Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Tansania – Lodgesafari und Sansibar

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Mein Reiseabenteuer Tansania beginnt am kleinen internationalen Flughafen Kilimanjaro, wo unser Grüppchen von fröhlichen Menschen mit lachenden Gesichtern empfangen wird. Entschleunigung ist angesagt, „Hakuna Matata“ – kein Problem, ist der Lieblingsspruch der Einheimischen. In Tansania gehen die Uhren langsamer und das ist gut so. Unser Tourguide erwartet uns bereits. „Karibu, herzlich willkommen“ begrüßt er uns mit einem breiten Grinsen. Auf der Fahrt zu unserer ersten Unterkunft fallen mir die farbenfrohen Kleider und Kopfbedeckungen der Frauen auf. So fröhlich und vielfältig wie die Einheimischen selbst ist auch ihre Kleidung, geht es mir durch den Kopf. Angekommen in der African View Lodge, die etwas außerhalb von Arusha in einem wunderschönen, großen Garten liegt, fällt die Anspannung der letzten Tage von mir ab. Der Mount Meru ist zum Greifen nah, versteckt seine Spitze aber in den Wolken. Unsere Vorfreude auf Ostafrika kann das nicht trüben. Beim leckeren Abendessen und einem Kilimanjaro-Bier lassen wir den Tag am knisternden Kamin und mit afrikanischer Musik im Ohr ausklingen. Später lasse ich mich in meinem Bungalow in die Kissen auf meinem Bett sinken und werde vom sanften Prasseln des Regens in den Schlaf geleitet.

Nach einem guten Frühstück fahren wir in den Arusha-Nationalpark. Bereits kurz hinter dem Eingang beginnen die Kameras zu klicken. Elegant stolzieren Giraffen vorbei, Paviane und Colobus-Affen springen von Ast zu Ast und Wasserbüffel grasen gemütlich auf grünen Wiesen. Der Momellasee ist Heimat für unzählige Flamingos, die von weitem wie ein großer, rosafarbener Teppich aussehen. Um uns herum ist es ganz ruhig und die Zeit scheint für eine Weile still zu stehen.

Am nächsten Tag geht es früh los und wir verstauen unser Gepäck im Safarifahrzeug. Vorbei an der pulsierenden Stadt Arusha, bunten Märkten und wunderschönen grünen Landschaften fahren wir in den Tarangire-Nationalpark. Der Himmel reißt auf, die Sonne scheint und wir haben das Gefühl in „dem Afrika“ angekommen zu sein, das wir aus Büchern und Filmen kennen. Die nächsten Stunden verbringen wir mit farbenfrohen Vögeln, Impalas und einer Elefantenherde auf du und du. Wir sind voller Adrenalin und überglücklich über den erfolgreichen Safaritag, als wir im Maramboi Tented Camp von den Terrassen unserer Zelte aus in den Sonnenuntergang schauen.

Dann sind wir gespannt auf eines der viel beschriebenen Wunder unserer Erde, die Serengeti. Unser Weg führt uns zunächst über den Rand des Ngorongoro-Kraters hinweg. Wir stoppen und blicken hinunter. Uns stockt der Atem und wir werden demütig angesichts dieser grandiosen Naturkulisse. Auf der Weiterfahrt lassen wir kleine Massaidörfer, bunte Blütenteppiche zwischen sanft aufsteigenden Hügeln und Zebraherden an uns vorbeiziehen. Eine „afrikanische Rückenmassage“, wie unser Guide sie scherzhaft nennt, bekommen wir im Auto dank der teils abenteuerlichen Straßenverhältnisse gratis dazu. Kurz nachdem wir das Tor zum Serengeti-Nationalpark passieren, treffen wir auf eine Löwenfamilie, die gerade ihre Beute verspeist. Ein Stückchen weiter hockt ein Baumlöwe auf einem Ast, dann versperrt uns eine Herde Paviane den Weg. In unserem Zeltcamp sitzen wir am Abend unterm Sternenhimmel und lassen unsere Gedanken schweifen.

Morgens öffnen wir das Dach unseres Autos und haben den Finger startbereit am Auslöser der Kamera. Giraffen frühstücken grüne Blätter, Meerkatzen jagen sich und eine Schildkröte überquert vor uns die Straße. Ich denke nur „Hakuna Matata“, kein Problem, wir haben es nicht eilig.

Das nächste Highlight ist der Ngorongoro-Krater. Man kann dieses Naturwunder nicht mit Worten beschreiben, man muss es mit eigenen Augen sehen. Hier tummeln sich unendlich viele Tierarten nebeneinander. Zebras, Gnus, Büffel, Antilopen, Nashörner und viele, viele mehr stillen ihren Hunger auf den Wiesen und ihren Durst an den Wasserlöchern. So muss es auf der Erde ausgesehen haben, bevor es die Menschen gab. Wir können uns nicht sattsehen an dem Zusammenspiel von Himmel, Erde, Wasser, Flora und Fauna.

Den Abschluss unserer Safari bildet der Besuch des Lake-Manyara-Nationalparks. Unser Guide manövriert das Auto souverän durch mannshohes Schilf und riesengroße tiefe Pfützen. Wir bewundern derweil die imposanten Flusspferde und die vielen Wasservögel. Mittags genießen wir die wunderschöne Aussicht auf den See beim Picknick. Zurück in Arusha zeigt sich uns sogar noch der sagenumwobene Kilimanjaro im schmeichelnden Abendlicht von seiner besten Seite.

Auf der Gewürzinsel Sansibar erwartet uns am Reiseende ein schönes Kontrastprogramm zu den Tagen zuvor. Palmengesäumte, weiße Sandstrände, das Blau des Indischen Ozeans und Entspannung für Körper und Seele.

Wie stand es doch so schön an der Wand in unserer ersten Lodge „If you can visit only two continents in your life, visit Africa – twice! (R. Elliot)”. Ein sehr weiser Spruch, ich werde auf jeden Fall wiederkommen.

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