Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Ja Man! Auf nach Jamaika.

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Der Boardingbereich, beim Umsteigen am Flughafen in Toronto (Kanada) ist voller bunt gekleideter Menschen. Die Männer tragen lange, teilweise graue Rastazöpfe und die Frauen die wildesten Frisuren überhaupt.
Ja Man! Es geht nach Jamaika.

Aus dem Flugzeug ausgestiegen trifft mich eine Wand aus tropisch schwülem Wetter bei 33 Grad und strahlendem Sonnenschein. Ein süßer Duft liegt in der Luft und ich kann nur erahnen, woher dieser stammt. Ich nehme vorweg: Jamaika hat weitaus mehr zu bieten als die typisch tropische Vegetation und die dunkelhäutigen Rastafaris.
Die nächsten Tage verbringe ich mit dem gebürtigen Jamaikaner Aneif und zwei weiteren Mitreisenden, die den gleichen Zweck wie ich verfolgen: die Antilleninsel über die besagten Stereotype hinaus kennenzulernen.

Drei Nächte im Luxushotel Jamaica Inn waren mein Einstieg in die Reise und der Traum schlecht hin. Weißer Sandstrand, Frühstück mit Ausblick auf türkisblaues und kristallklares Wasser und Wassertemperaturen, die bereits in den frühen Morgenstunden zum Baden eingeladen haben. Hier kommt pures Karibikfeeling auf.

Den Spuren des Reggae zu folgen ist einer der Höhepunkte in Jamaika. Nine Miles – der Besuch des Geburtsortes von Bob Marley ist ein geschichtsträchtiges Erlebnis, das man auf einer Reise nicht auslassen sollte. So führte auch unser Weg dorthin. Aneif hat uns sicher und souverän über die engen Straßen hinauf zum Bon-Marley-Mausoleum gebracht. Bei der Führung durch die Anlage mit mehreren Häusern und kleinen Kapellen wurde mir bewusst, wie prägend Bob Marley für das Land war und immer noch ist.

Die Natur ließ nicht lange auf sich warten und der Name DIAMIR Erlebnisreisen war Programm. Wasserfälle zum Hinaufklettern – ein für mich vollkommen neues und absolut aufregendes Abenteuer. In Badekleidung ging es mit einem Guide nicht nur über Stock und Stein, sondern durch Pools und über algenbesetzte Felsformationen, überströmt von glasklarem und kaltem Wasser. Eine herrliche Abwechslung bei den tropischen Temperaturen und an der ein oder anderen Stelle auch eine wackelige Angelegenheit. Verglichen waren die Dunn´s River Falls und die Reach Falls beide einen Besuch Wert. Die Reach Falls sind jedoch ein kleines Paradies für sich. Wir schwammen durch die menschenleeren azurblauen Wasserbecken und lauschten dem Vogelkonzert um uns herum. Wer mutig war konnte bei einem kleinen Absprung vom Felsen, neben dem Wasserfall auch das Adrenalin in den Ohren rauschen hören.

Der Weg führte uns weiter in die Blue Mountains, wo uns nicht nur ein atemberaubender Panoramablick, sondern auch der angeblich beste Kaffee der Welt erwartete. Bei einer kleinen Wanderung eröffnete sich die überaus schöne Landschaft der Insel. Die Karibik und Jamaika sind so viel mehr als nur Strand mit windgebogenen Palmen und glasklarem Wasser. Auf der Pirsch, durch dichtes Grün erklärte uns der Guide verschiedene Pflanzenarten. Sein geschultes Auge war stets wachsam, denn das ein oder andere Mal konnten wir auch schillernde Vögel in den Baumkronen entdecken.

Die Faszination Natur ging weiter: bei einem Rundgang auf einer Kaffeeplantage bekamen wir erklärt, wieso der Blue Mountain Kaffee einer der besten Kaffees der Welt sein soll. Wie der Name verrät befinden sich die Kaffeesträucher in gewisser Höhenlage in den Bergen. Das besondere Klima aus Nebel, niedrigen Temperaturen und starkem Niederschlag sorgt dafür, dass der Kaffee langsamer wächst. Aufgrund des langen Reifeprozesses entsteht ein spezielles Aroma mit Alleinstellungsmerkmal und Wiedererkennungswert.

Ganz den Stereotypen können wir trotzdem nicht ausweichen und so finden wir uns bei Worthy Park Estate ein. Eine Destilliere, die seit 1670 Rum herstellt. Ein weiterer Höhepunkt, der bei einer Jamaikareise nicht fehlen darf. Natürlich gibt es verschiedene Rumbrennereien, die alle von sich behaupten, den besten Rum zu produzieren. Ich empfehle jedoch einen Besuch bei einer kleineren Brennerei, wie Worthy Park Estate.

Wir wären nicht auf Jamaika, nicht in der Karibik, wenn wir auf unserer Reise nicht auch traumhafte Badebuchten mit feinen Sandstränden, Palmen und Bananenbäume, Kokosbäume gesehen und allerhand exotischer Früchte probiert hätten. Es ist und bleibt ein Reiseziel, wie man es sich im Bilderbuch vorstellt, aber eben nicht nur.
Man muss sich auf enge Straßen, lauten Reggea, Street-Food am Straßenrand und kontaktfreudige Jamaikaner, geschäftiges Treiben auf den Straßen, Reichtum sowie Armut einstellen – aber all dies ist in keinem Fall abschreckend – es ist einfach Jamaika. Es verleiht dem Land den Charme und Charakter, den es verdient und als Reisedestination wahnsinnig interessant macht.
Die Herzlichkeit der Rastafaris wird mir immer im Gedächtnis bleiben und mich bei jedem Foto oder Video in diese Tage zurückversetzen.

Auf Patois: Lata mi fren. Soon forward again!
Zu Deutsch: Bis später mein Freund! Ich werde schnell zurückkommen.

Ihre Theresa Hermsen,
Team Lateinamerika und Karibik