Reisebericht
Afrikanischer Trekkingtraum im Mondgebirge
Von manchen Reisen kann man ohne jede Übertreibung sagen, dass sie die Erwartungen übertroffen haben - und zwar jeden einzelnen Tag! Meine Tour in die Ruwenzories fällt genau in diese Kategorie, denn ehrlich gesagt habe ich nach 2x Kilimanjaro, 2x Mount Kenya und 2x Mount Meru gedacht, die Ostafrikanische Bergwelt schon ganz gut zu kennen - aber weit gefehlt! Dass die Ruwenzories landschaftlich weitaus mehr zu bieten haben, als all die anderen ostafrikanischen Berge zusammen genommen, war nur eine von zahlreichen Überraschungen, die diese Tour vom ersten bis zum letzten Tag zum absoluten Erlebnisfeuerwerk machten. Obwohl die Ruwenzories das mit Abstand vielseitigste und abwechslungsreichste afrikanische Gebirge sind, sind die ausgedehnten Bergnebelwälder selbst in der kurzen Hochsaison regelrecht einsam: wir trafen in einer ganzen Woche unterwegs am Berg genau 12 (zwölf!) andere ausländische Touristen. Verglichen mit dem Besucheransturm an Kilimanjaro, Mount Kenya oder Mount Meru hat man hier also das Gebirge noch wirklich für sich! Woran das liegt? Sicher spielt der Ruf als „Schlechtwettergebirge“ eine Rolle, doch wir erlebten mit geschicktem Timing genau das Gegenteil: 2x 30min Regen sind für eine Wanderwoche im Bergregenwald geradezu sensationell wenig. Und wenn man bei Windstille und Sonne satt den >5000m hohen Gipfel in aller Ruhe genießen kann, darf man sich auch nicht wirklich beschweren! Gute Gummistiefel gehören ebenso wie ein Regenschirm und gut wasserdicht verpacktes Reisegepäck trotzdem zur Ausrüstung dazu, denn der Weg durch faszinierende Hochmoor-Passagen schlängelt sich enorm abwechslungsreich durch sumpfig-morastiges Terrain und verlangt ständige Konzentration. Belohnt wird man durch Landschaftseindrücke, wie man Sie sich abwechslungsreicher kaum vorstellen kann! Langweilig wird einem bei dieser Trekkingtour ganz gewiss nicht!
Wenn man schon mal da ist, sollte man sich übrigens auch einen Besuch bei den Berggorillas nicht entgehen lassen. Die Stunde mit den sanften Riesen, quasi unseren „nächsten Verwandten“ im Tierreich, von denen es leider nicht mehr all zu viele gibt, gehört ganz sicher zu den Gänsehaut-Erlebnissen einer jeden Uganda-Reise bzw. ist ein klassisches „once in a lifetime experience" - leider zwar sehr teuer, aber dennoch jeden Euro wert, denn wer weiß, wie lange dieses Erlebnis so überhaupt noch möglich ist!