Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Mit der Kamera durch Kirgistan und Usbekistan

Teilen

Tag 1 – Anreise

Tag 2 – Ankunft in Bischkek und Fahrt zum Issyk Kul

Morgens gegen 6 steige ich in Bischkek aus dem Flugzeug – es ist sonnig und schon ziemlich warm. Ich habe durch die Zeitverschiebung keinen richtigen Eindruck mehr, wie spät es wirklich ist.

An der Schranke werde ich von einer netten Mitarbeiterin abgeholt, die erstaunlich gut Deutsch spricht. Anara stellt mir auch den Fahrer Ivan vor, der mich die nächsten Tage durch Kirgistan chauffieren wird. Nun geht es erst einmal zu einem Hotel. Ich hatte erwartet, dass das Besichtigungsprogramm gleich losgeht, aber ein kleines Stündchen ausruhen ist auch nicht schlecht. Aus dem Auto heraus sieht man eine recht grüne Stadt mit hellen Gebäuden und im Hintergrund schneebedeckte Berge. Das Hotel liegt in einer Straße mit villenartigen Gebäuden und hat einen sehr schönen Garten. Es gibt auch ein kleines leckeres Frühstück und nach kurzem Auftanken bin ich reisefertig.

Zunächst geht es zur örtlichen Reiseagentur, bei der mich der Chef herzlich Willkommen heißt und noch einmal das Besichtigungsprogramm besprochen wird. Ich nutze die Gelegenheit, um zu fragen, ob noch ein kleiner Abstecher zum Canyon Skaska am Südufer des Issyk Kul möglich ist, das wurde im Reiseführer ausdrücklich empfohlen, stand allerdings nicht auf dem Tourplan. Es geht – super. Dann startet der Stadtrundgang durch Bischkek. Ich bin etwas zwigespalten, weil man bei einem Spaziergang mehr Details sieht und besser fotografieren kann, andererseits macht mir die Hitze enorm zu schaffen und ich bin schnell schlapp. Eigentlich hatte ich eine andere Erwartung, aber was man hier von Bischkek zu sehen bekommt, sind große Gebäude, monumentale Plätze, moderne Hochhäuser, belebte Einkaufspassagen, grüne und gepflegte Parks und immer der Blick aufs Gebirge. Wir besichtigen den Ala-Too-Platz mit dem Nationalmuseum, dem Manas-Denkmal, der großen Flagge, Springbrunnen und vielen Blumen. Anschließend geht’s weiter durch einen Kunstmarkt zum Denkmal des Sieges – und es wird immer heißer. Daher bin ich erleichtert, als der Spaziergang beendet ist und der Fahrer mit dem klimatisierten Auto uns an einer Kreuzung aufpickt. Anara verabschiedet sich und nun fahren wir Richtung Issyk Kul. Im Nachhinein fiel mir erst ein, dass man auch noch zur russisch-orthodoxen Kirche oder zur Philharmonie hätte fahren können, aber vielleicht komme ich ja eines Tages noch einmal her.

Die nächste Station ist der Burana-Turm, der an der historischen Seidenstraße liegt. Hierauf war ich besonders gespannt, aber meine Erwartungen wurden nicht alle erfüllt. Das lag vor allem daran, dass man immer perfekte Fotos in Reiseführern oder im Internet von diesem Turm sieht. Er ist geradezu ein Wahrzeichen der Seidenstraße. Hier direkt vor Ort stellt sich heraus, dass die tollen Fotos zum einen im Winter und zum anderen in der Morgensonne gemacht wurden. Ich bin zu einem Zeitpunkt hier, wo es kaum Schnee auf den Bergen gibt und in der prallen Mittagssonne lässt sich der Turm nicht gut mit Gebirgshintergrund fotografieren. In die andere Richtung ist er nicht so fotogen, weil ein Gerüst und ein Treppenaufgang die Optik stören. Ich bin doch etwas enttäuscht und weil ich ohnehin durch Hitze und Müdigkeit nicht besonders aufnahmefähig bin, vergesse ich außerdem, nach den hübschen behauenen Steinskulpturen Ausschau zu halten. Also auch diesen Programmpunkt werde ich wiederholen müssen.

Nun geht es direkt zum Issyk Kul, wo sich zum ersten Mal das Problem des Fotografierens stellt, denn man kann ja nicht alle fünf Minuten aussteigen. Es muss also durch das Autofenster und die Schnappschüsse sind wirklich toll: die unterschiedlich farbigen Bergformationen auf der einen Seite und der baumbestandene See mit den hohen Bergen im Norden auf der anderen Seite.

Relativ unvermittelt ist Ende des heutigen Abschnittes, Ivan fährt in die Einfahrt eines Hauses, in dessen Vorgarten eine Jurte steht. Untergebracht sind die Gäste in kleinen gemütlichen Zimmern. Auf dem Gang gibt es auch ein modernes Bad. Der See ist 7 Kilometer entfernt, da kann ich von hier aus leider nicht hin laufen und der Fahrer muss sich jetzt ausruhen. Also hoffe ich auf morgen, mache ein paar schöne Fotos aus meinem Fenster Richtung Gebirge und freue mich nach einer kleinen Verschnaufpause aufs Abendessen. Im Esszimmer treffen sich Touristen aus Spanien und Frankreich und es gibt ein typisches Gericht aus Fleisch und Gemüse. Und jede Menge Süßigkeiten!

