Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Durch Vietnam und Kambodscha – zwischen quirligen Städten und buddhistischer Kultur

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Hallo liebe Reisefreunde,

das rege Treiben in Hanoi kann ganz schön unwirklich sein, wenn man von einem entspannten Langstreckenflug mit dem Vietnam Airlines Dreamliner kommt und die Kultur Vietnams noch fremd ist. Ich gönnte mir also eine Pause und stürzte mich anschließend als frisch gebackene Millionärin – der Wechselkurs zum Vietnamesischen Dong ist verrückt – in den tüchtigen Alltag der Einheimischen.

Vietnam ist geschäftig, laut und voller Gerüche. In den Gassen sitzen die Leute beim Mittagessen auf kleinen Hockern der provisorisch eingerichteten Streetfood-Imbisse und Mopeds treiben wie Fischschwärme durch die Straßen mit scheinbar zwei wesentlichen Verkehrsregeln: 1. „Sei stets achtsam!!!“ und 2. „Wer hupt, hat Vorfahrt“.

Am nächsten Morgen ging die Reise dann richtig los mit einer gut gelaunten und bereits eingespielten Gruppe, die mir begeistert von den schönen Erlebnissen in Laos erzählte.

Nach einem eindrucksvollen Besuch bei Ho Chi Minh und einem Spaziergang durch die Anlage des Literaturtempels war es Zeit für Tee und Entschleunigung. Ein nicht vielversprechender Hauseingang führte uns zu dem wohl geruhsamsten Fleckchen der Großstadt, wo wir zu einer kleinen Teezeremonie eingeladen wurden.
Am Abend verzauberte uns die berühmte vietnamesische Kunst des Wasserpuppentheaters mit Musik und einem tollen Schauspiel.

Richtig die Seele baumeln lassen konnten wir beim Kajakfahren zwischen den sagenumwobenen Felsen der Halongbucht. An Bord der Bhaya Classic ließen wir es uns gut gehen und wurden hervorragend kulinarisch verköstigt. Mit dem Aufgang der Sonne begrüßten wir den Tag bei einer Thai-Chi-Stunde und besichtigten anschließend eine der beeindruckendsten Tropfsteinhöhlen der Halongbucht. Ich wollte gar nicht mehr fort aus dieser traumhaft schönen Landschaft…

Per Nachtzug oder Flug führte uns unsere Reise weiter nach Hue, wobei ersteres definitiv das abenteuerlichere Erlebnis war. Die Kaiserstadt begrüßte uns mit gleichnamigen Wetter. Auf den Spuren der alten Herrscher wandelten wir zwischen Bonsais und Räucherstäbchen durch die Gemäuer der verbotenen Stadt und besuchten außerdem die Grabstätte des Kaisers Tu Duc. Gleich in der Nähe befindet sich eine kleine private Manufaktur für Räucherstäbchen und die berühmten vietnamesischen Strohhüte, bei deren Mitarbeitern wir neugierig über die Schulter schauen durften.

Das Nachtleben in Hue ist ruhiger und westlicher als das in Hanoi. In der Kneipenmeile unweit vom Hotel findet man schnell das richtige Restaurant, um den Tag ausklingen zu lassen während Straßenmusiker für Stimmung und Ambiente sorgen. Wer es ruhiger mag, kann entlang des Parfümflusses spazieren.

Über den leider etwas diesigen Wolkenpass fuhren wir nach Da Nang und lernten mehr über die Geschichte der antiken Cham-Kultur. Später erreichten wir das charmante Städtchen Hoi An, in das ich mich sofort verliebte. Die vielen Lampions und niedlichen Lädchen machen die Straßen richtig hübsch und einladend. Nach einer kleinen Stadtführung ließen sich einige von uns in einer Schneiderei mit Seide einkleiden. Am nächsten Tag wurden wir in die Kochkünste Vietnams eingeweiht und durften nach einer aufschlussreichen Führung über den Markt unter Anleitung des Chefkochs Sommerrollen wickeln und eine köstliche Hühnersuppe zubereiten.

In der abendlichen Dunkelheit kamen die Lampions und Lichter der Stadt noch mehr zur Wirkung und Dank eines Regenschauers spiegelte sich alles auch noch in den Pfützen – es war traumhaft! Wir verbrachten den Abend (nach einer weiteren Regenhusche) in einem Restaurant mit Blick auf den Fluss. Mein Tipp: Thunfisch Steak im „Cargo Club“ Restaurant!

