Blick in die Hang En-Höhle in Vietnam, mit Zeltlagern am Ufer eines grünen Flusses und Lichtstrahlen, die von oben fallen.

Karsthöhlen und Kleideraffen

Eine Tour abseits vom Massentourismus

Teilen Stephan u. Andrea Kochendoerfer 30.03.2024

Nach langem Flug nach Hanoi war die erste Überraschung bei der Immigration. Wachwechsel in militärischem Ton und Strenge – wir wurden in allen Ehren begrüßt.

Ankunft in Hanoi

Nach langem Flug nach Hanoi war die erste Überraschung bei der Immigration. Wachwechsel in militärischem Ton und Strenge – wir wurden in allen Ehren begrüßt. Loan unser Guide holte uns 5 Reiseteilnehmer am Flughafen ab und brachte uns in die Innenstadt ins May de Ville Trendy Hotel – schön ausgestattet und zentral gelegen. Nach dem ersten asiatischen Frühstück haben wir uns zu Fuß in die ungewohnte, schwüle Hitze und das Gewirr aus vielen Rollern gewagt und uns müde gelaufen um den Jetlag schnell hinter uns zu bekommen. Überall wurde was verkauft, aber die Zahlen mussten wir erst mal verarbeiten 10.000 Dong = 0,37 EUR. Rundgang durch die Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten wie dem Mausoleum von Ho Chi Minh, der im ganzen Land sehr verehrt wird, dem Präsidentenpalast, Literaturtempel, verschiedene Tempel und Pagoden, kleine Gassen mit Garküchen und Verkaufsständen aller Art. Zum Mittagessen stilgerecht in eine Garküche zum ersten „Phó“, eine sehr leckere Nudelsuppe, wer will mit Fleisch (die gibt es an jeder Ecke in ganz Vietnam). Mittags eine Rikscha-Fahrt durchs Gewühl – an den Verkehr muss man sich erst gewöhnen, wo es schon eng ist geht es noch enger … 

Einkaufen auf einem Markt in Hanoi
Rikscha-Fahrt durchs Gewühl

In der Halong-Bucht

200km Fahrt zur Halong Bucht. Kurz vor dem Ziel haben wir noch eine Perlenzucht angeschaut – sehr interessant, wie die Muscheln mit einem Sandkorn „geimpft“ werden. Am Hafen ein munteres Chaos mit vielen Schiffen und kleineren Boote, die die Touristen zu den größeren Schiffen bringen. Wir wurden mit einer Barkasse zu unserem Schiff der Calypso Cruise gebracht – die Fahrt war schon das erste Erlebnis durch die Inselwelt. Eine tolle Kajüte und ein leckeres Menü erwarteten uns auf dem Schiff. Die Cruise konnte beginnen und wir wurden am Mittag zu einem Bootsanleger gebracht, wo wir in Kajaks umstiegen – wer wollte konnte sich auch rudern lassen. Paddeln durch kleine Buchten und Höhlendurchgänge. Nach der sportlichen Betätigung gemütliches cruisen in den Sonnenuntergang. Durch die 2-Tages-Tour konnte das Schiff weit in die Inselwelt fahren und wir waren weg von den Massen. Frühsport mit Tai Chi auf dem Oberdeck hat die Lebensgeister geweckt. Mit dem Schnellboot ging es durch die Inseln zur Cat Ba Island, der größten Insel. Umstieg auf Fahrräder und ab ins Landesinnere in ein schönes Tal mit Reisfeldern, umrahmt von Bergen mit dichtem Urwald. Eine kleine Wanderung zeigte uns deren Ruhe und Schönheit. Abseits vom Programm sind wir noch zu zweit 230 Höhenmeter auf den Navy Peak gestiegen. Ziel war eine tolle Aussicht auf die Halong Bucht. Schweißtreibend, aber es hat sich trotz schlechter Sicht gelohnt. Zurück beim Boot, nochmals Kajak fahren und Schwimmen in einer Bucht.

