Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Eine Stunde mit den Gorillas – es gibt NICHTS Vergleichbares!

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An einem strahlend sonnigen Sonntagmittag geht die spannende Reise für mich gen Frankfurt und weiter über Addis Abeba nach Entebbe, Uganda. Unsere Reisegruppe findet sich zügig und unser Reiseleiter Robert erwartet uns ebenso strahlend, wie wir ihn :-). Das Gepäck ist schnell und fachmännisch verstaut, bevor es zunächst für eine Übernachtung ins Airport Guesthouse geht. Ein kleines familiär geführtes Hotel mit einem wunderschönen Garten. Die Zimmerpflanzen von daheim erlebe ich hier in Riesengroß mit unzähligen Blüten, die zu den ersten Fotoversuchen einladen.

Unser erstes Briefing mit Robert ist sehr umfangreich. Er erkundigt sich nach unseren Vorlieben, welche Tiere wir unbedingt sehen möchten und welche persönlichen Wünsche wir an die Reise und an ihn als Reiseleiter haben. Und schon sind wir mittendrin im Safarierlebnis.

Unser Weg führt uns ins Ziwa Rhino Sanctuary, wo wir auf eine eindrucksvolle Fußpirsch gehen, auf der Suche nach Nashörnern. Im Flüsterton sind wir unterwegs, bekommen spannende Informationen über die Tiere, die Population und den Nachwuchs. Auch ein Nashorn hat einen festgesetzten Ort, wo es sein „Geschäft“ erledigt, wie wir erfahren. Und dieser ist nahe der neu errichteten Rangerstation, wo die Wäsche gerade auf der Leine hängt, was ein urkomisches Bild abgibt.

Die Weiterfahrt zum Murchison Falls Nationalpark bietet zahlreiche Einblicke in das Leben der Menschen in Uganda, das Treiben auf den Märkten und es ist bezeichnend, dass man – egal wohin man schaut – immer in freundliche Gesichter blickt.

Angekommen in der Murchison River Lodge werden wir auf das Herzlichste willkommen geheißen, das Abendessen ist phänomenal, das Personal absolut liebenswert und unglaublich aufmerksam. Müde schlafe ich zu den Klängen der Zikaden, Nilpferdegrunzen und allerlei Vogelgesang ein.

Mit der ersten Fähre überqueren wir den Nil. Weshalb auf dem Fluss kleine Schaumflocken treiben, erfahren wir am Nachmittag. Zunächst geht es auf Morgenpirschfahrt und bereits nach kürzester Zeit werden Träume Wirklichkeit: 3 Leoparden, baumkletternde Löwen, Büffel, Elefanten, Rothschildgiraffen – besser kann ein Safaritag nicht beginnen!

Am Nachmittag geht es aufs Wasser, neue Perspektive auf eine fulminante Vogelwelt. Webervögel, die kunstvoll und umtriebig ihre Nester errichten, um der auserwählten Dame ein beschauliches Heim zu bieten. Das Weibchen zerstört es, wenn es nicht seinen Vorstellungen entspricht. Schreiseeadler warten als Pärchen auf den ufernahen Bäumen, Kingfisher sind emsig bei dem Fischen und Kormorane gesellen sich zu Marabus, Nilgänsen und Hammervögeln. Krokodile liegen flussaufwärts im kühlen Schatten und lassen uns einen Blick in ihren Schlund werfen. Wir kommen dem Murchison Fall sehr nahe, schon vom Wasser aus. Eine beeindruckende Ansicht. 7 Meter freier Fall, wo der breite, ruhige Nil durch einen Spalt von reichlichen 4 Metern zusammengepresst wird. Durch den Druck entstehen die eiweißangereicherten Schaumkronen, die wir noch weit flussabwärts gesehen haben und die den Nil so fruchtbar machen.

Der Fußmarsch entlang des Murchison Fall bietet uns spektakuläre Fotoaufnahmen und unterschiedliche Perspektiven auf den Wasserfall. Am Ende des Wanderwegs zeigen sich der Freedom Falls und der Murchison Fall kraftvoll und wunderschön.

Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Der Kibale Forest ist ein Refugium für unzählige Affen-, Vogel- und Pflanzenarten – ein zauberhafter Mischwald. Frohlockende Affenrufe dringen bereits im Morgengrauen zu uns. Es scheint fast, als erwarten uns die Schimpansen bereits.

Dass es in einem Wald immer zweimal regnet, ist bekannt, aber bei den Schimpansen gibt es noch einen möglichen dritten warmen Regen, wie uns unser großartiger und erfahrener Tracker Richard erklärt. In einer kleinen Gruppe von 8 Personen gehen wir den morgendlichen „Waldgesprächen“ der Schimpansen nach und treffen alsbald auf den Anführer des Clans. Ehrfürchtig kommen Männchen niederen Ranges und bekunden ihre Unterwürfigkeit durch das Lausen des „Chefs“. Derweil kreischen die Damen mit den Jungtieren in den Baumkronen. Sitten und Gebräuche in einem Clan werden uns eindrucksvoll von Richard erklärt und es ist ein Segen, die Tiere in Freiheit und in ihrem natürlichen Habitat zu sehen und zu erleben. Verabschiedet werden wir durch das Trommeln des Chefs auf den Bretterwurzeln – nun sollte allen im Wald klar sein, wer hier das Sagen hat. Eine Stunde bei den Schimpansen – phänomenal!

