Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Nepal – Unvergessliche Eindrücke auf der Annapurna-Runde

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Fern abseits seiner turbulenten und chaotischen Hauptstadt Kathmandu begeistert Nepal mit einem der schönsten und abwechslungsreichsten Rundwanderwege der Welt – der Annapurna-Runde. Ende Oktober startete ich mit einer DIAMIR-Reisegruppe, um das gewaltige Massiv des 8091 m hohen Annapurna im Halbkreis zu umwandern.

Ganze drei Wochen liefen wir bei strahlend blauem Himmel durch subtropische Täler, dichte moosbehangene Wälder und karge Wüstenlandschaften, stiegen in alpine Höhenlagen hinauf und bestaunten die Panoramablicke auf die majestätisch wirkenden Eisriesen des Himalaya. Die gigantischen Bergmassive von Manaslu, Gangapurna oder Pisang Peak sowie die schneebedeckten Gipfel der Annapurna- und Dhaulagiri-Kette vollendeten diese malerische Szenerie. Mittendrin sah man friedlich grasende Bergziegen, zottelige Yaks und Pferde – ein Naturidyll, das seinesgleichen sucht.

Abenteuerlich anmutende Hängebrücken prägen das Landschaftsbild und führten uns über die grünen Schluchten der tief eingeschnittenen Flüsse Kali Gandaki und Marsyangdi. Je nördlicher wir kamen, desto stärker waren die Einflüsse tibetischer Kultur zu spüren. Den Wegesrand säumen Gebetsmühlen und Mani-Steine, darin eingraviert ist das buddhistische Urmantra „Om mani padme hum“, das allem Leben Schutz und Segen bringen soll. Bunt im Wind flatternde Gebetsfahnen an Brücken, Tempeln, Berggipfeln, Pässen und auf den Dächern der Häuser tragen das Mantra zudem in alle Himmelsrichtungen.

Die körperlichen Anstrengungen eines dreiwöchigen Trekkings sollte aber niemand unterschätzen. Die tagesfüllenden Wanderetappen durch unterschiedliches Terrain in ungewohnten Höhen sowie die vielen Auf- und Abstiege zehrten am Körper. Auch wir bekamen die dünne Höhenluft früher oder später zu spüren. Aber Dank der langsamen Akklimatisation und der exzellenten Versorgung in den Teehäusern und Lodges haben alle gemeinsam den höchsten Punkt der Tour, den Thorong-La-Pass auf 5416 m, mit Bravour gemeistert. Zur Belohnung gab es frisch gebackenen Apfelkuchen und Everest-Bier!

Was bleibt nach so einer Aktivreise? Zum einen das Erlebnis, ein gutes Stück Weg gemeinsam gegangen zu sein. Wir haben in den drei Wochen viel zusammen gelacht, zahlreiche Dinge geteilt, vor allem einander geholfen, aber auch Neues dazugelernt. Zum anderen bleiben die unvergesslichen Eindrücke von einem der gewaltigsten Naturschauplätze unserer Erde und herzliche Begegnungen mit den verschiedenen Bergvölkern. Zu guter Letzt hat man die Gewissheit und das Glücksgefühl, einen der höchsten Pässe der Welt mit eigener Kraft überquert zu haben.

Euer Johannes Hörtsch, Team Asien-Himalaya

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