Kajakfahren zwischen den Felsen der Halong-Bucht
Blaue Stunde auf einer Dschunke in der Halong-Bucht

Cat Ba Island und Fahrt in den Ba-Be-Nationalpark

Nach dem Frühstück wieder zur Cat Ba Island und Besichtigung der Trung Trang Höhle. Um die Mittagszeit wieder im Hafen von Halong angekommen, wo uns Loan abholte. Nun begann eine über 6h lange Fahrt in den Norden zum Ba-Be-Nationalpark. Unterwegs viele verschiedene Eindrücke. Unterkunft im einfachen, aber sauberen und schön gelegenen Hai Dang Homestay. Nach einem leckeren Abendessen noch schnell die Rucksäcke für die Wanderung am nächsten Tag gepackt. Heute steht die Wanderung zum Bergvolk der Hmong auf dem Programm. Es geht direkt vom Homestay los durch ein Tal mit vielen Reisfeldern und Bambuswäldern mit dickem Bambus. Der Aufstieg in die Berge war recht steil und durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme von 26-31°C anstrengend, aber gut machbar. Die Hmong leben sehr einfach im gerodeten Urwald und bauen dort Reis und Mais an. Durch schmale, betonierte Pfade können sie nun auch mit Rollern fahren – vor wenigen Jahren gab es noch keinen Strom und alles musste zu Fuß gemacht werden. Wir wissen nun, was das bedeutet. Nach 1250 Höhenmetern rauf und runter waren wir müde aber das tolle Essen unserer Gastgeber hat uns wieder fit gemacht. 

Flusstal im Ba-Be-Nationalpark

Bootsfahrt auf dem Ba-Be-See, Rückfahrt nach Hanoi & Cuc-Phuong-Nationalpark

Mit dem Boot über den Ba-Be-See und weiter auf dem Nang River zur Puong-Grotte. Tolle Ausblicke in den Urwald und eine imposante Höhle, die der Fluss geschaffen hat mit vielen Fledermäusen. Zurück den gleichen Weg und mittags zur Hua Ma Höhle. Steiler Aufstieg auf Treppe zum Höhleneingang und in der Höhle abwärts und 700m lang in den Berg. Den gleichen Weg muss man auch wieder zurück. Wieder riesige Dimension der Höhle, aber da oft kunterbunt angestrahlt - Geschmacksache. Lange Fahrt bei Regen zurück nach Hanoi. Dort den Rest des Tages selbst durch die Gassen gelaufen und interessante Ecken gefunden. Überall neue Gerüche und ein wildes Treiben. Fahrt zum Cuc-Phuong-Nationalpark südlich von Hanoi. Es regnete die ganze Fahrt und wir ahnten schon, was bei unserer nächsten Wanderung auf uns zu kommt. Dort angekommen hatte es zum Glück mit Regnen aufgehört und wir konnten das Primatenzentrum, eine Aufzuchtstation seltener Affen, die dann im Park ausgewildert werden, besuchen. Nach dem Mittagessen schulterten wir die Tagesrucksäcke und es ging für 5h 900 Höhenmeter rauf und 1300 Höhenmeter runter durch den Urwald. Enge Wege, über und unter Bäumen – wir konnten aussuchen zwischen viel und noch mehr Matsch. Bei 26°C. und 90% Luftfeuchtigkeit ein Spaß. Am Anfang sind wir dem Matsch noch ausgewichen, später war es egal und wir waren bis an die Knie mit Lehm verschmiert. Hat aber trotzdem viel Laune gemacht. Bei einsetzender Dunkelheit sind wir im Khan Village angekommen. 