Tag 3 – Canyon Skaska und Song Kul

Früh geht es weiter und wir fahren gleich morgens in den Canyon Skaska. Um diese Uhrzeit sind wir die Einzigen und es ist grandios, diese zerklüfteten bunten Felsformationen und der Blick hinüber zum See. Viele Fotos gemacht und danach zum Ufer des Issyk Kul gefahren. Kurz hineingehopst und über die Klarheit des Wassers gestaunt. Nun geht’s mit dem eigentlichen Tourplan weiter und irgendwie schlafe ich auf der Fahrt ein. Wach werde ich in Kotschkor, wo wir Pause machen, um die Beine zu vertreten und Mittag zu essen. In einem kleinen Laden kaufe ich Cola und staune über riesengroße Regale für Wodka, Kekse und Pralinen. Zum Mittag esse ich einen Salat, weil ich kaum Hunger habe, und der Fahrer staunt. Da er nur wenig Englisch versteht und mein Russischunterricht 30 Jahre her ist, können wir uns nur so über die wichtigsten Dinge verständigen, aber er hat eine Übersetzungs-App mit Spracherkennung, die gut funktioniert.

Von hier aus geht’s weiter Richtung Song Kul. Ich bin nur am Fotografieren und habe das System schon weiter ausgebaut, durchs Autofenster brauchbare Fotos zu machen. Es gibt Felsen zu sehen, grüne Wiesen mit Pferden und Gebirgsbäche. Irgendwann auch Schnee und dann sind wir auf dem Kalmak Pass. Von hier aus kann man gut Fotos machen und zur anderen Seite hin zeichnet sich geheimnisvoll der Song Kul gegen die Berge ab. Jetzt wird’s auch kühl. Ich hatte mit Blick auf den See angenommen, nun seien wir bald da, aber weit gefehlt. Es geht noch ein ganzes Stück um den See herum. Toller Blick auf die hohen Berge gegenüber, den klaren See, die vielen Tiere, die weiten Wiesen und Hügel und die vielen Jurten. Es ziehen dunkle Wolken auf, was tolle Bilder möglich macht, und einmal ist sogar ein großer Blitz zu sehen. Bis wir unser Lager erreicht haben, haben wir uns allerdings ein ganzes Stück wieder vom See entfernt. Als wir aussteigen, regnet es ordentlich, aber ich werde gleich zu einer Jurte geführt – für mich ganz allein. Heute ist bereits eine Schweizer Reisegruppe hier angekommen, deren deutschsprachige Reiseleiterin Ulshana mir gleich alles erklärt, total nett. Sie ist eine Freundin von Anara aus Bischkek. Das Abendessen gibt es in einer größeren zentralen Jurte. Dort lerne ich die sechs Schweizer kennen. Ulshana erklärt uns beim Essen Aufbau und Funktionsweise einer Jurte und übersetzt das, was die Jurten-Chefin uns vom Leben hier oben erzählt. Ich staune, dass der Zeitraum, den die Nomaden hier oben sind, nur so kurz ist: Mitte Juni kommen sie her, bringen die ganzen Tiere mit, und Mitte September geht es schon wieder zurück, weil es dann schon Schnee gibt. Sie stellt uns die Familie vor und alles ist hochinteressant.

In der Jurte gibt es später eine Stunde lang Strom. Da muss alles schnell aufgeladen werden. Draußen stehen in freier Wildbahn vier Toilettenhäuschen mit Waschbecken, alles sehr sauber.

Es ist regnerisch und kalt, und ich bin froh, dass ich ein paar Sachen zum Drüberziehen mitgebracht habe. Ulshana bringt eine große Flasche mit heißem Wasser vorbei – die Wärmflasche!

Tag 4 – Naryn-Tal und Kazarman

Morgens herrscht wunderbares Licht zum Fotografieren. Und überall ist etwas los: Pferde galoppieren vorbei, Schafe ziehen den Berg hoch, Leute krabbeln aus ihrer Jurte. Die Schweizer unternehmen eine Wanderung zum See und nehmen mich mit. Wir laufen gemütlich, erzählen viel und erreichen den See nach ca. einer Stunde. Ich bedaure, dass ich das Badezeug nicht mitgenommen habe, denn das Wasser ist nicht kalt. Nur die Mücken stören etwas. Wir sitzen kurz am Rand, suchen Steine und dann fliehen wir vor den surrenden Viechern wieder zurück.

