Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Pakistan – warum eigentlich Pakistan..

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… sind wir von Freunden gefragt worden.

Die Antwort ist einfach. In diesem Land treffen die drei höchsten Gebirge dieser Erde aufeinander, der Himalaya, der Hindukusch und das Karakorum. Außerdem ist es touristisch weitgehend unbekannt und somit für ein Abenteuer genau richtig.

Am 25.08.2019 ging es los nach Istanbul und weiter nach Islamabad, unsere erste Reise in ein islamisches Land und im Gepäck, jede Menge falscher Vorstellungen und natürlich ein Kopftuch.

Die pakistanische Hauptstadt, eine junge, moderne Stadt, empfing uns bei 38 Grad und Regen mit breiten Straßen, vielen Grünflächen und modernen Hochhäusern. Alles war ganz anders als erwartet. Am Nachmittag besuchten wir die Faisal-Moschee, das Wahrzeichen der Stadt, und waren von Architektur und Größe ebenso beeindruckt, wie von der Vielzahl der Menschen die sich zum Gebet dort aufhielten.

Am nächsten Tag ging es in einer anstrengenden, 14-stündigen Fahrt über den Barbusar- Pass ins Indus-Tal. Die Landschaft ist wunderschön, was uns die lange Fahrt erträglich machte. Bei einer Pause auf dem Barbusar Top konnten wir dann zum ersten Mal auf 4170 Metern Höhe den herrlichen Blick von oben genießen und spüren, was Höhenluft bedeutet.

Die nächsten Tage verbrachten wir auf der Märchenwiese. Nach einer abenteuerlichen Fahrt im Jeep und einem Aufstieg von ca. 750 Höhenmetern erreichten wir dieses fantastische Fleckchen Erde, das seinem Namen alle Ehre macht. Es ist wirklich märchenhaft. Nicht nur die angenehmen Temperaturen und die herrlichen von Bäumen umsäumten Wiesen, sondern auch der Blick auf den Nanga Parbat brachten uns zum Staunen. Wir wohnten in niedlichen Holzhütten und konnten tagsüber wahlweise große oder kleine Wanderungen unternehmen.

Anschließend führte uns die Reise in einen kleinen Ort am Fuße des Rakaposhi. Unterwegs passierten wir den Junction Point, den geographischen Knotenpunkt der drei höchsten Gebirge. Von dem Dorf, Minapin brach unsere Reisegruppe zu einer zweitägigen Trekkingtour zum Basislager des Rakaposhi auf und kehrte erschöpft aber mit tollen Eindrücken und Bildern vom Gletscher und der Berglandschaft wieder zurück.

Unser nächstes Ziel war Karimabad, der größte Ort des Hunza-Tals. Hier konnten wir uns vom Trekking erholen, auf dem Bazar bummeln und die Sehenswürdigkeiten genießen, bevor die Reise weiter ging zum Attabad-See und dem kleinen Dorf Gulmit. Von hier aus startete die nächste zweitägige Trekking-Tour über den Ghulkin-Gletscher bis zum Borith-See.

Ich blieb während der anstrengenden Trekkingtour mit einer weiteren Reiseteilnehmerin im Ort. Wir nutzten die Gelegenheit das kleine Dorf zu besichtigen und mit den Einwohnern ins Gespräch zu kommen um mehr über ihre Lebensgewohnheiten zu erfahren. Von den Kindern, zuerst neugierig beäugt, wurden wir dann durch ihr Dorf geführt. Voller Stolz zeigten sie uns die Schule, das Hospital und die Blumengärten mit den kleinen Häusern.

Anschließend wurden wir spontan von einer Pakistani zum Tee eingeladen. Froh über die Gelegenheit, ein privates Haus besuchen zu dürfen um einen direkten Einblick in ihr Leben zu erhalten, nahmen wir die Einladung an und freuten uns sehr über die Gastfreundschaft.

Unser nächstes Ziel war Gilgit, eine lebhafte, arabische Handelsstadt mit vielen Menschen, großen Basaren, exotischen Gerüchen und viel Staub und dem üblichen Plastikmüll am Straßenrand. Bis zum Abend bummelten wir über die Basare, als beim Sonnenuntergang die Muezzins von den zahlreichen Moscheen riefen, fühlten wir uns wie in einem Märchen aus Tausend und einer Nacht.

Leider war unsere Zeit im Hochgebirge nun zu Ende und wir mussten zurück nach Islamabad. Dort konnten wir, in einem sehr schönen Hotel, das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen.

Pakistan, das Land das nicht nur mit seiner unglaublichen Bergkulisse beeindruckt, sondern auch mit wunderbaren, hilfsbereiten und liebenswerten Menschen. Sie sind stolz auf ihr Land und zeigen es gerne. Wir haben uns als Touristen selten so willkommen gefühlt, spontan kamen Menschen auf uns zu und bedankten sich für unseren Besuch.

In einer gut organisierten Reise wurde uns der Norden Pakistans gezeigt, wir lernten viel über die geschichtlichen Hintergründe und bekamen einen Einblick in das Leben der Menschen. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher und gut aufgehoben und mein Kopftuch habe ich nur einmal, bei dem Besuch in der Moschee, benötigt.

Vielen Dank an unsere beiden Guides Zafar und Kushlim, die uns begleiteten und alles für uns organisiert haben.

Diese Reise wirkt lange nach und verändert den Blick auf das eigene Leben.

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