• Sohn Friedrich und der Esel sind gute Freunde geworden.
  • Kind mit Pferd im Pik Lenin BC
  • Zu Gast bei einer Nomadenfamilie
  • Flussquerung - unser Guide mit Gepäck auf dem Esel
  • Kind mit Esel in Steppe
  • Kälbchen zu Besuch
  • Kind mit Welpen
  • Lausbuben
  • Das dreamteam Sohn Friedrich und der Esel auf den letzten Kilometern
  • Vorbereitung zum Trekking
  • Mädchengruppe
  • Auf dem Weg in die Berge
  • Unser Sohn Friedrich am heiligen See.
  • …bald gibt es frische Stutenmilch

Kirgistan

 

Eselwandern zwischen Bergen, Seen und Schluchten

16 Tage Familienreise, Naturrundreise

    
Dauer 16 Tage  
Schwierigkeit  
Kosten p.P. auf Anfrage   drucken
Tourcode KIRFA1   zum Filter
Teilnehmer min. 3 – max. 17    
 
 
 
 

Esel sind störrisch, schreien laut und verhalten sich oft dem Schimpfwort entsprechend! Ist dem wirklich so? Als Nutztier in Kirgistan überaus geschätzt, überzeugen die liebenswerten Vierbeiner beim Eseltrekking durch ganz andere Qualitäten. Esel laufen gemächliche 3,5 km pro Stunde, sind freundlich zu Kindern und wenig schreckhaft. Ideal für Familien mit Kindern ab 7 Jahren, die ihre Kinder auch einmal aufsitzen lassen wollen und als Begleiter für Erwachsene, die sich gerne dem Tempo des Esels anpassen. Beim Eseltrekking tragen die Langohren Ihr Gepäck und im Gegenzug kümmern Sie sich um deren Wohl. So ziehen Sie in dieser kleinen Karawane durch beeindruckende Walnuss- und Wacholderwälder, über Pässe hin zu Heiligen Seen im Süden Kirgistans. Wanderetappen von ca. 10 km pro Tag sind auch für Kinder gut zu schaffen und so geht es in entspanntem Tempo vorbei an schroffen Bergen, durch wilde Schluchten, über liebliche Almwiesen und durch schattige Wälder zu einladenden Seen. Beim Zelten können die Esel Kraft tanken und Sie den Sternenhimmel am Lagerfeuer bewundern. Am Ende der Tour werden Sie feststellen, dass Langohren angenehme, treue und ruhige Wanderbegleiter sind und man von ihnen Gelassenheit lernen kann!

Höhepunkte

Höhepunkte

  • Abenteuer pur für Familien mit Kindern ab 7 Jahren!

  • 10-tägiges idyllisches, kindgerechtes Eseltrekking

  • Ungewohnte Naturspielplätze

  • Lagerfeuer- und Karawanenromantik in den Zeltcamps

  • Besuche bei Hirten- und Nomadenfamilien

  • Unberührte Gebirgslandschaften, Wiesen und Seen

  • Kindgerechte Verpflegung

Tourenverlauf

1. Tag: Anreise

Flug nach Osch.

2. Tag: Osch (ca. 1020m) (F/A)

Ankunft am frühen Morgen. Sie werden am Flughafen erwartet und freundlich in Empfang genommen. Direkt vom Flughafen fahren Sie zu Ihrem Hotel. Dort können Sie mit Ihrer Familie erst einmal ankommen und kräftig frühstücken. Nach ein paar Stunden zum Ausruhen erkunden Sie Osch. Der Suleiman Too - ein fast monolithisch aus der Ebene der alten Handelsstadt aufragender Berg, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie erklimmen gemeinsam mit Ihrer Familie diesen Berg und tauchen anschließend noch ein in das Suleiman-Too-Museum und die Babur-Moschee. Nach diesem eindrucksreichen Tag werden Sie heute in einem schönen Restaurant zu Abend essen. Übernachtung im Hotel.

3. Tag: Osch - Arslanbob (1600 m) (F/M/A)

Nach dem Frühstück brechen Sie auf Richtung nach Arslanbob. Unterwegs in Uzgen, etwa 54 km von Osch entfernt, machen Sie eine Pause, um ein antikes Minarett und Mausoleum zu besuchen. In Uzgen sind Minarett und Mausoleen direkt im Stadtkern zu finden, denn es war eine der Hauptstädte des Karakhaniden-Staates, welcher einst ein riesiges Gebiet in Zentralasien einnahm. Der Islam wurde die Staatsreligion in diesem Kahnat (Herrschaftsgebiet). In der kleinen Stadt Arslanbob angekommen, erwartet Sie ein außergewöhnlicher Anblick: die mittlerweile weltberühmten riesigen Walnusswälder. Die ersten kirgisischen Exporte nach Europa waren eben die Walnüsse aus diesen Wäldern. Der schön gelegene Kurort von Arslanbob liegt auf einer Höhe von 1600 m. Nach Ihrer Ankunft beziehen Sie das lokale familiengeführte Gästehaus und wenn noch Zeit zur Verfügung steht, können Sie mit Ihren Kindern zu dem nahegelegenen Wasserfall wandern, sich erfrischen und austoben.Traditionelles kirgisisches Abendessen. Übernachtung im Gästehaus. (Fahrzeit ca. 3,5h, ca. 185 km).

4. Tag: Arslanbob - Top-Alma-Schlucht (2300 m) (F/M/A)

Start des Trekkings - die wohl intensivste und spannendste Zeit dieser Reise. Machen Sie sich mit den Eseln bekannt, Ihren treuen Begleitern der nächsten Tage! Die beladenen Tiere bringen das Reisegepäck in die Berge und Täler hinein, und sind dabei erstaunlich gewandt. Von Arslanbob geht es in Richtung der Kyzyl-Alma-Schlucht durch das Tal von Kara At nach Top Alma. Unterwegs legen Sie eine Mittagsrast ein. Am Tagesziel angekommen errichten Sie Ihr Zeltlager. Sie können nun die verbleibende Zeit des Tages nutzen, um die Umgebung zu erkunden, mit Ihren Kindern zu spielen oder sich auszuruhen. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 4h, 7 km, 700 m↑).

5. Tag: Top-Alma-Schlucht - Kara-At-Schlucht (3200 m) (F/M/A)

Heute meistern Sie gemeinsam mit Ihren treuen Gefährten schon das anstrengendste Teilstück der Reise. Werden hier die Kinderbeine müde, helfen die gutmütigen Esel, sie zu tragen. Sie laufen in der Kara-At-Schlucht hinauf (2800 m) und dort angekommen geht es auch schon wieder weiter in meist flachem Gelände. Von der Kyzyl-Alma-Schlucht führt Sie der Weg zur Sommerweide von Kara. Immer wieder treffen Sie auf Schäfer, Halbnomaden und Hirtenfamilien. Weiter geht es zum nächsten Höhepunkt der Wanderung, zu den jahrzehntealten wunderschönen Wacholderwäldern von Kara-At, wobei Sie immer mehr an Höhe gewinnen. Am Ziel angelangt wird das Zeltlager aufgeschlagen. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 4-5h, 7 km, 900 m↑).

