Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Brasiliens faszinierende und atemberaubende Gegensätze

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Im August 2017 hatte ich die großartige Möglichkeit eine unserer Bestseller Reisen, die Höhepunkte Brasiliens zu begleiten.

Die Koffer waren schnell gepackt und per Lufthansa Direktflug ging es von Frankfurt nach Rio de Janeiro. In der Weltmetropole Rio de Janeiro angekommen, empfing uns unser deutscher Guide. Zum Glück, mein portugiesisch reicht gerade einmal für olá, por favor und obrigado.

Eins vorweg: es wartet ein ausführlicher Reisebericht auf Sie. Nehmen Sie sich die Zeit und vielleicht eine Tasse Tee und kommen Sie mit mir…

RIO DE JANEIRO

Ausgangspunkt in Rio ist das Hotel Atlantis Copacabana, mit perfekter Lage zwischen den zwei traumhaften Hauptstränden Rio de Janeiros: Copacabana und Ipanema, beide in ca. 5 min Fußweg zu erreichen. An der Promenade fallen die schwarz-weiß gemusterten Wege auf, welche die Bewegung der Wellen darstellen und die Seele von Rio sind. Im August sind die Strände nicht so zahlreich von Strandschönheiten und stählernen Bodys gesäumt, eher von Surfen in Neoprenanzügen, da in Rio Winter und die Regenzeit ist.

Zunächst stand eine Tour in die Favelas auf dem Plan. Unser Guide Santiago war für all unsere Fragen offen. Wir besuchten die Notgemeinden (=Favelas) Rocinha und Vila Canoas. In der letzteren wurde auch der erste Caipirinha probiert. Santiago zeigte uns einige versteckte und zugleich atemberaubende Ausblicke auf die Stadt. Die Einnahmen der Favela Tour, kommen zu Teilen einem sozialen Projekt einer Kindertageseinrichtung zu Gute, von haben wir uns selbst überzeugen konnten.

Am nächsten Tag warteten Rios Highlights auf uns. Zunächst ging es mit der Zahnradbahn auf den Corcovado und weiter auf die Bergspitze zur Christusstaue. Eine grandiose Aussicht erwartet uns und wir genießen den Ausblick für ca. 1 Std. aus jedem Winkel bis es mit der nächsten Bahn zurück und weiter zum berühmten Zuckerhut geht. In zwei Etappen fährt eine Seilbahn, die max. 65 Passagiere pro Fahrt befördert, den Berg hinauf. Auch hier erwartet uns ein Postkartenpanorama. Auf der anschließenden Stadtrundfahrt besichtigen wir die Catedral Metropolitana de São Sebastio, die dank ihrer ungewöhnlichen Bauweise an die Pyramiden der Maya erinnern soll. Komplett aus Beton bietet Sie eine atemberaubende Akustik im Inneren der Kathedrale. Eine weitere Touristenattraktion ist die wohl berühmteste Treppe der Welt- die Escaderia de Selarón. Hunderte bunter Kacheln aus 60 Ländern verziehen die Treppe. Man muss es gesehen haben und auf jeden Fall einmal komplett die 215 Stufen nach oben gehen. …und natürlich wieder runter.

Zu Rio gehört auf jeden Fall der Karneval. Die Hochsaison dafür ist der Februar. In dieser Zeit herrscht Ausnahmezustand, wenn unzählige Sambatänzer auf bunt geschmückten Paradewagen zu heißen Sambarhythmen tanzen. Wir besuchen das Sambodromo und haben somit zumindest eine Vorstellung davon, wie es auf dieser Parade, die auf einem einzigen Straßenabschnitt gefeiert wird, zugeht. Wir verabschieden und vom trüben Wetter und Rio de Janeiro.

FOZ DO IGUAÇU

Via Sao Paulo fliegen wir nach Foz do Iguazu. Wir werden mit strahlendem Sonnenschein und nahezu heißen Temperaturen von unserem Guide Louis empfangen. Vom Flughafen geht es gleich zu den Wasserfällen, ein gigantisches Naturwunder. Bei einer kleinen Wanderung erleben wir die Wasserfälle auf der brasilianischen Seite. Allein die erste Begegnung und Sicht auf die Wasserfälle lässt nur erahnen, was uns heute und den kommenden Tag erwarten wird. Ich bin so beeindruckt und kann es kaum fassen. Selbst Worte können diese beeindruckende Schönheit nicht beschreiben.

