Orang-Utan hängt an einem Baumstamm im dichten Wald mit grünem Laub, Region unbekannt.

Dschungel, Vulkane und Drachen

Eine Fotoreise durch Indonesien

Teilen Susanne Albinger 07.03.2026
Susanne Albinger

Beeindruckende Vulkane, friedliche Waldmenschen und lächelnde Drachen: Indonesien hat uns mit seiner Vielfalt überrascht und wir kamen mit einigen Tausend Fotos von dieser Reise zurück.

Bei den Waldmenschen

Noch ist es ruhig, die ersten Sonnenstrahlen tauchen über den Baumwipfeln auf. Mit einem Kaffee sitze ich am Bug, betrachte die vorbeiziehende Landschaft und lasse den gestrigen Tag mit seinen Erlebnissen bei den sanften Bewohnern der Urwaldbäume Revue passieren. 

Lautes Geraschel der Blätter kündigte ihr Kommen an, bevor ein haariger Arm oder Bein im Grün sichtbar wurde. Sie sind wahre Artisten der Baumwipfel, die sich in allen möglichen Posen im Geäst bewegen. Manchmal ist nicht erkennbar, was nun Arm oder Bein ist oder wo der Kopf zu vermuten ist. Einige der Jüngeren vollführten richtige Kunststücke vor unseren Augen, ganz so, als wollten sie dem zahlreichten Publikum zeigen, was sie schon alles können. Und gleichzeitig sind alle ihre Bewegungen gemächlich, fast schon in Zeitlupe, als würden sie vor dem nächsten Schritt erst mal nachdenken, ob sich der Aufwand lohnt - oder ob die fünf Bananen in der einen Hand fürs erste schon genug sind. Als hätten sie alle Zeit der Welt.

Am schönsten sind allerdings die Mütter mit ihrem Nachwuchs zu beobachten, der sich im dichten Fell festkrallt, aber ab und zu schon einen kleinen Solo-Ausflug wagt. Kindliche Gesichter, die immer die Mama im Blick haben, auch wenn sie kurz die Umgebung erkunden oder kleine Purzelbäume in den Ästen vollführen. Liebevoll beobachtet von der Mutter, die auch mal kurzen Prozess macht und den kleinen Ausflügler wieder zurück in ihre Obhut holt.

Nachdenklicher Blick
Fast schon akrobatisch
Mutterliebe
Bild 1: Nachdenklicher Blick Susanne Albinger
Bild 2: Fast schon akrobatisch Susanne Albinger
Bild 3: Mutterliebe Susanne Albinger

Beeindruckende Herren und verspielte Youngsters

Ich bin überrascht von den unterschiedlichen Charakteren, die zu beobachten sind, der Mimik und den verschiedenen Gesichtern. Jeder für sich ein ganz eigenes Individuum.
 

Die mächtigen Herren mit ihren ausladenden Backen und massigen Körpern bequemen sich nur ab und zu auf den Futterplatz - und beanspruchen ihn dann auch ganz für sich allein. Kein anderer Artgenosse wagt sich dann in ihre Nähe. Und manch einer der Herren zeigt auch, was er von den zahlreichen Schaulustigen hält, indem er uns einfach seinen mächtigen Rücken zuwendet.
 

Da finde ich die Youngsters, die einen kleinen Kampf austragen oder vollbepackt mit Bananen in den Baumwipfeln verschwinden, wesentlich interessanter.
Das Schiff biegt in einen Seitenarm des Flusses ab, vorbei am Schild, das schon das Camp ankündigt. Und bald sehen wir auch schon ein Knäuel von Schiffen, die sich an den schmalen Holzsteg kuscheln. Wir gesellen uns dazu und an Bord wird es auf einmal lebendig, jeder sucht seine sieben Sachen inklusive Kameraausrüstung zusammen. 

Auch ich packe meine Schuhe und schultere den Rucksack. Ich bin schon gespannt, was uns heute erwartet.