Gibbon im Cuc-Phuong-Nationalpark
Homestay in Ban Khanh- Cuc-Phuong-Nationalpark

Von der trockenen Halong-Bucht in den Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Notdürftiges putzen der Schuhe und Hosen und dann gemeinsames Essen mit den Gastgebern. Das „Lächelwasser“ (ihr Schnaps) durfte nicht fehlen – fast jeder wollte mit uns anstoßen. Eine Folklore- gruppe hat uns ihre Tänze gezeigt und danach war freies „Tanzen“ mit viel Lachen angesagt. Gemeinsame Nacht im „Tanzraum“ unter Moskitonetzen. Tolles Quartier und nette Menschen. Wegen Nieselregen ließen wir die Floßfahrt auf dem Buoi ausfallen und sind in Van Long nur mit dem Sampan und dem Fahrrad unterwegs gewesen. Im Hotel in Ninh Binh geduscht und alles für die Nachtfahrt mit der Bahn nach Dong Hai in Zentralvietnam gepackt. Gegen 22:30 mit dem Nachtzug losgefahren, 2 gemütliche 4er-Abteile für uns 5 und den Guide. Die Fahrt war recht angenehm und wir kamen ausgeruht am sehr frühen Morgen an. Fahrt zum Chay Lap Homestay nahe den Phong Nha-Ke Bang Nationalpark. Schöne Bungalows und natürlich die Möglichkeit zum Wäsche waschen lassen genutzt. Nach dem Frühstück eine kleine Radtour in die Umgebung und mittags mit dem Boot zur Phong Nha Höhle gefahren. Wieder eine sehr schöne Flussfahrt und, da die Sonne gegen Mittag endlich wieder schien, noch besser. Da Vietnam viele Karsthöhlen hat, heute die nächste – die 2005 entdeckte Paradise Höhle mit 31km Länge, von der wir den ersten Kilometer besichtigen konnten. Wieder eine Höhle mit riesigen Räumen. 

Phong Nha Höhle
Blick in die Phong Nha Höhle

Höhepunkt unserer Reise – eine Nacht in der En-Höhle

Zum Abkühlen danach an eine Quelle mit Fluss, war herrlich erfrischend. Viel saftiges grün und eine tolle Landschaft zum Entspannen. Baden leider nur mit Schwimmwesten, da die meisten Vietnamesen nicht schwimmen können – sah bei uns lustig aus. Zurück am Homestay nochmals die Fahrräder geschnappt und zum Cosy Cafe gefahren. Ein Geheimtipp mit super Tee und Kaffee, nettem Besitzer und schönem Platz. Ein paar Hocker und Tische direkt wo die Besitzer wohnen. Ein Kaffee der vietnamesischen Art: unten dicke, süße Kondensmilch und von oben tropft der starke Filterkaffe rein – umrühren, genießen, genialer Geschmack. Die schwierigste und anstrengendste Tour beginnt, die 2-tägige Tour zur Hang-En Höhle. Nach Einweisung beim Anbieter Oxalis und Abgabe seines Gepäcks für die Übernachtung in der Höhle konnte man noch Watschuhe ausleihen (knöchelhoch und wasserdurchlässig). Es war eine 16-köpfige Gruppe aus vielen verschiedenen Ländern sowie mehrere Guides. Die Fahrt zum Startpunkt erfolgt teilweise auf dem legendären Ho Chi Minh Pfad. Es geht erst mal etwa 600 Höhenmeter durch den Urwald bergab ins Tal. Unten angekommen dann viele Kilometer mit einigen Bachdurchquerungen zur Höhle. Zwischendurch Mittagspause im Dorf Doong Village. Da hier in der Regenzeit viel überschwemmt ist, sind Ameisennester in den Bäumen. Man sieht von weitem ein großes Höhlenloch, das ist aber nicht der Eingang, sondern man steigt viel tiefer in die Höhle ein und wandert innerhalb noch 1h mit Stirnlampen durch Bäche, Felsen bergauf und bergab zum Lagerplatz. Um zum Zelt zu kommen, muss man noch auf einem Ponton über den Bach. 

