Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Peru – Mit DIAMIR in Perus Süden und Norden

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18 Tage Kultur- und Naturrundreise vom 18.06. – 05.07.2014

Im Juni 2014 hieß es für uns: „Auf geht´s nach Peru!“. Wir hatten uns dieses Reiseziel wegen seiner tollen Landschaften, den Menschen und der alten Kulturen ausgesucht.

In einer kleinen Gruppe von vier Personen kamen wir nach langer Anreise in der Stadt Arequipa im Süden Perus an. Die Stadt wird von drei mächtigen Vulkanen umrahmt, von denen der Vulkan Misti noch aktiv ist. Noch am Anreisetag gab es eine interessante Führung durch die „weiße Stadt Perus“, denn große Teile sind aus vulkanischem Sillarstein erbaut.

Am nächsten Morgen ging es hinauf in das Andenhochland und zum ersten Mal wurde uns richtig bewusst, wie ausgedehnt und wunderschön dieses Areal ist. Nach dem ersten Kontakt mit Lamas, Alpakas und Vikunjas erreichten wir im Laufe des Tages den höchsten Punkt unserer Reise, den Patapampa-Pass auf 4.910 m Höhe – im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Anschließend verließen wir die Passhöhe und fuhren hinab in das Colca-Tal und gelangten in das schöne Städtchen Chivay. Im benachbarten Dorf Coporaque ließen wir nach einer kleinen Wanderung zu Thermalquellen und einer Besichtigung von Chivay den Abend im Hotel ausklingen.

Der nächste Tag führte uns zu dem beeindruckenden Colca Canyon und dem Cruz del Condor, wo wir aus nächster Nähe die riesigen Andenvögel im Thermik-Flug beobachten konnten. Im Anschluss fuhren wir in das kleine Dorf Canocota und wanderten auf einem alten Inka Trail durch Teile des Colca-Canyons.

Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst wieder hinauf auf den 4.910 m hohen Patapampa-Pass und anschließend auf einer längeren Strecke bis nach Puno am Titicacasee. Nach Bezug unseres Hotels schauten wir uns ein wenig die Stadt an. Am Nachmittag ging es hinaus auf den Titicacasee zu den schwimmenden Inseln der Uros. Es ist beeindruckend, wie die Uros auf ihren selbst erbauten Schilfinseln ihren Lebensalltag bewältigen.

Bereits am Folgetag verließen wir wieder den Titicacasee und hatten eine sehr lange Busfahrt vor uns, welche allerdings aufgrund der vielen Eindrücke sehr kurzweilig war. Nach einigen Zwischenstopps erreichten wir schließlich am Nachmittag die ehemalige Inkahauptstadt Cusco. Dort wurden wir gefühlt von halb Peru empfangen, denn aufgrund des Inti Raymi-Festes waren sehr viele Menschen aus allen Landesteilen angereist. Inmitten von Touristen, Besuchern, Einheimischen und Händlern besichtigten wir Teile der Stadt und sahen uns die bunten Volks- und Musikumzüge an.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Inti Raymi-Festes – dem Fest der Sonne zur Wintersonnenwende auf der Südhalbkugel. Nach dem Beginn der Feierlichkeiten am Sonnentempel und anschließend am Plaza de Armas fand auf der alten Inka-Tempelanlage Saqsaywaman die eigentliche Zeremonie statt – eine sehr interessante, farbenfrohe und beeindruckende Vorführung.

Ein neuer Tag brachte uns nun in das heilige Urubamba-Tal. Wir besichtigten zahlreiche alte Inkaanlagen wie Quenco, Tambomachay, Pisac und Ollantaytambo. Es ist fast unvorstellbar, wie die Inkas diese mystischen Anlagen mit ihren damaligen Möglichkeiten erbauen konnten – jeder Stein passt fugenlos perfekt auf den Nächsten. Ebenso faszinierend sind die guten Kenntnisse über Astronomie.

