Reisebericht
Ugandas Berggorillas und Schimpansen
Für uns begann die Anreise nach Uganda einen Tag früher als für den Rest der Gruppe, da wir noch einen Ausflug in die Mabamba Sümpfe am Viktoriasee machen wollten. Mit einem kleinen Boot ging es durch die kleinen Schneisen der Sümpfe vorbei an zahlreichen Vogelarten. Wir konnten sogar zwei Schuhschnabel-Vögel aus nächster Nähe entdecken! Für Vogelliebhaber ist dieser Ausflug ein absolutes Muss, da man hier verschiedenste Arten zu sehen bekommt. Im Anschluss ging es noch auf einen sehr traditionellen Markt in Entebbe, wo wir die ersten Kontakte zu Einheimischen hatten. Am nächsten Morgen ging es bereits los zur Ziwa Rhino Sanctuary. Dort leben in einem riesigen Gebiet über 40 Nashörner. Mit einem Wildtierhüter ging es zu Fuß auf die Pirsch. Im Normalfall sieht man dort immer Nashörner. Wir hatten das Glück neun Stück mit zwei Jungtieren aus nächster Nähe (Abstand ca. 5 m) beim Baden zu beobachten! Nach diesem Highlight lag noch eine längere Autofahrt zum Murchison Falls Nationalpark vor uns. Dort machten wir zum Sonnenuntergang halt an den Murchison Falls. Man kann hier sehr nahe an die Wasserfälle herantreten. Die Wassermassen, welche die Fälle hinabrasen, sind dabei unvorstellbar. Zum Einbruch der Dunkelheit trafen wir in unserem wunderschönen Camp ein, welches am Nil gelegen war. Der nächste Tag begann früh, denn es ging auf Pirschfahrt. Wir starteten in den Sonnenaufgang, der die wunderschöne Steppenlandschaft mit ihren zahlreichen Palmen beleuchtete. Wir trafen zahlreiche Warzenschweine, große Elefantenherden, verschiedenste Antilopen- und Adlerarten, Rotschildgiraffenherden und ein Löwenrudel. Am Nil machten wir vor der atemberaubenden Landschaft mit den Warzenschweinen eine Mittagspause. Am Nachmittag ging es auf eine Bootssafari auf dem Nil. Diese endete an den Wasserfällen. Man kommt hier den Tieren nicht ganz so nah, wie auf den Autosafaris, da diese meist nicht direkt am Ufer stehen. Trotzdem konnten wir Hippos beim Baden und Krokodile relativ nah erblicken. Am Abend gingen wir noch in ein Dorf – die freundlichen Kinder waren hier ein besonders schönes Erlebnis. Am nächsten Morgen ging es weiter zu einer Familie, um das Leben auf dem Dorf in Uganda kennen zu lernen. Uns wurden die allgemeinen Abläufe erklärt, die Landwirtschaft (Subsistenzwirtschaft) gezeigt und wir durften auch einen Blick in die Häuser werfen. Vorbei am Albertsee ging es durch die Teeplantagen in Richtung Kigali Forest. Hier hatten wir die Gelegenheit auch Tee in einer Fabrik zu kaufen. Die Unterkunft in Kigali Forest ist direkt im Wald gelegen. Es gab dort sogar einen kleinen Haus-Trail, den man in einer Pause mal eben wandern konnte. Von dem Gebrüll der Affen geweckt, ging es zum Schimpansentrekking. Nach einem kurzen Briefing ging es mit unserer Sechsergruppe los. Die Ranger gingen bereits vor dem Trekking in den Wald und hielten nach den Schimpansen Ausschau. Wir wanderten ca. 20 Minuten und dann hörten wir das erste Gebrüll. Danach ging es ganz schnell und schon hatten wir die ersten Schimpansen kuschelnd vor der Linse. Man verfolgt diese Schimpansen dann zu ihrer Familie. Wir haben an diesem Tag ca. 20 Schimpansen gesehen. Darunter auch eine Familie mit einem kleinen Baby. Der Abstand betrug ca. drei bis fünf Meter. Der Ausflug war ein absolutes Highlight. Vor allem die jungen Schimpansen wirken teils etwas aggressiv und machen eine große Show. Angst haben muss man allerdings nicht, da die Ranger bewaffnet sind. Die Wanderung war nicht körperlich anstrengend, das Gebiet ist eher flach. Ich würde das Trekking wärmstens weiterempfehlen!!
Nach dem Trekking ging es in das Dorf. Uns wurde gezeigt, wie Bananenschnaps und -bier hergestellt wird. Wir besuchten eine Korbflechterei, eine Kaffeerösterei und einen Medizinmann. Der Einblick ist sehr interessant, bei den unterschiedlichen Aktivitäten kann man mitmachen und wer möchte etwas kaufen. Abschließend besuchten wir am nächsten Morgen in diesem Gebiet die Sümpfe. Wir wurden mit Gummistiefeln ausgestattet und bekamen den Turaco zu Gesicht! Das Mittagessen bekamen wir bei einer netten Familie, die uns unter europäischen Bedingungen traditionell ugandische Speisen servierten. Das Essen war unfassbar lecker und auch die Vegetarier kamen nicht zu kurz. Für Fleischliebhaber wurde sogar extra ein Langhornrind geschlachtet! Nun ging es auf eine längere Fahrt in den Queen Elisabeth Nationalpark. Am Abend gingen wir dort im Sonnenuntergang noch auf eine Pirschfahrt und konnten eine Büffelherde sowie mehrere Elefanten aus nächster Nähe beobachten. Die Unterkunft war auch dieses Mal ein Traum mit Pool – mit Ausblick auf den Nationalpark. Den nächsten Morgen verbrachten wir auf Pirschfahrt. Wir konnten einige Löwen aus größerer Entfernung sehen und die üblichen Verdächtigen. Einen Leoparden bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Am Nachmittag ging es noch auf eine Bootssafari, auf der man den Tieren so unfassbar nahekam (ca. 2-5 m). Zahlreiche Krokodile, große Elefanten- und Büffelherden, verschiedenste Vogelarten und Warane kreuzten unsere Wege. Vor allem landschaftlich ist der Queen-Elizabeth Nationalpark mit seinen Seen und den 1000 Kaktusbäumen ein absolutes Highlight.
