Die Shimshal Shapodin Needles in Pakistan erhebt sich majestätisch gegen den klaren blauen Himmel.
Das Bild zeigt das Shimshal MingalikSar Basecamp in Pakistan, mit gelben Zelten im Vordergrund und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Eine Gruppe von Menschen steht auf dem Gipfel des Shimshal MingalikSar Summit in Pakistan, umgeben von schneebedeckten Bergen.
Ein Mensch überquert die Shimshal Hängebrücke in Pakistan. Im Hintergrund sind Berge zu sehen.

Reisebericht

Trekkingabenteuer im Norden Pakistans

Markus Walter, 01.10.2024

Es war meine 12. Pakistan-Reise und vorbei gefahren bin ich schon mehrfach, aber noch nie hatte ich dem legendenumwobenen Shimshal einen Besuch abgestattet. Nun war es also endlich soweit und mit einer Gruppe von 9 abenteuerlustigen Reisenden waren wir unterwegs in Pakistans Norden. Schon der Flug vorbei am Gipfel des Nanga Parbat bot erste spektakuläre Bergblicke und Fotomöglichkeiten. An den kommenden beiden Tagen, bei der Anreise über den berühmt-berüchtigten Karakorum Highway kommt man aus dem Staunen oft gar nicht mehr raus. Die gerade mal 60km lange Jeeppiste ins Shimshal-Tal toppt das allerdings nochmal deutlich: Hier können Autos durch fahren??? Unvorstellbar, aber wahr: nach 18 Jahren Bauzeit rollte 2003 der erste Jeep hinter in die grüne Oase des  Shimshal-Tals, welches bis dahin nur über abenteuerliche Passüberschreitungen zu Fuß erreichbar war. Am nächsten Tag folgte dann schon die erste von 12 spektakulären Trekkingetappen. Über Hängebrücken (oder auch mal ohne…), auf schmalem Pfad, oft in schwindelerregender Höhe über atemberaubenden Schluchten und stets mit grandiosen Ausblicken auf kühne Felsformationen und die schneebedeckten Giganten des Karakorum ging es dem Shimshal-Pass entgegen. Schon am 4. Trekkingtag ist der 4700m hohe Shimshal.Pass erreicht - eine riesige Hochalm, auf der im Sommer tausende Yaks grasen. Für uns jedoch vor allem Ausgangspunkt für die Besteigung des 6050m hohen Mingalik Sar. Technisch völlig unkompliziert über Geröll und die letzten paar hundert Meter im Schnee erreicht man den grandiosen Aussichtsgipfel, der uns eine Traumsicht bis zum K2 präsentierte. Zurück im Basecamp wurde der gemeinsame Gipfelsieg gebührend gefeiert - mit einer frisch geschlachteten Ziege als Festmahl. Die weitere Trekkingroute über drei hohe Pässe (Shapodin Pass, Boesom Pir Pass und Chafchingol Pass) hielt noch so manche Überraschung bereit. Besonders die Querung zahlreicher Gebirgsbäche, teils ganz ohne Brücken und teils nur an darüber gespannten Drahtseilen, sorgte für eine ordentliche Portion Abenteuer. Nach 2 Wochen abwechslungsreicher Wanderung erreichten wir schließlich wieder den Karakorum Highway. Ein Ausflug zum Kunjerab Pass mit der chinesischen Grenze, die Fahrt durch's Hunzaland und über den Babusar Pass zurück ins Flachland sowie die Weltkulturerbestätten von Taxila rundeten die Reise gelungen ab, bevor wir Ende August wieder den Heimflug antraten.

Mein ganz persönliches Fazit: selbst für Karakorum-Kenner hat diese einsame Trekkingrunde eine Unmenge großartiger, neuer Eindrücke zu bieten, denen durch den 6050m hohen Mingalik Sar die Krone aufgesetzt wird. Wer Pakistan und das Karakorum sehen und erleben will, aber mit den vielen Leuten auf den Haupttrekkingrouten nicht wirklich glücklich ist, dem bietet sich hier eine unglaublich spektakuläre Alternative, die wirklich alles zu bieten hat, was man sich von Pakistan erwartet!   

Der Kunjerab-Pass in Pakistan mit einer großen Flagge und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Ein Wanderer steht auf einem Berg in Pakistan, blickt auf schneebedeckte Gipfel und das Gletschergebiet.