Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Indien – Unvergessliche Eindrücke und viele Überraschungen in Rajasthan

Teilen

Privatreise mit zwei Profi-Reiseleitern

Eigentlich sollte es eine Gruppenreise werden, aber nachdem sich sonst niemand angemeldet hatte, kamen wir gegen einen kleinen Aufpreis in den Genuss einer Privatreise. Nur wir zwei mit Winnie, einem sehr umsichtigen Fahrer, der uns sehr professionell durch den indischen Verkehr chauffierte, der aus europäischer Sicht chaotisch wirkte, sowie mit Mahipal Singh, einem Glücksfall von Reiseleiter, der uns sogar unausgesprochene Wünsche von den Augen ablas. Wir hatten somit 2 Profis nur für uns, irgendwie dekadent, aber einfach nur wunderbar!

Es gab so viele Höhepunkte auf dieser Reise, dass es hier den Rahmen sprengen würde, auf alle einzugehen, drum hier nur ein paar der Highlights, die mich am meisten beeindruckt haben. Allein einige der Hotels waren Sehenswürdigkeiten.

Tiefe Eindrücke und überraschende Erkenntnisse über Rajasthan

Obwohl ich dachte, mich auf die Reise einigermaßen gut vorbereitet zu haben, gaben die gut strukturierten Erklärungen von Mahipal einen sehr viel tieferen und sehr gut strukturierten Einblick in die wechselvolle Geschichte Rajasthans: Moguln, Maharadschas und Maharanas waren bisher für mich einfach nur ‚indisch‘, aber die Unterschiede und auch die sehr verschiedenen Bauwerke, die diese hinterlassen haben, waren für mich sehr aufschlussreich.

Dass „tan“ Land bedeutet, wusste ich, aber dass „Raj“ König heißt, Rajasthan somit das Königsland ist, „pur“ eine Ortsbezeichnung (drum wimmelt es in Rajasthan von solchen Städtenamen) und „mer“ für einen Ort in der Wüste steht – fand ich spannend.

Ja, die Bauwerke: jede Menge trutzige Forts, die sich bei näherem Hinsehen nicht, wie aus europäischer Denke erwartet, als Burgen oder Festungen herausstellten, sondern als luxuriöse, mit unvorstellbarem Prunk ausgestattete Palastanlagen, die sehr gut gegen Feinde gesichert waren, war schon mal die erste Überraschung.

Bleiben wir bei Überraschungen: das Essen war hervorragend, aber auch auf Nachfrage, bekam ich kein richtig scharfes Essen. Man hatte wohl Angst, die Touristen könnten Probleme bekommen oder im Norden Indiens wird einfach milder gegessen. Apropos Probleme: mit Ausnahme von ‚würzigeren Winden‘ hatte das Essen keinerlei unschöne Auswirkungen auf die Verdauung – ok wir haben nicht an Garküchen gespeist, aber Erzählungen von früheren Indienreisenden berichten trotz vorsichtigem Umgang ganz Anderes.

Unser Reiseleiter hat uns immer gleich zu Beginn der Öffnungszeiten zu den Sehenswürdigkeiten gebracht und das war eine hervorragende Idee, denn als wir dann wieder raus waren, kamen Horden von Schulklassen und anderen indischen Touristen, die ebenso staunend die Relikte ihrer Vorfahren besuchten – und wir konnten diese ohne den Rummel genießen. Lustig fanden wir, dass wir als ‚Exoten‘ immer wieder für Selfies mit Einheimischen gefragt wurden (oder auch heimlich aufgenommen wurden).

Meine persönlichen Highlights auf dieser Reise

Meine persönlichen Highlights dieser Reise waren der Jain-Tempel in Ranakpur mit seinem Säulen-Labyrinth und die Havelis in Jaisalmer, vor deren Steinmetzarbeiten man sich verwundert die Augen reibt, kannte ich doch solch feine Arbeiten bisher nur in Holz. Und das Taj Mahal? Waren wir zunächst von dem dichten Nebel dieses Tages enttäuscht, mussten wir doch feststellen, dass dieser Nebel eine so mystische Stimmung mit sich brachte, dass die Besuchermassen irgendwie in den Hintergrund traten und wir fast in eine meditative Stimmung verfielen.

Wir hatten am Ende der Reise flugplantechnisch noch einen Zusatztag. Ausgestattet mit zahlreichen Tipps unserer beiden Begleiter, machten wir uns alleine auf den Weg, um Delhi zu erkunden. Wir genossen die blitzsaubere Metro (Überraschung!), die uns ohne Verkehrs-Chaos zügig und sehr preiswert überall hinbrachte und hatten zum Schluss noch einen sehr entspannten Tag am Lotus-Tempel und in diversen Parks.

Abschließend muss man sagen, dass wir viel unterwegs waren und durchaus damit rechneten, dass auch mal irgendetwas Unvorhergesehenes passierte. Umso erstaunter waren wir, dass in einem Land wie Indien alles, wirklich alles, wie am Schnürchen klappte. Das war dann doch die Größte der vielen angenehmen Überraschungen! Dank an alle, die dazu beigetragen haben.

Michael Gaertner

Passende Reisen von DIAMIR