Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Große Seidenstraße Teil 2 – Turkmenistan, Usbekistan

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Auf den Spuren von Marco Polo reisten die „Mücker Zugvögel“ 49 Tage entlang der „Großen Seidenstraße“ durch die Länder Georgien, Armenien, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan.

Wir berichten über eine ungewöhnlich lange, erlebnisreiche und von spektakulären Ereignissen geprägte Reise.
Eine Reise, für die es keine Superlative gibt, die Reise unseres Lebens!

Teil 1 – Georgien, Armenien, Iran – finden Sie hier.

Weiter geht es nun mit Große Seidenstraße Teil 2 – Turkmenistan und Usbekistan

TURKMENISTAN

An der Grenze angekommen, antwortete ich dem Grenzbeamten auf seine Fragen in russischer Sprache und schon entwickelte sich ein freundliches Gespräch. Ich staunte, wie viel ich noch aus meinem Langzeitgedächtnis abrufen konnte und wie viel noch im weiteren Verlauf dieser Reise dazu kam, denn wir hatten ja noch vier russischsprachige Länder vor uns.
Unsere Reiseleiterin Elena erwartete uns schon. Auf der Fahrt zum Hotel konnten wir mit weißem Marmor herrlich verkleideten Häuser der Innenstadt bestaunen. Ashgabat wird auch die „Weiße Stadt“ genannt, wobei die Bedeutung des Namens eher von dem arabischen Wort „ashk“ stammt, das für das Wort „Liebe“ steht, also: „Stadt der Liebe“. Am Abend unternahmen wir eine Stadtrundfahrt. Es war faszinierend! Die gesamte Stadt war ein einziges, helles Lichtermeer, in das wir eintauchten.
Am nächsten Morgen ging es zum russischen Basar. Er ist einer der größten und ältesten Basare Turkmenistans. Auf zwei Etagen kann man hier Lebensmittel – darunter auch aufwendig, bunt verzierte Torten –, Elektrowaren, Kleidung, Pflanzen und Spielwaren kaufen.
Ein imposantes Bauwerk hat mich besonders fasziniert in Ashgabat: die Kiptsschak Moschee, deren Fassade mit weißem Marmor versehen ist und deren goldene Kuppeln in den strahlend blauen Himmel ragen.
Am Nachmittag flogen wir Mary und unternahmen da einen Ausflug zu den Ruinen von Merw – einst die östlichste Hauptstadt des Seldschuken Reichs und wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße. Alle Bauten dieser sind komplett aus Lehm gebaut und bis heute erhalten geblieben.
Zurück in Ashgabat fuhren wir weiter gen Westen nach Chuli und unternahmen dort eine Wanderung in der Leopardenschlucht. In der Nähe von Bami errichteten wir am Abend in freier Natur unser Zeltlager und genossen im Anschluss bei einem romantischen Sonnenuntergang unser Abendessen. Die Ruinenstadt Dehistan war unser nächstes Ziel. Da Archäologen dort Überreste von alten Bewässerungssystemen fanden, geht man davon aus, dass die Stadt bereits im Jahr 3000 v. Chr. besiedelt war und Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde.
Noch einmal kamen wir zurück nach Ashgabat. Diesmal war der Abschied endgültig.
Ein flammendes Inferno erwartete uns am nächsten Tag: der Feuerkrater von Darwaza. Elena erzählte uns, dass während der Sowjetzeit bei Arbeiten an der instabilen Bohrstelle der Krater einstürzte und in Brand geriet. Bei der Ankunft am Krater überraschte und ein heftiger Gewitterregen, doch am Abend konnten wir bei sternenklarem Himmel den brennenden Krater besichtigen. Das helle Mondlicht zauberte einen imposanten Blick auf das Naturschauspiel. Nach den tollen Eindrücken schliefen wir wunderbar in unserer Jurte.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Turkmenistan und von unserer „Mama“ Elena und fuhren weiter nach Usbekistan.

Tausend Dankesworte für unsere fürsorgliche Reiseleiterin Elena, die uns voller Stolz ihre schöne Heimat gezeigt und stets für unser leibliches Wohl gesorgt hat und Dankeschön Agenturchef, der uns bei der Ankunft in Darwaza mit Tee und trockenem Gebäck versorgte.

