Zwischen Wüste, Zukunft und jahrtausendealter Geschichte
Eine Reise durch Kontraste, herzliche Kultur und beeindruckende Landschaften
Eine außergewöhnliche Reise durch Saudi-Arabien – von der modernen Hauptstadt Riad über weite Wüstenlandschaften bei Tabuk bis zu den spektakulären Felsformationen von AlUla sowie den heiligen Städten Medina und Jeddah.
Riad: rasantes Wachstum und verschiedenste Welten
Wir besichtigen den At-Turaif District in Diriyah. Er ist der historische Kern von Diriyah und UNESCO-Weltkulturerbe. Die restaurierten Lehmgebäude erzählen von der Entstehung des ersten saudischen Staates und der Al-Saud-Dynastie. Gleichzeitig wirkt dieser historische Stadtteil mit seinen neuen Straßen und luxuriösen Hotels und Restaurants fast zu perfekt. In etwa wie ein Spagat zwischen Authentizität und Inszenierung.
Ein völliger Kontrast dazu ist der King Abdullah Financial District. Hier gibt es neu entstandene Hochhäuser, viele Palmen und Grün, hübsche Cafés und eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Besonders beeindruckend ist die moderne Metro von Riad, deren Stationen wie architektonische Kunstwerke wirken und die Stadtteile miteinander verbinden.
Abends erleben wir wieder eine sehr traditionelle Seite der Stadt. Wir schlendern über weite Plätze und an Moscheen vorbei und genießen den Sonnenuntergang bei leckeren Speisen. Im Masmak Fort (inzwischen ein Museum) erleben wir die Geschichte des Landes, anschließend entdecken wir im angrenzenden Souk Gewürze, Stoffe und Weihrauch. Der Blick vom Kingdom Centre Tower (das höchste Gebäude der Stadt) zeigt uns wieder, dass Riad eine sehr weitläufige, spannende Stadt ist, die sich ständig neu erfindet.
Tabuk, die wunderschöne Hisma-Wüste und spannende Gespräche
Wir fliegen nach Tabuk in den Norden des Landes, um die Hisma Wüste zu entdecken. Hier beginnt auch das NEOM-Gebiet, das aus fünf riesigen High-Tech Projekten (darunter The Line) besteht. Es soll mit nachhaltigen Innovationen das Land zukünftig möglichst unabhängig vom Öl machen. Ein besonders schöner Moment war es, als uns ein Einheimischer mit seinem Auto bis zu unserem ersten Stopp folgt - nur um uns willkommen zu heißen und uns mit traditionellem arabischem Kaffee und Datteln seine Gastfreundschaft zu zeigen. Wir genießen die weiten Felslandschaften, entdecken Gazellen, Arabische Oryx-Antilopen und Strauße im NEOM Nature Reserve. Es ist ein riesiges Naturschutzgebiet, in dem seltene oder ausgestorbene Arten wieder angesiedelt werden. Den Sonnenuntergang verbringen wir auf riesigen Dünen, mit wunderschöner Aussicht in die weiten Wüsten- und Berglandschaften. Zwischendurch rollen unsere Guides und Fahrer einen Teppich für ihr Gebet aus. Das zeigt uns wieder, wie selbstverständlich die Religion hier in den Alltag integriert ist. Auf dem Rückweg haben wir die Möglichkeit, unserem Guide einige Fragen zu stellen, die er uns mit Stolz beantwortet - über das Leben hier, über seine Familie und viele Traditionen, die uns doch sehr fremd sind.
Wilde Canyons, Palmenoasen und Kamel-Begegnungen auf dem Weg nach AlUla
Eines unserer absoluten Highlights ist die Fahrt mit Jeeps durch das Wadi Disah. Hier verändert sich die Landschaft wieder einmal komplett: tiefe Canyons, hohe Felswände, Palmen und dichtes Grün an einem Fluss. Außerdem begegnen wir sogar einigen Kamelen, die sehr neugierig sind. Obwohl sie alle in Besitz sind, bewegen sie sich tagsüber frei in den Wüsten oder im Wadi. Kamelmilch ist hier ein bedeutsamer Teil der Kultur und ein Zeichen für Wohlstand und Gastfreundschaft. Auch wenn wir gern noch mehrere Stunden die Natur und die Stille genossen hätten, müssen wir uns etwas beeilen aus dem Tal zu kommen. Aus den angekündigten Regenfällen können hier schnell Fluten werden.
