Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Indien • Bhutan • Nepal – Eine ganz besondere Reisekombi

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16 Tage Kultur- und Naturrundreise vom 27.03. – 11.04.2017

Bhutan ist in der Gesamtheit von Natur und Bevölkerung ein Schatz, hierher komme ich immer wieder gerne. Ruhig, sauber, friedlich, grandiose Natur. Freundliche Menschen. Bitte nicht durch zunehmenden Tourismus „verseuchen“ lassen.

Sikkim: Darunter konnte ich mir vorher gar nichts vorstellen, ist landschaftlich beeindruckend, leider war das Wetter nicht so gut. Die Straßenverhältnisse sind teilweise etwas abenteuerlich, aber unsere Fahrer haben uns überall sicher hingebracht.

Die Menschen waren überall sehr freundlich und entgegenkommend, in Nepal z.T. aber schon sehr geschäftstüchtig – hier merkt man den Einfluss des Tourismus. Das Nebeneinander und teilweise Miteinander der verschiedenen Religionen versetzt einen immer wieder ins Staunen.

Und dann der Himalaya! – Besonders auf den Flügen war die Aussicht auf die Berge grandios. Von der Südseite her betrachtet steigt dieses Gebirge ja steil aus der Ganges-Ebene empor und wird durch die frontal drauf scheinende Sonne vor stahlblauem Himmel zur Augenweide und zum Fotohighlight.

Eine sehr interessante und abwechslungsreiche Reise. Hier sind Auszüge aus meinem Reisebericht:

Indien:
Nach unserer Ankunft in Delhi und der Weiterfahrt in die Teestadt Darjeeling, geht es am nächsten Tag mit dem Auto zum Bahnhof des Toy-Train. Dort beobachten wir – fast wie im Spielzeugland – wie rangiert, umgehängt und bei den Dampfloks Wasser nachgefüllt wird. Dann dürfen wir selbst in einen der Holzwaggons einsteigen und fahren mitten durch die Stadt an der Hauptstraße lang, an Geschäften und Werkstätten vorbei, zurück bis Ghoom (ca. 8 km). Unterwegs halten wir zweimal, einmal um Wasser nachzufüllen (es geht ständig bergauf, Ghoom liegt 2300 m hoch) und dann am Ghurka-Denkmal, das die Bahn in einem Loop umkreist. In den nächsten Tagen geht es über verschiedene Orte weiter bis nach Gangtok, der Hauptstadt Sikkims. Unterwegs besichtigen wir Teeplantagen, Klöster, eine Aufzuchtstation für Schneeleoparden und andere Sehenswürdigkeiten. Am siebten Tag der Reise steht uns dann die Fahrt nach Puentsholing bevor, der Indisch-Bhutanischen Grenzstadt. Heute haben wir viel Glück mit dem Wetter. Schon beim Austehen merke ich, dass es draußen wolkenlos ist. Und tatsächlich zeigt sich der Kanchenjünga, nur teilweise verbirgt er Spitzen und Grate hinter leichten Wolkenschleiern. So ein schöner Tag! Dann machen wir uns auf den Weg zur bhutanischen Grenze. Wir sehen, wie schön Gangtok an den Hang gebaut ist. Auch bei der Fahrt erinnern viele Ausblicke eher an die Schweiz (Comer See) als an Asien.