Hang En-Höhle – Zeltlager
Hang En-Höhle – Zeltlager
En-Höhle

Vom Phong Nha-Ke Bang Nationalpark nach Hoi An

Eine herrliche Nacht in der Höhle, man hörte nur Mauersegler und Fledermäuse. Nach dem Frühstück wieder Helm und Stirnlampen auf und 3h in der Höhle schweißtreibend bei 28°C und 95% Luftfeuchtigkeit durch Felsen, Geröll und Bach. Tolle Ausblicke am anderen Höhleneingang und beeindruckende Größe der Höhle – da kommt man sich ziemlich klein vor. Nach einem stärkenden Mittagessen der Start zum langen Rückweg – mit der Gewissheit, am Ende wieder 600 Höhenmeter steil nach oben zu müssen. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne brannte vom Himmel. Das Waten durch die Bäche war dann eine Erfrischung. Eine 370km lange Autofahrt nach Hoi An stand heute an. Nach den letzten 2 Tagen war die Erholung perfekt. Eine Pause an der Grenze zwischen Nord- und Südvietnam, sowie am Strand vor dem Wolkenpass und auf dem Wolkenpass waren zum Beine bewegen aber nach dem langen Sitzen angenehm. Weiter durch die Großstadt Da Nang bis zum Ziel Hoi An. Was für ein Wechsel zu den Tagen davor – Massentourismus pur. Ein schönes, altes Städtchen, aber am Wochenende wie bei uns, viel zu voll. Am frühen Morgen zurück durch Da Nang zur Halbinsel Mai De Nang. Trotz dicht an einer Großstadt leben hier noch Rotschenklige Kleideraffen in freier Wildbahn. Lange Zeit war die Halbinsel ein Militärgebiet und so konnten sie dort in Ruhe leben. Heute versuchen viele Helfer das Gebiet weiterhin zu schützen. Guides auf Rollern hatten die Affen ausfindig gemacht und uns per Telefon hin gelotst. Ein Tempelberg mit riesiger Buddhastatue ist in Da Nang ein begehrtes Ziel für alle Touristen, daher waren wir auch dort. Schöne Tempel und eine beindruckend große Statue aus weißem Marmor. Gegen 13:00 waren wir am Flughafen zum Flug nach Ho Chi Minh Stadt (Saigon). Dort bei 36°C angekommen, ging die Fahrt zum 150km nördlich gelegenen Cat-Tien-Nationalpark. Leider hatten wir viel Verkehr und einen sehr langsamen Fahrer, so dass die Fahrt 4h dauerte und wir bei Nacht ankamen. 

Hoi An - Vietnams schönste Kleinstadt im Zentrum des Landes
Zu Besuch auf der Halbinsel Son Tra - Rotschenklige Kleideraffen

Im Nam Cat Tien Nationalpark und Fahrt nach Saigon

Mit der Fähre in den Cat Tien Park und mit einem kleinen Transporter an verschiedene Stellen für Spaziergänge gefahren. Viele große Bäume, ein ganz anderer Urwald als in Nordvietnam. Viel neu gewachsen und daher jung, da im Vietnamkrieg die Wälder zerstört wurden. Getarnte Spinnen, Schmetterlinge, Echsen und viel Natur. Die Nachtpirsch auf einem LKW hat sich nicht gelohnt. Wieder in den Nationalpark und zum Startpunkt zur Wanderung an den Krokodilsee gefahren. 5km hin und zurück auf gemütlichem Weg. Wieder herrliche Natur und da kaum Leute unterwegs waren, konnte man die Geräusche des Urwalds genießen. Am See seltene Siam-Krokodile und Watvögel. Abends in einem super Restaurant im Ort gegessen (tolle Smoothies). Fahrt nach Saigon und Besichtigung wichtiger Sehenswürdigkeiten wie Wiedervereinigungspalast, Altes Rathaus, Alte Post, Hauptpagode. 3 der Gruppe sind gemäß Programm am Abend zurückgeflogen, wir hatten noch 1 Tag verlängert, was perfekt war. Man hatte viel mehr Zeit die Stadt und das quirlige Leben anzuschauen. Wir würden das jedem empfehlen. Das Hotel war gut und lag von der Lage her günstig, man konnte alles zu Fuß erreichen. Unser Rückflug nach Frankfurt ging abends um kurz vor 23:00, somit hatten wir viel Zeit am Zusatztag bei über 39°C. 

Baumriese im Nam Cat Tien Nationalpark
Rathaus in Saigon
Unterwegs im berühmten Ben-Thanh-Markt in Saigon

Wieder zurück in Deutschland bei 5°C. – was für eine Kälte. 

Ein toller Urlaub ist vorbei, bestens organisiert durch Diamir Reisen. Wer eine Tour in Vietnam sucht mit viel Abwechslung abseits der Massen, findet hier eine perfekte Tour. Etwas Kondition und Spaß am Ungewöhnlichen ist Voraussetzung. So etwas werden wir wieder buchen.

Aktuell überarbeiten wir unser Reiseangebot. In Kürze finden Sie hier neue Reisen.