Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Kanada – Churchill, Manitoba im Sommer

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Es war nur eine kurze Stipvisite, die wir im August in Churchill verbrachten, aber seit einer Reise zu den Eisbären im Winter vor 13 Jahren wollten wir immer schon wissen, wie es dort im Sommer aussieht, wenn sich die Belugas im Churchill River treffen um sich zu häuten, ihre Jungen zu gebären und sich an Fisch satt zu fressen.

Die Leute von der Lazy Bear Lodge organisieren alles perfekt ab Winnipeg, man bekommt schon im Hotel eine Willkommenstüte, wird am nächsten Morgen in einer großen Gruppe zum Charter-Flughafen gebracht und geht direkt nach Ankunft auf die erste Ausflugstour mit dem Bus.

Man kann sich Churchill auch langsamer nähern und den Zug nehmen, was aber 2 Tage dauert. Es ist allerdings unklar, wie lange das noch möglich ist, da der Klimawandel der Trasse durch schmelzenden Permafrost gehörig zusetzt. Eigentlich für Getreidetransporte angelegt, wird auch der Hafen in Churchill keine Funktion mehr haben, wenn die Strecke stillgelegt wird.

Bereits vom Cape Merry aus kann man die ersten Belugas beobachten, sich aber auch an der wunderschönen Tundra-Landschaft erfreuen und vielleicht auch in der Ferne einen Eisbären entdecken. Die Stadt selbst wird von Patrouillen rund um die Uhr eisbärenfrei gehalten und wenn einer doch erwischt wird, kommt er für einige Wochen ins Eisbärengefängnis, was abschreckend wirken soll. Danach werden die Gefangenen ausgeflogen und weit entfernt von der Stadt wieder ausgesetzt. In Churchill friert die Hudson Bay als erstes zu, daher sammeln sich die Eisbären dort, um ihre Sommerruhe zu verbringen und im Winter auf dem Eis wieder Robben zu jagen.

Wir hatten etwas Pech mit dem Wetter, an 2 von 4 Tagen Sturm und Regen, so dass einige Ausflüge verschoben werden mussten, aber so ist das halt in der Arktis. Wir näherten uns den Belugas im kleinen Boot, im Kajak und schnorchelnd, wobei die besten Begegnungen vom Kajak möglich waren, sie hielten uns offensichtlich für Artgenossen und kamen ganz dicht heran, liebten es das Kajak leicht anzustubsen oder uns neugierig längsseits zu beäugen. Fotografieren kann man jedoch besser vom Boot aus. Beim Schnorcheln hatten wir nach dem Sturm sehr schlechte Sicht, aber im Trockenanzug ins 3°C kalte Wasser abzutauchen ist eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten!

Unser Schwerpunkt lag eindeutig bei den Belugas, aber auch die anderen Ausflüge (Tour im Arctic Crawler, in dem im Winter die Eisbärenbeobachtungen gemacht werden, Bootsausflug in die Hudson Bay, Besuch des Northern Studies Center, Besuch des Fort Churchill, das Eskimo-Museum) waren interessant. Auch die Unterbringung in der Lazy Bear Loge ist stilvoll und gemütlich, nach den Ausflügen konnte man das herzhafte Essen gut vertragen!

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