Im Lager wird auch das Wetter schlechter. Es regnet und nach dem Mittagessen, als ich mit gepacktem Koffer aus der Jurte krabbele, hagelt es auch. Herzliche Verabschiedung von allen und dann geht’s weiter. Eine lange Strecke steht noch auf dem Programm. Zuerst dauert es noch eine ganze Weile, bis der Song Kul mit den vielen Pferden, Schafen und Jurten hinter uns verschwindet. Über spektakuläre Aussichtspunkte am Moldo Ashuu Pass und dem Teskey Torpok Pass (oder 33 Parrots Pass) schrauben wir uns ins Naryn-Tal hinunter, wo die Dichte an atemberaubenden Aussichten nicht etwa weniger wird, im Gegenteil. Es ist Schwerstarbeit, von einem Autofenster zum anderen zu hopsen und dabei nichts zu verpassen. An jeder Seite des Tales sieht die Bergwelt komplett unterschiedlich aus. Der Fahrer brettert über die Straßen und ich verzweifle auf der Rückbank an der Erkenntnis, wie viele preisverdächtige Fotomotive ich NICHT einfangen kann. Natürlich machen wir manchmal einen Stopp, er muss ja auch mal Pause machen und rauchen, aber ansonsten möchte er natürlich vorankommen, der heutige Abschnitt scheint sehr lang zu sein. Die Fahrt zieht sich wirklich hin, es gibt viele Täler, Kurven, Berge, Ausblicke – aber kaum Ortschaften. Manchmal sieht man in ganz abgelegenen Gebieten Jurten. Als wir dann endlich in Kazarman ankommen, bin ich froh. Durch die holperigen Straßen habe ich ordentliche Kopfschmerzen. Uns nimmt eine sehr nette Hausherrin mit zwei größeren Töchtern in Empfang. Wir können etwas auf Englisch plaudern und werden sehr gut verköstigt. Ich erfahre, dass der Sohn der Familie in Deutschland studiert und die eine Tochter das vielleicht auch vorhat.

Tag 5 – Ferganatal, Uzgen und Osch

Am nächsten Morgen zieht sich der Start etwas hin, weil etwas am Auto repariert werden muss, aber die Strecke heute ist auch deutlich kürzer. Es geht noch einmal in engen Serpentinen zu zwei hohen Pässen empor, aber danach wird es schnell flacher. Wir sind im Ferganatal angekommen. Essen gibt es in Jalalabat, wo es urplötzlich wieder ganz heiß ist. Wir sitzen in einem Restaurant mit Springbrunnen. Die Toiletten hier sind es wert, fotografiert zu werden: Abtritte mit nur halbhohen Abtrennungen dazwischen, Fliegenfallen an der Wand und Wasserkrügen zum Nachspülen. So etwas kennt man natürlich aus Osteuropa und den westasiatischen Ländern.

Die nächste Station ist Uzgen, wo ein ähnlicher Turm wie der Burana-Turm zu besichtigen ist und ein Mausoleum. Auf diesen Turm wage ich mich sogar hoch und ziehe mich die sehr hohen Stufen im Dunkeln am Geländer hoch. Von oben hat man einen schönen Blick auf das Tal und auf weit entfernte Berge. Das Mausoleum, durch eine Dachkonstruktion abgestützt, ist ein sehr altes Gemäuer. Man sieht wunderschöne Schnitzkunst an den Türen und kunstvolle Mosaiken. Ein kleiner Vorgeschmack auf Usbekistan.

Am späten Nachmittag erreichen wir Osch. Das Wahrzeichen der Stadt, der Felsen Sulaiman Too, sieht man natürlich von überall her. Für einen Spaziergang wäre es nicht zu spät gewesen, aber ich bin so erschöpft, dass ich es gerade noch bis an den Pool des Hotels schaffe und nicht mal mehr zum Abendessen.

Tag 6 – Sulaiman Too, Grenzübergang nach Usbekistan, Fergana und Flug nach Taschkent

Heute gibt es ein straffes Programm. Zuerst holt uns der lokale Führer ab, um mich zum Sulaiman Too zu begleiten. Wir besichtigen zuerst das Museum, das in den Felsen hineingebaut ist, und ich erfahre vom Guide, dass der Status des UNESCO-Weltkulturerbes gefährdet ist, weil man mit den Geldern offenbar nicht das getan hat, was vorgesehen war und diese Denkmalstätte auch etwas misslungen sei. Nun, man hätte sich das Ganze in der Tat etwas dezenter gewünscht. Ich hatte mir den Felsen nicht so groß vorgestellt, er hat fünf Gipfel. Wir gehen um den Berg herum über rutschige Steine und besichtigen die zahlreichen heiligen Stellen und Petroglyphen. An der winzigen Tacht-i-Sulejman-Moschee angekommen, beginnt eine Foto-Orgie, wildfremde Menschen fotografieren einander, ich bin auf vielen Fotos drauf und ein alter Mann möchte sogar Hand in Hand mit mir fotografiert werden. Die Frauen tragen hier sehr hübsche lange Kleider. Wir krabbeln wieder vom Felsen herunter, nicht ohne von einigen Damen mit Kindern angesprochen zu werden und Selfies zu machen.

Anschließend ist noch Zeit, um kurz über den Basar zu schlendern und kleine Mitbringsel zu kaufen.

