Nigeria zwischen Tradition und Moderne
Zum Durbar-Fest der Hausa in den Norden Nigerias
Ist das nicht gefährlich? Habe ich mich insgeheim auch gefragt, uns wurde jedoch glaubhaft versichert, dass es zu viele Probleme mache, Touristen zu entführen und Boko-Haram mittlerweile aus der Region verdrängt sei. Außerdem wurden wir von 2 Polizisten begleitet, so dass ich mich auf der gesamten Reise kein bisschen unsicher gefühlt habe.
Auf dem Hochplateau von Jos ist es nicht ganz so heiß
Hier können wir uns ganz gut akklimatisieren. Ansonsten herrschen zum Ende der Trockenzeit Temperaturen um 40 Grad, was aber bei nur 11% Luftfeuchtigkeit ganz gut auszuhalten ist. Wir sind der Hitze ja auch nicht ständig ausgesetzt. Bus, Zimmer und Restaurants sind in der Regel klimatisiert. Tourismus ist in Nigeria noch nicht verbreitet, manches erscheint daher gewöhnungsbedürftig. Das Konzept, dass sich 2 Leute ein Zimmer teilen ist weitgehend unbekannt, so dass man ständig nach einem zweiten Handtuch und einem zweiten Frühstück fragen muss. Andererseits hatte ich nicht erwartet, dass sich überall Bier organisieren ließ, trotz Ramadan und muslimischer Mehrheit der Bevölkerung.
Es sind nicht die Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen Begegnungen,
die diese Reise ausmachen. Da ist der Guide, der stolz seine religiöse Begegnungsstätte mit einer riesigen steinernen Bibel mit den 10 Geboten und einem Taufbecken mit den Ausmaßen eines Swimmingpools vorstellt, oder das Interview, zu dem man beim Besuch einer Kirche gebeten wird, oder ein spontanes Tänzchen mit der Türsteherin eines Schnellrestaurants, oder die Tanzvorführungen, die zum Mitmachen einladen, oder die zahlreichen Selfies und Fotos, um die man gebeten wird. Es ist auch die Kreativität, die zum Beispiel beim Spiegel-Tanz der Zul auffällt. Wer keinen Handspiegel hat, nimmt eben einen LKW-Rückspiegel oder das Handy!
Die Reise enthält täglich mehrere kleine Programmpunkte
Wie zum Beispiel eine Audienz beim Emir von Misau, oder die Besichtigung von alten Felsmalereien, des Mausoleums des ersten Premierministers in Bauchi, oder, besonders cool: die Boxkampfarena, wo die Traditions-Kampfkunst Dembe ausgetragen wird. Eine Triggerwarnung muss ich dennoch aussprechen, wir besuchen auch ein Dorf, in dem Hyänen und Schlangen gehalten und vorgeführt werden- ganz und gar nicht artgerecht, aber trotzdem beeindruckend. Ebenso, wie eine unbeschreibliche Vorführung des Bori-Besessenheitskultes.
Das Beste kommt zum Schluss
Highlight der Reise sollte das Durbar-Fest in Zaria werden, ich persönlich fand es selbst von der VIP-Tribüne aus zu voll, zu heiß, zu laut, zu staubig, aber einige von uns waren mutig und stürzten sich ins Getümmel. Sie werden sicher bessere Bilder mitgebracht haben als ich. Nicht hinzugehen wäre jedoch auch keine Option gewesen, so etwas wird man sicher nie wieder erleben!
Nigeria hat die freundlichsten Menschen
Daher kehrten wir nach einer ersten Reise von Lagos nach Abuja vor 2 Jahren jetzt auch zurück. Der Norden ist fast noch interessanter, vor allem wegen der vielen Feste. Außerdem hat uns die Reiseleitung von Arne Karck wieder begeistert. Die 12-tägige Reise ist so gut geschnitten, dass weder Langeweile noch Zeitdruck aufkommen und ich es nicht geschafft habe, alle Programmpunkte aufzuzählen. Am besten gleich für nächstes Jahr buchen und selbst erleben!