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Reisebericht: Nepal – Die letzen Meter bis zum Gipfel kämpft man mit sich selbst

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Nach 25 Tagen Wanderung und Kletterei auf dem Gipfel des Himlung Himal, 7.126 Meter über dem Meeresspiegel

Ich war der Letzte in unserer Gruppe, der den Gipfel erreichte. Der Moment ist einfach erhebend. Das Gefühl, wenn man wenige Meter unterhalb des Gipfels über die Gipfelkante auf den Manaslu blickt, kann man kaum beschreiben. Der 8.163 Meter hohe Manaslu ist der achthöchste Berg der Welt. Die letzten Meter bis zum Gipfel des Himlung kämpft man mit sich selbst. Nur der eigene Wille zählt. Kälte, Eis, Schnee und Wind setzen einem zu und zehren an den Kräften. Da habe ich mich wie ein achtzigjähriger gefühlt. Fünf Schritte ging es weiter Aufwärts, dann pumpt man wie ein Maikäfer. Man kann das beim besten Willen nicht in einem Stück durch laufen. Auf Meeresniveau enthält die Luft etwa 21 Prozent Sauerstoff. 5.000 Meter über dem Meersspiegel sind es nur noch etwa halb so viel.

Schon bei der Vorbereitung der Klettertour auf den Siebentausender kommt es auf die gute Planung an. Das wichtigste sei, nicht zu viel Gepäck mit zu nehmen. Das fängt schon bei der Zahnbürste an. Mehr als 15 Kilo sollte der Rucksack nicht wiegen. Später kommt noch ein Zelt hinzu, welches der Reiseveranstalter zur Verfügung stellt. Dann
wiegt der Rucksack rund 20 Kilo.

Viel Zeit kostet das Tee kochen, denn dazu muss jede Menge Schnee geschmolzen werden. Für einen Liter braucht man zwei bis drei Stunden. Etwas schneller gehe es, wenn man immer einen Rest Wasser in der Thermoskanne zurückbehält, dann taue der Schnee schneller auf. In den Hochlagern hätten sie kein warmes Essen mehr zubereitet. Salami, Käse und Brot seien neben Nüssen, Rosinen und weiterem Trockenobst die wichtigste Nahrung. Je höher man klettert, um so weniger Appetit hat man. Trotzdem muss man Essen. Dennoch habe ich fast 13 Kilo Gewicht verloren während
des Himalaya-Abenteuers.

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