Ich staune, dass der Grenzübergang nach Usbekistan so nah ist. Die Fahrt dorthin dauert vielleicht zehn Minuten. 13 Uhr ist der Grenzübertritt terminiert und pünktlich stehe ich in einer langen Schlange. Ivan handelt netterweise mit einem der Grenzbeamten aus, dass ich als Touristin an der Schlange der Einheimischen vorbeigehen darf und so ziehe ich nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von Ivan von dannen. Ich bin hier offenbar die einzige Touristin mit Koffer und werde neugierig beäugt. Es ist in der Tat gut, dass ich ein paar Worte Russisch verstehe und sagen kann, als der kirgisische Beamte wissen will, wo ich überall gewesen bin. Auf der usbekischen Seite geht es auch recht schnell und nach der Absperrung werde ich abgeholt von meinem usbekischen Guide Kamol und seiner Assistentin Gülsanam.

Herzliche Begrüßung und im Auto erhalte ich zahlreiche Informationen über Usbekistan – mithilfe von laminierten Karten, sehr gut didaktisch aufbereitet, sodass ich mich etwas amüsiere, aber es ist auf jeden Fall nicht langweilig. Vor allem die Thematik Hochzeit und Eheanbahnung interessiert mich und man kann stundenlang darüber erzählen. Vor allem finde ich es spannend, dass ja mit der 23-jährigen Gülsanam eine moderne junge Studentin aus ihrer Sicht erzählen kann, und wie unterschiedlich sich die hiesigen Traditionen zu westeuropäischen Beziehungs-Standards darstellen.

Zuerst nehmen wir in einem sehr weitläufigen Restaurant einen kleinen Imbiss ein und fahren anschließend zur Seidenfabrik in Margilan. Auf vielen Reisen stehen Fabrikbesichtigungen auf dem Programm, aber diese ist aus meiner Sicht nicht so auffällig Touristen-orientiert, es ist sehr authentisch, zumal es sich offenbar um die einzige Seidenfabrik in Usbekistan handelt. Überall sind Leute am Arbeiten und man kann jeden Arbeitsschritt nachvollziehen, beginnend mit der verpuppten Raupe, von der die Fäden abgezogen auf aufgewickelt werden. Dann kann man sehen, wie die Seidenfäden entweder gefärbt oder mit einem Muster versehen werden. Anschließend werden die Spulen zum Weben vorbereitet. Das ist technisch nicht so einfach zu verstehen, die Fäden müssen vertikal und horizontal verschränkt werden, was vermutlich eine ziemliche Fummelarbeit ist. Zum Teil wird am Webstuhl gewebt, teilweise per Hand. In einer Halle sind emsige Frauen vertieft beim Teppichknüpfen. Ich frage, wie lange so ein bunter Teppich mit kunstvollem Muster dauert und erfahre, dass das schon mal 7 Monate dauern kann. Ich darf sogar auch kurz mithelfen beim Knüpfen und bin ganz stolz.

Der nächste Programmpunkt ist eine Keramikfabrik. Auch wirklich sehenswert, sie holen das notwendige Material zum Töpfern gleich hier irgendwo aus dem lehmhaltigen Boden, sodass schon seit Jahrhunderten in dieser Region die Keramikfertigung angesiedelt war. Nach dem Formen wird das Geschirr gebrannt, bemalt, glasiert und nochmals gebrannt. Es stehen sehr hübsche Teeschalen zum Verkauf.

Abends nehmen wir Kurs auf Fergana. Ich staune, wie schön Fergana ist: eine ganz neue Stadt, fast wie am Reißbrett entworfen, lange und gerade Straßen mit Sichtachsen auf besondere Gebäude, viele Grünstreifen, Bäume, zahlreiche Parks und tolle Architektur. Mit Gülsanam besichtige ich eine Shopping Mall, die im dritten Geschoss sogar eine Eislauffläche hat. Abschließend spazieren wir durch einen Vergnügungspark nahe der Universität und dann werde ich zum Flughafen gebracht. Gülsanam will im Herbstsemester nach Berlin kommen, da sie Germanistik studiert. Vielleicht treffen wir uns dort wieder.

Am Flughafen gibt es keine Abflugtafeln. Alle Fluggäste sitzen in einem Raum und das Flugziel wird aufgerufen.

In Taschkent angekommen, klappt auch hier die Abholung wieder einwandfrei. Allerdings mag ich das Hotel nicht besonders. Zum einen telefonieren die Leute am Empfang ununterbrochen, machen einen Riesenpapierkram, wirken abwesend und es dauert alles lange, obwohl ich als Einzige dastehe. Im Zimmer geht die Klimaanlage nicht, es ist superheiß, und die Toilette ist auch nicht besonders dicht. Da ich aber nur bis morgen hier bin, lasse ich es so auf sich beruhen. Das Essen im Restaurant ist lecker, leider komme ich mit den Scheinen noch nicht zurecht und denke, ich werde notfalls auch mit Dollar oder Karte bezahlen können. Damit sind die Kellner überfordert, aber schließlich wird eine Lösung gefunden.