Der zweite Tag in Iguazu versprach noch imposanter zu werden. Mit dem argentinischen Stempel in der Tasche geht es in den Nationalpark. Ein Bummelzug, der bis zu 300 Passagiere fasst, fährt zu zwei Haltestellen. Von dort führen Wege ganz nah zu den tosenden Wasserfällen. Die Regenjacke im Gepäck. Je nach Regenzeit können es 150 – 270 Wasserfälle sein. Da wir in der Regenzeit dort sind, ich habe sie nicht gezählt, aber ich bin mir sicher, alle 270 gesehen zu haben. Von hieraus haben Sie auch die Möglichkeit die Fälle per Boot zu erkunden und mit 100%-tiger Sicherheit nass zu werden. Sie mögen es noch spektakulärer? Wie wäre es mit einem Helikopterflug über die beeindruckenden Wasserfälle.

Mein Tipp: packen Sie unbedingt Regenkleidung oder ein Poncho ein, da Sie zum Teil ganz nah an die Wasserfälle, die sogar Namen tragen, herankommen und durch die Gischt nass werden.

AMAZONAS

Mit dem Amazonas wartet ein weiteres Abenteuer. Nach ca. 7 Flugstunden und einem Zwischenstopp in Brasilia landen wir in Manaus, dem Tor zum Amazonas. Manaus ist keine verschlafene Kleinstadt, wie uns unser örtlicher Reiseleiter Garcio zeigt. Ein imposantes Opernhaus, eine riesige Markthalle am Hafen, wo sich ein Besuch definitiv lohnt. Probieren Sie am Obststand unbedingt eine frische Kokosnuss, was bei den tropischen Temperaturen eine herrliche Abkühlung ist. Um den Hauptplatz herum verwandelt sich die Amazonas-Metropole am Abend in ein quirliges Städtchen.

Am Morgen starten wir unser Amazonas-Abenteuer. Nach einer kurzen Busfahrt geht es mit einem Schnellboot auf dem Rio Negro (Schwarzwasser) und dem Rio Solimões (Weißwasser) weiter. Auf einer weiteren abenteuerlichen Busfahrt, auf der die letzten 17 km über eine Sandpiste führen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt. Der Fahrtwind durch die offenen Fenster ist unsere natürliche Klimaanlage. Die letzten Kilometer geht es wieder per Boot zur Lodge. Diese Bootsfahrt bleibt in Erinnerung, im Amazonas angekommen genießen wir die Fahrt durch die Schönheit, der Fauna und Flora auf dem Amazonas.

Um mehr über das Ökosystem Amazonasregenwald zu erfahren, stehen in den kommenden Tagen verschiedene Fahrten und Wanderungen durch die vielen Urwaldkanäle per Boot auf unserem Programm, wo wir Piranhas angeln, Vögel, Kaimane und Flussdelfine sehen und den Sonnenaufgang beobachten. Bei einer Nachttour zeigt uns unser Guide Garcio, wir sehr er mit der Natur und den Tieren hier verbunden ist. Bei einer schweißtreibenden Dschungelwanderung bekommen wir Einblicke in die unterschiedliche und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt des Amazonas und wie man hier überleben kann. Die lokale Indio-Gemeinde lässt uns teilhaben an ihrem Farmleben im Amazonasgebiet und zeigt uns, wie Maniok angepflanzt und verarbeitet wird. Gestärkt werden wir hervorragend und sehr wohlschmeckend durch das besonders herzliche Personal der Turtle Lodge mit Vollverpflegung. So, wie wir auf spektakuläre Weise in den Amazonas gekommen sind, geht es wieder zurück in die Zivilisation. Wir genießen den letzten Abend in Manaus und verabschieden den Amazonas gemeinsam mit fangfrischem Fisch und stoßen auf eine erlebnisreiche Reise an. Die Wege der Gruppe trennen sich nun. Alle Reiseteilnehmer starten in Ihren wohlverdienten Badeanschluss nach Imbassai. Auf mich wartet noch ein weiteres Highlight – das Pantanal, ein scheinbar unendliches Sumpfgebiet.

