Von der Märchenwiese ins Hunzaland - Meine Extra-Tage im Karakorum
Die Planung meiner Zusatzwünsche
Für den Sommer hatte ich bei Diamir die Gruppenreise „von der Märchenwiese ins Hunzaland“ gebucht. Da mir als Rentnerin achtzehn Tage für eine so weite Reise als zu kurz vorkamen, bat ich den Diamir-Mitarbeiter, mir eine 5-tägige Verlängerung im nördlichen Teil des Hunzagebietes mit individueller Rückreise nach Islamabad auszuarbeiten.
Vom Attabad-See ins Shimshal-Tal
Nach den mehrtägigen Trekkings mit der Gruppe zu Highlights wie der Märchenwiese und dem Rakaposhi- Basecamp und außerdem in einsame und phantastische Landschaften mit Seen, Gletschern, unbekannten, aber sehr eindrucksvollen 7000ern traf ich am Attabad-See meine 34 jährige, sehr gut englisch sprechende Wanderführerin. Sie stammt aus Pasu bzw. dem Shimsal-Tal, hat eine mehrjährige alpinistische Ausbildung einschließlich Klettern absolviert und mich mit ihrer Leidenschaft für die Berge überrascht und begeistert. „Meine“ Diamir-Gruppe reiste zurück und ich brach alleine und neugierig mit Aziza und einem Fahrer auf, zunächst mit einer abenteuerlichen Jeepfahrt ins Shimsal-Tal. Ein spannender Kontrast zum vorangegangenen Reiseteil.
Tageswanderungen und herzliche Begegnungen
Die Wanderungen blieben aus organisatorischen Gründen eintägig, aber teils recht anspruchsvoll. Dafür schleppte mich Aziza zu ihren Freunden und Verwandten nach Hause, wo ich herzlich begrüßt, mit Tee und allerlei lokalen, für meinen Geschmack zum Teil gewöhnungsbedürftigen Spezialitäten bewirtet wurde. Ich saß bei den Gastgebern, in den Familien und hörte – ohne ein Wort zu verstehen – dem intensiven Gesprächsaustausch zu, gelegentlich mit einer kurzen englischen Zusammenfassung. In einem Haus war gerade eine der noch wenigen pakistanischen Alpinistinnen anwesend, die sich – wenn auch ohne Erfolg – am K2 versucht hatte. Überall wurde ich herzlich begrüßt, bestaunt und umarmt, ein starker Kontrast in dieser ismailitisch geprägten Gegend im Vergleich zu anderen, eher sunnitischen und schiitisch dominierten Regionen in Pakistan, die wir ebenfalls besucht haben. Aziza wählte für ein Mittagessen ein von drei pakistanischen Frauen selbständig geführtes kleines Restaurant mit örtlichem Menü. Gruppenfotos mit Familie waren nicht unerwünscht, sondern Pflicht. Als Frau mit weiblichem Guide waren wir ein super Gespann, ich hatte überall einen sicheren und willkommenen Eindruck. Ich fühlte mich frei, im Borith-lake auf 2600m am Nachmittag eine Runde zu schwimmen.
Vom Hunza zurück
Die Wanderungen führten uns nicht mehr an so bekannte Highlights wie bei der Gruppenreise, dafür war die Wegführung manchmal durchaus spannend und die Aussichten spektakulär. Und immer wieder erstaunliche Begegnungen mit der herzlichen Bevölkerung des Hunza-Tales. Selbst die – durch meinen Extratrip notwendige individuelle - Rückreise nach Islamabad und Ausflüge nach Taxila und Peschawar waren persönlicher. Im Museum sagte der Wärter, Fotografieren sei hier nicht erlaubt, „aber Sie können es schon tun“. Im Restaurant in Islamabad wurde ich von zwei jungen pakistanischen Frauen an ihren Tisch gebeten und gefragt und gefragt und gefragt nach meinen Eindrücken vom Land.
Resümée
Eine total gelungene Kombination aus Gruppen- und Individualreise in ein für seine phantastischen Berglandschaften zu wenig beachtetes Reiseland. Ich kam nach Hause mit einem Schatz an Bildern nordpakistanischer Landschaften und Eindrücken der Menschen und dazu noch mit einem kleinen Fundus an persönlichen Erinnerungsfotos!