6. Tag: Char-Archa - Tulga-Tash (2800 m) (F/M/A)

Fortsetzung der Wanderungen gen Norden. Sie steigen über Serpentinen hinauf zu der alpinen Weidefläche von Tulga-Tash und auch dort werden Sie wieder auf Nomadenfamilien treffen. Später am Nachmittag errichten Sie, wie inzwischen gewohnt, das Zeltlager. Vielleicht fühlen Sie sich inzwischen schon selbst ein wenig wie Nomaden, weit entfernt von Termindruck und Zeitstress. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6h, 9 km, 400 m↓).

7. Tag: Tulga-Tash - Paynav-Kul-See (2400 m) (F/M/A)

Heute wandern Sie weiter und steigen in den Tash-Koro-Canyon ab. Dann geht es weiter hinunter über eine steinige Schlucht, welche auf beiden Seiten von Berggipfeln umgeben ist. An der Wegkreuzung zum Heiligen See und Dubana Masar können Sie eine kleine Moschee für Pilger besichtigen. Die Jurten der Nomaden bieten einen Einblick in das alltägliche Leben dieser Kultur. Danach erreichen Sie den ersten See des Paynav-Kul-Gebietes. Rast und Lageraufbau an diesem kleinen See, der sein Wasser aus allen drei großen Seen des Gebietes bezieht, aus dem Heiligen See (2700 m) und zwei Gletscherseen (3200 - 3600 m). Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6h, 8 km, 400 m↓).

8. Tag: Paynav-Kul-See - Steintore zum Heiligen See (2850 m) (F/M/A)

Nach dem Frühstück steigen Sie über Serpentinen hinauf zum Heiligen See. Der Heilige See ist ein muslimischer Pilgerort und deshalb für das Baden tabu. Sie können hier die Traditionen der Pilger kennen lernen und nehmen nach Wunsch auch gern daran teil. Dann steigen Sie hinab zu dem kleinen See Paynav-Kul, in dem Sie aufgrund seines klaren Wassers bis zum Grund schauen können. Anschließend erreichen Sie die sogenannten Steinernen Tore zum Heiligen See. Campaufbau. Übernachtung im Zeltlager. (Gehzeit ca. 4h, 6 km, 450 m↑).

9. Tag: Am Heiligen See (2850 m) (F/M/A)

Den heutigen Tag verbringen Sie am Heiligen See. Optional können Sie eine Rundwanderung zu zwei weiteren Seen in der Nähe unternehmen, die auf ca. 3500 m Höhe liegen während sich Ihre treuen Freunde - die Esel - heute einen Tag im Camp ausruhen dürfen. Übernachtung wie am Vortag.

10. Tag: Heiliger See - Dubana Mazar (F/M/A)

Nach dem Ruhe- oder Erkundungstag treten Sie nun ganz langsam den Rückweg auf anderer Strecke nach Arslanbob an. Es geht zunächst hinab in den Fichtenwald, später über alpine Weideflächen mit Herden oder kleinen Scharen von friedlich grasenden Schafen und Pferden. Wenn Sie Glück haben, sehen Sie sogar eine Yak-Herde. Am Abend wird ein Zeltlager im Gebiet von Dubana Mazar aufgeschlagen. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6h, 10 km).

11. Tag: Dubana Mazar - Kara-Kazuk-Wiese (2600 m) (F/M/A)

Moderater Aufstieg zum Kok-Bel-Pass (ca. 3000 m), auf dessen Grasflächen große Wacholder wachsen. Die starken Winde haben die Samen dieser Pflanzen bis weit hinauf getragen. Es entfaltet sich vor Ihnen ein wundervolles Panorama. Am Kara Kazuk wird das Zeltlager errichtet. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6h, 10 km).

12. Tag: Kara-Kazuk-Wiese - Kara-At-Wiese (2200 m) (F/M/A)

Sie steigen über einen Säumerpfad über Koch Joll ins Tal von Kara At ab und mit Ihren Pack- und Begleittieren fühlen Sie sich wie eine kleine Karawane in Mittelasien! Ein fantastisches Panorama hinüber zum Berg Nooruz (2800 m) wird Sie begeistern. Errichtung des Zeltlagers in Kara At. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6h, 12 km).

13. Tag: Kara-At - Arslanbob (1600 m) (F/M/A)

Letzter Trekkingtag! Sie wandern mit Ihren nunmehr sehr vertrauten Begleitern gemächlich weiter bergab über die nun schon wieder landwirtschaftlich genutzten Flächen bis nach Kumush-Bulak-Hurmaydan. Immer wieder ergeben sich schöne Motive entlang der Felder mit den Sonnenblumen und vielem Obst und Gemüse! Es geht weiter hinab über Heuwiesen mit Schobern und noch einmal durch schöne Walnusswälder bis zurück hinein nach Arslanbob. Am Abend gibt es ein schönes typisches kirgisisches Abschlussessen mit allen zusammen: Sie bereiten gemeinsam Boorsoks zu, das traditionelle Brot der Nomaden! Nicht nur die kleinen Köche werden beim Teig kneten ihre Freude haben. Übernachtung im Gästehaus. (Gehzeit ca. 5h, 12 km).

14. Tag: Transfer nach Osch (1018 m) (F/M/A)

Rückfahrt nach Osch. Besuch des Basars, einen der größten Märkte in Zentralasien. Sie laufen durch farbenprächtige Reihen des überquellenden Marktes, sehen Schmiedemeistern bei der Arbeit zu und riechen die verführerischen Aromen von Gewürzen, Früchten und Gemüsen der Essensstände. Übernachtung im Hotel. (Fahrzeit ca. 3,5h, ca. 150 km).

15. Tag: Osch (F/A)

Heute haben Sie die Möglichkeit, Osch auf eigene Faust zu erkunden und sich etwas Ruhe zu gönnen. Am Abend dann werden Sie noch einmal gemeinsam kochen, um noch einmal gemeinsam die Reise Revue passieren zu lassen, sich auszutauschen, z.B. auch darüber, wie Sie den heutigen Tag verbracht haben. Heute geht es um nichts Geringeres als das kirgisische Nationalgericht - den berühmten Plov! Sie werden bei einer usbekischen Familie zu Gast sein. Übernachtung wie am Vortag.

16. Tag: Heimreise (F)

Transfer zum Flughafen und Rückflug.

Termine und Preise

  Anreise Abreise Bemerkungen   Preis p.P.    

Zusatzkosten

Kinderermäßigung (7-12 Jahre) Abschlag -300 EUR
EZ-Zuschlag(nur im Hotel möglich) 60 EUR
freie Plätze
Restplätze: Bitte beachten Sie, daß bei Anfragen von Restplatzreisen das Kontingent bereits ausgebucht sein kann, während wir Ihre Anfrage bearbeiten!
ausgebuchte Reise: Bitte beachten Sie, daß Sie ausgebuchte Reisen nur angefragt werden können. Sollten kurzfristig noch Plätze frei werden, erfahren Sie es somit als erstes!

