Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Algerien – Wüstentrekking

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Ein Jahr nach der DIAMIR-Pilotreise macht sich im Oktober 2018 wieder eine Gruppe mit ihrem Reiseleiter auf den Weg in die zentrale Sahara im Südosten Algeriens. Die elf Reisegäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben schon viel von der Welt gesehen und einige haben sogar intensivere Wüstenerfahrung, motorisiert, auf dem Kamel und zu Fuß. Nach einem 3 ½-stündigen Inlandsflug von Algier nach Djanet besuchen wir erst den kleinen Basar des Wüstenstädtchens und fahren noch am Nachmittag raus zu unserem ersten Camp. Off-Road geht es durch eine Szenerie, die an das berühmte Monument Valley in den USA erinnert. Die Tuareg-Fahrer der 6 Toyotas einschließlich Küchenfahrzeug haben offensichtlich Spaß, uns ihre Fähigkeiten zu beweisen. Mit Tempo und breit gefächert schwärmen sie aus, sobald die Felsmassive sich zu weiten Sandflächen öffnen. In der Dämmerung wird das Lager am Fuße einer Steilwand aufgebaut. Die Wurfzelte sind in Windeseile hingestellt und bald genießen wir das Abendessen im Schein des Vollmondes.

Wir erleben in den zwei Wochen unseres Trekkings eine Vielfalt an Landschaftsszenarien, die man sich kaum vorstellen kann, wenn man in diesem Teil der Sahara noch nicht gewandert ist. Felsmassive, Hunderte von Metern hoch, vom Wüstenwind in Jahrtausenden geschliffene Felsformationen, die mit einiger Fantasie Fabelwesen ähneln, Höhlen mit prähistorischen Zeichnungen, Gravuren und Fossilien, sich immer wieder verzweigende gewellte Sandflächen zwischen senkrechten Felswänden und Riesendünen in wechselnden Gelb- und Rottönen. Wir laufen durch Canyons, in welchen kleine, von Grundwasser gespeiste Seen gesäumt von Schilf und Tamarisken liegen. In den periodisch Wasser führenden Wadis wachsen Büsche und vereinzelte Akazienbäume.

Unserem Tuareg-Führer können wir absolut vertrauen. Er weist den Toyota-Fahrern und den Kameltreibern die Richtung durch das weglose Gelände und führt uns Wanderer durch Canyons, sich immer wieder verzweigende Täler, über Blockhalden und durch Dünengelände. Außerdem kennt er die Fundstätten prähistorischer Bilder und Gravuren, kann sie uns erläutern und nennt uns ihr Alter. Fünf Tage müssen wir komplett auf die Fahrzeuge verzichten und wandern nur mit den Reit- und Lastkamelen, die unser Hauptgepäck und abwechselnd jeweils drei von uns tragen. Die reinen Gehzeiten betragen an diesen Tagen fünf – sechs Stunden, mittags wird nach dem Essen bis zu zwei Stunden gerastet. Das Wetter ist in diesem Jahr überraschend abwechslungsreich. Es ist heißer als sonst in dieser Jahreszeit, nachts ist es manchmal so windig, dass die Zeltbahnen knattern, zweimal erleben wir Wetterleuchten in allen Richtungen, an zwei Abenden prasselt Regen aufs Zelt, und einmal kommt uns in der Nacht ein Gewitter sehr nahe. An denen milden Abenden genießen wir das leckere Essen und schauen hinüber zu unserer auf Matten um das Lagerfeuer gescharte Tuareg-Mannschaft, die sich im Sand Brot backt und immer erstaunlich viel zu bereden hat.

Zurück in Djanet verabschieden wir uns von den tüchtigen und sehr hilfsbereiten Tuareg und genießen dann die Duschen. Den feinen Wüstenstaub in Schuhen und Gepäck werden wir erst zu Hause wieder richtig los.

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