Tag 7 – der Aralsee

Sehr früh geht es wieder zum Flughafen – Abflug nach Urgentsch. Heute soll ich meine Mitreisenden treffen, die aus Richtung Turkmenistan über die Grenze kommen. Bis dahin habe ich kein Programm, worüber ich bisher nicht weiter speziell nachgedacht hatte. Ich blättere während des Fluges im Reiseführer und dort steht, dass man von Chiwa aus auch den Aralsee besichtigen kann. Bingo. Es hatte mich bisher bei der Recherche immer geärgert, dass Usbekistan-Reisen immer nur das Standardprogramm enthielten und der Aralsee nie auf dem Programm stand. Das mochte natürlich daran liegen, dass sich vermutlich nur wenige Leute dafür interessieren und der Umweg doch ein gewaltiger ist. Der Reiseführer lässt natürlich auch keinen Zweifel daran, dass man zwar bis zum früheren Ufer nach Moynac fahren kann, aber bis zum tatsächlichen Ufer – das aktuell ca. 150 km weiter nördlich liegt – eine Zweitagestour notwendig ist. Aber die erste Variante würde mir reichen, ein Ausflug zum Schiffsfriedhof, und als ich vom Guide in Urgentsch abgeholt werde, ist das bereits mein zweiter Satz: Kann ich heute noch zum Aralsee fahren? Er schaut mich verwundert an, weil er eigentlich vorgesehen hatte, mich zum Abholen der anderen an die turkmenische Grenze mitzunehmen. Aber das schätze ich – bei über 40 Grad im Schatten – weniger interessant ein als den Aralsee. Im Hotel wird herumtelefoniert und ein versierter Fahrer gefunden, der heute Zeit hat und ein klimatisiertes Auto besitzt. Eine Strecke wird auf 5 Stunden geschätzt und ein Preis von 100 Dollar aufgerufen. Das finde ich ok und los geht’s halb 11. Im Auto finde ich diese Entscheidung immer noch sehr gut, da die Alternative in jedem Fall deutlich heißer gewesen wäre als die stundenlange Fahrt bei gekühlter Luft. Die Gegend ist recht interessant: zuerst geht’s über den Amudarya in die autonome Republik Karakalpakstan und nach dem Verlassen des Ballungsgebietes sieht man links und rechts Wüste. Und Tankstellen. Einmal kehren wir zum Essen in eine Gastwirtschaft ein, eine Art Saal, in dem träge und erschöpfte Menschen um die typisch flachen Tische herumsitzen bzw. auch liegen. Die Speisekarte ist nur schwer zu entziffern, aber Salat kann man bestellen. Die gesamte Rechnung für zwei Essen und Tee beträgt umgerechnet ungefähr 2 Euro.

Als die Landschaft etwas nasser wird, es sind einige Wasserstellen zu sehen, vermutlich Ausläufer des Amurdarja, dauert es nicht mehr lange bis zu einem Riesenschild mit den Buchstaben Moynac. Der Fahrer kennt sich überall gut aus, fährt zielgerichtet durch den Ort und bald stehen wir auf einer Terrasse mit Blick auf eine weite Landschaft – die früher mal ein See war. Es ist eine eigenartige Atmosphäre – Sand und Gras und flirrende Luft bis zum Horizont, das Sausen des Windes und direkt unten 12 rostige Boote nebeneinander, die den Eindruck einer abgestorbenen Landschaft verstärken. Darauf klettern ein paar junge Leute herum, die sich gern mit mir fotografieren wollen und staunen, dass ich heute von Chiwa hergekommen bin. Nach einer kurzen Verschnaufpause und dem Betrachten einiger aufgestellter Informationstafeln auf der Terrasse geht es gleich wieder zurück. Normalerweise kann man hier auch eine alte Fischfabrik besichtigen, aber nur wochentags.

Nach stundenlanger Fahrt in der Abendsonne ist rechts eine geheimnisvolle Festung zu sehen. Es handelt sich um Chilpik, einen zoroastrischen Turm des Schweigens, wie man ihn auch in Iran sehen kann. Wir fahren bis fast heran und klettern dann hoch und es zieht ordentlich. Oben hat man einen wunderbaren Ausblick beim Sonnenuntergang über die Wüste Kyzylkum und den Amudarya.

Tag 8 – Chiwa´s Altstadt

Das Hotel ist direkt neben der beeindruckenden alten Stadtmauer gelegen. Es hat einen guten Standard, sehr nettes Personal, aber das Frühstück ist wirklich nur mittelprächtig. Jeder bekommt drei Sachen auf dem Teller zugeteilt und das war's.

Nachdem nun unsere Reisegruppe vollständig ist, nehmen wir die Altstadt von Chiwa in Augenschein.

