Die Höhepunkte der Andenstaaten
Unterwegs zwischen Alpacas, Altiplano und Anden
Der Sturm peitscht über die Dali-Wüste, die Staubwolken begleiten die Allradfahrzeuge, die Autotür bekommt man kaum auf und dazu beginnt ein leichter Kopfschmerz…Herzlich Willkommen im bolivianischen Altiplano auf knapp 5000m! War diese Reise wirklich die richtige Entscheidung nach 11 Jahren wieder nach Südamerika? War sie!
Nordchile – Ab in die Wüste
Einem Kurzbesuch in der Hauptstadt Santiago de Chile folgt die Reise in den Norden des Landes, San Pedro de Atacama lautet unser Ziel. Reiseleiter Gonzalo zeigt uns mit Begeisterung seine Wahlheimat (eigentlich stammt er aus dem äußersten Süden von Chile aus Patagonien). Spaziergänge im Mondtal, Sundowner-Picknick an Felsen und bunte Hochlandlagunen – San Pedro hat viel zu bieten und ganz nebenbei akklimatisieren wir uns an die Höhe. Beim Mittagessen im kleinen Ort Socaire kommen alle zusammen, das Finale der Fussball-WM 2026 begeistert groß und klein.
Altiplano – Im bolivianischen Hochland
Aus dem Norden Chiles gelangen wir auf dem Landweg nach Bolivien und arbeiten uns schnell in größere Höhen vor. Viel Trinken und nicht überanstrengen, vielleicht ein Coca-Tee – so lauten die Tipps von Reiseleiter Juan Carlos. Und die jahrelange Erfahrung geben ihm recht, die Kopfschmerzen verschwinden und die beeindruckende Landschaft zieht uns in ihren Bann. Vom Vulkan Licancabur vorbei an spektakulären Hochlandlagunen führt die Piste bis auf 5005 m Höhe – der Höhenrekord für die meisten in der Gruppe! Geysire, brodelnde Schlammquellen, aktive Vulkane und tolle Felsformationen – das Altiplano beeindruckt mit ganz viel wunderschönem „Nichts“. Immer wieder stoppen die Jeeps, wir fotografieren und staunen – am Parkplatz huschen sogar Viscachas ums Auto. Diese Mischung aus Kaninchen, Chinchilla und Eichhörnchen lebt hier im Hochland zwischen den Felsen und genießt die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Felsen.
Salar de Uyuni - Weiß bis zum Horizont
Von den vielen Farben im Altiplano könnte der Kontrast im Salar de Uyuni nicht größer sein – wir sind in jede Richtung bis zum Horizon von weißem Salz umgeben. Der Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens ist mit über 10.000 Quadratkilometern die größte Salzwüste der Erde und zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften Südamerikas. Die scheinbar endlose weiße Ebene, umgeben von farbenprächtigen Lagunen, Vulkanen und der Weite des Altiplano, vermittelt das Gefühl, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Mitten im Salar liegt die Kakteeninsel Incahuasi. Die felsige Insel ist von riesigen, teilweise mehrere hundert Jahre alten Säulenkakteen bedeckt. Die scheinbar grenzenlose Weite des Salar schafft ideale Bedingungen für kreative Perspektivaufnahmen. Da am Horizont kaum Bezugspunkte vorhanden sind, entstehen tolle optische Täuschungen, bei denen Größenverhältnisse bewusst verändert werden können. So scheinen Menschen auf Spielzeugfiguren zu sitzen, aus einer Flasche zu trinken oder von einem riesigen Dinosaurier verfolgt zu werden - wir toben uns aus!
