Ladakh: eine Reise für Kulturbegeisterte UND gleichzeitig ausdauernde Trekker
15 buddhistische Klöster in 14 Tagen
Wir, drei jung Gebliebene hatten das Glück, die erste Gruppe zu sein, die diese Tour ausprobieren durfte. Da ich nur zwei weitere Freunde motivieren konnte, bot Diamir uns zu günstigen Konditionen eine Privattour an.
Das Programm ein richtiger Glücksfall für uns, da wir gerne ein wenig ambitionierter wandern und zugleich nicht genug kriegen können von buddhistischen Klöstern und alten Palästen.
Wettstreit mit dem Guide, wer beim Kulturprogramm länger durchhält
Unser in der buddhistischen Religion und Kultur sehr verwurzelter Guide war sehr angetan von unserem Interesse, bot uns, was nur irgendwie zeitlich möglich war und so hatten wir am Ende mindestens 15 – mehr als im Programm - Klöster in 14 Tagen mit Betonung auf ausgedehnt besichtigt, manchmal sogar Räume, in die wir auf früheren Besuchen nicht hineingekommen waren: Leh, Shey, Thiksey, Hemis mit Einsiedelei Gothsang, Stakna, Basgo, Saspol, Rizong, Alchi, Likir, Einsiedelei D(r)akmar, Tingmosgang, Wanla, Sumda Chenmo.
Manchmal fragte unser Guide auch ab, was er uns am Tag vorher äußerst umfassend erzählt hatte. Da musste wir allerdings gelegentlich passen.
So haben wir auch auf Fotos einen Schatz an Erinnerungen an die buddhistischen Darstellungen heimgebracht – soweit das Fotografieren nicht untersagt war.
Der erste Trek, ein bisschen staubig
Der erste Trek fand ein bisschen mehr auf der Straße statt, als uns lieb war, aber es gab nicht immer sinnvolle Umgehungen, so dass wir heiße und staubige Etappen einfach mittels Begleitfahrzeug ersetzten und dafür Ausflüge vom Tagesziel aus unternahmen. Und überall die großen leuchtenden Wildrosenbüsche, eine Beleidigung für alle bemühten deutschen Gärtner.
Eine Überraschung war die Übernachtung in Tingmosgang in einem zauberhaften, idyllischen kleinen Resort mit sehr leckerem Essen.
Zweiter Trek mit Klöstern, Landschaft und nochmal Landschaft
Weitere kulturelle und landschaftliche Höhepunkte waren die Petroglyphen von Dhomkar und Lamayuru mit moon valley, Kloster Wanla. Hinterm Hotel von Lamayuru konnte man abends bei wunderbarem Licht in das Tal hineinspazieren und fotografieren. Obwohl wir die ersten Tage unter der Hitze schon Anfang Juni ein wenig gelitten haben, gab´s auf unserem zweiten Trek zwei Regentage (bei der Ausrüstung an beides denken!).
Der Anstieg vom letzten Lager auf 3900m auf den Konzke La mit 4900m klappte zügig, im Abstieg haben uns aber Regen und Kälte eingeholt, so dass wir uns sogar mal kurz in einem kleinen Stall gebückt unterstellten.
Wir waren ganz allein und recht abgelegen unterwegs, die Gehzeiten passten nicht immer mit dem Programm zusammen (Wanla bis Camp hinter Hinju 22km statt 14 km), aber dafür war´s ja die Pioniertour. Wir wurden mit kargen Landschaften mit besonderen Gesteinsformationen bei immer wechselndem Himmel und Licht belohnt. Sehr interessant fanden wir auch die inzwischen in Sumda Chenmo unter Dach gestellten Holzbuddhas, die Jahrhunderte im Freien ausgeharrt hatten.
Überflutungen und Erdrutsche ließen den Weg nicht immer da sein, wo er sollte
Der vierte Trekkingtag mit der Überquerung des Flusses vor dem Anstieg zum Dundunchen Basecamp hielt nochmals eine spannende Überraschung bereit: der Zugang zur Brücke war weggespült und so blieb nur eine kniffelige Querung an einer steilen und bröseligen Böschung. Aber auch hier halfen unsere ladakhischen Begleiter nach Kräften.
Der weitere Anstieg zum Dundunchen La brachte uns eine Herde von Wildschafen und eine fantastische Sicht über unseren bisherigen Trek mit den eigenwilligen Gesteinsfaltungen und Farben sowie die Berge wie Stok Kangri und Kang Yaze. Am Abstieg vom Dundunchen La war im unteren Teil wiederum der normale Abstieg verschüttet, so dass wir in eine Schlucht mit zahlreichen Bachüberquerungen oder besser -überspringungen ausweichen mussten. Mit Hilfe unseres Guides ein machbares Unterfangen.
Das Finale in Leh und Delhi
Am Ende nochmals einen Tag in Leh, den wir im Königspalast, im Bücherladen, im Café beim Leutebeobachten und in leckeren Restaurants mit den - möglicherweise besten - Momos ever verbrachten.
Für uns kein Thema, aber wir haben unterwegs fast ausschließlich und meist alternativlos gute vegetarische Küche genossen, was vorab nicht kommuniziert war. Dies könnte für Menschen, die nur zwischen Mittag- und Abendessen Vegetarier sind, unerwartet sein.
Beim erforderlichen Aufenthalt in Delhi flüchteten wir hitzebedingt – wir alle drei kannten die üblichen Sehenswürdigkeiten in Delhi von früheren Besuchen- in das National Museum und am zweiten Tag in die National Gallery of Modern Art und schwelgten inmitten der üppigen Exponate, die unter anderem unsere Lust auf den chinesischen Teil der Seidenstraße weckten.