Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Indien • Nepal – Einzigartiges Trekking und Naturbeobachtung

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Nepal/Indien – Singalila-Nationalpark

Der Nationalpark Singalila liegt im Nordosten von Indien und reicht über die Grenze Nepal‘s hinaus. Dies ist der Anfang des „Dachs des Himmels“ – dem Himalaya. Die Region ist einzigartig zum Trekking und der Naturbeobachtung.

Die Region bietet viele verschiedene Trekkingwege an, mit Steigungen von einfach bis mittelschwer. Die wirkliche Herausforderung besteht in der Höhe, man bewegt sich zwischen 2200 und 3600 m, wobei eine gute bis sehr gute Kondition gefordert ist. Die Wanderetappen liegen zwischen 7 und 20 km. Empfehlenswert ist eine Tour zwischen 3 und 6 Tagen, die von Homestay zu Homestay führt und währenddessen die Grenze zwischen Nepal und Indien häufig überquert wird.

Die Anreise beginnt mit einer Fahrt durch das wohl berühmteste Teegebiet der Welt. An der Straße lassen sich immer wieder Affen bzw. Makaken blicken. Ab dem letzten größeren Ort steigt man um in Land Rovers und gelangt über Serpentinen und nicht asphaltierte Straßen bis auf 3000 m und bis zur ersten Unterkunft auf der Grenze zwischen Indien und Nepal.

Exkursion zu den Roten Pandas

Zu empfehlen sind auch die Exkursionen zum Roten Panda. In einem ca. 60 km² großen Gebiet gibt es noch ca. 50 Exemplare. Diese äußerst possierlichen Tiere ernähren sich von Bambus und Früchten und zeigen durch ihre Musterung um die Augen eine gewisse Ähnlichkeit zu den bekannten Pandas. Die Roten Pandas sind allerdings nicht genetisch mit den Pandas verwandt, sondern gehören zur Familie der Marder. Sie halten keinen Winterschlaf und bekommen ihre Jungen im Februar. Diese Exkursion zu den Roten Pandas muss frühzeitig angemeldet und genehmigt werden, da die Tiere unter strengem Artenschutz stehen.

Die Region bietet 19 Rhododendren, 14 Lilienarten und dem Enzian ein Zuhause, wobei hier alles ein wenig größer ist, als wir es aus Deutschland kennen. Der Rhododendron wird hier zwischen 2 – 15 m hoch und es sind eher Bäume als Büsche. Zwischendrin befinden sich große Bambusfelder, welche dem Roten Panda ein Zuhause bieten. Durch die Höhenlage der Region wird in vielen Monaten im Jahr die Gegend in dichte Wolken gehüllt, sodass man sprichwörtlich in den Wolken wohnt. Dies führt dazu, dass man oft durch verwunschene Urwälder läuft, wo jeder Baum in eine dicke Schicht Moose und Gräser eingehüllt ist. Insgesamt ist die Gegend sehr abwechslungsreich.

Viele Tibetaner sind nach der Machtergreifung Chinas nach Nepal und vor allem in diese Region gezogen. Man begegnet nur wenigen Touristen, wobei diese oft aus Indien kommen. Europäer sind eher selten. Die Menschen hier sind zurückhaltend, aber freundlich und lachen spätestens, wenn man sie freundlich grüßt. Die meisten sprechen kein oder nur ein gebrochenes Englisch. Kulturell sind die Menschen in der Region oft so geprägt, dass das Wort „Nein“ in ihrem Wortschatz nicht vorkommt. Dies kann zu Missverständnissen führen, wenn man eine einfache Antwort haben möchte und der Gegenüber eigentlich Nein sagen müsste. Am besten fragt man keine Ja/Nein Fragen, sondern gibt immer mehr als eine Option, dies gilt auch für die Englisch sprechenden Guides.

Meine Mitnahmeempfehlung für die Tour

Die Unterbringungen sind sehr einfach, ohne fließend Wasser (im Zimmer) und selten hat man die Möglichkeit Akku‘s von elektrischen Geräten aufzuladen. Die Betten sind funktionell und es werden immer genug Decken gestellt. Ein Hüttenschlafsack muss mitgebracht werden. Morgens bekommt man heißes Wasser in einer Kanne gereicht, um sich zu waschen, weswegen Funktionshandtuch und Flip Flops nicht fehlen sollten im Gepäck. Des Weiteren sollte Toilettenpapier, einmal lange Unterwäsche, mindestens ein dicker Fleecepulli und Regenkleidung eingepackt werden. Gute halbhohe Trekkingschuhe sind völlig ausreichend. Das Essen ist eine Mischung aus Indisch und Nepalesisch, immer ausreichend, frisch zubereitet und lecker. Die Nähe zu Darjeeling bringt es mit sich, dass man mehrfach am Tag einen heißen schwarzen Tee angeboten bekommt. Man darf nicht überrascht sein, wenn sich die Tagesplanung spontan ändert, dies kann viele Gründe haben, z. B. bei Wetterumschwung.

Man sollte am Flughafen genug Geld umtauschen bzw vom Automaten holen, da es auf dem Weg keine Möglichkeit dazu gibt. Die „Hotels“ tauschen nicht und nur im Ort des ersten Hotels gibt es einen Automaten.

Beste Reisezeit und weitere Tipps

Die beste Reisezeit ist von Mitte Oktober bis Ende November, hier ist kaum mit Wolken zu rechnen und die Wahrscheinlichkeit, die höchsten Berge der Welt als Panorama zu sehen ist sehr hoch. Mitte Februar bis Ende April ist ähnlich, wobei das Panorama nur partiell zu sehen sein wird, dafür wird man viele der Rhododendronarten blühen sehen. Die Temperatur in diesem Zeitraum bewegt sich zwischen 5 Grad in der Nacht und 15 Grad am Tag. In diesen Zeiten ist die Wahrscheinlichkeit auch am höchsten, den Roten Panda zu finden. In den übrigen Monaten ist es meist diesig und gegen Nachmittag wird man von den Wolken in Zuckerwatte gepackt, dafür ist es wärmer, zwischen 10 – 18 Grad, also ideal zum Wandern. In der Zeit zwischen Juni und August herrscht Monsun. Im Winter wird es selten kälter als -5 Grad und Hartgesottene gehen auch dann Wandern.

Bei längeren Aufenthalten im Wald, ausserhalb von unbefestigten Wegen, sollten die Hosen in die Socken gesteckt werden, da es vereinzelt Blutegel geben kann.

Mein Fazit – Tour für extreme Naturliebhaber

Die Reiseregion ist wirklich schön, vor allem bei gutem Wetter. Die Region ist ideal für Wandertouren im Himalaya. Die Roten Pandas zu entdecken, ist eher schwer und man braucht viel Zeit und Glück. Da die Unterkünfte sehr (!!!) einfach sind, muss man sich schon mental auf ein Campingurlaub bei 10 Grad Außentemperatur einstellen. Ich würde die Tour nur extremen Naturliebhabern empfehlen.

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