Reisebericht
Unsere unvergessliche Reise nach Finnisch-Lappland
Lange hatten wir darauf hin gefiebert und am 01.12.2023 war es endlich so weit. Wir starteten unsere Reise nach Finnland. Nach einem entspannten Flug landeten wir im verschneiten Helsinki und verbrachten dort einen entspannten Abend auf dem Weihnachtsmarkt und gewöhnten uns an die kalten Temperaturen. Direkt am nächsten Tag ging es weiter nach Kittilä im Norden Finnlands. Bereits in Helsinki am Flughafen trafen wir unseren DIAMIR-Reiseleiter Marco und tauschten uns direkt darüber aus, was uns wohl die kommenden Tage erwarten würde.
Am frühen Nachmittag landeten wir dann pünktlich zum Sonnenuntergang (Sonne geht bereits um ca. 14:30 Uhr unter) in Kittilä. Von dort ging es direkt ca. eine Stunde weiter mit dem Bus und anschließend ca. eine halbe Stunde mit dem Taxi zum Äkäskero Selddogcenter. Schon auf dem Weg waren wir begeistert von der wunderschönen Landschaft und sahen zur Freude aller auch schon das erste Rentier.
Im Camp wurden wir freundlich begrüßt und konnten direkt unsere schöne gemütliche Hütte (Mökki) beziehen. Nach und nach kamen auch unsere übrigen Mitreisenden an und unsere Gruppe war komplett. Vor dem ersten gemeinsamen Abendessen versuchten die einen bereits am Kamin der Hütte ihre Feueranzündfertigkeiten zu verbessern und unter Beweis zu stellen und die anderen besuchten gleich mal die ersten Hunde und streiften durchs Camp. Anschließend wurden wir vom sehr netten Camp-Mitarbeiter Pierre mit unseren warmen Schneeanzügen, Mützen, Stiefeln und Handschuhen ausgestattet. Zum ersten Abendessen gab es direkt typisch finnische Küche und wir genossen wirklich leckeres Elchgulasch.
Voller Vorfreude und gespannt auf die Hunde und die erste Runde mit dem Schlitten standen wir am nächsten Morgen auf. Nach dem gemeinsamen Frühstück in der Hütte holte uns unser Musher Alexi um 9:00 Uhr in der Dämmerung ab. Bei den Hunden erwartete uns bereits lautes aufgeregtes Gebell. Nach einer Einweisung durch Alexi und einem Kennenlernen der Hunde ging es dann auch direkt los mit dem Einschirren und dann konnte unsere Probetour starten.
Bereits nach den ersten paar Kilometern waren wir begeistert. Dieses Gefühl auf dem Schlitten ist wunderschön. Das Wetter spielte auch hervorragend mit und so fuhren wir an diesem Tag schon unsere ersten ca. 37 km. Als wir am Abend ins Camp zurückkehrten, konnten es alle kaum erwarten am nächsten Tag endlich auf die Tour zu starten. Nachdem die Hunde versorgt waren, wärmten wir uns gemeinsam bei einer warmen Suppe auf und ließen den Abend schließlich bei einem weiteren leckeren Essen ausklingen. Hier erfuhren wir auch, dass wir die weitere Woche mit der Musher Elise verbringen würden, da sich Alexi leider im Laufe des Tages leicht verletzt hatte.
Fertig gepackt, standen wir in unseren warmen Schneeanzügen erwartungsvoll am darauffolgenden Tag vor unserer Hütte, wo wir gegen 9:30 Uhr von Elise abgeholt wurden. Jetzt lernte jeder „sein“ Hundeteam für die nächsten Tage kennen und wir begrüßten die Hunde direkt mit einer ausgiebigen Kuscheleinheit. Nachdem alle Hunde angeschirrt und die Schlitten bepackt waren, konnte es auch schon losgehen.
Durch die verschneite Landschaft zu fahren, direkt vor sich sein eigenes Hundegespann und zu hören sind nur die leisen Schritte der Hunde und das Gleiten der Kufen, ist wirklich ein unbeschreiblich schönes und beruhigendes Gefühl. Als wir dann auch noch auf einen traumhaften Sonnenuntergang zufuhren, war es um uns alle geschehen.