Leistungen

Enthaltene Leistungen

  • Deutschsprachige Tourenleitung
  • Einheimischer Bergführer
  • Campingausrüstung (Zelt, Geschirr und Isomatten)
  • Koch, Pferdeführer, Eseltreiber in den Bergen
  • Ein Esel für 2 Kinder/Jugendliche
  • Gepäcktransport auf Pferden während der Wanderetappen max. 12 kg pro Erwachsener und 10 kg pro Kind
  • Alle Fahrten und Transfers laut Programm in privaten Fahrzeugen
  • Alle Eintritte und Gebühren laut Programm
  • 3 Ü: Hotel im DZ
  • 9 Ü: Zelt
  • 2 Ü: Gästehaus im DZ (Gemeinschaftsbad)
  • Mahlzeiten: 15×F, 12×M, 14×A

Nicht in den Leistungen enthalten

An-/Abreise; Nicht genannte Mahlzeiten und Getränke; ggf. Flughafengebühren im Reiseland; evtl. zusätzliche Unterwegsverpflegung (z. B. Schokolade und Energieriegel) für die Wanderetappen; evtl. Erhöhung von Gebühren und/oder Kerosinzuschlägen nach dem 1.8.15; Trinkgelder; Persönliches

Infos

Anforderungen

Für diese Tour sind keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erforderlich, Sie müssen sich aber auf zum Teil heißes Klima und lange Fahrtstrecken im Fahrzeug einstellen. Flexibilität, Teamgeist und Komfortverzicht sind unbedingt Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Reise!

Hinweise

Die Reise hat Pilotcharakter. Sie wurde speziell für Familien konzipiert. Routen und Programmpunkte werden ggf. vor Ort den Gegebenheiten und familiären Erfordernissen angepasst. Sollten die Gehstrecken ihren Kindern zu lang werden, können Sie auch einmal auf den Eseln reiten.
Die Unterkünfte sind zum Teil einfach und verfügen nur teilweise über Bad/WC. Eine Aufbettung für Kinder (Arslan-Bob) bzw. die Möglichkeit eines Dreibettzimmers (Osch) ist gegeben.
Die Zelte, in denen Sie während der Trekkingtour übernachten, bieten genügend Platz für eine Familie.
Medizinische Notfallversorgung: Der Reiseleiter wird ein medizinisches Notfallset zur Erstversorgung mitführen. Im Notfall kann auch ein Hubschraubertransfer organisiert werden. Bitte denken Sie an eine ausreichend gute Versicherung.

Service

Kirgistan

Allgemeines

Allgemeines

Geografie
Kirgistan liegt im Hochgebirge des Tienshan; die höchsten Erhebungen erreichen über 7000 Meter. Die Grenze zu China verläuft auch über den 7439 Meter über NN hohen Pik Pobedy, den höchsten Berg des Landes und zweithöchsten Gipfel der ehemaligen UdSSR. Im Süden von Kirgistan erheben sich Alai- und Transalaigebirge sowie Ausläufer des Pamir. Insgesamt liegen mehr als 50 Prozent der Staatsfläche höher als 2500 Meter. Gletscher und ewiger Schnee bedecken über drei Prozent der Landesfläche.

Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem im Tschüital im Norden und dem Ferganatal im Süden sowie um den großen See Issyk Kul. Den südlichen Abschluss des Landes bildet die Gebirgskette des Alai. Zu den bedeutendsten Flüssen des Landes gehören der Naryn, der Tschüi und der Talas.

Bis in eine Höhe von 1500 m besteht das Land aus Steppe, die allerdings durch weitläufige Bewässerungssysteme urbar gemacht worden ist. Ab 1500 m herrschen alpine Wiesen und Weiden vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen. Die Wälder befinden sich in Höhenlagen von 1500 bis 4000 m ü. NN und beherbergen etwa 120 Baum- und Straucharten. Mit nur vier Prozent Waldfläche ist Kirgistan eines der waldärmsten Länder Asiens.

Über die Hälfte des Landes wird vom Naryn und anderen Nebenflüssen des Syrdarja entwässert. Zahlreiche kleinere und mittlere Flüsse entspringen im Norden des Landes, versickern aber in den Wüsten und Halbwüsten des südlichen Kasachstan. Größter See der Republik ist der Issyk Kul, er liegt auf einer Höhe von etwa 1600 Metern über dem Meeresspiegel. Im Allgemeinen herrschen in Kirgistan Steppen und alpine Vegetation vor. Es gibt viele seltene Tierarten, darunter Tienshan-Braunbär, Rotwolf und Schneeleopard. 

Klima
Das Klima Kirgistans ist von trockenen und kontinentalen heißen Sommern und von kalten Wintern geprägt. Die täglichen Temperaturschwankungen sind erheblich.

Im Süden des Landes werden im Sommer Temperaturen von 45°C gemessen, während im Winter die Temperaturen auf minus 18°C fallen können.

Typisch ist das sonnige Wetter (247 Sonnentage pro Jahr!). Die Niederschlagsmenge variiert zwischen 100 ml und 1000 ml. Starke Schneefälle gibt es besonders im Januar, der Februar jedoch ist schon wieder milder.

 

Zeitverschiebung
Der Zeitunterschied zu Kirgistan beträgt +6 Stunden. Wenn es in Deutschland 12 Uhr mittags ist, ist es in Kirgistan 18 Uhr am Abend. Sie müssen Ihre Uhr während des Fluges nach Bishkek daher um 6 Stunden vorstellen. Eine spezielle Sommerzeit wie in Europa gibt es in Kirgistan nicht.

Politik und Gesellschaft
Die Kirgisen (65% der Bevölkerung) werden aufgrund ihrer Sprache den Turkvölkern zugerechnet und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben Usbeken (14%), Russen (12%), Dunganen (chinesische Muslime, 1%), Uiguren (1%), Ukrainer (1%), Tadschiken (1%), Tataren (1%), Kasachen (1%) und Angehörige weiterer Ethnien wie etwa 57.000 Mescheten im Lande. Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche (Kirgistandeutsche), meist Baptisten oder Mennoniten dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert, aber es gibt noch kleine deutsche Gemeinden in Dörfern wie Luxemburg und Rot-Front. 1999 gab es nur noch etwa 20.000 Deutsche (Bevölkerungsanteil 0,4 %) in Kirgistan. Im Jahre 2007 wurde ihre Zahl auf ca. 12.000 geschätzt. Die Staatssprache ist Kirgisisch und seit Mai 2000 auch Russisch.

Religion

Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat. Das Land ist seit der Islamisierung im 10. bis 12. Jahrhundert vorwiegend muslimisch geprägt. 75% der Einwohner sind heute sunnitische Muslime. Kirgistan sieht sich in letzter Zeit zunehmend mit dem Wirken von muslimischen Fundamentalisten konfrontiert. Zweitstärkste Gruppe ist das Christentum, 20 Prozent der Bevölkerung sind russisch-orthodox. Daneben existieren auch evangelische und katholische Christen im Land.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Kirgistan wurde im 8. Jahrhundert von turkstämmigen Kirgisen bevölkert. Den nächsten Eckpunkt der Geschichte markiert das Jahr 1219, als das Land von Dschingis Khan erobert wurde. Mit dem Zerfall der Mongolenreiche im 14. Jh. bildete sich in der Region das Khanat Mongolistan, später zum Reich Kaschgarien gehörend. Das Gebiet blieb mongolisch, bis es im 18. Jahrhundert von den Chinesen unterworfen wurde. Ein gutes Jahrhundert später, zwischen 1865 und 1875, eroberte Russland schrittweise das Land und gliederte es ins Zarenreich ein. 1917 gab die Alasch-Orda-Bewegung ein kurzes Gastspiel in Kirgistan, das allerdings 1919 wieder zu Ende ging. Nach 1919 wurde das Land schrittweise in die Sowjetunion eingegliedert (als Kirgisische SSR) und errang erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit.