Am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Suche nach den berühmten Baumlöwen. Im Queen Elisabeth gibt es eine Löwenfamilie, die auf Bäume klettert. Man hat dort auch gute Chancen einen zu sehen und wir hatten Glück! Wir konnten eine Baumlöwin finden und hatten genügend Zeit sie zu beobachten! Die Kletterbäume der Löwen dort stehen nahe zur Straße, weshalb hier eben eine gute Sicht auf die Löwen ermöglicht wird (sofern diese anwesend sind!). Ein absolut verrücktes Bild!
Im Anschluss ging es in Richtung Bwindi, denn dort fand am nächsten Tag das Berggorilla-Trekking statt. Das Trekking lief ähnlich ab, wie bereits das Schimpansen-Trekking. Das Gelände hier ist relativ steil, weshalb es sich empfiehlt einen Sherpa zu nehmen. Dieser trägt den Rucksack und hilft bei den tückischen Stellen. Mit 20 Dollar ist dieser auch nicht teuer. Jede Gruppe (6 Personen) besuchte eine Gorillafamilie. Auch hier waren Tracker im Wald, die bereits nach den Gorillas Ausschau hielten. Man hat also hier sehr hohe Chancen, Gorillas zu sehen. Ein Guide schnitt das Gebüsch frei und zwei bewaffnete Männer begleiteten uns zur Sicherheit vor den Tieren (Waldelefanten,…). Nach nur 45 Minuten Fußmarsch erreichten wir die ersten Gorillas, die auf dem Boden gerade frühstücken. Wir hatten Glück und sahen neun Gorillas aus nächster Nähe (ca. 3 m Entfernung). Wir konnten den beindruckenden Silberrücken sehen, sowie den Onkel mit dem Baby, welchem wir beim Spielen zuschauten. Wir waren ca. 90 Minuten bei den Gorillas, danach ging es zurück. Das Erlebnis, diese Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, war einfach atemberaubend. Zurück im Camp, welches im Übrigen mit der Aussicht über den Regenwald an einem Fluss gelegen ebenfalls absolut besonders war, gab es eine kurze Pause. Im Anschluss besuchten wir ein nachhaltiges Projekt, bei dem wir die Bienenstöcke, Pilzzuchten, die Ackerfelder sowie den Fischteich besichtigen durften. Im Anschluss durften wir noch selbst fischen. Am nächsten Tag ging es in Richtung Grenze. Man durchquert dabei die wohl nie enden wollenden Regenwälder. Wir wenn Affen sahen, wurde natürlich angehalten und durch Zufall fuhren wir nochmals an Gorillas vorbei, die an der Straße frühstückten. Kurz vor der Grenze trafen wir einen Jungen mit einem Chamäleon auf einem Stock. Wir durften es fotografieren und anschauen. Wir gaben ihm ein paar Schilling und etwas Essen, woraufhin er dieses seltene Chamäleon einfach im Straßenrand aussetze und davon marschierte!
In Ruanda angekommen ging es in den Volcano Nationalpark. Dort besuchten wir das Diana Fossey Museum und nahmen am Golden Monkey Trekking teil. Das Trekking selbst ist nicht sehr anstrengend und die goldenen Affen sind in Ruanda endemisch. Vor allem die wunderschönen Vulkane im Hintergrund beeindruckten uns sehr. Am nächsten Morgen ging es über das sehr informative, allerdings auch schockierende Völkermordmuseum zum Flughafen.
Insgesamt war dies die schönste Reise, die ich je mit Diamir gemacht habe! Die Tierbeobachtungen waren wundervoll und soweit uns vor Ort vermittelt wurde, hat man hier auch die höchsten Chancen Schimpansen, Gorillas und Baumlöwen zu sehen! Unser Guide hatte sehr viel Know-How und ermöglichte uns alle Wünsche. Selbst mein auf dem Flug verlorengegangenes Gepäck organisierte er innerhalb eines Tages! Was ich an dieser Reise besonders herausragend fand, war der Kontakt zu den Einheimischen. Wir hatten mehrfach die Chance mit ihnen in Kontakt zu treten und sie waren sehr gastfreundlich! Die Kinder begrüßten uns – egal, wo wir anhielten und ausstiegen. Die Unterkünfte waren absolute Spitzenklasse. Auch diese holten abends teils die Kinder aus den Dörfern ins Camp, sodass wir traditionelle Tänze sehen konnten. Mitmachen war natürlich erwünscht. Für das Gorillatrekking sollte man allerdings einen sicheren Tritt haben!