An unserer ersten „Wildnis-Hütte“ angekommen versorgten wir als erstes im Schein unserer Stirnlampen die Hunde und bezogen dann die Hütte. Schnell waren die Aufgaben wie Feuer machen, Wasser holen, Kochen, Hundefutter zubereiten und gemeinsame Pfoten-Kontrolle mit Elise verteilt. Nach einem gemeinsamen Abendessen und dem Austausch über diesen gelungenen ersten Tag fiel jeder hundemüde in sein Bett.
Nachdem wir am nächsten Tag gemeinsam die Hütte aufgeräumt, gefrühstückt und die Hunde versorgt hatten, konnte es auch direkt schon weitergehen. Aufgrund eines kleinen Vorfalls verspätete sich dann zwar dennoch unsere Abfahrt, aber auch dieses Problemchen konnte zum Glück schnell behoben werden, sodass einem weiteren wundervollen Tag auf dem Schlitten nichts mehr im Wege stand. Über zugefrorene Seen und durch verschneite Wälder ging es dann weiter zu unserer nächsten Unterkunft. Wie jeden Abend versorgten wir auch dort als erstes wieder die Hunde, bohrten unser Loch zum Wasser holen in den See, halfen Elise noch mit den Vorbereitungen für den nächsten Tag und machten es uns dann in der Hütte gemütlich. Einige genossen an diesem Abend auch die schöne neue, zum Haus gehörende, Sauna und ließen den Abend so ausklingen.
Tags darauf starteten wir nach einem gemeinsamen Frühstück und dem Aufräumen der Hütte in den dritten Tag unserer Tour. Dies war der erste Tag, an dem das Wetter nicht ganz 100%ig mitspielte, es schneite leicht, windete und auf dem Weg über den See war jeder froh über seine warmen Schichten und der ein oder andere packte für die bessere Sicht auch seine Skibrille aus. Aber dennoch machte auch dies Spaß und verbildlicht gut die großartige Abwechslung während der Tour. Am Abend erwartete uns nach dem Versorgen und Kuscheln der Hunde eine Überraschung. Anders als die Tage davor hatte unsere Hütte Strom und eine Heizung. Manche beklagten sich, dass ihnen das nach den letzten Tagen „zu viel Luxus auf einmal“ war und so machten wir für das Gefühl den Kamin an und brachten die Heimeligkeit der Wildnis in die Zivilisation.
Am Donnerstag brach auch schon der letzte Tag unserer Tour an. Wir merkten richtig, wie wir alle (auch mit den Hunden) als Team zusammengewachsen waren und wie gut die Abläufe rund um die Hütte und auch beim Anschirren und Fertigmachen der Hunde funktionierten und so war jeder bereits am Morgen ein wenig wehmütig, dass die Tour bald enden sollte.
Nichts destotrotz genossen wir alle diesen superschönen Tag nochmal umso mehr, vor wir gegen späteren Nachmittag dann zurück im Camp ankamen. Nach ausgiebigen Streicheleinheiten für die Hunde freuten wir uns dann aber auch auf die erste richtige Dusche seit Tagen. Erfrischt tauschten wir uns beim Guidesdinner am Abend nochmal alle gemeinsam mit Elise über die unvergesslichen, wunderschönen letzten Tage aus.
Für den letzten Tag dieser Reise hatten wir die Wahl zwischen einer Schneemobiltour, Schneeschuhwanderungen, Langlaufen, Nichtstun oder aber einem Spaziergang mit den „Oldies“, den Hunden, die ihren wohlverdienten Ruhestand im Camp genießen. Einheitlich entschieden wir uns für diesen Oldie-Walk und so starteten wir in zwei Gruppen. Trotz ihrem Alter merkte man den Hunden ihr Schlittenhundegen an und so stapften wir, gezogen an einem Bauchgurt, durch den Tiefschnee und sogen nochmal die verschneite Waldlandschaft auf. Vor dem Abendessen verabschiedete sich dann jeder noch von „seinem“ Hundeteam der Tour, wobei der Abschied sehr schwerfiel. Teilweise genossen wir dann noch die campeigene Sauna oder den Whirlpool.
Beim letzten Abendessen ließen wir die Reise noch einmal Revue passieren und waren uns sicher, dass diese wirklich für immer im Gedächtnis bleiben wird.