Eins der Wahrzeichen Chiwas, das wunderschöne halbe Minarett Kalta Minor, ist fast von überall her zu sehen. Khodjaev, unser Guide, schleppt uns in jede Medrese, in jedes Museum und natürlich auch in jeden Laden. Die Souvenirs sind wirklich unglaublich schön und auch geschmackvoll präsentiert. Besonders beeindruckend ist die Freitags-Moschee, in der es zahlreiche geschnitzte Säulen gibt und einen zentralen Lichtschacht, der durch den Kontrast mit dem ansonsten dunklen Raum ein fast dramatisches Ambiente bewirkt. Den Aufstieg auf das Islom-Xo'ja-Minarett breche ich nach fünf Minuten wieder ab. Es ist furchtbar eng und stockfinster, die Wendeltreppe hat unglaublich hohe Stufen und keinerlei Geländer. Ich komme kaum die ersten Stufen hoch, was mich wundert, normalerweise mache ich alle riskanten Dinge am liebsten, aber hier muss ich passen. Khodjaev vertröstet mich auf die Festung, von der aus man auch einen sehr guten Blick über die Stadt haben soll. Nach dem Mittagessen, bei dem wir das Nationalgericht Plov probieren, geht es weiter, wir müssen noch die restlichen 58 Museen und Medresen anschauen. Alles unglaublich reich verziert und aufwendig gestaltet. Auf dem Weg zurück zur Stadtmauer treffen wir auf eine Hochzeit. Mitten in der Stadt tanzen Leute auf der Straße und fordern uns zum Mitmachen auf. Wir filmen und fotografieren – und nach dem letzten Museum haben wir frei. Gut ist, dass das Hotel wirklich um die Ecke ist. So kann man kurz ausruhen, um dann wieder loszuziehen, denn wir wollen die Stadt noch im Abendlicht von der Festung aus betrachten. Dort oben gibt es sogar noch eine musikalische Darbietung einer kleinen Gruppe mit traditionellen Instrumenten. Wir beeilen uns, in ein Gartenlokal um die Ecke zu kommen, denn heute ist der Tag des WM-Finalspiels und alle Fußballfans – Einheimische und Touristen – scharen sich um eine Riesenleinwand.

Tag 9 – Buchara

Morgens geht es weiter nach Buchara. Unterwegs machen wir Station an einem Straßengrill, an dem man wieder auf den Bänken mit den typisch kurzen Tischen thront. Hier gibt es Spieße, Salat und Teigtaschen. Ich freue mich, dass ich feuchte Taschentücher dabeihabe, denn mit den sanitären Anlagen ist das unterwegs so eine Sache.

Am späten Nachmittag treffen wir in Buchara ein und werden im Hotel von einer sehr netten Dame in Empfang genommen, die uns herzlich auf Deutsch begrüßt. Es ist in den Zimmern mit der schönen Einrichtung sehr stimmungsvoll und das Hotel liegt direkt an einem kleinen Teich mit einigen Medresen ringsherum. Wir ziehen gleich los und schauen uns um. An dem Teich gibt es ein malerisches Restaurant, an dem es sich abends bei Musik und beim Anschauen der Springbrunnen fürstlich sitzen lässt. Wir erkunden auch schon den Weg zur Kalon Moschee, in der wir noch das Abendgebet mitbekommen. Eine märchenhafte Szenerie, auf dem Platz mit dem Minarett zwischen den beiden Medresen zu stehen.

Tag 10 – Buchara Stadtrundgang

Wir besichtigen zuerst das Samaniden-Mausoleum mit dem schlichten und zugleich prächtigen Innenraum, dann geht es weiter zur Bolo-Hauz-Medrese an einem kleinen Teich und schließlich gegenüber zur Festung. Die Sonne brennt unbarmherzig und so bin ich froh über jeden Aufenthalt im Inneren. Von hier aus hat man zwar theoretisch eine gute Sicht zu den Moscheen, allerdings ist genau diese Stelle abgesperrt und die Mittagszeit eignet sich ohnehin nicht gut zum Fotografieren. Wir finden stattdessen eine Cafe-Terrasse gegenüber des zentralen Platzes mit dem Kalon-Minarett und ruhen uns bei einer eisgekühlten Cola aus. Von hier aus kann man einigermaßen fotografieren. Als wir wieder erholt sind, geht es hinunter zur Moschee Kalon, die zweitgrößte in ganz Mittelasien, und danach zur Miri-Arab-Medrese gegenüber, von der man allerdings nur den Vorraum betreten darf. Auch das Minarett ist nicht zu erklettern. Wir wenden uns wieder Richtung Zentrum, bestaunen die Medresen Ulugbek und Abdulaziz Chan mit ihren ebenfalls prächtigen Eingangstoren und schlendern über den Basar. Mittagessen gibt es wieder am Teich, wo wir gestern abend schon waren, hier kann man es wirklich stundenlang aushalten und das Essen ist sehr gut. Der nächste Programmpunkt ist die Medrese Kukeltash und dann wollen wir noch die Moschee Chor Minor sehen, die sich von den restlichen Moscheen durch ihre gedrungene Form und die vier Minarette abhebt. Sie liegt mitten in einem Wohngebiet, man muss etwas hinlaufen, und es ist schön, ein wenig Alltagsleben der Einwohner hier zu schnuppern. Die ganze Stadt wirkt wie ein Freiluftmuseum und ich ernenne Buchara – obwohl wir noch gar nicht in Samarkand waren – zu meinem Highlight der Reise.

