In Namibia und Sambia auf Mietwagenreise

Ein Abenteuer zwischen Namib und Sambesi

Teilen Markus Leithold 23.01.2020
Markus Leithold

Mit dem Weckruf der Natur bahnen wir uns auf einer Pirschfahrt am frühen Morgen den Weg zu den zahlreichen Wasserlöchern. Hier gibt sich die namibische Tierwelt ein tägliches Stelldichein: Zebraherden, Elefantenfamilien und Löwenpärchen kommen – natürlich nacheinander – zum Trinken und beugen sich fotogen über das kühle Nass.

Start in Windhoek

Von magischen Begegnungen mit Dickhäuterfamilien über das endlose Sternenzelt der südlichen Hemisphäre bis hin zu außergewöhnlichen Momenten mit den Menschen der Region: Die Länder Namibia und Sambia verzaubern von der ersten Minute an.

Zusammen mit meiner Familie bin ich in die Heimat meines Herzens zurückgekehrt und habe als Selbstfahrer die schönsten Ecken zwischen Namib und Sambesi erkundet.

Nach unserer Ankunft in Namibias beschaulicher Hauptstadt Windhoek begrüßen uns die ersten wärmenden Sonnenstrahlen Afrikas. Das urbane Zentrum des dünn besiedelten Landes lebt vor allem von seiner spannenden Mischung aus den verschiedensten lokalen Kulturen, dem Äther der deutschen Vergangenheit und internationalen kulinarischen Einflüssen.

Am nächsten Tag brechen wir nach Übernahme unseres Mietwagen-Flagschiffes auf gen Norden. Die Koryphäe unter den namibischen Nationalparks erwartet uns im goldenen Nachmittagslicht: Die ersten Impalas begleiten unseren Weg in den wildreichen Etosha-Nationalpark.

Mit dem Weckruf der Natur bahnen wir uns auf einer Pirschfahrt am frühen Morgen den Weg zu den zahlreichen Wasserlöchern. Hier gibt sich die namibische Tierwelt ein tägliches Stelldichein: Zebraherden, Elefantenfamilien und Löwenpärchen kommen – natürlich nacheinander – zum Trinken und beugen sich fotogen über das kühle Nass.

Neben Lechwe-Antilopen tummeln sich hier Tiere, die man im eher wasserarmen Rest Namibias nicht aufspürt, wie etwa Krokodile, Flusspferde oder Büffel.
Zeitlose Eleganz und Schönheit – die Oryxantilope als Wappentier Namibias gehört zu den am besten an das Wüstenklima angepassten Antilopen.
Bild 1: Neben Lechwe-Antilopen tummeln sich hier Tiere, die man im eher wasserarmen Rest Namibias nicht aufspürt, wie etwa Krokodile, Flusspferde oder Büffel. Markus Leithold
Bild 2: Zeitlose Eleganz und Schönheit – die Oryxantilope als Wappentier Namibias gehört zu den am besten an das Wüstenklima angepassten Antilopen. Markus Leithold
An den Ufern des Okavango liegt der kleine, aber feine Mahango-Nationalpark an der grenze zu Botswana.
Der Tag über der afrikanischen Savanne neigt sich im Etosha-Nationalpark dem Ende entgegen.
Bild 1: An den Ufern des Okavango liegt der kleine, aber feine Mahango-Nationalpark an der grenze zu Botswana. Markus Leithold
Bild 2: Der Tag über der afrikanischen Savanne neigt sich im Etosha-Nationalpark dem Ende entgegen. Markus Leithold

Entlang des Okavango

Unsere Erkundungstour führt uns weiter in das ursprüngliche, nördliche Namibia. Entlang der seidenglatten Teerstraße erscheinen immer häufiger strohgedeckte Häuser; Menschen und Rinderherden laufen entlang der Fahrbahn und Kinder spielen am Wegesrand mit Autoreifen und Drahtmobilen. Bald erreichen wir den träge dahinplätschernden Okavango. Inmitten des Stromes gleiten wir vorbei an Schilfinseln und beobachten die Anwohner beim abendlichen Waschgang am Flussufer. Zum krönenden Abschluss erwartet uns ein glutroter Sonnenuntergang, wie ihn ein Maler nicht hätte schöner auf Leinwand bringen können – perfekt auch für den obligatorischen Sundowner mit einem eisgekühlten Gin Tonic.

