Kreuzfahrten Grönland: Reise zu atemberaubenden Gletscherlandschaften und zum ewigen Eis
Leise schlagen die Wellen gegen den Bug des Zodiacs, während es sanft durch das eiskalte Wasser gleitet. Zwischendurch schwappt links oder rechts mal ein größerer, mal ein kleinerer Eisbrocken vorüber. Ihre Formen erinnern an schiefe Türme und allerlei andere, eigentümliche Gebilde. Plötzlich durchbricht ein Knacken die Stille und lässt die Köpfe der Passagiere wie auf Befehl drehen: unter tosendem Rauschen stürzen die mächtigen Eiswände eines kalbenden Gletschers ins Meer. Immer wieder kann man in Grönland Zeuge dieses phänomenalen Schauspiels werden. Der Schneehase auf der anderen Uferseite putzt sich unterdessen weiter seelenruhig das Fell. Hier, wo er sich mit dem Polarfuchs gute Nacht sagt, ist ein solches Szenario normal.
Von der anderen Seite zeigt sich das ewige Eis auf einer Gletscherwanderung in einem ganz anderen Licht: Verborgene Höhlen werden sichtbar und ehrfürchtig wandert der Blick in die metertiefen Spalten des Gletschers. Da fragt man sich an der einen oder anderen Stelle schon, welche Geheimnisse wohl noch tief unter dem meterdicken Eis verborgen liegen. Vielleicht schläft genau an dieser Stelle sogar ein Mammut, das hier vor Millionen von Jahren ebenfalls wanderte.
Wandern in Grönland: Naturschauspiele von den Bigwalls bis zu zerklüfteten Fjorden
In der Dämmerung des frühen Tages fühlt sich die Luft noch kalt an, der Duft feuchten Grases vermischt mit einer Meeresbrise steigt in die Nase. Mit einem schrillen Schrei ruft der Seeadler ein Gutenmorgen herüber. Der Abend am Lagerfeuer war lang, das spüren die unausgeschlafenen Glieder noch deutlich, während sie sich nach einer kurzen Nacht im Zelt in den frischen Morgenhimmel strecken. Mit Geschichten über die Inuit wurden die Erlebnisse des vorangegangenen Tages noch einmal vertieft. Und ein bisschen konnte man da am Lagerfeuer die Tradition und Kultur dieses Naturvolkes nachempfinden. Inmitten der Erzählungen war es dann da, ganz plötzlich und unerwartet. Noch immer springen und huschen die grünen Schleier des Nordlichtes vor dem inneren Auge.
Von den Fjorden geht es weiter ins Landesinnere. Auf der anstehenden Wanderung zu den Bigwalls türmen sich die steilen, grauen Granitriesen schon von Ferne auf. Zu ihren Füßen bewegen sich weiß-braune Tupfer – eine Herde Rentiere, die gemütlich auf den weiten Rasenflächen der Tundra ihr Mittagessen sucht. Und wieder ein Bild, das als Erinnerung an die Grönland Reise für immer im Gedächtnis bleiben wird.