In den Bigodisümpfen wird es nicht minder eindrucksvoll. Ein Kleinod für Tier- und Pflanzenwelt eröffnet sich uns. Überwältigende Affenakrobatik lässt uns staunen, der märchenhaft anmutende Turako fliegt über unsere Köpfe und Schmetterlinge in allen Farben und Formen schmücken Blüten und Wiesen. Chamäleons faszinieren obendrein. Auch in die anliegende Kommune werfen wir unsere neugierigen Blicke und sammeln auf eigenen Wunsch Erfahrungen im Kaffeerösten und in der Bananenbierherstellung. Der anschließende Genuss des frisch gebrühten Kaffees und des Bananensaftes und -bieres darf selbstverständlich nicht fehlen. Unsere Geschmacksknospen blühen auf!

Nun bemerken wir zum ersten Mal leibhaftig, dass wir am Ende der Regenzeit unterwegs sind. Im Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth NP hat es gut geregnet. Mit Actioncam, geöffnetem Dach und geschlossenen Fenstern erleben wir ein fulminantes 4×4-Fahrerlebnis. Robert, unser Guide, überzeugt und das Fahrzeug ebenso. Daumen hoch! Auch baumkletternde Löwen sehen wir – großartig! Am Äquatordenkmal halten wir und stoßen auf unsere bisherige Reise, unsere Gesundheit und das Glück, hier sein zu dürfen, an. Wollen Sie ausprobieren, wie sich das Wasser auf beiden Seiten des Äquators dreht?

Über Serpentinenstraßen nähern wir uns dem undurchdringlichen Bwindi Bergregenwald. Es beginnt zu regnen und „Gorillas im Nebel“ bekommt ein nunmehr selbsterlebtes Bild. Voller Demut, Spannung, Vorfreude und mit großem Respekt betreten wir bei Ruhija den Bergregenwald. Der Weg ist eng und steil, das anschließende Gefälle ebenso. Ich bin sehr dankbar, dass mein Porter William mir stets zur Seite steht, mir zeigt, wo ich meine Füße bestenfalls platziere und dafür, dass er meinen Tagesrucksack trägt.

Damit das Gorillatracking ein Erfolg wird, sollte die Ausrüstung stimmen. Meines Erachtens nach macht sie gut 50% des Erfolges aus: Gut eingelaufene, möglichst wasserfeste Trekkingschuhe, Gamaschen, leichte Funktionsklamotten, Regenjacke und Handschuhe zahlen sich allemal aus!

Knapp 2 Stunden sind wir unterwegs, überqueren Hängebrücken, Wasserläufe und dann heißt es: In 2 Minuten treffen wir auf die Gorillafamilie. Mein Herz schlägt schneller, meine Gefühlswelt fährt Achterbahn, als ich den Silberrücken mit seinen gutmütigen, bernsteinfarbenen Augen so nah vor mir erblicke. Wenig entfernt eine Mutter mit ihrem Kind, die sich menschengleich und warmherzig um ihr Junges sorgt…

Zu 98,4% stimmt die DNS mit der unsrigen überein. Worte können nicht annähernd beschreiben, welche Glücksmomente ich abgewechselt von inneren Schauern erlebe. Ich bin gerührt und überladen mit Emotionen, mir ist zum Weinen, Lachen, Tanzen zumute – mein Herz ist erfüllt von Liebe, Stolz, Dankbarkeit und Glückseligkeit. Ich fühle mich verbunden. Ich kann Ihnen sagen: Eine Stunde mit den Gorillas in Uganda – es gibt NICHTS Vergleichbares!

Auf dem Rückweg überwiegt die emotionale Ergriffenheit über das Gesehene. Ich bleibe immer wieder stehen, schaue mich um und atme tief ein. Das ist einer dieser Momente im Leben, den man bis zum letzten Augenblick auskosten muss!

Statt träumen selbst erleben und halten Sie es wie Ray Bradbury: „Fahre in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum.“

Auf dem Weg nach Ruanda wechseln sich Hügel, Vulkane, Bambuswälder und Agrarflächen ab. Grüntöne in allen Nuancen präsentieren sich dem Betrachter. Die Grenzpassage verläuft zügig und reibungslos und so befahren wir das „Land der 1000 Hügel“.

Mein Blick richtet sich auf die Virunga Vulkankette mit dem imposanten Volcanos NP mit Farnen so groß wie zu Dinosaurierzeiten. Ein weiteres Paradies liegt vor mir!

Auf dem Weg nach Kigali stoppe ich beim Genozid-Museum, welches überwältigend eindrucksvoll die menschlichen Gräueltaten weltweit aufzeigt. Es ist mit seiner ungeschminkten Darstellung schockierend und mahnend. Gleichsam zeigt es auf, was Ruanda gelernt und geschaffen hat.

Eine Weltklasse-Reise ist zu Ende.

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