Politik

Der Nationalfeiertag ist der 31. August, der Tag der Unabhängigkeit am 31.08.1991. Es gibt eine Präsidialdemokratie. Die Verfassung von 1993 war an westlichen Vorbildern orientiert und sah ein gewaltenteilendes Regierungssystem mit einer starken Stellung des Staatspräsidenten sowie einer weiten Palette an Grundrechten vor. Nach den Parlamentswahlen 2005, die nach Angaben von OSZE-Beobachtern nicht demokratischen Standards entsprachen, kam es zu Unruhen, die zur so genannten Tulpenrevolution führten. Präsident Akajew und seine Regierung traten unter dem Druck der Demonstrationen am 23. März 2005 zurück. Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew wurde zum Übergangspräsidenten bestimmt und bei den Präsidentschaftswahlen am 10. Juli im Amt bestätigt. Sein Partner Felix Kulow wurde Regierungschef. Am 27. Juni 2010 stimmte die Bevölkerung Kirgistans über eine neue Verfassung ab. Das von der Übergangsregierung ausgearbeitete Grund-gesetz sieht eine Parlamentarische Republik nach deutschem Vorbild vor. Almasbek Scharschenowitsch Atambajew ist seit dem 30. Juni 1999 der Vorsitzende der Sozial-demokratischen Partei Kirgistans und ist seit dem 17. Dezember 2010 Regierungschef seines Landes.

Wirtschaft

Das 1991 unabhängig gewordene Land übernahm eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Die Restrukturierung derselben und die Privatisierung der Betriebe wurden zwar in Angriff genommen, auch mit Hilfe internationaler Organisationen wie des IWF und der Weltbank, gerieten aber immer wieder wegen Korruption, politischer Opposition und mangelndem Investoreninteresse ins Stocken. Dennoch bekam die Regierung ein ökonomisches Grundproblem postsowjetischer Staaten, hohe öffentliche Ausgaben bei gleichzeitigem Einbruch der Staatseinnahmen, relativ gut in den Griff. Das Haushaltsdefizit nahm im Laufe der 1990er Jahre stetig ab, sodass 2001 sogar ein kleiner Überschuss vermeldet werden konnte. Die Haushaltsplanung aber blieb problematisch. Naturkatastrophen in den darauffolgenden Jahren erhöhten die öffentlichen Ausgaben und sorgten für ein Haushaltsdefizit 2002 und 2003. Ein großer Schwarzmarkt (geschätzte 40–50% des Bruttoinlandsproduktes), korrupte und inkonsequente Steuerein-treibung und niedrige Steuersätze sorgen für sehr beschränkte Haushaltsmittel; Maßnahmen wie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20% im Jahre 2004 wurden ergriffen.

Eine strenge Währungspolitik konnte die Inflation von über 700% (1993) und 200% (1994) auf Werte um vier Prozent im Jahre 2006 drücken. Dennoch ist die Armut nicht zurück-gegangen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen leben 41% der Bevöl-kerung unter der Armutsgrenze. Im Jahr 2008 ist die Inflation wieder auf 25% gestiegen.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sind auch die im Ausland – vor allem in Russland, aber auch in Kasachstan – arbeitenden Kirgisen. Laut Schätzungen haben (vor der globalen Wirtschaftskrise ab 2008) zwischen 500.000 und 800.000 Gastarbeiter Zahlungen nach Kirgistan überwiesen, die rund 25% des BIP ausmachten.

Sicherheit
Kirgistan ist ein größtenteils sicheres und angenehm zu bereisendes Land. Doch wie in fast allen Ländern der Erde gibt es auch hier Probleme mit Straßenkriminalität, angefangen von kleineren Taschendiebstählen über organisierte Banden auf Märkten und in Fußgängerzonen bis hin zu bewaffneten Überfällen nachts in dunklen Seitenstraßen oder fragwürdigen Vierteln. Reisenden wird empfohlen, auf Spaziergänge bei Dunkelheit grundsätzlich zu verzichten, sowie in der Nähe von Hotels, Restaurants, Bars und an anderen typischerweise von Ausländern frequentierten Orten besonders vorsichtig zu sein. Achtung auch vor Taschen- und Trickdiebstählen, zum Beispiel auf den zahlreichen Basaren. Bei Überfällen wird von Widerstand abgeraten, da die Gewaltschwelle sehr niedrig liegt.

Man sollte sich vor Augen halten, dass ein Großteil der Bevölkerung weit unter dem Existenzminimum lebt. In den Augen dieser Menschen ist jeder ausländische Tourist unermesslich reich. Daher gilt die weit verbreitete Meinung, dass eine kleine Umverteilung zu Gunsten der ärmeren Bevölkerung nur gerecht ist. Es gibt deshalb eine Vielzahl von außerordentlich geschickten Taschendieben, die oft in Gruppen arbeiten. Vor allem bei größeren Menschenansammlungen sowie während der Fahrt im Bus oder Zug besteht die Gefahr, einiger Dinge entledigt zu werden. Dies gilt besonders in den Touristenzentren.

Ihr Tourenleiter wird Sie am ersten Tag der Reise ausführlich zu Sicherheitsmaßnahmen beraten. Im Vorfeld hier einige bewährte Tipps und Tricks, wie man Diebstähle vermeidet:

· Nächtliche Stadtrundgänge, vor allem in dunklen Seitenstraßen und fragwürdigen Gegenden vermeiden.

· Niemals offen zeigen, was man an Wertsachen dabei hat: Geldscheine einzeln und in kleinen Mengen in der Hosentasche o.ä. mitführen, die Brieftasche gemeinsam mit dem restlichen Geld im Hotelsafe lassen.

· Teure Uhren, Schmuck und ähnliche Wertgegenstände, welche für die Reise nicht unbedingt von Nöten sind, zu Hause lassen.

· Während Fahrten, auf denen Dokumente und Geld nicht im Safe des Hotels hinterlassen werden können, diese möglichst am Körper unter der Kleidung tragen (z.B. Gürteltasche aus dem Ausrüstungsladen). Bitte denken Sie stets daran, dass Flugticket und Reisepass Ihre wichtigsten Reiseunterlagen sind! Deren Verlust ist mit einer langwierigen und teuren Wiederbeschaffungsaktion verbunden, welche unter Umständen das vorzeitige Ende Ihrer Reise bedeuten kann. 

Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich bitte an uns. Wir beantworten Ihre Fragen gern.


Vor der Reise

Vor der Reise

Einreisebestimmungen
Deutsche, Österreicher und Schweizer können visumfrei nach Kirgistan einreisen, solange die Aufenthaltsdauer nicht 60 Tage pro Kalenderjahr überschreitet. Es ist jedoch ein gültiger Reisepass notwendig – der Personalausweis allein ist nicht ausreichend.

Für die Weiterreise nach oder durch Usbekistan ist stets ein gültiges usbekisches Einreisevisum erforderlich. Gleichfalls benötigen Reisende ein gültiges kasachisches Visum (auch Transitvisum), wenn sie über Kasachstan nach Kirgistan ein- oder von Kirgistan über Kasachstan ausreisen wollen.


Reiseversicherung
Wir empfehlen Ihnen dringend den Abschluss einer Reisekrankenversicherung. Diese sollte neben den gewöhnlichen Behandlungskosten auch die Kosten für einen eventuellen Rettungsflug nach Deutschland mit einschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher nötig wird, ist zwar äußerst gering, doch sollte dieser Fall eintreten, können dabei Kosten in sechsstelliger Höhe entstehen! Auch der Abschluss einer Reisegepäckversicherung zum Schutz gegen Diebstahl und Verlust ist anzuraten. Gern beraten wir Sie.