Auch nach diesem Programmpunkt bin ich froh, etwas freie Zeit im Hotel zu haben und glücklicherweise liegt es gleich um die Ecke. In Buchara ist alles fußläufig. Am Abend treffen wir uns zu einer Kulturveranstaltung in der Medrese Nadir Devon Begi, gleich neben dem Hotel. Wir hören einheimische Musik, dargeboten von acht Musikern mit exotischen Instrumenten und zwei Sängern und zwei Sängerinnen. Dazu tanzen vier Tänzerinnen mit abwechslungsreichen bunten Kostümen. Es gibt sehr viel zu sehen und wird keine Sekunde langweilig. Zwischendurch führen uns junge Damen aus einer anliegenden Boutique die neuste usbekische Mode vor – alles exquisite Stücke für festliche Gelegenheiten. Schade, dass es nach einer Stunde bereits vorbei ist. Wir unternehmen noch einen Spaziergang über den Basar, der noch immer geöffnet ist. Es gibt so wunderbare Keramik-Erzeugnisse zu sehen, dass es schwerfällt, nicht überall etwas zu kaufen. Aber ich befürchte, dass ein Teegeschirr oder ein kunstvoll-buntes Schachspiel nicht heil zu Hause ankommt. Ein Händler führt uns zu seinem Lager und dort können wir angesichts der überbordenden Pracht nicht widerstehen und kaufen doch etwas.

Es ist auch abends noch viel Leben in der Stadt, überall kann man in kleine Handwerksateliers in den einzelnen Medresen hineinschauen und den Handwerkern bei der Arbeit zusehen. Kunstvoll zubereitet ist auch das Eis, das man am Labi Hauz kaufen kann. Die Eismasse wird mit Früchten verquirlt und auf eine kühle Platte gestrichen, und nach dem Erkalten in kleinen Röllchen wieder abgeschabt, was sehr hübsch im Becher aussieht. Die Prozedur dauert eine Weile und daher bilden sich immer Schlangen. Es ist sehr lecker und lohnt das Warten.

Tag 11 – Samarkand‘s Medresen und Moscheen

Wir wollen uns beeilen wegen der Abfahrt – und dann geht der Strom weg. Das hatten wir auch schon in Chiwa erlebt und das Besondere hierzulande ist, dass es dann zeitgleich auch kein Wasser mehr gibt. Das ist natürlich in dem Moment, wo man halbfertig im Bad steht und auf einmal weder Strom noch Wasser hat, besonders ärgerlich. Was hätte ich gemacht, wenn ich eingeseift jetzt unter der Dusche gestanden hätte? Aber – kann keiner was dafür.

Wir fahren Richtung Samarkand und überlegen, ob wir noch den Wunsch eines Sonderausfluges nach Sharisabz verfolgen, lassen es dann aber sein, weil wir uns zu dritt nicht einigen können. Das ist der Nachteil von Demokratie. Außerdem wirkt es ein wenig so, als hätten weder Fahrer noch Guide dazu die rechte Lust.

Unterwegs gibt es die Fassade einer sehr alten Karawanserei zu sehen und einen historischen Wasserspeicher.

In Samarkand bin ich erst einmal etwas enttäuscht, weil ich Fotos von der Stadt mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund gesehen hatte, davon ist aber erst einmal nichts zu sehen. Die Stadt ist deutlich größer als Buchara, wenig malerisch, und das Hotel liegt nicht im Zentrum. Dort angekommen, müssen wir auch ca. eine Stunde in der Hotelhalle warten, bis die Zimmer fertig sind. Aber dann geht es gleich zum Registan. Das ist natürlich ein atemberaubender Platz, allerdings auch getrübt durch einige Bauarbeiten – was wohl nicht zu vermeiden war. Irgendwann mussten sie ja mal auftauchen, nachdem in Chiwa und Buchara nichts dergleichen die Sehenswürdigkeiten beeinträchtigt hatte. Dem Vergleich mit Profi-Fotos vom Registan halten unsere Fotos ohnehin nicht stand, auch hier wieder nicht die richtige Tageszeit. Man kann aber wunderbare Entdeckungen vom Detailreichtum der Wände, Säulen, Decken machen. Überall Mosaiken, Majolika, Schnitzkunst und Gold – das ist wirklich einzigartig hier. Wir schlendern ausgiebig durch alle drei Medresen und stellen fest, wie unterschiedlich sie alle sind. Überall sind kleine Geschäfte untergebracht. Besonders interessant finde ich ein kleines Atelier, in dem uns demonstriert wird, wie die typischen Mosaiken und Majolika entstehen. Nach langem zähen Verhandeln nehmen wir auch zwei Fliesen mit. Die Moschee Tillakori ist mit ihrem Goldglanz innen die prächtigste, aber die Sherdor-Medrese mit ihren charakteristischen Kuppeln der eigentliche Hingucker.

Auf dem Rückweg besichtigen wir noch das Denkmal des langjährigen Staatspräsidenten Karimov, werden inmitten einer großen Kindergeburtstagsrunde fotografiert und treffen sogar noch Reisende von vor ein paar Tagen.

Nun geht es zum Essen in ein recht schickes Etablissement, und die Herren bedauern, dass es hier kein Plov gibt. Dafür Spieße und einige weitere Gänge. Auf dem Rückweg zum Hotel sehen wir noch das Stadion und den Bahnhof.

