Drei Wochen China - Zwischen Naturwundern und jahrtausendealter Kultur
Auf den Spuren von Goldstumpfnasen, Pandas & Co.
Jeder Tag bot neue Eindrücke und abwechslungsreiche Erlebnisse. Neben intensiven Tierbeobachtungen erhielten wir auch Einblicke in die spirituelle und kulturelle Seite Chinas beim Besuch jahrhundertealter Tempelanlagen. Ein besonderes Highlight war die Beobachtung der seltenen Goldstumpfnasen. Aber auch Begegnungen mit Roten Pandas, Takinen und der vielfältigen Vogelwelt bereicherten unsere Reise.
Chengdu
Bereits die Anreise nach China begann mit einem spektakulären Sonnenaufgang. Der Himmel färbte sich in beeindruckenden Orange- und Rosatönen. Dieser Moment war ein stimmungsvoller Auftakt unserer Reise und verstärkte die Vorfreude auf die bevorstehenden Erlebnisse.
Die Hauptstadt der Provinz Sichuan, Chengdu, beeindruckte uns trotz ihrer Größe mit einer überraschend entspannten und gut organisierten Atmosphäre. Auffällig waren für uns die Sauberkeit im öffentlichen Raum und die weit verbreitete Elektromobilität. Elektroroller, Elektroautos und Busse prägten das Stadtbild und trugen zu einer für eine Millionenmetropole bemerkenswert ruhigen Umgebung bei.
Wir besuchten in Chengdu mehrere historische Pagoden und kunstvoll gestaltete Klosteranlagen. Sie bildeten einen spannenden Kontrast zur modernen Skyline und zeitgenössischen Architektur der Stadt. Zwischen dem urbanen Leben außerhalb und der ruhigen Atmosphäre in den Tempelanlagen wurden für uns die Verbindung von Tradition und Moderne sehr deutlich.
Besonders intensiv erlebten wir die Lebendigkeit Chengdus in den Abendstunden. Rund um die Anshun Brücke prägten Straßenstände, Teehäuser und Restaurants das Stadtbild und gaben Einblicke in das lokale Nachtleben. Entlang des Wassers und in den belebten Vierteln wurde für uns die gesellige und zugleich entspannte Seite der Stadt spürbar.
Wolong Shenshuping Panda Base
Rund um Chengdu konnten wir einen guten Einblick in die Bedeutung des Panda-Schutzes in dieser Region gewinnen. Der Giant Panda National Park verbindet weitläufige Berglandschaften zu einem wichtigen Schutzgebiet für den Großen Panda. Auf unseren Ausflügen wurde deutlich, wie eng hier Natur, Forschung und Artenschutz miteinander verknüpft sind.
Ein besonderer Höhepunkt unserer Reise war der Besuch der Wolong Shenshuping Panda Base. Dort konnten wir Große Pandas in naturnah gestalteten Gehegen aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. Gleichzeitig erhielten wir Einblicke in die Bedeutung der Einrichtung als wissenschaftliches Zentrum, in dem Aufzucht, Pflege und der Schutz dieser seltenen Tiere eine zentrale Rolle spielen.
Am bewegendsten war für uns die Fütterung zweier Panda-Jungen. Als der Pfleger sie aus dem Tierhaus getragen hat, waren wir einfach überwältigt! Wir konnten ihre tapsige Neugier, verspielte Unbeholfenheit und friedliche Ausstrahlung aus nächster Nähe beobachten. Was für eine Freude!
Begegnungen in der Natur
Wir verbrachten viel Zeit im Giant Panda National Park. Er dient aber nicht nur dem Schutz der Großen Pandas in ihrem natürlichen Habitat, sondern umfasst ein weitreichendes Schutzkonzept ganzer Ökosysteme. Dazu zählen Bergwälder, Bambusgebiete und alpine Landschaften. Ziel ist es, die zuvor getrennte Schutzgebiete miteinander zu vernetzen, die biologische Vielfalt zu erhalten und stabile Lebensräume für verschiedene bedrohte Tierarten zu schaffen.
Auch ohne Sichtung des Großen Panda in freier Wildbahn waren die Tierbeobachtungen im Nationalpark für uns sehr eindrucksvoll. Besonders hervorzuheben sind unsere Beobachtungen von Goldstumpfnasenaffen, Roten Pandas und Takinen. Diese seltenen Arten in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen gab uns einen guten Einblick in die Vielfalt der dortigen Tierwelt.
Auch die Vogelwelt des Parks war für uns sehr interessant zu beobachten. In den Bambus- und Bergwaldgebieten begegneten wir unter anderem Grauhaubenmeisen, Rotschnabelkittas sowie verschiedenen Sonnenvögeln. An diesen kleineren und oft weniger beachteten Arten konnten wir die hohe Biodiversität dieses Ökosystems gut erkennen.
Buddhismus
Während der Reise wurde deutlich, dass sich buddhistische Einflüsse nicht nur in religiösen Praktiken, sondern auch in Philosophie, Kunst und Alltagskultur widerspiegeln. Die Tempelanlagen dienten nicht ausschließlich religiösen Zwecken, sondern waren zugleich öffentliche Räume, die von Einheimischen und Reisenden gemeinsam genutzt wurden. Elemente wie Räucherwerk, Gebetsfahnen und regelmäßig erklingende Glocken vermittelten einen Eindruck davon, wie Tradition und Gegenwart miteinander verbunden sind.
Touristische Highlights
Neben den Sehenswürdigkeiten in der Natur besuchten wir auch bekannte touristische Ziele wie z.B. die Schilfrohrflötenhöhle. Die Höhle besteht aus Karstformationen, die über Millionen von Jahren durch Wassererosion entstanden sind. Sie zeigen sich in Form von Tropfsteinen wie Säulen, Vorhängen und wasserfallartigen Strukturen. Durch gezielte Beleuchtung werden diese Formationen in sehr intensiven Farben kunstvoll hervorgehoben.
Die Kalkterrassen im Huanglong Scenic Area erscheinen wie kaskadenartig angeordnete Becken entlang des Berghangs. Diese Becken zeigen je nach Lichteinfall und Mineralgehalt unterschiedliche, spektakuläre Farbnuancen, darunter Türkis-, Gold- und Grüntöne. Diese waren auch zu unserer Überraschung bei den niedrigen Temperaturen im Winter gut sichtbar.
Besonders freuten wir uns auf den Besuch bei den Kormoranfischern am Li-Fluss. Allerdings setzte kurz vorher starker Regen ein, der zum Glück schnell wieder nachließ. Für einen kurzen Moment kam die Sonne durch die Wolkendecke und hüllte die Landschaft in ein gedämpftes, leicht goldenes Licht.