Wir empfehlen den Versicherungsschutz der HanseMerkur Reiseversicherung AG. Ihre Versicherung können Sie bequem online abschließen unter www.urlaubsschutz24.de

Gesundheit

Gesundheit

Die folgenden Tipps zu gesundheitlichen Risiken während der Reise sind nur ein erster Überblick. Sie ersetzen keinesfalls den Besuch des Haus- oder Tropenarztes. Nur dieser kann Sie umfassend beraten. Bitte bedenken Sie bei Ihrer Terminplanung, dass einige Schutzimpfungen nur mit einem bestimmten Abstand zueinander verabreicht werden können bzw. einige Zeit nötig ist bis die Immunisierung ihre Wirksamkeit erreicht hat. Sie sollten daher rechtzeitig einen Arzttermin vereinbaren.

Vor der Reise

Bitte besuchen Sie einige Wochen vor der Reise Ihren Zahnarzt, etwaige Zahnprobleme während der Reise führen nur zu unnötigen Komplikationen. Außerdem gibt es einige Orte, an denen ein Zahnarztbesuch sicher das letzte ist, was man sich wünscht. Außerdem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Bei dauerhaften gesundheitlichen Problemen jeder Art sollten Sie vor Antritt der Reise unbedingt Ihren Hausarzt konsultieren. Aufgrund der Höhenlage im Tienshan und des damit verbundenen geringen Sauerstoffgehaltes der Luft, sowie eines sehr großen Temperaturgefälles zwischen Tag und Nacht (ca. 20 °C), unterliegt der menschliche Körper einer wesentlich höheren Belastung als normal. Insbesondere bei Herz- Kreislaufproblemen oder Asthma empfehlen wir dringend, diese Probleme mit dem Hausarzt zu besprechen.

Impfungen
Bitte überprüfen Sie, ob Sie die Üblichen und in Deutschland von den Krankenkassen finanzierten Immunisierungen gegen Diphtherie, Polio und Tetanus wieder auffrischen müssen. Weiterhin wäre eine Impfung gegen Hepatitis A und gegebenenfalls auch gegen Hepatitis B zu empfehlen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.

Für weiterführende Informationen zum Thema Tropenkrankheiten und Gesundheitsrisiken auf Reisen empfehlen wir Ihnen, sich auf den folgenden Internetseiten zu informieren:

- CRM Centrum für Reisemedizin: www.crm.de

- Weltgesundheitsorganisation: www.who.int/countries/en (auf Englisch)

- Liste der Gelbfieberimpfstellen: http://www.fit-for-travel.de/index.jsp

- Robert Koch Institut: http://www.rki.de 

Die dort aufgeführten Informationen können allerdings nicht den Besuch beim Haus- oder Tropenarzt ersetzen. Um einen Impfplan aufzustellen, sollten Sie rechtzeitig einen Termin vereinbaren. Und vergessen Sie nicht, Ihren Impfpass mit auf die Reise zu nehmen.

Wichtiges zum Thema Höhenprobleme und Höhenkrankheit

Durch die unterschiedlichen Landesregionen Kirgistans und den damit verbunden großen Höhenunterschieden im Land besteht natürlich ein gewisses Risiko, dass ab ca. 3000 m Höhe über dem Meeresspiegel Symptome der Höhenkrankheit auftreten können.

Bitte beachten Sie, dass es keine Möglichkeit gibt, die individuelle Höhenverträglichkeit durch Untersuchungen zuhause festzustellen und Vorhersagen zu treffen, wie gut der Einzelne die Höhe vertragen wird. Das Auftreten von stärkeren Höhenproblemen bzw. Anpassungsschwierigkeiten hat auch keinen Zusammenhang mit Alter oder Trainingszustand. Jüngere und konditionell Stärkere sind eher gefährdet, weil sie eventuell ihr Tempo zu schnell wählen oder sich vor allem am Anfang zu hektisch oder ruckartig bewegen

Prinzipiell kann man gegen die beschriebenen Symptome der Höhenanpassung nicht viel tun. Man kann sicherlich Aspirin gegen die Kopfschmerzen ebenso einnehmen wie ein leichtes Mittel gegen die Übelkeit, sollten diese Symptome tatsächlich auftreten. Die Anwendung von sog. „Höhenmitteln“ wie z.B. Diamox etc. ist für eine Reise in diese Höhen völlig unnötig und unter Umständen sogar gefährlich. Aus diesem Grund wird der Einsatz von Medikamenten dieser Art von unserer Seite her strikt abgelehnt.

Höhenkrankheit, die sogenannte “Acute Mountain Sickness” oder kurz AMS genannt, kann in ihrer schwersten Form zum Tod führen. Ursache der Höhenkrankheit ist eine ungenügende Anpassung (Adaption) des Körpers an große Höhen, meist bedingt durch zu schnelles Aufsteigen in Höhen über 3000m. Am häufigsten und gefährlichsten ist ein Auftreten in Höhen zwischen 3000 und 5000m.

Der Körper stellt sich auf die entsprechende Höhe dadurch ein, dass er die Frequenz und die Intensität der Atmung steigert. Untersuchungen haben gezeigt, dass diejenigen, die sich schnell an die neue Höhe anpassen können, ihre Atemfrequenz und -stärke schnell den veränderten Umständen anpassen, wohingegen diejenigen, die relativ schnell von dieser Krankheit erfasst werden können, ihre Atemfrequenz langsamer anpassen.

Der Grund der schnellen oder langsameren Anpassung ist nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse höchstwahrscheinlich genetisch bedingt. Weitere Symptome für eine gute Höhenanpassung sind eine gesteigerte Herzfrequenz und ein Anstieg der roten Blutkörperchen (Hämatokritwert). Innerhalb weniger Tage passt sich der gesunde Körper an eine neue (größere) Höhe an, so dass dann Höhenkrankheit normalerweise nicht mehr auftritt. Diese Anpassung des Körpers gibt aber keine Garantie dafür, dass im Falle eines weiteren Aufstiegs nicht doch noch eine Höhenkrankheit auftreten kann.

Unsere Trekkingtouren sind normalerweise so ausgelegt, dass das Risiko, an einer Höhenkrankheit zu erkranken, möglichst gering ist. Langsamer Aufstieg, vernünftige Tagesetappen sowie schrittweise Erhöhung der Schlafhöhe sind die Kernpunkte einer Strategie zur Vermeidung von Höhenproblemen. Völlig ausgeschlossen kann das Risiko jedoch nie hundertprozentig werden.

Der niedrigere Luftdruck in der Höhe sowie das damit verbundene geringere Sauerstoffangebot führen bereits ohne körperliche Anstrengungen, also auch im Ruhezustand, zu einer Erhöhung von Herzfrequenz, Atemzeitvolumen sowie Herzzeitvolumen. Außerdem vergrößert sich durch die zusätzliche Bildung von roten Blutkörperchen die Blutdichte. Dies kann fatale Folgen haben, so dass eine der wichtigsten Regeln beim Aufstieg in die Höhe lautet, viel zu trinken! Um der Bluteindickung entgegenzuwirken und auch die gesamte körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unabdingbar. Dies bedeutet, täglich (!) mindestens 4-5 Liter zu trinken, bei großer körperlicher Anstrengung sogar noch mehr!

