Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Lodgesafari und Sansibar im Dezember 2020

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Auf unserer Reise im Dezember 2020 hat alles richtig gut geklappt! Die vielen Tiersichtungen (inklusive der Big Five), die Lodges bzw. Tented Camps, unser Guide Suma auf Safari, waren toll und haben uns einen traumhaften Urlaub (gefühlt ganz weit weg von Corona!) beschert. Es ist schon ein wahr gewordener Traum für mich. Und ein Stückchen Herz habe ich wohl in Tansania zurückgelassen. Einziger, kleiner Nachteil, der aber schnell vergessen war – die lange Anreise. Das Tragen der Maske an den Flughäfen und im Flieger ist anstrengend. Aber insgesamt habe ich mich in Tansania (Festland und Sansibar) in Sachen Corona und auch generell immer sehr sicher gefühlt.

Beim Check-in bei Ethiopian Airlines in Frankfurt stellten wir erfreut fest – ein negativer Corona-Test ist tatsächlich nicht nötig. Nachdem uns die Dame vom Check-in gefragt hatte, was unser Reiseziel ist (Tansania) und unserer Auskunft, dass wir uns auf unserer Reise in Addis Abeba nur als Transitpassagiere aufhalten, wurden wir eingecheckt.
Am frühen Morgen kamen wir dann in Addis Abeba an und waren froh, nach stundenlangem Mund-Nase-Maske-Tragens (im Flugzeug und am Flughafen selbst) die Maske zum Kaffee-und Tee-Schlürfen an einem Stand kurz abnehmen zu können. Aber erstmal nicht Richtung Kilimanjaro Airport, sondern, wie wir verdutzt feststellten, erstmal zum Flughafen nach Sansibar. Daher also die längere Flugzeit. Anscheinend versucht die Airline, den Flieger, der alles andere als voll war, so etwas besser auszulasten. Wenigstens mussten wir in Sansibar nicht umsteigen, sondern konnten im Flieger auf den Weiterflug zum Kilimanjaro Airport warten. Gegen Nachmittag kamen wir dort an. Inzwischen total k.o. Aber wenigstens hat das mit dem „Visa at arrival“ problemlos geklappt. Nach kurzem Fiebermessen (per Scan) konnten wir unser Visum beantragen. Das war einfach, allerdings mit einer gewissen „afrikanischen Gelassenheit“ vor sich. Eine der wichtigsten Redewendungen „pole, pole“, kam auch dort zum Tragen. Aber alles gut, Gepäck war auch und vor allem vollständig da. Unser Guide Suma begrüßte uns und den Rest der Reisegruppe.

Wir wurden in die schnuckelige African View Lodge gebracht, in die ich mich sofort verliebt habe. Wozu bestimmt auch unser Bungalow gleich gegenüber des Pools beigetragen hat. Das habe ich nach einer kurzen Verschnaufpause und Gepäck verräumen auch gleich genutzt und einen Sprung ins kühle Nass mit sagenhaftem Blick auf den Mount Meru genossen. Schön war's hier!

Nach einem tollen Frühstück mit Kaffee, Saft, frischem Obst, Pancakes und weiteren Leckereien ging es los zu unserer ersten Safari, im Arusha Nationalpark. Auf die Walking-Safari hatte ich mich nach der vielen Sitzerei im Flieger besonders gefreut. Bereits auf dem Weg dorthin, begegneten wir den ersten schwarz-weißen Colobus-Affen in den Bäumen. Mit unserem bewaffneteten Wildhüter zogen wir dann gemütlich los in den Arusha NP. Anders als ich es mir vorgestellt hatte (strammes Wanderprogramm) war es eher ein gemütliches Schlendern bzw. Spazierengehen. Aber toll! Eine Landschaft wie in Jurassic Park. Nur die Dinos fehlten. Dafür hatten wir aber Giraffen und Büffel in traumhafter Kulisse. Und bevor wir den Rückweg antraten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem Wasserfall. Nachmittags ging es dann per Fahrzeug und mit unserem Guide Suma weiter in Richtung der Momella Seen. An einem Aussichtspunkt am Small Momella Lake machten wir ein Picknick und sahen dort auch unser erstes Flusspferd, wenn auch aus einiger Entfernung. Ansonsten gab es vor allem Wasserböcke, Paviane und Flamingos zu bestaunen. Zurück an der Lodge gab es dann ein leckeres Abendessen.

Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Tarangire Nationalpark. Auf diesen freuten wir uns ganz besonders, da Markus und ich beide „Paten-Eli‚s“ beim Sheldrick Wildlife Trust haben. Und der Tarangire ja bekannt ist für die Elefanten. Und die Baobab‘s natürlich. Zu dieser Jahreszeit übrigens noch alle in grünem Blättergewand. Relativ bald nach Einfahrt in den NP dann die Überraschung! Sogar unser Guide Suma freute sich riesig! Elefanten auf dem Weg zu einem großen Wasserloch, in dem sie badeten und spielten. Wir standen lange dabei und beobachteten dieses Schauspiel. Einfach zu schön! Auf dem Weg zum Tarangire View Camp kreuzten dann wieder elegante Giraffen und Antilopen unseren Weg. Bis zur nächsten Überraschung! Ein vollgefressenes Löwen-Männchen lag im Gras und entspannte von einer üppigen Mahlzeit. Unsere erste Löwensichtung! So kann es gerne weitergehen. Als wir im Tented Camp ankamen, erst ein paar allgemeine Hinweise und dann gab's Abendessen in traumhafter Kulisse.

In dem großen Baum direkt beim Camp wohnten Baumschliefer! Süß. Das entschädigte auch für das Flackerlicht beim „Fertigmachen“ vorm Frühstück. Das Problem(chen) hatten anscheinend aber nur wir. Egal, hakuna matata. Es war noch recht früh, aber wir mussten früh los, in Richtung Serengeti. Es ging für uns in die Togoro Plains. Auf dem Weg machten wir natürlich noch einen Fotostopp am Ngorongoro-Crater, sehr beeindruckend. Anschließend fuhren wir durch immer karger werdendes Land, bis die ersten Büffelherden, Zebras und Gnus am Horizont erschienen. Aufgereiht wie kleine dunkle Perlen auf einer Kette. Sie überquerten direkt vor uns die Fahrbahn. Ansonsten war die Fahrt bis zum Serengeti View Camp eher unspektakulär. Und wir vom langen Autofahren etwas müde.

Nach unserer ersten Nacht im Serengeti View Camp mit den nächtlichen Geräuschen der Tierwelt Tansanias (Zebras, Hyänen und Löwengebrüll) kamen wir erstaunlich gut aus den Federn. Heute hatten wir einen echten „Serengeti-Tag“! Vorbei an diversen kleinen, bunten Vögeln, Antilopen, den anscheinend überall anwesenden Giraffen, einigen Elefanten zu unserem nächsten Highlight, mehreren jungen Löwen, gut versteckt an einer Weggabelung! Überhaupt – die Löwen! Davon haben wir mehr gesehen, als wir uns erträumt hatten! Und zwei weitere Highlights hatte die Serengeti noch für uns bereit…einen Leoparden auf einem Baum. Anders als in „Nicht-Corona-Zeiten“ hatten wir diesen zeitweise ganz für uns alleine, ansonsten stand maximal ein anderes Fahrzeug mit uns zusammen da. Was für eine wunderschöne Katze, wohl ein Männchen, wie unser Guide mit „Kenner-Auge“ (und Fernglas) bekannt gab. Und schließlich sahen wir sogar noch eine Gepardin mit ihren vier Halbwüchsigen auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit. Mein Freund freute sich dann noch ganz besonders über die Hyänen und Schakale sowie das erste Nashorn, das ihm vor die Linse kam. Mit Fernglas klar und deutlich zu erkennen. Näher kam es leider nicht, aber trotzdem sehr schön, ein Nashorn in der Serengeti, auch nicht selbstverständlich! An den berühmt-berüchtigten „Hippo-Pools“ kamen wir natürlich auch vorbei. Und Krokodile, eine Schildkröte, sogar ein Serval und ein Stachelschwein kamen auch in Sichtweite.

Nach einer zweiten Übernachtung im Serengeti View Camp ging es zurück in Richtung Ngorongoro Conservation Area. Mit einem Stopp bei einem Massai-Dorf und mehreren Zebra-Sichtungen sowie unglaublicher Landschaft ging es bald runter ins Innere des Kraters. Wie das Paradies, nur in klein. Ganz viele Tiere auf einem Fleck. Wieder Gnus, Zebras, Löwen, unzählige Vögel und Antilopen. Mein besonderes Highlight war die Löwin, die sich direkt unter meinem Fenster in den Schatten unseres 4x4 Cruisers von Toyota verzogen hatte. Und da einfach ganz entspannt liegen blieb, während wir im Fahrzeug-Innern unsere Lunch-Pakete auspackten. Wir fuhren weiter und sahen insgesamt fünf Nashörner! Leider recht weit von der Fahrbahn entfernt, aber immerhin! Anschließend ging es wieder raus aus dem Krater, Richtung Karatu, zu unserer nächsten Unterkunft, der Bougainvillea Safari Lodge. Wie ich mich auf eine richtige, heiße Dusche freute! Und dann das…es kam nur brühend heißes Wasser aus dem Wasserhahn. Das kalte Wasser ging gar nicht. So war Duschen unmöglich. Also erst einmal zur Rezeption und reklamiert. Nach gut einer Stunde konnte ich endlich duschen.

