Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Usbekistan: Sowjet-Schick am Plattenbau und die blauen Kuppeln der Seidenstraße

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Für mich als alten Südostasien-Reisenden war Zentralasien immer wie die grobe fette Salami auf der Schlachteplatte. Ich war den feinen Geschmack der Edelsalami gewohnt und wähnte mich bei deren Genuss immer in einem bekannten, angenehmen Gefühl. Doch erwischte ich aus Versehen einmal die „Grobe“, fiel sofort der ehrliche, intensive Geschmack auf und ich wunderte mich, weshalb ich mich nicht eher zu probieren getraut hatte. Ja, so lässt sich mein erster Besuch in Zentralasien am besten beschreiben: etwas rauer, etwas gröber aber eben unheimlich ehrlich, intensiv und verdammt interessant.

Die blauen Kuppeln der Seidenstraße waren es nun, die mich letztlich lockten und „zur Groben“ greifen ließen. Usbekistan, der Wüstenstaat im Herzen des asiatischen Kontinents, wurde mein Einfallstor in diese neue Welt. Ein schöner Einstieg, wie sich schnell herausstellen sollte.

Die ehemalige Sowjetrepublik präsentiert sich in der Hauptstadt Taschkent entspannt großstädtisch – ein wenig wie unsere DIAMIR-Heimatstadt Dresden – und bezaubert mit einzigartigen Relikten sozialistischer Architektur. Allein der gewaltige, mit feiner Stahlbetonornamentik verzierte 17-Geschosser des Hotel Uzbekistan im Stadtinneren lässt erahnen, in welchen Dimensionen die UdSSR einst dachte. Noch heute hallt hier der Ruf einer längst vergangenen Zeit durch die Zimmer, auch weil das Warmwasser ab Etage 10 schon als rares Gut bezeichnet werden kann.

Auf den Straßen flitzen flott überladene Ladas herum und die Metrostationen Taschkents verzaubern mit imposanten Sowjetmosaiken, während der Bahnverkehr im Land bereits im 21. Jahrhundert angekommen ist. Mit bis zu 220 Stundenkilometern verbindet der Afrosiab-Schnellzug die Hauptstadt mit der Wüstenmetropole Samarkand. Im Herzen der Stadt weicht hier der Plattenbau filigranen Reliefs an Medresen, Mausoleen und Nekropolen. Die zahlreich verzierten Bauwerke entlang der alten Seidenstraße wurden teils aufwendig rekonstruiert und beim Streifzug über den Registan-Platz oder durch die Gänge Schah-I-Zindas lässt sich die Bedeutung dieses einzigartigen Handelsweges zwischen Ost- und West nur erahnen.

Ein Tag in Usbekistan endet meist mit dem Nationalgericht Plov, schmackhaftem Schaschlik und gern auch mit einem Wodka in der Sauna und in Hotelzimmern, die von orientalischer Kulisse bis hin zu golden-rosa DDR-Romantik ebenfalls eine große Spanne abdecken. Zentralasien ich bin bereit für das nächste –ISTAN …

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