Erste Anzeichen der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und manchmal Erbrechen, Schwindelgefühl und Gleichgewichtsstörungen. Je nach Schwere und Symptomen unterscheidet man vier Formen der Höhenkrankheit:

Milde Höhenkrankheit („Mild Acute Mountain Sickness“ – MAMS) ist die leichteste Form, von der bis zu drei Viertel aller Bergsteiger betroffen sind. Meist klingen die Symptome nach Abstieg, Ruhepause oder reichlich Flüssigkeitszufuhr schnell wieder ab.

Akute Höhenkrankheit („Severe Acute Mountain Sickness“ – SAMS) ist die schwerere und unter Umständen lebensbedrohliche Form der Höhenkrankheit. Schnellstmöglicher Abstieg und bestenfalls umgehende medizinische Betreuung können lebenswichtig sein! Die physische und psychische Leistungsfähigkeit sind bereits deutlich reduziert und solcherart Erkrankte sollten auf keinen Fall mehr allein unterwegs sein bzw. allein gelassen werden!

Das Höhenlungenödem („High Altitude Pulmonary Edema” – HAPE) gehört bereits zu den akut lebensbedrohlichen Zuständen und wird gekennzeichnet durch die Ansammlung von Wasser bzw. Gewebsflüssigkeit in der Lunge. Die ersten Anzeichen sind Husten, erst trocken, dann mit pinkfarbenem und schaumigem Speichel. Rasselnde Atmung und blasig-schaumiger Auswurf sind deutliche Alarmzeichen, die nur eine Konsequenz haben dürfen: Der/die Betroffene muß unter allen Umständen so schnell wie möglich auf eine geringere Höhe gebracht werden!

Das Höhenhirnödem („High Altitude Cerebral Edema” – HACE) ist die schwerste und gefährlichste Form der Höhenkrankheit, die mit Flüssigkeitsansammlung im Gehirn einhergeht. Der/die Betroffene fühlt sich äußerst erschöpft und entwickelt ein starkes Ruhebedürfnis, bekommt zunehmend Gleichgewichtsprobleme, Schwindelgefühl, Übelkeit und allgemeine Mattigkeit zu spüren. Sicherstes und alarmierendes Alarmzeichen ist der

Verlust des klaren Denkens, der sich bei Betroffenen in wirren und unsinnigen Antworten auf gestellte Fragen äußert. Letztendlich fällt der Kranke ins Koma und im Falle eines Nichtabstiegs auf geringere Höhen tritt der Tod ein. Einsofortiger Abstieg/Abtransport in tiefere Lagen kann deshalb bereits bei ersten Anzeichen lebensrettend sein!

Für alle vier Formen der Höhenkrankheit gilt, dass sie vollständig unabhängig von Alter und körperlicher Fitness sind! Und auch ein vorheriges (problemloses) Erreichen einer größeren Höhe auf einer früheren Tour gibt keine Garantie für die Reaktion des Körpers bei erneuter Beanspruchung.

Allgemeine Hinweise beim Auftreten von Höhenkrankheit:

Unsere nachfolgenden Ratschläge erteilen wir zunächst mit dem Ziel, dass niemand eine Höhenkrankheit erleiden wird (was sich leider nie 100%ig ausschließen lässt), vor allem aber mit dem Ziel, dass niemand daran sterben soll!

1. „Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen.“ Dies gilt um so mehr unter körperlicher Belastung, wie bei einer Trekkingtour und erst recht in großer Höhe! Trinken Sie täglich mindestens 4-5 Liter, in großer Höhe, bei starker Sonneneinstrahlung und unter Anstrengung bis zu 6-7 Liter!

2. Es ist wichtig, die Anzeichen einer Höhenkrankheit zu kennen und sie sich vor allem auch einzugestehen! Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen deuten auf Höhenkrankheit hin. Trekkingtouristen und Bergsteiger sind oft sehr zielorientiert und ehrgeizig und tendieren dazu, diese Anzeichen nicht wahrnehmen zu wollen.

3. Sollten Anzeichen auftreten und das geplante Nachtlager noch höher als der momentane Aufenthaltsort liegen, sollte man auf keinen Fall weiter aufsteigen. Beim Auftreten der ersten Symptome ist es nicht unbedingt notwendig, sofort auf niedrigere Höhen abzusteigen, aber sehr wichtig, zunächst einmal nicht weiter aufzusteigen! Mehr oder weniger alle schweren bis tödlichren Fälle von Höhenkrankheit passieren bei denen, die trotz der erwähnten Anzeichen unbeirrt weitergestiegen sind.

In manchen Fällen kann es notwendig sein, erst einen Aufstieg in Kauf zu nehmen, bevor ein Abstieg möglich ist. Vorrang sollte dann stets der sicherste und schnellste Weg in Richtung Tal haben.

4. Wenn die Symptome sich trotz Befolgung all dieser Regeln verschlechtern, ist ein sofortiger Abstieg oder Transport in niedrigere Lagen unabdinglich. Ein weiterer (auch längerer) Aufenthalt in der Höhe, in der die Höhenkrankheit verstärkt aufgetreten ist, wird nicht zu einer Verbesserung führen! Sie müssen sich deshalb unverzüglich unterhalb der Höhe begeben, in der die Symptome begannen.

Ist ihnen die Höhe, in der die ersten Anzeichen aufgetreten sind, nicht bekannnt, müssen sie solange absteigen, bis eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes auftritt.

Sobald sie sich besser fühlen, können Sie sich unbedenklich auf dieser Höhe erholen und akklimatisieren.

5. Medikamentöse Behandlung kann niemals einen Abstieg oder zumindest eine Ruhepause auf der gleichen Höhe ersetzen! Nehmen Sie Medikamente im Zusammenhang mit der Höhenkrankheit nur nach ärztlicher Beratung oder genauester persönlicher Sachkenntnis ein! Die prophylaktische Medikamenteneinnahme sowie Doping jeglicher Art sind keinesfalls

ein sinnvolles Mittel zur besseren Höhenverträglichkeit und bergen nicht unerhebliche Gefahren und Risiken für Leib und Leben! Auf unseren Touren ist eine derartige Medikation ohne ausdrückliche Zustimmung von Arzt und Expeditionsleiter verboten und führt den sofortigen Ausschluss aus der Expeditionsmannschaft nach sich.

Während der Reise

Während der Reise

Essen & Trinken
Selbstverständlich werden Sie während Ihrer Tour auch die verschiedenen einheimischen Gerichte kennenlernen. Dazu bieten sich eine Vielzahl kleiner einheimischer Restaurants an. Hier kann man oft zwischen vielen verschiedenen Gerichten wählen. Für ein Essen in einem solchen Restaurant sollte man mit Kosten von ca. 5 bis 10 EUR rechnen.

Die kirgisische Küche ist kräftig und fett. Es wird viel mit Fleisch, Knoblauch und Zwiebeln gekocht. Ein Essen beginnt meist mit einer Suppe: Laghman ist Nudelsuppe mit Hammelfleisch und Gemüse, Beschbarmak ist klare Brühe mit Nudeln und gekochten Fleischstückchen, Schorpo ist Fleischsuppe mit Kartoffeln und Gemüse. Beliebt sind Gerichte aus Schaf- oder Hammelfleisch. Typische Gerichte sind Hammelfleisch mit Reis, Schaschlik, gekochtes Hammelfleisch mit dünnen Teigfladen und gedämpfte Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse.