PANTANAL

Nach etwa 4 Flugstunden erreiche ich Cuiabá. Dort werde ich herzlich von Ari, meinem Guide, in Empfang genommen. Das Pantanal ist je nach Jahreszeit, ein Trocken- oder Schwemmland. Im August herrscht Trockenzeit, die Kaimane ziehen sich in die verbliebenen Wasserlöcher zurück und lauern auf Beute, Gebiete die normalerweise überschwemmt oder nur kniehoch mit Gummistiefeln erreichbar sind, können in der Trockenzeit trockenen Fußes erreichbar sein. Großer Vorteil der Trockenzeit (Mai-Oktober): sie ist ideal für Tierbeobachtungen. UND: ein Paradies für Jaguar Beobachtungen. Aber dazu später mehr.

Von Cuiaba sind es gut 2 Stunden Fahrzeit bis zum Anfang der Transpantaneira, dem Tor zum Pantanal. Die Transpantaneira ist eine 145 km lange aufgeschüttete Sandpiste mit ca. 130 Holzbrücken, die nun immer mehr durch Betonbrücken ersetzt werden. Entlang der Sandpiste reihen sich unzählige Wasserlöcher, wo sich mir ein Artenreichtum in freier Wildbahn bot, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Kaimane über Kaimane, soweit das Auge reicht. Der Jaribu, Wappentier des Pantanals, Reiher, Greifvögel u.v.m. Ich versuche hier und da einen Schnappschuss zu erhaschen, zum Glück ist mein Guide geduldig mit mir. Nach einem herzlichen Empfang in der Pousada, einem gekühlten Getränk ging es am Nachmittag mit dem Pferd durch die einmalige, faszinierende Landschaft.
Die Pousada hat eine eigene Wasserstelle, wo sich Wasserschwein tummeln, Kaimane auf der Lauer liegen und verschiedene Wasservögel zu beobachten sind. Zwei Aussichtstürme bieten zudem die Möglichkeit, die Persepktive zu wechseln. Von hier aus bietet sich ein einmaliger Ausblick über das Areal, dass ich während verschiedener Wanderungen genießen durfte. Als weiteres Highlight stand ein 45 min. Rundflug über das Sumpfgebiet auf dem Programm. Jiri, der Pilot des kleinen Propellerflugzeugs, überflog in einem abenteuerlichen Flug nur einen Bruchteil des riesigen Pantanals, was eine Fläche von insgesamt 230.000 m² umfasst. Die Schönheit zeigte sich von wechselnden Feuchtbiotopen bis hin zu trockenen, steppenartigen Gebieten mit riesigen Termitenhügeln.
Doch ich bin auch gekommen, um einen Jaguar zu sehen. Bereits 4 Uhr am Morgen ging es los. Etwa 3 Stunden dauert die Fahrt nach Porto Jofre, dem Endpunkt der Transpantaneira und dem Tor zum Jaguar-Land. Nach einem kleinen Frühstück, geht es mit dem Boot für 6 bis 8 Stunden durch das Flusslabyrinth der unzähligen Flussarme des Rio Cuiaba. Ein anstrengender Tag ging erlebnisreich mit einer Riesenotterfamilie, Wasserschweinen, einem Wasserbüffel, Fledermäusen, unzähligen Kaimanen, einer einmaligen Vogelwelt sowie Fauna und Flora und 3 gesichteten Jaguaren zu Ende. Am letzten Abend hatte ich noch das Glück, auf dem Gelände der Pousada, einen Tapir aus nächster Nähe zu sehen. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Aber manchmal muss man seine Erlennisse nicht in Bildern festhalten, sondern sie einfach nur für den Moment genießen und sie werden einen ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Nun heißt es auch für mich Abschied zu nehmen vom einzigartigen Pantanal und einem so großen, beeindruckenden, vielfältigen und faszinierendem Land wie es nur Brasilien sein kann.

Und so bleibt mir nur zusagen: Obrigado até breve,

Ihre Katja Volmer

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