Tag 12 – Samarkand Gräberstadt Shohizinda

Das Hotel liegt zwar nicht wirklich zentral, sondern in einem normalen Stadtviertel, aber Samarkand ist im Gegensatz zu den bisher besichtigten Städten auch viel größer. Das Frühstück ist sehr vielfältig und lecker.

Heute bahnen wir uns einen Weg durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zuerst steht das Observatorium des Ulug'bek auf dem Programm, von wo aus man einen guten Blick hat zu den Bergen, auf die Stadt und auch auf die Ausgrabungen von Afrosiyob. Im Museum kann man an vielen Ausstellungsstücken erkennen, wie weit die Wissenschaft in dieser Region im 15. Jahrhundert bereits fortgeschritten war.

Es ließ sich von der Reihenfolge leider nicht so einrichten, dass wir gleich zuerst morgens zur Gräberstadt Shohizinda gefahren waren, nun kommen wir zu einem Zeitpunkt, wo alle anderen auch dort sind und man immer Leute auf den Fotos hat. Nichts destro trotz ist das ein faszinierender Ort mit den ganzen prachtvoll gestalteten Mausoleen, innen und außen. Wir verbringen einige Zeit hier und schauen uns jedes Mausoleum ausführlich an. Danach gibt’s ein Eis und wir fahren zur Hazrat-Xizr-Moschee, die etwas neuer ist und einen malerischen Innenhof hat. Dort lauschen wir den Bet-Gesängen und bewundern die Aussicht auf Bibi Xanom. Dies ist nun die größte Moschee in ganz Mittelasien. Man muss dorthin nicht weit laufen. Im Innenhof kann man lange sitzen und den Blick auf die fein gearbeiteten Details der Fassaden und Kuppeln genießen.

Wir schlendern anschließend über den Basar und entdecken die besondere Form des usbekischen Brotes und zahllose Sorten von Trockenfrüchten und Nüssen.

Eine weitere äußerst prachtvolle Moschee steht noch auf dem Programm – Gur Emir, in der der historische Held Timur begraben liegt. Dessen gewaltige Statue auf einer Verkehrsinsel beschließt das Programm für heute. Und man kann danach wirklich nichts mehr anschauen. Wir schreiben Karten und verbringen noch etwas Zeit am Hotelpool.

Tag 13 – Taschkent

Nun ist der letzte Tag der Reise angebrochen und wir fahren nach Taschkent. Auf der Strecke wird der Fluss Syrdaria überquert und wir können nicht so gut aus dem Auto heraus fotografieren, weil der Fahrer auf der Brücke offenbar nicht sehr viel langsamer fahren kann. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass er stattdessen an einer anderen Stelle an den Fluss fährt, was er leider nicht macht.

In Taschkent geht es sofort los mit dem Programm, es steht auch nur ein halber Tag zur Verfügung. Zuerst schauen wir uns das Parlamentsgebäude an, dann geht’s zu einem großen Platz mit dem Hanaka Mausoleum und der Medresse Barak Chan. Hier werden die letzten Mitbringsel gekauft. Anschließend fahren wird zur berühmten Markthalle mit dem charakteristischen Gebäude. Innen halte ich das allerdings nicht lange aus, mir wird fast sofort schlecht von dem Fleischgeruch. Auch haben wir noch einiges vor und bleiben nicht lange auf dem Basar, auch wenn ich vor allem die ausgestellten Musikinstrumente sehr interessant finde. Wir fahren jetzt mit der U-Bahn und bestaunen die üppig gestalteten Bahnhöfe. Zum Essen geht’s ins Hotel Usbekistan, ein sehr beeindruckender Bauklotz am Amir-Timur-Platz. Wir fahren in die 17. Etage hoch und lassen uns dort gemütlich nieder. Es gibt eine sehr schöne Aussicht, aber man muss erst die Mitarbeiter bitten, eins der Fenster aufzumachen. Die Schnellsten sind sie hier nicht und so bekommen wir alle nacheinander das Essen statt gleichzeitig. Wieder unten, schlendern wir durch den schön angelegten Park (überall Springbrunnen) um das Timur-Denkmal herum. Alles sehr weitläufig und mit staatstragenden Gebäuden ringsherum.

Es gibt auch eine schöne Einkaufspassage mit Straßenkunstwerken, wo wir uns ausgiebig fotografieren. Der letzte Programmpunkt ist die Oper, die leider heute keine Vorstellung hat und nicht von innen besichtigt werden kann. Jetzt wird es dunkel und wir fahren zurück ins Hotel – morgen früh ist wegen des Rückfluges Aufstehen bereits halb 5.

Passende Reisen von DIAMIR

  • Turkmenistan • Usbekistan

    Große Seidenstraße Teil 2

    Die beiden Wüstenstaaten unserer großen Fernroute in einer gut zweiwöchigen Kombination zusammengefasst

    ab 2690 EUR zzgl. Flug
    • Dauer 17 Tage
    • 4–12 Teiln. Teilnehmer
    • leicht
    • Bewertungen
    • TKMUSB