Durch pittoreske Dörfer hindurch geht die Reise weiter durch die Sambesi-Region. Als wir zu einer kurzen Rast stoppen, erhalten wir kurzerhand eine Einladung die örtliche Kirche zu besuchen – die aus nicht mehr als einer Hütte und wenigen Bänken besteht. Hier im hohen Norden Namibias vereint sich christliche Frömmigkeit mit traditionellem Glauben zu einer spannenden religiösen Mischung.

In Katima Mulilo im äußersten Nordosten überqueren wir die Grenze zum Nachbarland Sambia. Vorbei an endlosen Kolonnen von Lastwagen bahnen wir uns den Weg zu den Grenzposten. Detailverliebt werden die Daten der Reisenden und unseres Autos in reichlich dicke Wälzer notiert, Stempel gezückt und ein kurzer Plausch gehalten. Mit dem letzten signierten Formular in der Hand machen wir uns auf den Weg durch Sambias smaragdgrüne Savannen. Zunächst folgen wir dem Verlauf des magischen Sambesi nach Norden und erreichen nach kurzer Zeit das reizvolle Barotseland.

Seit Jahrhunderten haben die Lozi in dieser Region ihre Heimat gefunden und leben im Wechsel der Fluten des mächtigen Stromes. Wir erkunden auf neu angelegten Panoramastraßen die riesigen Ebenen, die sich kurz nach der Regenzeit auf fast 50 Kilometer Breite mit Wasser füllen. Während des hohen Wasserstandes sind die kleinen Rieddörfer nur noch auf fast unsichtbaren Kanälen per Einbaum zu erreichen. Inmitten der offenen, flachen Graslandschaft befindet sich auch der Palast des Königs der Lozi, des Litunga, im Örtchen Lealui.

Der Norden Namibias ist bis heute sehr ländlich geprägt, hier ist das Land wohl am ursprünglichsten. Diese Frau bereitet gerade mit Mahangu den traditionellen Getreidebrei vor dem Haus zu.
Der Norden Namibias ist bis heute sehr ländlich geprägt, hier ist das Land wohl am ursprünglichsten. Diese Frau bereitet gerade mit Mahangu den traditionellen Getreidebrei vor dem Haus zu. Markus Leithold
Das Leben im ländlichen Sambia findet wie so oft im Freien statt, wie hier in der Nähe von Kaoma in Westsambia.
Das Leben im ländlichen Sambia findet wie so oft im Freien statt, wie hier in der Nähe von Kaoma in Westsambia. Markus Leithold

Barotseland und der Kafue-Nationalpark

Nach dem Ende der Regenzeit zieht dieser in einer pompösen Zeremonie mit mehreren zehntausend Schaulustigen in seinen Hochlandsitz in Limulunga um. Auch wir machen uns auf den Weg über Limulunga Richtung Norden an den romantisch gelegenen Makapaela-See, an dem seit einigen Jahren ein komfortables Hotel für fast karibisches Flair an den feinsandigen Ufern sorgt. Bei einem schmackhaften Gin Tonic genießen wir den Blick über die sambische Weite und schwärmen von den Erlebnissen des Tages.

Über das beschauliche Mongu direkt an der Abbruchkante der Sambesi-Hochebene mit atemberaubenden Blicken über das Barotseland führt uns die Reise ins grüne Herz Sambias, den Kafue-Nationalpark. Auf über 20.000 km² tummeln sich hier die wasserliebenden Kolosse mit ihren kleinen Ohren, die Könige des Tierreichs und zahlreiche gefiederte Freunde. Bei unserem abendlichen Game Drive haben wir das große Glück, einem der seltenen „Bush Babies“ direkt in seine niedlichen Kulleraugen zu schauen.

Nach den tierreichen Begegnungen setzen wir unsere Erkundungstour über Sambias trubelige Hauptstadt Lusaka fort und fahren vom wilden Westen in den ebenso wilden Osten des Landes. Unsere letzten Kwacha tauschen wir an einem Gate gegen eine Eintrittskarte für das wohl kleinste Paradies auf sambischem Boden ein: den Kasanka-Nationalpark. Auf einer Fläche so groß wie Köln finden sich bildhaft schöne Landschaften unterschiedlicher Art: Sumpfwälder, Lagunen, Baumsavanne und endlos weites Grasland.

