Brasilien - Unterwegs im Reich des Jaguars
Intensive Naturbegegnungen im Pantanal und dem südlichen Amazonas
Schon lange wünschten wir uns, einen Jaguar in der freien Wildbahn zu beobachten. Und dieser Wunsch ging jetzt in Erfüllung! Während der Gruppenreise ins Pantanal und der anschließenden Individual- Verlängerung hatten wir insgesamt 10 Jaguar-Sichtungen. Daneben gab es aber noch unzählige weitere, teilweise unerwartete Tierbegegnungen.
Diese intensive Reise wird uns lange in Erinnerung bleiben!
Tierbegegnungen auf der Transpantaneira
Schon die Fahrt ins Pantanal über die Transpantaneira war eine aufregende und abenteuerliche Erfahrung! Die Landschaft ist atemberaubend schön und die Nähe zur Natur ließ uns ehrfürchtig erstaunen. Wir konnten von der Straße aus eine Vielzahl von Tieren beobachten, wie z.B. Kaimane, Capybaras, Sumpfhirsche und unzählige Wasservögel. Aber das absolute Highlight war ein Großer Ameisenbär! Er suchte für ein paar Minuten direkt am Straßenrand nach Nahrung und ließ sich dabei von uns überhaupt nicht stören.
Spannende Jaguar-Safaris von der Barco Mutum
Am Ende der Transpantaneira wartete das Hotelschiff Barco Motum auf uns. Wir legten direkt zum Sonnenuntergang ab und fuhren ca. 2h stromaufwärts, um mitten im Herz des Pantanal zu ankern. Hier war die Barco Mutum die schwimmende Ausgangsbasis unserer täglichen Safaris. Denn in diesem Gebiet lebt eine relativ dichte Jaguar-Population und die Chancen, eine der seltenen Raubkatzen zu sehen, stehen sehr gut.
Nach einer kurzen, vor Aufregung fast schlaflosen Nacht ging es am frühen Morgen mit den beiden Booten der Barco auf zur ersten Jaguar-Safari. Wir starteten kurz nach Sonnenaufgang und schon nach wenigen Minuten gab es den ersten Stopp: Eine Familie Riesenotter zog verspielt am Flussrand entlang!
Doch hier konnten wir nur einen Moment verweilen, denn der erfahrene Bootsführer drängte auf rasche Weiterfahrt. Den Grund dafür konnten wir schnell sehen: Ein Jaguar-Weibchen schlummerte friedlich im warmen Licht des Sonnenaufgangs am Flussufer! Gelegentlich zuckte sie, rekelte sich genüsslich und verschwand nach ein paar Minuten in der dichten Vegetation. Was für ein emotionales Erlebnis!
Insgesamt konnten wir auf den Boots-Safaris während der zwei Tage 8 Jaguare sichten. Wir hätten niemals erwartet, so viele Begegnungen zu haben. Unsere kompetente Reiseleiterin Milca Zucchi gab uns zu dem Gebiet wertvolle Informationen. Besonders interessierten uns natürlich die Jaguare, ihre Lebensweise, die Bedrohungen und speziell was nötig ist, um diese gefährdete Art zu schützen.
Tier-Beobachtungen vom Kanu und Motorboot
Neben den Bootsfahrten von der Barco Mutum hatten wir auch in einigen Lodges die Möglichkeit, Tiere aus der Wasserperspektive zu beobachten. Unzählige Fischfresser lauern an den Gewässerrändern auf Beute. Wir konnten z.B. Fischbussarde, verschiedene Reiher- und Eisvogelarten, Kormorane sowie Schlangenhalsvögel sehen. Ein besonderer Moment war es für uns, als sich der farbenprächtige Speerreiher für ein paar Sekunden vor der Kamera zeigte.
Zu Fuß durch die verschiedenen Landschaften des Pantanal
In einigen Lodges konnten wir an geführten Wanderungen teilnehmen. Mehrmals erstiegen wir Aussichtstürme mit Höhen von 25 – 50m. Es hat sich durchaus gelohnt, die luftigen Höhen zu erklimmen. Besonders die Sonnenaufgänge über der weiten Landschaft sind spektakulär. Und danach konnten wir das Erwachen der Vögel auf Augenhöhe in den Baumkronen erleben.
Oft führten die Pfade durch die Galeriewälder der Flüsse. Hier war besonders die Vielfalt der Vögel sehr beeindruckend. Daneben ließen sich aber auch ein paar Säugetiere blicken: Affen, Capybaras, eine Gruppe Pekaris und eine Familie Nasenbären kreuzten unseren Weg.
Bei der Wanderung in der offenen Savanne ging völlig unerwartet ein weiterer, lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Wir entdeckten Familie Kaninchenkauz bei ihrem Nest!
Auf Jeep-Safaris
Ähnlich wie in Afrika haben wir die Natur des Pantanal auch auf einigen Jeep-Safaris erkundet. Gegenüber den Wanderungen boten diese den Vorteil, größere Gelände der Lodges kennen zu lernen. Wir sahen bei Tag Nandus, verschiedene Affenarten, kleinere Säuger, viele Vögel und einen weiteren Jaguar.
Ein besonderes Highlight war es für uns, eine Familie Hyazintharas an ihrer Bruthöhle zu beobachten. Geschickt benutzen die wunderschönen Vögel ihren Schnabel um Nüsse zu knacken und um zu klettern.
Eine völlig andere Natur zeigte sich auf den Nachtsafaris: Während viele Tiere schliefen erwachten z.B. die Tapire. Nachtaktive Vögel, ein Jaguar und ein Ozelot waren zur Jagd unterwegs.