Millionenmetropole La Paz – Seilbahn ohne Skiurlaub
Über 1000 Höhenmeter liegen zwischen den höchsten und niedrigsten Stadtteilen von La Paz, der höchst gelegene Regierungssitz der Welt heißt es gern. Die Stadt verfügt über ein weltweit einmalige Seilbahnnetz – was bei uns Straßenbahnen sind, wird dort mit einer Seilbahn erledigt. 11 Seilbahnen verbinden die Stadtteile und sollen die engen Straßen entlasten, das vollwertige öffentliche Verkehrssystem der Seilbahnen ist gleichzeitig eine großartige Möglichkeit für Sightseeing! Die insgesamt mehr als 30km Seilbahnstrecke wurde von der bekannten österreichischen Firma Doppelmayer erbaut, der Name ist jedem Wintersportler ein Begriff. Die engen Gassen in der Innenstadt müssen wir natürlich auch zu Fuß erkunden! Der Hexenmarkt bietet neben traditionellen Heilkräutern auch – für unsere Kultur – skurrile Ritualgegenstände wie getrocknete Embryonen von Llamas oder Alpakas.
Vor den Toren von La Paz besuchen wir natürlich das Machu Picchu Boliviens: Tiwanaku – eine präkolumbische Ausgrabungsstätte. Tiwanaku war das Zentrum einer hochentwickelten Kultur, die lange vor den Inka existierte. Filigrane Steinarbeiten und riesige Tempelruinen aus der Zeit zwischen 500 bis 1000 nach Christus – unvorstellbar, welche handwerklichen Leistungen hier Jahrtausende überdauert haben.
Titicacasee – Zwischen Sonnen- und Mondinsel
Am Morgen gleitet das Boot über die weite Wasserfläche des Titicacasees, fast schon ein Binnenmeer, zur Mondinsel. Zwischen den Ruinen des ehemaligen Inka-Heiligtums schweift unser über das tiefblaue Wasser bis zu den schneebedeckten 6000er Gipfeln der Königskordilliere. Anschließend geht es weiter zur Sonneninsel, die nach der Inka-Überlieferung als Geburtsstätte ihres Reiches gilt. Mit dem Abend verändert sich die Stimmung auf der Insel. Nachdem die letzten Tagesbesucher abgereist sind, kehrt Ruhe ein. Die untergehende Sonne taucht den Titicacasee in warme Farben und die umliegenden Berge zeichnen sich am Horizont ab. Der Wecker für den nächsten Tag klingelt bereits 6:30 - das Hotel liegt so ideal, das wir aus dem Bett den Sonnenaufgang hinter der Cordillera Real genießen können. Was für ein Start in den Tag!
Im heiligen Tal der Inka – alte Steine überall
Mittlerweile sind wir in Peru angekommen und das heilige Tal der Inka ist ein Muss für jeden Peru-Besucher – hier lauern „alte Steine“ an jeder Ecke, wir sind quasi von Inka-Ruinen umzingelt. Von den Inkaruinen in Pisac, geht es weiter nach Ollantaytambo – auch hier sind riesige Ruinenkomplexe zu entdecken. Unsere Reiseleitung Mileny lotst uns durch die Terassen. Mit dem Zug geht es weiter zur bekanntesten Inkaruine überhaupt – Machu Picchu. Seit meinem letzten Besuch vor 17 Jahren hat sich einiges getan – die Besucherzahlen wurden limitiert, Tickets und feste Rundwege müssen mitunter weit im Voraus gekauft werden. Die Anlage selbst sorgt aber nach wie vor mit ihrer Lage hoch über der Urubamba-Tal, mit ihren Ausmaßen und der feinen Bauweise für Gänsehaut. Es ist kaum vorstellbar, wie die Inka die Baumaterialien teilweise kilometerweit transportiert haben, wie präzise und langlebig die Mauern gestaltet wurden und wie genau astronomische Zusammenhänge und Sonnenzyklen bekannt waren – das vor über 500 Jahren!
Vor 11 Jahren habe ich Südamerika das letzte Mal bereist, vor 17 Jahren das erste Mal – das Fazit: Die nächste Südamerika-Pause darf nicht so lang werden!