Zwei Kinder in traditionellen Booten auf einem Gewässer, umgeben von Hütten und grünem Wasser. Eines winkt fröhlich.

Außeralltägliches in Westafrika - Kulturreise zur Wiege des Voodoo

Magie, Geschichte und Kultur: Eine Reisebericht durch Westafrika

Teilen Thorsten Doss 16.01.2019

Wer mit offenen Augen durch Städte und Dörfer dieser Region geht, findet vor jedem Haus und an jeder Ecke Symbole und Indizien, die darauf schließen lassen, dass an diesem Ort Rituale ausgeführt werden…

Rituale, Symbole und Spiritualität

Stattet man den Ländern Ghana, Togo und Benin einen Besuch ab, dringt man sehr schnell in die Bedeutung und das Wesen lokaler Religionen, wie der des Voodoo ein. Wer mit offenen Augen durch Städte und Dörfer dieser Region geht, findet vor jedem Haus und an jeder Ecke Symbole und Indizien, die darauf schließen lassen, dass an diesem Ort Rituale ausgeführt werden, oder spezielle Voodoopriester leben. Gerade Benin und Togo gelten als die Wiege des Voodoo – einer Religionsgemeinschaft, deren Anhänger, welche auch Christen oder Muslime sein können, mit Geistern oder Ahnen durch unterschiedliche Tänze und Rituale kommunizieren. In den Ausdrucksformen geht es um Kräftebeweis, das Erbeten von Glück und Gesundheit oder Schutz – die in Trance versetzten Gläubigen essen Rasierklingen, versuchen sich mit Messern zu verletzen oder reiben ihr Gesicht mit Chilischoten ein. Jede Voodoozeremonie, jeder Tanz ist von Dorf zu Dorf unterschiedlich und hat damit eine jeweils eigene Praxisauslegung.

Messertanz in Lome
Voodoogeister gehören zum Alltag der Gläubigen.
Priester und Orakel des Königs der Yom in Taneka

Gesichte und Kultur 

Die von mir besuchten Länder Ghana, Togo, Benin und Elfenbeinküste – erlebten eine traurige Geschichte: „Goldküste“, „Sklavenküste“ oder wie auch heute noch „Elfenbeinküste“ sind von Europa geprägte Begriffe und benennen die dort gehandelten „Ressourcen“. Die Geschichte des Sklavenhandels wird vor allem beim Besuch von Ouidah konkret – hier kann man die Strecke vom eigentlichen Sklavenmarkt bis hin zur „Pforte ohne Wiederkehr“ durchschreiten. Bis zu Beginn des 19. Jahrhundert wurden von hier unzählige Menschen in Richtung Amerika verschifft.

Neben den historischen Eindrücken begeistern aber immer wieder Menschen sowie deren Kultur und Lebensweise. Ein Besuch im Stelzendorf Ganvie geht nur mit dem Boot. Fast alle Häuser stehen inmitten des Nakoue-Sees, meist auf Stelzen oder auch auf kleinen Inseln. Händlerinnen fahren von Haus zu Haus, Kinder rudern zur Schule – das ganz normale Leben findet hier auf dem Wasser statt.

Kintampo Wasserfal in Ghana
Das Tor ohne Wiederkehr
Tata-Somba Behausung bei Tamberma in Togo

Ein Blick auf Ghana

Ghana begeistert vor allem durch das präsente Königreich der Ashanti. Deren Oberhaupt, der Asantehene, lädt in Kumasi regelmäßig zum Akwasidae-Fest ein. Hier treffen sich die Würdenträger der verschiedenen Ashanti-Clans und bieten dem König ihre Dienste und Geschenke an. Auch in Ghana wird die historische Seite der ehemaligen Goldküste beleuchtet: an der Küste befinden sich über 50 ehemalige Forts und Festungen unterschiedlichster europäischer Nationen, welche den regen Handelsplatz seit dem 17. Jahrhundert für die Region symbolisieren. Beim Besuch der Festungen Sao Jago da Mina in Elmina als auch des Cape Coast Castle in Cape Coast wird die Geschichte Ghanas aber auch unsere Geschichte erlebbar.

Legba Statue in Togoville

Bereit für spektakuläre Riten, Landschaften und Zeremonien? Hier geht's zur Reise!

Ein Zangbeto verkleidet in bunten, langen Fasern bei einer traditionellen Zeremonie in Benin. Zuschauer beobachten die Zeremonie vor einem strohgedeckten Haus.
TOGBEG

Magie Westafrikas: Königreich Ashanti und Dahomey, Egungun- und Zangbeto-Masken, Lehmburgen und Sklavenforts

ab 2390 EUR zzgl. Flug
Dauer 13 Tage / 6–12 Teilnehmer
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