Zu jeder Mahlzeit gibt es normalerweise sehr gutes frisches Brot und Rahm. Manty sind kleine Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse, Samsa sind scharf gewürzte Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse. Allgegenwärtig ist der Plov, ein Gericht aus gebratenem Reis mit Hammelstückchen und Steckrüben. Je nach Region wird der Plov auch mit Hühner- oder Rindfleisch zubereitet.

Getränke

Die einheimischen trinken gerne schwarzen oder grünen Tee, gegorene Stutenmilch (Koumis), Dsharma (aus gegorenem Gerstenmehl) und Boso (Getränk aus gegorener Hirse, das ein wenig wie Bier schmeckt).

Trinkwasser

Unabgekochtes Leitungswasser zu trinken ist nicht empfehlenswert. Wasser in Plastikflaschen gibt es fast überall zu kaufen. Während unserer Touren wird abgepacktes Wasser während der langen Fahrten zwischen den Städten unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Kaffee

Kirgistan ist kein Kaffeeland. Hier bestimmen der grüne und schwarze Tee die Getränkekarte. An manchen Orten gibt es gar keinen. Echter Bohnenkaffe ist selten, Instant-Kaffee ist eher verbreitet. Nehmen Sie sich evtl. etwas Kaffee mit, wenn Sie darauf nicht verzichten wollen.

Alkoholika

Alkoholische Getränke und Speisen sind in Kirgistan weder verboten noch geächtet. Aus sowjetischer Zeit erfreut sich der Wodka ausgesprochener Beliebtheit und in jeder Hotelbar ist eine breite Palette alkoholischer Getränke erhältlich.

Vegetarier/Veganer

Vegetarier müssen im Restaurant speziell auf ihren Wunsch hinweisen, da es außer ein paar Beilagen gewöhnlich kein vegetarisches Essen gibt. Auf den Märkten gibt es ein reichhaltiges Angebot an sehr gutem frischem Obst und Gemüse und tollen Salaten bei den koreanischen Händlern auf den Basaren.

Brot

In Kirgistan ist das traditionelle Fladenbrot sehr verbreitet. Dieses wird auf traditionelle Weise im Lehmofen gebacken und häufig auf der Straße verkauft. Dieses Brot ist immer frisch, manchmal noch warm…

Fotografie
Wir möchten Sie bitten, Menschen überhaupt nur mit deren Einverständnis zu fotografieren. Manche lassen sich z.B. aus religiösen Gründen nie fotografieren, andere gestatten es nur gegen Bezahlung. Generell verboten ist das Fotografieren von militärischen Anlagen, Flugplätzen, Bahnhöfen, Brücken, Polizeistationen usw.

Foto & Film
In allen größeren Städten kann man mittlerweile die gängigsten Speicherkarten kaufen. Darüber hinaus besteht oft auch die Möglichkeit, in Internetcafés Urlaubsbilder direkt von der Speicherkarte auf CD/DVD zu brennen oder auf einen USB-Stick zu kopieren. Das Beste ist natürlich, Sie planen von Anfang an mit ausreichend Speicherkapazität. So müssen Sie Ihre wertvolle Reisezeit nicht im Internetcafé verbringen.

Bekleidung
Im Allgemeinen gibt es keine strengen Kleiderordnungen, besonders nicht in Bishkek oder anderen großen Städten, wo gerade junge Leute alle Kleidungsfreiheiten genießen. Oft trifft man Frauen, die Kopftücher tragen, doch das geschieht freiwillig und ist keinesfalls eine Vorschrift. Trotzdem gibt es einige ländliche Provinzen, wo man das Tragen von Shorts besser vermeiden sollte. Dasselbe gilt für den Besuch von religiösen Stätten wie Moscheen oder Mausoleen. An diesen Orten sollten Frauen ihre Schultern und den Ausschnitt bedeckt halten und am besten einen Hut oder ein Kopftuch tragen. Letzteres ist gerade im Sommer sehr leicht zu befolgen, da die Sonne unbarmherzig vom Himmel sticht…

Gesundheit
Die größten gesundheitlichen Probleme für Touristen sind in aller Regel Magen-Darm-Infektionen durch verschmutztes Wasser und/oder schlechtes und vor allem ungewohntes Essen.

Als kleine Eselsbrücke sollten Sie sich die alte Regel „Cook it, peel it or leave it“ (koch es, schäl es oder lass es) merken. Essen Sie nur gekochte oder richtig durchgebratene Speisen, auf das Steak medium sollte verzichtet werden, ebenso auf Eis (Getränke ohne Eis bestellen!), offene Fruchtsäfte und Milch. In den Hotels oder Lodges einer Rundreise jedoch können Sie Salate, Obst und Säfte ohne Bedenken genießen.

Bitte trinken Sie niemals Leitungswasser, sondern nur Mineralwasser aus geschlossenen Flaschen oder vorbehandeltes, abgekochtes Wasser. Dasselbe gilt auch für das Zähne- putzen! Zur Desinfektion von Leitungswasser eignen sich die verschiedenen in Ausrüstungsläden oder Apotheken erhältlichen Mittel auf Silberionen- oder Chlorbasis.

Auch die Sonne ist für Mitteleuropäer ungewohnt – die Sonneneinstrahlung ist in Mittelasien wesentlich höher als in Deutschland! Tragen Sie Hut und Sonnenbrille. Außerdem empfiehlt sich (auch bei bewölktem Himmel) die Benutzung von Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mind. 20, bei empfindlicher Haut sogar von 25 und mehr.

 

 

Geld, Strom, Telefon

Geld, Strom, Telefon

Geld
Der Som ist die Währung Kirgistans. Die Währung wurde 1993 eingeführt und löste den Rubel aus der Sowjetzeit ab. Kirgistan war damit das erste Land Zentralasiens, das sich aus der Rubelzone löste.

1 Som ist in 100 Tyjyn unterteilt. Anfänglich war der Tyjyn in kleinformatigen Banknoten zu 1, 10 und 50 Tyjyn in Umlauf. Aufgrund des Kursverfalls des Som in den ersten Jahren nach dessen Einführung ist diese kleinere Einheit jedoch heute nur noch selten in Gebrauch, so dass die Unterteilung in der Praxis keine Rolle spielt. Kleinste Einheit ist in der Praxis die Banknote zu 1 Som. Münzen sind in Kirgistan erst seit 2008 im Umlauf. Es gibt Werte zu 1, 10 und 50 Tyjyn sowie 1, 3, 5 und 10 Som.

Der SOM ist frei konvertierbar. Wechselstuben und Banken sind im Innenstadtbereich von Bischkek und Osch vorhanden.

Zur Mitnahme aus Deutschland empfehlen wir sowohl Euro als auch US-Dollar. Darüber hinaus setzt sich in den größeren Städten immer mehr die Nutzung von Geldautomaten durch, an welchen mit jeder Geldkarte des Maestro-Verbundes (praktisch alle deutschen Bankarten) Bargeld in Landeswährung bezogen werden kann. Mit Einschränkungen gilt dies auch für Kreditkarten. Bitte vergessen Sie aber nicht, dass Technik nicht immer und überall perfekt funktioniert und es daher sein kann, dass Sie trotz allem kein Geld aus den Automaten erhalten oder sogar Ihre Karte in diesem für immer verschwindet.