Am folgenden Morgen erwartet uns eine Pirschfahrt der Extraklasse zu den Geheimnissen Kasankas. Aus nächster Nähe werden wir Zeuge, wie sich die äußerst scheuen Sitatunga-Antilopen aus dem dichten Schilf hervorwagen. Dieses zu Wasser und zu Lande lebende Huftier zeigt sich sonst eher selten und ist nur an wenigen Orten Afrikas überhaupt zu erspähen.

Früh am Morgen werden wir Zeuge eines seltenen Ereignisses: Die im Schilf- und Papyrusdickicht lebende Sitatunga-Antilope schleichen über die Wiese. Der Kasanka-Nationalpark gehört zu den besten Plätzen der Welt, um diese scheue Wasserantilope zu erspähen
Auch links und rechts des Weges gibt es in Sambia einiges zu entdecken – wie diesen typischen bunten Marktstand nahe des Kafue-Nationalparks.
Praktischerweise kann man in diesem Friseurladen in Mongu auch seine Mobilgeräte gleich aufladen – nur nicht an unserem Ankunftstag.
Bild 1: Früh am Morgen werden wir Zeuge eines seltenen Ereignisses: Die im Schilf- und Papyrusdickicht lebende Sitatunga-Antilope schleichen über die Wiese. Der Kasanka-Nationalpark gehört zu den besten Plätzen der Welt, um diese scheue Wasserantilope zu erspähen Markus Leithold
Bild 2: Auch links und rechts des Weges gibt es in Sambia einiges zu entdecken – wie diesen typischen bunten Marktstand nahe des Kafue-Nationalparks. Markus Leithold
Bild 3: Praktischerweise kann man in diesem Friseurladen in Mongu auch seine Mobilgeräte gleich aufladen – nur nicht an unserem Ankunftstag. Markus Leithold

Abschluss an den Victoria-Fällen

Wer es noch aufregender mag, sollte den Park zwischen den deutschen Herbstferien und Neujahr besuchen, denn hier findet noch vor der Serengeti die größte Säugetiermigration der Erde statt. Jährlich flattern etwa 10 Millionen Flughunde aus Zentralafrika nach Kasanka und laben sich an den süßen Masuku-Früchten, die dort gedeihen.

Über Lusaka erreichen wir nach schlaglochgeplagter Strecke den wohl am meisten besuchten Ort Sambias: Livingstone an den majestätischen Victoria-Fällen. Der träge Sambesi stürzt hier über 100 Meter in die Tiefe. Wir lehnen minutenlang am Geländer direkt neben dem Strom und lauschen dem Tosen der Wassermassen. Besonders schön ist der kurze Abstieg zum Boiling Pot mit einer tollen Perspektive auf die traditionsreiche Victoria Falls Bridge, auf der Bungeejumper und Afrikaliebhaber hoch über dem Sambesi ihr Urlaubsglück suchen.

Wie immer gibt es noch so viel mehr über Namibia und Sambia zu erzählen. Daher meine Empfehlung: Machen Sie sich selbst auf den Weg und entdecken dieses Stück authentisches Afrika!

Im verwunschenen Sambia erwartet uns ein einsamer Fischer in den mit reichlich Wasser befüllten Flutebenen des Sambesi.
Auch das kann der Sambesi: Nicht rauschend und unbändig, sondern gemächlich und voller Mystik im Abendlicht nach einem pittoresken afrikanischen Sonnenuntergang.
Obwohl Sambia für afrikanische Verhältnisse ein stark verstädtertes Land ist, leben auch hier viele Menschen in traditionellen Dörfern, wie hier in der Nähe von Senanga in Westsambia.
Bild 1: Im verwunschenen Sambia erwartet uns ein einsamer Fischer in den mit reichlich Wasser befüllten Flutebenen des Sambesi. Markus Leithold
Bild 2: Auch das kann der Sambesi: Nicht rauschend und unbändig, sondern gemächlich und voller Mystik im Abendlicht nach einem pittoresken afrikanischen Sonnenuntergang. Markus Leithold
Bild 3: Obwohl Sambia für afrikanische Verhältnisse ein stark verstädtertes Land ist, leben auch hier viele Menschen in traditionellen Dörfern, wie hier in der Nähe von Senanga in Westsambia. Markus Leithold
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