Per Flugzeug ging es weiter nach Saigon, wie es von der Bevölkerung noch gern genannt wird. In Ho Chi Minh City wurde uns die Geschichte Vietnams beim Besuch des Kriegsopfermuseums nähergebracht. Ein ewiger Kampf um die Unabhängigkeit zieht sich durch die schwierige Vergangenheit des Landes, doch in den Gemütern der Menschen findet man davon kaum noch eine Spur. Der Buddhismus prägt die Mentalität: die Vietnamesen leben im Hier und Jetzt und blicken nur wenig zurück.

Nach einem Besuch bei unserer Partneragentur ließ ich mich per Moped-Taxi zurück zum Hotel bringen. Der Fahrer hatte sofort mein tiefstes Vertrauen, schließlich ist der chaotische Verkehr hier ganz normal. Saigon hat etwa zehn Millionen Einwohner mit rund 7,5 Millionen Mopeds. Verrückte Verkehrssituationen sind hier vorbestimmt und wenn gar nichts mehr geht, fährt man halt schnell mal über den Fußweg. Ungefähr so erlebte ich es überall in den Städten Nord- und Mittelvietnams. Man gewöhnt sich schnell daran.

Wir verabschiedeten uns vorerst vom Stadttrubel und fuhren von Saigon in Richtung Mekongdelta. Dort angekommen unternahmen wir erst einmal eine Bootsfahrt mit anschließender herrlicher Fahrradtour durch eine Siedlung entlang eines Flussarmes. Das Mittagessen in einem sehr urigen, familiengeführten Restaurant direkt am Fluss war fantastisch! Im Wickeln von Sommerrollen waren wir bereits geübt und der frisch gefangene Fisch schmeckte toll.

Die Menschen im Mekongdelta und dessen Umgebung leben hauptsächlich vom Reis- und Obstanbau. Über 40 Sorten Obst gibt es hier, darunter Papaya, Drachenfrucht, Passionsfrucht, eine Art Litschi, Melone und vieles mehr. Zur Erfrischung gab es nach dem Fahrradausflug eine Kokosnuss. Das Kokoswasser löscht jeden Durst und schmeckt toll.

In Can Tho angekommen hatten wir Freizeit für eigene Unternehmungen und so ging ich mit einigen Mitreisenden zum Ufer des Mekong und schlenderte über einen kleinen Markt.

Am nächsten Morgen machten wir uns sehr zeitig auf den Weg, denn auf dem schwimmenden Markt beginnt bereits vor Sonnenaufgang das rege Geschäft. Verpassen sollte man das auf keinen Fall.

Wir erreichten am Nachmittag Chau Doc, einen kleinen Ort am Pilgerberg Sam, auf den wir im Anschluss unserer Ankunft hochspazierten. Der Ausblick auf die weite Landschaft Südvietnams mit seinen endlos vielen Reisfeldern ist den teils steilen Aufstieg wert.

Im diesigen Morgengrauen verließen wir den Pilgerberg Sam und betraten ein Schnellboot, welches uns bis nach Kambodscha bringen sollte. Kurze Stopps am Grenzposten Vietnams und der Visastelle für Kambodscha lockerten die 5-stündige Fahrt gut auf. Phnom Penh kündigte sich zeitig an mit modernen Wolkenkratzern, die imposant am Horizont herausragten.

Endlich angekommen wurden wir herzlich begrüßt. Hier fällt einem sofort auf, dass diese Stadt im Wandel ist. Zwischen schnell hochgezogenen Hochhäusern finden sich die Tradition und Religion wieder. Wobei nichts davon vernachlässigt wird. Die Stadt mit ihren momentan ca. 1,3 Millionen Einwohnern wächst und gedeiht.
Unzählige Investoren finanzieren den Aufbau der Stadt und der Andrang, vor allem aus den ländlichen Gebieten, ist groß. Man erhofft sich Wohlstand und ein modernes Leben. Mit dem Königspalast, der tiefgreifenden Geschichte und der tollen Lage in Mitten des Landes mit Anbindung zum Ozean (zumindest für kleine Schiffe) hat die Stadt jedenfalls ausreichend Potenzial. Ich bin gespannt wie Phnom Peng in zehn Jahren aussehen wird und würde gern wieder dorthin reisen.

