Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Iran – Weltmeister der Gastfreundschaft

Teilen

16-tägige Kulturrundreise vom 09.10. – 24.10.2015

Meine durchaus hohen Erwartungen an die Reise „Märchenhaftes Persien“ haben sich in fast jeder Hinsicht erfüllt und wurden mehrfach übertroffen. Die Reise in kleiner Gruppe von 12 Personen war sehr ausgewogen, niemals gab es Hektik oder Zeitnot. Die Veranstalter vor Ort mussten wegen kurzfristiger personeller Ausfälle improvisieren und schafften dies mit Charme, Freundlichkeit und großer Hilfsbereitschaft.

Spezielle Kulturreiseveranstalter hätten vielleicht noch mehr oder tiefgründigere Informationen zu einzelnen Objekten geliefert, doch mir gefiel gerade die Mischung aus Besichtigungen und individueller Freizeit. Sie ermöglichte noch persönlichere Eindrücke und Kontakte zu Iranerinnen und Iranern.

Ich war erstaunt über die Sauberkeit, Ruhe und Ordnung in den Basaren und dass wir als Anders- oder Ungläubige alle Moscheen, Mausoleen und Schreine auch innen besuchen durften.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus 2500 Jahren persischer Kultur, wie Paläste, Moscheen, Brücken, antike Ruinen und Gärten, sahen wir oft zur günstigsten Tageszeit. Die Temperaturen im Oktober in extrem trockener Luft waren sehr angenehm, das Essen stets schmackhaft und gut bekömmlich, die Hotels gut ausgewählt, sauber und mit uns vertrauten Toiletten. Man fühlte sich stets absolut sicher.

Am meisten beeindruckten mich die Gastfreundschaft und Toleranz der Iraner uns gegenüber. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich ehrlich freuen, uns als Gäste begrüßen zu können, ein paar Worte zu wechseln, gemeinsame Fotos zu machen und dies, ohne in irgendeiner materiellen Weise davon profitieren zu wollen. Sie wirkten total unaufdringlich und machten einen entspannten Eindruck.

Trotz vieler Reglementierungen durch die islamische Regierung und jahrelanger internationaler Wirtschaftssanktionen überraschte mich das aufgeschlossene Wesen der Iraner, ihr relativ hoher Lebensstandard und ein hohes Bildungsniveau. Es gibt genügend Nahrungsmittel zu bezahlbaren Preisen. So sahen wir niemand hungern oder in verwahrloster Kleidung.

Frauen wirkten auf mich selbstbewusst und keinesfalls in sich gekehrt, eingeschüchtert oder traurig. Ich sah im Iran nur eine einzige Frau in einer Burka – Verhüllung, die nur einen Augenschlitz frei lässt. Benachteiligungen für Frauen in Kultur (Film, Fernsehen, Theater), in Politik, Wirtschaft und in der Freizeit (Sport, Baden, Kleidung) werden sich sicherlich nur allmählich verringern lassen, da neben Anordnungen auch tief in der Gesellschaft, besonders in der älteren Generation, verwurzelte Traditionen überwunden werden müssen. Wir hörten darüber hinaus, dass innerhalb der Familien meist die Frau die Entscheidungen über Ausgestaltung der Wohnung und die Erziehung der Kinder trifft und sich inzwischen selbst den Ehepartner aussucht.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich im Iran Herzlich Willkommen geheißen wurde, die schönen Eindrücke noch lange nachwirken. Dafür danke ich herzlich unseren einfühlsamen Betreuern vor Ort, Mahsa und Mohammad, und für die perfekte Begleitung Frau Hauf in Dresden.

Passende Reisen von DIAMIR