USBEKISTAN

Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt, sodass uns unser Reiseleiter Odil gleich in Empfang nehmen konnte. Die Fahrt ging zunächst nach Chiwa, in die 2500 Jahre alte Oasenstadt – wie im Märchen aus 1000 und einer Nacht! Sie wurde im 6. Jh. gegründet und war ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße. Bei einem Rundgang am nächsten Morgen gelangten wir durch das Westtor zur Kunya Ark Zitadelle, zur Juma Moschee mit ihren mehr als 200 wunderschön geschnitzen Holzsäulen, zum Minarett Islam Khodsa Minor, zur Residenz des Khans Tasch-Hauli und vieles mehr. Der Großteil der Gebäude wurde aus Lehm gebaut und ist mit türkisfarbenen Fliesen verziert. Eine echte Augenweide! Das Abendessen nahmen wir auf der Dachterrasse eines Lokals ein, meist bestehend aus kleinen Vorspeisen, einer Suppe, dem Hauptgericht und einem Nachtisch.
Die Oase Chiwa verließen wir am anderen Morgen und wollten nach Buchara fahren, doch nach einer kurzen Zeit hatte unser Bus einen Kupplungsschaden und wir standen wartend an der Straße. Nach einer Weile hielt ein Linienbus an und der Fahrer bat uns, einzusteigen und mit ihm weiter zu fahren. Also luden wir unsere Koffer um und stiegen ein. Unter den neugierigen Blicken der Einheimischen suchten wir uns jeder einen Sitzplatz. Auf den Plätzen vor mir saß ein Paar mit einem kleinen Jungen, der mir nach einer Weile ein paar verschmitzte Blicke zuwarf. Ich zauberte aus meinem Rucksack eine Tüte Gummibärchen hervor und gab sie der Mama. Sie begutachtete die Tüte eine ganze Weile lang. Einen Moment später tauchte der Kopf des Kleinen mit klebrig, verschmiertem Mund vor mir auf. Offenbar schmeckten die Gummibärchen! Da auch der Linienbus auf dieser Strecke von über 380 km eine Pause machen muss, hielt der Fahrer an einer Raststätte und wir legten eine Verschnaufpause ein. Als wir auf dem Parkplatz standen, fuhr ein Reisebus vor, der Reiseleiter stieg aus und fragte, was unser Problem sei. Nach einem kurzen Gespräch mit unserem Reiseleiter setzen wir alsbald die Fahrt in dem modernen Reisebus fort. Zum zweiten Mal war uns das Glück an diesem Tag hold und es sollte nicht das letzte Mal sein!
Nach dem Check-in im Hotel in Buchara musste ich mit meinem Mann (Schorsch) zum Arzt. „Montezumas Rache“ hatte nur schon den 3. Tag zugeschlagen. Der Reisleiter kümmert sich um uns. So fuhren wir in eine moderne Notfallklinik. Dort wurde Schorsch sofort von einem halben Dutzend Ärzten und Schwestern versorgt, bis der Spezialist für Touristen eintraf. Warum wir das schreiben? Entgegengesetzt der Informationen aus unserem Reiseführer, worin steht, dass man Krankenhäuser in diesen Ländern meiden soll, können wir sagen, dass die ärztliche Versorgung und die hygienischen Bedingungen im Krankenhaus hervorragend waren.
Der behandelnde Arzt gab unserem Reiseleiter seine Handynummer, er legte seinen Arm um mich und sagte: „Wenn ich mit ihrem Mann fertig bin, dann ist er ein ganz neuer Mensch.“ Diese Herzlichkeit und Fürsorge haben mich sehr beeindruckt und mir meine Sorgen betreffend der Weiterreises genommen. Die Ärzte und Schwestern haben eine hervorragende Arbeit geleistet und das ganz ohne Gegenleistung, sodass die Reise für uns weiter ging.
Am nächsten Morgen konnten wir nun die Stadt Buchara genießen: die Moschee Chor Minor, das Samaniden Mausoleum mit seiner gigantischen neun Meter hohen Kuppel, die Medresen Nidar Divan und Miri Arab und die Moschee Bolo Hauz, sowie die überkuppelten Basare, in denen Souvenir Läden zum Einkaufen locken. Am nächsten Tag verließen wir die wunderschöne, 2500 Jahre alte Stadt und fuhren weiter nach Samarkand. Noch am Nachmittag besuchten wir den Registan Platz, der religiöse und kulturelle Mittelpunkt der Stadt. Beim Anblick dieser Prachtbauten bekam ich eine Gänsehaut! Im Sonnenschein wirken die goldverzierten, türkisfarbenen Fassaden und Kuppeln der Gebäude, wie die Kulisse in einem romantischen Märchenfilm. Weiter ging es zum Mausoleum von Gur Emir und zum Mausoleenkomplex Schachi Sinda. Zum Schluss besuchen wir den Basar. Basare waren nicht nur Stätten, an den Handel getrieben wurde, sondern es waren auch Orte, an denen die Herrscher Urteile verkündeten und vollstreckten. Aber auch Dichter und Gelehrte lasen hier an diesen Plätzen aus ihren Büchern.
Eine ereignisreiche Zeit in diesem wunderschönen Land ging zu Ende.

Wir umarmten unseren Reiseleiter Odil und dankten ihm für seine umfangreichen Erzählungen über die Geschichte seines Landes und seine Fürsorge und große Hilfe im Krankenhaus. Wir behalten ihn und Usbekistan in guter Erinnerung.

Es war eine wunderschöne Zeit mit euch, vielen Dank dafür.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Tadschikistan.
(siehe Fortsetzung Bericht: Große Seidenstraße Teil 3)

Eure Helga Becker – ein „Mücker Zugvogel“
PS: Den ausführlichen Bericht und noch mehr schöne Bilder finden Sie hier.

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