Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Einmal Grönland und zurück

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Wir trafen uns in Kopenhagen, schlenderten noch ein bisschen durch Nyhavn und waren schon alle ein klein wenig aufgeregt. Einchecken dann am Samstagmorgen gleich bis Ilulissat und ich muss sagen, so mit dem Rucksack das machte schon Spaß und vor allem Sinn. Ich fühlte mich in meine Studententage zurückversetzt!

In Kangerlussuaq war unser Anschlussflug nach Ilulissat gestrichen und wir mussten auf den nächsten warten. Aber der Tag war ja vier Stunden länger, wir unternahmen in der Zeit einen ausgedehnten Spaziergang durch den Ort.

Dann ging es nach Ilulissat und dort direkt aufs Boot nach Ilimanaq. Eine knappe Stunde Fahrt im wunderbarsten Sonnenlicht durch unzählige Eisberge. In dem kleinen Ort erwartete uns eine höchst ansprechende Lodge, fünfzehn einzelne Hütten, so in der Art Finn-Hütte, sehr geschmackvoll nach nordischer Art eingerichtet und mit einer Glasfront zum Wasser. Es war der Hammer, dazu Eisberge in tiefblauem Wasser und die Sonne hoch am Himmel. Damit hatte keiner von uns gerechnet.

Dem 2-Gänge-Menü konnte fast Sterne-Qualität beschieden werden. Auch am nächsten Tag zum Lunch überraschte uns der Koch – und die Weinauswahl war auch nicht zu verachten. Nach einer Wanderung zu den umliegenden Gipfeln und der Aussicht aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Bucht, ging es am späten Abend via Boot zurück nach Ilulissat.

Im Hotel Arctic wurden wir erstmal kurz „geerdet“ – wir landeten in einer Art Bistro, die Speisekarte sehr übersichtlich und von der Getränkeauswahl rede ich lieber nicht… Aber – es war schon ziemlich spät und wir waren wirklich nur am falschen Ort, es gab nämlich noch ein Restaurant, welches in einschlägigen Reiseführern ob der Aussicht und des Essens sehr gelobt wird, was wir nur zu gern bestätigen!

Am nächsten Morgen stand eine Bootstour zum Eqi-Gletscher auf dem Plan. 8 Stunden auf dem Wasser zwischen den Eisbergen, nur wir vier plus Bootsführer und Bootsjunge! Diese Farben, Formen und Dimensionen lassen einen aus dem Staunen nicht rauskommen – unglaublich. Einzig der Champagner wurde vermisst – dafür gab es Whisky mit Gletschereis!

Einen Tag später ging es in gleicher Besetzung zur Walbeobachtung – erst natürlich wieder durchs Eis mit den spektakulären Formen, Größen und Farben, welche der eigenen Phantasie unendliche Möglichkeiten eröffneten – und dann haben wir sie gefunden… Nachdem wir schon in der Ilimanaq-Lodge am frühen Morgen vom Bett aus einen Wal in der Bucht hörten und sahen (später dann auch noch mehrfach auf der Wanderung), war man doch mit dem kleinen Boot wesentlich näher dran. Es war sehr ergreifend und emotional, diesen Tieren so relativ nah zu sein. Der Bootsführer war sehr vorsichtig und einfühlsam, er hat versucht die Wale zu begleiten, sie aber nie bedrängt.

An diesem Nachmittag sind wir dann zum ersten Mal dem Gletscher „ganz nah“ gekommen. Wir waren wandern und standen dann endlich am Eisfjord, dem eigentlichen Ziel der Reise, mit einem gigantischen Blick über die Eisberge und Eisschollen. Ein wirklich einzigartiger Moment für mich und für alle anderen!

Die nächsten Tage sind wir jeden Tag am Fjord gewesen und haben die diversen Routen erwandert, es ergaben sich stets neue traumhafte Aus-, Über- oder Einblicke – gleich blieben unser Erstaunen über die Größe/Dimension und unsere Begeisterung für diesen Ort. Und wisst Ihr, was ganz besonders war? Man hatte Zeit… Zeit einen Weg nochmal oder anders zu gehen, Zeit sich einfach einen schönen windgeschützten Platz auf oder zwischen den Felsen zu suchen, Zeit den Eisbergen beim Treiben auf dem Wasser zuzuschauen und deren Verlauf zu folgen… die dadurch erlangte innere Ruhe und Gelassenheit – unbeschreiblich schön und ganz tief. Mir fehlen wirklich die Worte…

Für den letzten Tag stand dann noch das Highlight auf dem Plan – der Hubschrauberrundflug mit Landung am Gletscher. Mir war das von Anfang an ein bisschen zu weit „hinten“ in der Planung, da es bei schlechtem Wetter keine Ausweichmöglichkeit mehr gab. Es kam, wie es kommen musste – dichter Nebel über dem Fjord und der Bucht und der Abflug um 2 Stunden verschoben. Also zurück in den Ort und noch ins Kunstmuseum.

Nach zwei Stunden nochmal von vorn. Am Flughafen erwartete uns der Pilot und versprach uns, den Flug zu starten … er müsste wegen des Wetters eine andere Route nehmen, aber am Gletscher sollte uns Sonnenschein erwarten. Und er behielt Recht!

Was soll ich sagen: traumhaft, gigantisch, beeindruckend, unvorstellbar… nur Superlative! Einmalig schön, eine Erinnerung, ein Erlebnis, eine Erfahrung, welche ich immer in mir tragen und wohl nie vergessen werde.

Die Rückreise nicht ohne Hindernisse, aber der uns bekannte rote Airbus von Air Greenland wartete geduldig fast 2 Stunden in Kangerlussuaq auf den kleinen roten Hüpfer aus Ilulisat, welcher aufgrund der Wetterlage statt 11:10 Uhr erst 13:30 Uhr abhob … noch einen Sonntag in Kopenhagen und am Montag saßen wir wieder am Schreibtisch.

Im Nachhinein bleibt festzustellen, dass die Zeit vor Ort echt sehr intensiv war und uns diese Woche viel länger vorkam. Dazu die Erkenntnis, dass es gar nicht so weit weg ist (eine Stunde bis Kopenhagen und von da reichlich vier Stunden nach Kangerlussuaq). Noch hält sich der Tourismus in bzw. nach Grönland in Grenzen, was hoffentlich noch lang so bleibt (vor Ort wird das sicher anders gesehen).

Ein großes und herzliches DANKESCHÖN an das DIAMIR-Team für die wirklich perfekte Organisation und Vorbereitung. Darin einschließen möchten wir auch ausdrücklich Ihre Partner vor Ort, welche mit Engagement, Herzlichkeit und viel Freude unsere Aktivitäten begleiteten.

Es waren ganz wundervolle Tage mit einzigartigen Erlebnissen, welche uns immer wieder zum Staunen brachten, außergewöhnlichen Unterkünften – wir wünschen dem Projekt Ilimanaq-Lodge viel Erfolg – sowie Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnissen, die wir nun in uns tragen und nicht vergessen werden. Sie erhielten durch die Mitternachtssonne noch zusätzlichen Glanz!

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