Planen Sie also mit mehreren Geldquellen und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Bank- oder Kreditkarten!

Die Reisekasse sollte sich aus einer vernünftigen Mischung aus Bargeld und Karten zusammenstellen. Hierbei sollte die Menge des mitgeführten Bargeldes 20% der gesamten Kasse nicht überschreiten. Bargeld wird dann vor Ort in die Landeswährung umgetauscht. Ihr Tourenleiter wird Ihnen dabei selbstverständlich behilflich sein. Außerdem sollte man eine gewisse, nicht gar zu knapp bemessene, Geldreserve einplanen. Als Reserve ist eine Bank-/Kreditkarte zu empfehlen.

Wechselkurse:
1 EUR ca. 69 KGS Som
1 CHF ca. 66 KGS Som
1 US$ ca. 61 KGS Som        (Stand Februar 2015)

Stromversorgung
Die Spannung in Kirgistan beträgt 220 Volt. Die Stecker sind zweipolig, meistens ohne Schutzkontakt. Trotzdem passen deutsche Stecker fast immer in einheimische Steckdosen.

Telefonieren
Vorwahl nach Deutschland: 0049. Die Vorwahl für Kirgistan ist 00 996. Unsere Mobiltelefone funktionieren in aller Regel ebenfalls, decken aber nur die nördlichen Gebiete ab. Falls Sie viel oder regelmäßig telefonieren, sollten Sie eine einheimische SIM-Karte kaufen.

Notrufnummern: Feuerwehr: 101, Polizei: 102, Ärztlicher Notdienst: 103

Literatur über Kirgistan

Literatur über Kirgistan

Natürlich gibt es eine große Anzahl von Büchern über Kirgistan. Die Bandbreite des Angebots erstreckt sich von Romanen über Reiseberichte bis hin zu historischen Schriften. Da Literatur natürlich auch immer eine Geschmacksfrage ist, versteht sich die folgende Liste lediglich als Empfehlung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

· Judith Beyer, Roman Knee: Kirgistan: Ein ethnografischer Bildband über Talas / Kirgistan: A photoethnography of Talas. Hirmer-Verlag, München 2007.

· Wassilios Klein: Das nestorianische Christentum an den Handelswegen durch Kyrgyzstan bis zum 14. Jh. Brepols, Turnhout 2000 (Silk Road Studies, 3).

· Thomas Scholl: Kirgistan entdecken, Trescher Verlag

Tschingis Aitmatow

Der kirgisische Schriftsteller ist im Jahr 2008 verstorben. Seine Erzählungen und Romane sind poetische Plädoyers für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur: Kirgistan hat 2008 zum Tschingis-Aitmatow-Jahr ausgerufen.

Zweimal in seinem Leben ist Tschingis Aitmatow Aug in Aug einem Wolf gegenüber gestanden. In „Kindheit in Kirgisien“ (1998) erinnert er sich an diese Begegnungen, die wohl für sein literarisches Schaffen große Bedeutung hatten. In dem Roman „Die Richtstatt“ (1987) beispielsweise beschreibt er das Leben der Wölfin Akbari und ihres Lebenspartners Taschtschainar. Ja, Lebenspartner; bei Aitmatow haben Tiere menschliche Wesenszüge. In der Steppe haben sie ihr Zuhause, ein Zuhause, das von Menschen bedroht wird.

Bedroht ist auch das Leben des Schneeleoparden Dschaa-Bars, dessen Dasein in Aitmatows jüngstem Roman „Der Schneeleopard“ (2006) erstaunliche Parallelen zu dem eines Journalisten aufweist. Fast ausnahmslos spielen Aitmatows Geschichten in den Landschaften seiner Heimat, in den kirgisischen und chinesischen Bergen, in der kasachischen Steppe, in den kleinen Dörfern rund um seinen Geburtsort Scheker oder in Frunse, heute Bischkek genannt und Hauptstadt der Republik Kirgisien.

Mit Dschamilija zu Weltruhm: Um international als Autor erfolgreich zu werden, musste Aitmatow seine Heimat jedoch zwischenzeitlich verlassen. Nachdem er bereits im Alter von 14 Jahren Aufgaben in der Verwaltung seines Dorfes übernommen hatte, begann Aitmatow vier Jahre darauf eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich. Mit Unterbrechungen arbeitete er bis 1959 als Tierzüchter auf einer kirgisischen Versuchsfarm. Schon damals zog es ihn, stark beeinflusst von den größtenteils mündlich überlieferten Mythen und Epen seines Volkes, zur Literatur hin. Als Abschlussarbeit eines zweijährigen Autorenkurses am Moskauer Gorki-Institut legte er 1958 die Erzählung „Dschamilja“ vor. Die darin geschilderte Beziehung zwischen Dschamilja, einer jung verheirateten Frau, deren ungeliebter Mann an der Front kämpft und Danijar, einem Kriegsversehrten, gilt vielen als eine der schönsten Liebesgeschichten der zeitgenössischen Prosa.

Aitmatows schriftstellerischen Vorbilder waren allesamt Russen: Anton Tschechow, Fjodor Dostojewski und Lew Tolstoi. Ihre Schreib-Traditionen machte Aitmatow sich zu Eigen und reicherte sie mit kirgisischem Nationalkolorit an. Die beim kirgisischen Nomadenvolk seit Jahrhunderten tradierten Märchen und Erzählungen flossen ein in seine Werke.

Aitmatows Kunst bestand darin, diese in allgemein-menschliche Zusammenhänge einzubetten und eroberte sich so ein Millionenpublikum. Außerhalb der UdSSR wurden seine Bücher erstmals in der DDR und danach in Westdeutschland übersetzt. Vielleicht deshalb sind die Deutschen noch heute seine treuesten Leser.

Erzählungen und Novellen

Dshamilja (auch: Djamila, 1958)

Aug in Auge (1958)

Das Kamelauge (1961)

Der Weg des Schnitters/Goldspur der Garben (1963)

Abschied von Gülsary/Wirf die Fesseln ab, Gülsary (1967)

Der weiße Dampfer (1970)

Du meine Pappel im roten Kopftuch (1970)

Frühe Kraniche (1975)

Die Klage des Zugvogels, Erzählungen (1990)

Die weiße Wolke des Tschingis Khan (1990)

Die Träume der Wölfin (1996)

Romane

Der erste Lehrer (1966)

Der Junge und das Meer (auch: Scheckiger Hund, der am Meer entlangläuft,1977)

Ein Tag länger als das Leben (1981, in der DDR 1982 unter dem Titel „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“ erschienen. Erst später wurde der Roman um ein Kapitel erweitert und unter „Ein Tag länger als ein Leben herausgegeben“.)

Der Richtplatz (auch: Die Richtstatt, 1986)

Das Kassandramal (1994)

Der Schneeleopard (auch: Die ewige Braut, 2006) 

Ein letztes Wort

Ein letztes Wort

Wir hoffen, Ihnen mit den vorstehenden Tipps und Empfehlungen die wichtigsten Fragen zu Ihrer Reise beantwortet zu haben. 


Bitte beachten Sie, dass bei Buchung einer Individualreise teilweise Abweichungen zu erwähnten Sachverhalten zutreffen können. Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen stehen wir Ihnen während unserer Geschäftszeiten gerne zur Verfügung.

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