Beeindruckender Herr
Verspielter Youngster
Etwas schüchtern
Bild 1: Beeindruckender Herr Susanne Albinger
Bild 2: Verspielter Youngster Susanne Albinger
Bild 3: Etwas schüchtern Susanne Albinger

Morgendlicher Aufstieg

Es ist noch dunkel, im Schein meiner Stirnlampe sehe ich nur die sich bewegenden Füße meines Vordermanns. Ich bin nicht die Einzige, die an diesem frühen Morgen (insofern man 2 Uhr nachts schon als Morgen bezeichnen kann) den steilen Weg nach oben wandert: vor und hinter mir bewegt sich der Strom an Touristen, die zum Krater des Ijen Vulkans aufsteigen wollen. 

Nach eineinhalb Stunden haben wir es auch geschafft und stehen im kühlen Wind auf gut 2.000 Meter Höhe. Noch ist nicht viel zu sehen, da es noch etwas dauert, bis die Sonne über den Bergkämmen erscheint. Was allerdings gut erkennbar ist, ist die lange Schlange an Lichtern, die in den Krater hineinführt. Obwohl eigentlich verboten, klettern viele Touristen den schmalen, felsigen Weg hinunter in die Schwefeldämpfe, um das "blaue Feuer" zu sehen: brennender Schwefel, der in der Dunkelheit blau leuchtet.

Wir warten am Kraterrand auf den Sonnenaufgang. Langsam wird es heller und der azurblaue Kratersee, der Kawah Ijen, taucht vor uns auf. Umgeben von den schroffen Felswänden des Kraters nimmt seine Leuchtkraft mit jedem Sonnenstrahl zu, der sich über die Bergspitzen wagt. Im Hintergrund steigen die dichten, gelblichen Schwaden der Schwefelquellen auf und der Himmel wird nun in ein zartes Rosa getaucht. Fast schon eine mystische Stimmung mit den kahlen Ästen der Bäume im Vordergrund. Ich kann mich gar nicht sattsehen an dieser wunderschönen Kulisse.

Morgenstimmung
Gelbe Schwefelschwaden
Muster vom Wind gezeichnet
Bild 1: Morgenstimmung Susanne Albinger
Bild 2: Gelbe Schwefelschwaden Susanne Albinger
Bild 3: Muster vom Wind gezeichnet Susanne Albinger

Tödliche Schönheit

Doch die Schönheit täuscht: Der zwischen 30 und 40 Grad warme See hat einen extrem hohen Säuregehalt, ein Bad in ihm wäre wohl absolut tödlich. Und in den Dämpfen der heißen Fumarolen bleibt einem die Luft weg, wenn man den Fehler macht, ihnen ohne Gasmaske zu nahe zu kommen.
Und eines haben wir heute auch noch vor: den Abstieg in den Krater. Nun bei Tageslicht und ohne die Masse an Touristen ist das wesentlich entspannter als in der Dunkelheit. Zur Sicherheit hängen wir uns noch die Gasmasken um, für den Fall, dass der Wind drehen und wir doch in einer Schwefelwolke landen sollten.

Der Ausblick auf die bizarren Felsformationen im Krater ist spektakulär. Immer wieder bleibe ich stehen, um ein Foto zu machen. Und um die Arbeiter vorbeizulassen, die schwer beladen die Schwefelblöcke nach oben tragen. Ihr Stöhnen unter der Last der Körbe auf ihren Schultern tut mir fast schon körperlich weh. Und als mir einer von ihnen ein kleines aus Schwefel geschnitztes Tier verkaufen will, kann ich gar nicht anders, als ihm das Geld dafür in die Hand zu drücken.

Kurz bevor ich den Kraterboden erreicht habe, dreht der Wind und bläst die gelben Wolken in meine Richtung. Das wird mir dann doch etwas zu unheimlich und ich trete den Rückzug nach oben an. Wir werfen noch einen letzten Blick zurück auf das farbenfrohe Naturschauspiel, bevor es dann wieder den steilen Weg zurück ins Tal geht.

Bizarre Felsformationen
Schwere Last
Schwefelkörbe
Bild 1: Bizarre Felsformationen Susanne Albinger
Bild 2: Schwere Last Susanne Albinger
Bild 3: Schwefelkörbe Susanne Albinger

There will be Dragons...

Enttäuscht schaue ich in den Schnürlregen, der vor uns herunter prasselt und den Boden in eine kleine Schlammwüste verwandelt. Irgendwie hatte ich mir meine erste Begegnung mit den großen Echsen etwas anders vorgestellt.