Nach einem tollen Picknick machen wir uns auf den Weg nach AlUla. Es ist ein weiteres großes Highlight in Saudi-Arabien und eine sehr besondere Region, voller Geschichte, weiten Felslandschaften, Luxus und Kultur. Wir sind gespannt und staunen schon jetzt, wie abwechslungsreich die Landschaften hier sind , denn oft meint man, Saudi-Arabien würde "nur" aus Wüste bestehen.
Medina – die erleuchtete Stadt und köstliche Dattelverkostungen
Bei Ankunft in Medina spüren wir auch als Nicht-Muslime direkt die besondere Stimmung dieser Stadt. Nach Mekka ist Medina die zweitheiligste Stadt des Islam. Die riesige Moschee Al-Masjid an-Nabawi ist einer der wichtigsten Orte für Muslime weltweit, da sich in der Moschee das Grab des Propheten Muhammed befindet. Die Moschee ist rund um die Uhr geöffnet und obwohl täglich tausende Gläubige aus der ganzen Welt hier her strömen, herrscht eine lebendige, aber trotzdem sehr friedliche, ruhige und respektvolle Stimmung. Es ist schwer zu beschreiben, aber wir alle spüren, dass dies ein sehr heiliger Ort ist und sind dankbar, hier sein zu können. Medina ist tatsächlich die einzige Stadt, in der wir ein Kopftuch tragen müssen. Alles in dem Viertel um die Moschee herum ist die ganze Nacht geöffnet. So entdecken wir spät abends noch viele schöne Läden, probieren Abayas an und kosten verschiedene Köstlichkeiten. Uns wird sehr schnell bewusst, warum Medina aus verschiedenen Gründen auch "die erleuchtete Stadt" genannt wird. Früh morgens werden wir von den Gebetsrufen geweckt und erleben, wie unzählige Muslime zur Moschee strömen.
Sehr spannende Einblicke erhalten wir am nächsten Tag in der größten Koran-Druckerei der Welt. Hier werden jährlich Millionen Exemplare in zahlreichen Sprachen produziert, auf höchste Qualität geprüft und weltweit verteilt.
In Saudi-Arabien werden 300 bis 400 verschiedene Dattelsorten angebaut. Eine der hochwertigsten und bekanntesten, die Ajwa-Datteln, kommen direkt aus Medina. Wir freuen uns, beim Besuch einer Dattelfarm einige Sorten verkosten zu können – und natürlich als leckeres Souvenir nach Hause mitzunehmen.
Jeddah: Korallensteinhäuser, glitzerndes Meer und die Begegnung mit Johnny Depp
Die Fahrt nach Jeddah mit dem Zug (Haramain High Speed Railway) zeigt uns wieder die extrem moderne Seite des Landes. Sehr komfortabel und mit bis zu 300 km/h sind wir hier unterwegs und bewundern die riesigen und modernen Bahnhöfe. An der Corniche gibt es viel zu entdecken: die riesige Fontäne, einige Kunstwerke, Promenaden mit Cafés und Hotels und natürlich tolle Ausblicke auf das Rote Meer. Ein kulturelles Highlight ist das Al Taybat Museum. In vielen nachgebauten traditionellen Häusern ist die Geschichte, Kultur und Religion des Landes in allen Facetten dargestellt.
Anschließend bewundern wir im historischen Viertel Al-Balad die Korallensteinhäuser, kunstvolle Holzbalkone und engen Gassen und genießen die lebhafte Abendstimmung. Auch hier erleben wir wieder wie aufgeschlossen und interessiert wir von den saudischen Frauen und Männern angelächelt, oder angesprochen werden. Wir schlendern durch verschiedene Straßen und kleine Läden und begegnen sogar Johnny Depp - zufällig findet während unseres Aufenthaltes das Red Sea International Film Festival statt. Die vielen großen internationalen Events sind ein weiteres Zeichen für die kulturelle Öffnung des Landes.
Am Ende der Reise bleibt besonders in Erinnerung, dass Saudi-Arabien ein Land voller Kontraste ist: futuristische Megaprojekte und uralte Kulturen, stille Wüsten und pulsierende Städte, tiefe religiöse Verwurzelung und gleichzeitig enorme Offenheit für Neues und für Innovationen.
Es ist spannend zu erleben, wie sehr die Religion - der Islam - Teil des Alltags und der Kultur ist. Oft waren wir überrascht, mit wie viel Herzlichkeit, Aufgeschlossenheit, Interesse und Gastfreundschaft uns alle Menschen begegnen. Die Reise fühlt sich an wie ein Blick in eine neue Welt und gleichzeitig zurück in die Geschichte. Und wahrscheinlich ist es genau diese Mischung, die Saudi-Arabien zu einem sehr spannenden Reiseziel macht.