Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Elbrus-Expedition mit heiklem Ende

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Nach reibungsloser Anreise mit Aeroflot in den Kaukasus erwartete uns zunächst bestes Bergwetter. Die Eingehtour zum Tscheget fand in traumhafter Spätsommerkulisse statt. Meine relativ junge Gruppe war dynamisch, willensstark sowie entspannt und fröhlich. Das sind immer gute Vorzeichen. Nach meinen zwei erfolgreichen Besteigungen in 2002 und 2005 sollte nun 12 Jahre später auch das Triple gelingen. Doch das Wetter änderte sich zusehends. Die ersten beiden Tage in den neuen Berghütten oberhalb der alten Botschkis waren noch recht angenehm, wenngleich die Anpassungstour zu den Pastuchov-Felsen schon bei gehörigen Windgeschwindigkeiten stattfand. Die Aussichten für mögliche Gipfeltage sah denkbar schlecht aus. Das noch beste Zeitfenster nahmen wir wahr und begannen nach kurzer Fahrt mit der Schneeraupe mit dem Aufstieg. Unten hatten wir allerdings schon das Gewitter in Ferne toben sehen, hofften aber, dass es hinter dem Hauptkamm zurückbleibt. Nach ca. 45 Minuten pfiffen die ersten Blitze über uns hinweg. Die Bergführer wollten schon umdrehen, doch ich wollte uns noch eine Chance geben. Der Sturm nahm zu, Schnee peitschte uns ins Gesicht. Alles kein Problem, nur das Gewitter legt auch zu. Leider mussten wir kurz darauf doch umdrehen. Das Gewitter lag direkt über uns und vereitelte ein Weitergehen. An den folgenden Tagn gab es aufgrund von Unwetter keine Gipfelgänge. So mussten wir schweren Herzens den Rückmarsch ins Tal antreten. So kann es gehen, damit müssen Bergsteiger leben.

Am Tage der Rückreise wurden wir allerdings noch einmal Zeuge einer Naturkatastrophe. Anhaltende Regenfälle hatten Schlammlawinen in Bewegung gesetzt und großen Schaden im Baksan-Tal angerichtet. Dörfer wurden verschüttet und die Hauptstraße regelrecht weggespült. Somit waren wir im hinteren Tal gefangen. Es gab auf dem Landweg kein Entkommen. Lest dazu meinen Blog: Rettungsaktion am Elbrus

In 2018 greifen wir wieder an.

Euer Stefan Hilger

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