Am 13.12. ging es auf Safari in den Lake Manyara NP, wo eine Elefantengruppe ganz nah an uns herankam und sogar Babys dabei hatte. Jedoch waren viele Wege aufgrund des hohen Wasserstandes nicht passierbar und unser Guide immer wieder eine andere Route suchen musste. Mit dem berühmten „Baumlöwen“ wurde es so leider nichts. Zum Glück hatten wir vorher schon richtig viele Löwen gesehen. Also war der „Verlust“ zu verschmerzen. Allerdings würde ich den Lake Manyara zu einer dafür geeigneteren Jahreszeit gerne nochmal besuchen.

Es ging dann zurück zur African View Lodge. Für den Rest unserer Truppe ging es am nächsten Morgen schon zum Airport Richtung Sansibar. Wir hatten noch einen Tag länger in der Lodge. Was sich richtig gelohnt hat! Mit unserem Guide Suma machten wir noch eine Kanufahrt auf dem Lake Duluti, was mal wieder etwas ganz anderes war. Nach einem guten Mittagessen bei den „Locals“ kamen wir noch zur Kaffeeplantage von „Mamma Sofie“, die uns zeigte, wie man traditionell Kaffee kocht. Den durften wir dann auch gleich noch verkosten. Vor allem das Kaffeebohnen zerstampfen war ein echter Spaß!

Am nächsten Morgen brachte uns Suma dann zum Airport für den Flug nach Sansibar. Nach unserer Verabschiedung ging es dann mit einer „kleinen“ Verzögerung von etwa zwei Stunden los. Wohl technische Probleme. Also gut, wir waren ja schon im Afrika-Modus, also alles gut. Hakuna Matata! Die Abholung erfolgte im klimatisierten Fahrzeug mit getönten Scheiben in Richtung Breezes Beach Club bei Bwejuu. Hier begrüßte man uns mit Mund-Nasen-Maske (was auf dem Festland nicht üblich war) und ich hatte schon Sorge, den Mund-Nasen-Schutz hier die ganze Zeit tragen zu müssen. Was aber nicht der Fall war. Das Personal sah das teilweise auch mal strenger, mal lockerer. Einige so wie es eigentlich sein soll. Überall Desinfektions-Spender, was in Festland-Tansania übrigens auch überall der Fall war. Und die Hotelanlage war ein Traum! Das Essen ein Traum und auch die Gartenanlage! Vor allem die kleinen, gelben Webervögel hatten es mir angetan. Und die rot blühenden „Weihnachtsbäume“, die es auch schon auf dem Festland gab. Und das herrliche, türkisblaue Meer. Mit Schaukel davor, ein Traum! Jedenfalls für mich. Ein langer Strandspaziergang bis zur „blauen Lagune“. Und ein einheimischer Oktopusfischer hat mir netterweise bei einem kleinen „Reef Walk“ gezeigt, auf was ich achten muss, wenn ich bei Ebbe (natürlich mit Badeschuhen) hier laufe. Und ich habe festgestellt, dass man bei Flut sogar ganz gut schnorcheln kann. Seeigel, Seesterne, Seegurken, eine Seenadel und viele, kleine bunte Fische. Sogar eine kleine Muräne habe ich entdeckt.

Am 20.12.20 ging es dann zum Flughafen Richtung Heimat. Auch verbunden mit dem obligatorischen Mund-Nasen-Schutz, Sicherheitskontrolle und einem Zwischenstopp. Nach Ankunft in Frankfurt ging‘s durch den automatischen Sicherheitscheck weiter zum Gepäckband. Nach unserer digitalen Einreiseanmeldung wurden wir gar nicht gefragt (hatte übrigens übers Smartphone problemlos geklappt). Nun sind wir in der vorsorglichen Reiserückkehrer-Quarantäne. Und wissen eines ganz sicher – das hat sich alles sowas von gelohnt! Und Afrika sieht uns wieder, bestimmt! :-)

P.S.: Nochmal ein ganz liebes Dankeschön an unseren Guide Suma, der ein echtes Händchen für Tiersichtungen hatte und unheimlich viel weiß, und an das gesamte Team der African View Lodge inklusive der angeschlossenen Camps! Auch diese Menschen haben den Urlaub für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht. Asante sana!
Und in Bezug auf Corona/Covid-19 kann ich nur sagen, dass ich mich in Tansania wesentlich wohler und sicherer gefühlt habe, als wieder zurück in Deutschland. Ich hoffe, dass Tansania weiterhin möglichst davon verschont bleibt. Es wäre den Menschen dort sehr zu wünschen!

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