gibt. Abuja selbst ist eine Planstadt mit wenig Sehenswürdigkeiten, am beeindruckendsten war die schlicht gehaltene Nationalmoschee, mit Baubeginn 1981 eines der ältesten Gebäude der Stadt. Zu beachten ist, dass in staatlichen Museen in Nigeria nicht fotografiert werden darf!