Wir sind auf der Insel Ringa im Komodo-Archipel und haben es gerade noch bis zum Infozentrum geschafft, bevor der Himmel seine Schleusen geöffnet hat. Die Luft ist geladen mit Feuchtigkeit und Hitze, und wir stehen nun schwitzend und etwas ratlos unter dem ausladenden Dach. Plötzlich kommt Bewegung in die Guides, die mit ihren langen Stöcken zur Abwehr der Echsen ebenfalls gebannt in den Regen starren. Laute Rufe sind zu hören und einer deutet nach links, wo schemenhaft ein Schatten hinter dem Vorhang aus Regentropfen erkennbar ist. Mit langen, ausladenden Bewegungen kommt er langsam näher. Dann ist ein Kopf erkennbar, der mit jedem Schritt leicht hin und her schwingt. Sollte uns doch einer der Inselbewohner die Ehre erweisen?

Das Maul geöffnet, die kleinen Augen auf die aufgeregten Touristen fixiert, kommt er langsam näher. Und nun sieht man, dass er wohl die Reste eines Java Hirsches zwischen den Zähnen trägt, dekorativ garniert mit ein paar grünen Blättern. Ganz nah marschiert er an uns vorbei, sicher über zwei Meter lang. Sichtlich unbeeindruckt vom Klicken der Kameras und dem aufgeregten Gemurmel der kleinen Menschengruppe. Gemächlich dreht er ab, wendet sich einem kleinen Hügel zu und verschwindet langsam wieder hinter der Regenwand.

Waran mit Java Hirsch
Waren in Pose
Wache Augen
Bild 1: Waran mit Java Hirsch Susanne Albinger
Bild 2: Waren in Pose Susanne Albinger
Bild 3: Wache Augen Susanne Albinger

Freundliche Echsen

Als der Regen schwächer wird, können auch wir eine kleine Wanderung durch den Dschungel wagen. Wir entdecken noch ein paar kleinere Exemplare zwischen den Bäumen, die manchmal gelassen unseren Weg kreuzen (während wir respektvoll Platz machen) oder faul im Laub liegen. Einige scheinen auch mit gehobenem Kopf für uns zu posieren - bis sie unserer wieder überdrüssig werden und mit ihren ausladenden Schritten weiterziehen. Ihre Gesichter scheinen freundlich - fast so, als würden sie leicht lächeln. Und ihr gemächlicher Gang täuscht wohl gerne darüber hinweg, dass sie trotz ihrer Größe auch ganz schön schnell sein können.

Ich habe sie nach diesen ersten Begegnungen auf jeden Fall ins Herz geschlossen und finde sie wunderschön mit ihren aufmerksamen Augen und den unterschiedlichen Farbschattierungen ihrer schuppigen Haut, von einem leichten Blau bis zu einem dunklen Braun. Auch in den nächsten zwei Tagen begegnen uns kleinere und größere Exemplare dieser Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Mal ist unsere kleine Gruppe allein unterwegs, mal sieht man vor lauter nackten Touristen-Beinen fast keinen Waran mehr. Sie nehmen es gelassen. Scheinen nur manchmal etwas die Contenance zu verlieren, wenn es darum geht, mit den Artgenossen zu klären, wer denn nun der Chef ist. Ich glaube, am meisten hat mich ihre Gelassenheit beeindruckt. Ihr leicht schmunzelnder Blick in unsere Welt, die sie so gar nicht zu tangieren scheint.

Wer ist der Chef?
Der muss erst noch wachsen :-)
Ein leichtes Lächeln
Bild 1: Wer ist der Chef? Susanne Albinger
Bild 2: Der muss erst noch wachsen :-) Susanne Albinger
Bild 3: Ein leichtes Lächeln Susanne Albinger

Bereit für ein Abenteuer? Entdecke unsere Reise

Blick auf Vulkane im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru in Indonesien. Nebel umgeben die Landschaft.
IDOFO1

Fotoreise zu Orang-Utans auf Borneo, durch Javas Vulkanlandschaften und in Komodos Inselwelt mit Steffen Hoppe

ab 6450 EUR inkl. Flug
Dauer 20 Tage / 7–10 Teilnehmer
Zur Reise