Bhutan:
Dann geht die Reise weiter über die Grenze nach Paro, wo wir den Paro Dzong besichtigen, bevor es zum bekannten Tigernest geht. Der Aufstieg ist sehr anstrengend, besonders die vielen Treppen am Schluss, aber es ist jeden Schritt wert! Nach Besichtigungen in Thimphu und Punakha geht es am 12. Tag über den Dochu-La-Pass zurück nach Paro zum Dzong-Festival. Dochu-La ist wieder in Wolken, aber kurz vor der Passhöhe reißt es in einer Kehre auf und wir sehen den bhutanischen Teil des Himalaya. Außerdem residiert die Königsfamilie gerade im Teehaus auf dem Pass und der König begegnet uns im Auto mit Eskorte. In Paro erwartet uns strahlender Sonnenschein und nach einem guten, aber frühen Mittagessen gehen wir in den Dzong zum hiesigen alljährlichen Tshechu-Fest, wo an den Guru Rimpoche mit religiösen Tänzen erinnert wird. Ich hab die Kira angezogen, die Nationaltracht der Frauen aus Bhutan. Heute ist Eröffnungstag des mehrtägigen Festes und eigentlich ist der König angekündigt – allerdings kommt er dann doch nicht, es ist wohl beim Teetrinken mit der Familie am Dochu-La später geworden. Schon außerhalb des Dzongs herrscht reges Treiben, drinnen im 2. Hof vor dem Kloster ist der Andrang groß, da viele der Einheimischen sich auch in eine Warteschlange zur Segnung vom Guru einreihen. Wir werden als erkennbare Touris, wenn auch „verkleidet“, nach vorne gelassen. Ich setze mich zwischen die Einheimischen auf den Boden und sehe mir die Tänzer, besonders deren handgeschnitzte, hölzerne Masken aus der Nähe an. Nach 1 Stunde werden die Sonne von oben und der Schneidersitz unten langsam unerträglich und ich wechsle die Stellung. Am interessantesten sind die Besucher und Zuschauer – ein buntes Fest für Groß und Klein, Alt und Jung!

Am Abend hat unser Guide Jigme für uns grünen Spargel bestellt und mit Chili-Käse, scharfem Salat und den weiteren üblichen Beilagen ein typisch bhutanisches Essen für unseren Abschiedsabend vorbereitet. Dann serviert er uns noch seinen Spezial-Glühwein (Rum, Apfelsaft, Limette und Zimtstange) – sehr lecker.

Nepal:
Schließlich entlässt Bhutan uns mit strahlendem Sonnenschein! Nach dem herzlichen Abschied von Jigme und Somna am Flughafen hilft uns ein Kumpel von Jigme beim Einchecken, um die begehrten Fensterplätze auf der rechten Seite zu bekommen. Der Flug dauert nur eine knappe Stunde, aber schon der Start ist spektakulär mit einer 90 Grad-Wende kurz nach dem Abheben. Und dann sehen wir die ganze Kette des Himalayas, weiß vor blauem Himmel. Der Kanchenjünga, Lothse und endlich der Everest (jetzt sehe ich ihn wirklich) ziehen vorbei, ehe wir schon wieder zur Landung im erstaunlich breiten Kathmandu Valley ansetzen. Den Annapurna sieht man links am Horizont.

Wir checken im Mandala-Hotel ein und fahren dann nach Boudhanath zur großen Stupa (Durchmesser 40 m). Ein imposantes Bauwerk: auf achteckiger Basis die halbkugelige Stupa, darauf 13 goldene, viereckige Stufen, die sich stetig verjüngen und von einem goldenen Schirm gekrönt sind. Über der Halbkugel sind auf allen vier Seiten die allsehenden Augen Buddhas aufgemalt und von der Spitze bis zum Boden spannen sich viele bunte Gebetsfahnen. Weiß und Gold und dazu blauer Himmel und bunte Fahnen – sehr schön. Dann fahren wir nach Pashupatinath, wo in den Ghatts Bestattungsverbrennungen live zu erleben sind. Erst werden die Toten im Fluss gewaschen, dann auf den Scheiterhaufen gelegt und vom ältesten Sohn wird das Feuer entzündet. Auch heilige Männer, sog. Sadhus gibt es hier, die für Fotos recht viel Geld wollen.

Beim Heimflug über Delhi sehen wir nochmals die Himalaya Kette vor wolkenlosem Himmel (Sitzplatz recht hinten am Fenster). In Delhi ist die Umsteigezeit knapp, aber ausreichend.

Barbara Findeiß

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