Die Geschichte Kambodschas ist ebenso schrecklich und prägend wie die Vietnams. Unter dem Wahnsinn Pol Pots wurde die gebildete Bevölkerungsschicht Kambodschas nahezu ausgelöscht. Im damaligen Konzentrationscamp und den Killing Fields erhielten wir Einblicke in die grauenhaften Vorgehensweisen dieser Zeit. Eine Rikscha-Fahrt lockerte den Tag wieder auf.

Per Flugzeug ging es weiter nach Siem Reap, wo das letzte große Thema unserer Reise im Dschungel verborgen liegt – Angkor. Gleich nach Ankunft besichtigten wir die ersten Tempelanlagen des rund 164 Hektar großen Angkor Gebietes.

Als erstes besuchten wir den Tempel Ta Prohm, auch Dschungeltempel genannt, der seit mehreren Jahrhunderten von Würgefeigen eingenommen wird, deren Wurzeln immer weiter ins Mauerwerk eindringen, welches zu allem Überfluss teilweise auch noch aus weichem Sandstein besteht.

Wir besuchten die alte Königsstadt Angkor Thom mit ihren kilometerlangen Mauern und beeindruckenden Steintoren. Der Bayon-Tempel, in der Mitte der riesigen Anlage, war eines meiner Highlights. Er ist verwinkelt, voller toller Details und die massiven Köpfe von König Jayarvaman VII sind einfach beeindruckend! Mit etwas Geschick kann man auch ein pfiffiges Nase-an-Nase Foto mit nach Hause nehmen.

Die wohl berühmteste Tempelanlage, das UNESCO-Weltkulturerbe, Angkor Wat, ist ein unvergleichliches Wunder der antiken Kultur und stellte die Tempelanlagen der vergangenen Tage fast schon in den Schatten. Ein 50 Meter langes Wandrelief erzählt die Legende von der tobenden Schlacht um Lanka und nach einem steilen Treppenaufstieg wird man belohnt mit einer fantastischen Aussicht und weiteren eindrucksvollen Tempelbereichen.

Unser Heimflug und das Ende unserer Reise rückten langsam immer näher. Einen gelungenen Abschluss unserer Reise durch Indochina bildeten die Bootsfahrt durch das Stelzendorf Kampong Phluk zum größten See Südostasiens – dem Tonlé-Sap-See. Kaum vorstellbar, wie dieser Ort in der Regenzeit aussehen mag, wenn der See auf das Fünffache seiner Größe wächst und die umliegenden Mangrovenwälder überschwemmt. Der Sonnenuntergang auf dem See rundete unsere Reise durch (Laos,) Vietnam und Kambodscha perfekt ab.

Besonders gefielen mir auf dieser Reise die Besuche von kleinen, zum Teil nachhaltigen Projekten, die wir mit im Programm haben. So besuchten wir beispielsweise in Hanoi eines der „Koto“-Restaurants, eine Initiative, die benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildung in der Gastronomie ermöglicht mit unzähligen, anschließenden Jobmöglichkeiten weltweit, ganz davon abgesehen, dass das Essen köstlich war! Ebenso begeistert war ich vom Zirkus Phare in Phnom Penh, einem Zweig der „Ponleu Selpak“-Schule, die bisher über 1000 Schülern kostenfrei eine allgemeine Schulausbildung mit zusätzlichem Hauptaugenmerk auf Kunst, Musik und Akrobatik bietet.

Auch erwähnenswert sind die tollen Guides, unter deren Leitung wir die reiche Kultur und tiefgreifende Geschichte Indochinas näher kennenlernen konnten. Den ein oder anderen hatten wir sehr ins Herz geschlossen. An dieser Stelle liebe Grüße und alles Gute!

Herzliche Grüße gehen auch an die liebenswerten Reiseteilnehmer meiner Gruppe. Es war mir eine Freude, eine so harmonische Gruppe begleiten zu dürfen. Auch Euch wünsche ich alles Gute und weiterhin eine gesunde Reiselust!

Sollten Sie mit dieser Reise liebäugeln, steht Ihnen unser Spezialist, Herr André Ulbrich (Tel.: +49 351 31207 371) gern zur Beratung zur Verfügung. Möchten Sie besondere Einzelheiten wissen, bin ich auch gern für Sie da (Tel.: +351 31207 346).

Mit Fernweh im Blut, Anne-Maria Friedrich

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