Sehr zeitig ging es am nächsten Morgen zum kleinen Bahnhof in Ollantaytambo, von wo wir nun endlich mit dem Zug zur weltberühmten Sehenswürdigkeit in Peru aufbrachen – Machu Picchu. Eine landschaftlich herrliche Zugfahrt führte uns immer weiter hinein in das grüner werdende Gebirge bis nach Aguas Calientes. Von dort ging es mit einem Bus über zahlreiche Serpentinen hinauf zur sehr gut erhaltenen Inka-Anlage. Kommt man dort oben an, steht man zunächst mit offenem Mund da. Man benötigt schon eine gewisse Vorstellungskraft, wie die Inkas es schafften, dort oben auf dem Bergrücken eine derartige Stadt zu errichten. Ebenso faszinierend ist die Tatsache, dass die Spanier diese Anlage nie entdeckten. Läuft man durch die bestens erhaltenen Gebäude und Tempel fühlt man sich fast wie in die damalige Zeit rückversetzt. Nach Besichtigung sämtlicher Anlagenteile liefen wir noch auf dem alten Inka Trail zur kleinen Inkabrücke und anschließend zum Sonnentor. Auf diesen Wegen hat man hervorragende Blicke auf die Anlage, deren einrahmende Berge und das tief eingeschnittene Tal des Urubamba-Flusses. Den Abend verbrachten wir in dem quirligen Aguas Calientes.

Bereits am folgenden Morgen hieß es wieder Abschied nehmen von Machu Picchu und es ging mit dem Zug zurück nach Ollantaytambo. Von dort gelangten wir dann mit dem Bus wieder nach Cusco. Wir hatten nun noch einmal Gelegenheit, uns die Stadt näher anzuschauen, bevor es am Abend hieß, Abschied von unseren beiden Begleitern zu nehmen. Unsere Wege trennten sich am nächsten Tag. Wir flogen in den Nordteil Perus, sie nach Bolivien.

Von Cusco ging es tags darauf mit zwei Inlandsflügen über Lima nach Tarapoto im Norden. Von dort hatten wir dann noch eine gut 6-stündige Fahrt mit öffentlichem Bus zu überstehen. Wir befanden uns nun im wesentlich grüneren Teil Perus. Ein langer Anreisetag bis nach Chachapoyas ging spät abends zu Ende.

Am nächsten Morgen begann ein wunderschöner Ausflug mit unserem neuen Guide und Fahrer. Von Chachapoyas fuhren wir zunächst entlang des Utcubamba-Flusses und später auf einer teilweise abenteuerlichen schmalen Bergstraße hinauf bis auf ca. 3.000 m. Dort oben gelangten wir schließlich zur Festung Kuelap. Diese Festung wurde von den Chachapoya, auch Wolkenmenschen oder Nebelkrieger genannt, erbaut. Die Anlage ist wegen ihrer Größe sehr beeindruckend. Vor allem die strategisch geplanten engen Zugänge und die vielen Grundmauern der ehemaligen Rundhäuser faszinierten uns. Leider steht die Anlage etwas im Schatten von Machu Picchu und verfällt immer mehr. Teile der Mauern müssen schon abgestützt werden. Am Abend fuhren wir in das kleine Dorf Leymebamba.

In Leymebamba sahen wir uns am darauf folgenden Tag das wirklich sehenswerte Museum mit Funden der Chachapoya-Kultur an. Insbesondere die sehr gut erhaltenen Mumien, welche man an den umliegenden Berghängen entdeckte, sind beeindruckend. Anschließend fuhren wir mit dem Auto nach Puente Thomas und von dort noch ein Stück Bergstraße hinauf. Nun hieß es gut 2 Stunden einen Bergpfad hinauf zu steigen, bis wir schließlich die Mausoleen von Revash erreichten. Unter einem Felsüberhang am Berghang hatte die Revash-Kultur, welche sich parallel zu den Chachapoya entwickelt hatte, hausähnliche mehrfarbige Grabkammern erbaut. Ein sehr mystischer Ort, denn wir waren mit unserem Guide die einzigsten Besucher. Nach der Rückfahrt ließen wir den Abend in einer der unzähligen Bars in Chachapoyas ausklingen.

Am dritten Tag im Norden Perus ging es mit unserem Guide zu einem atemberaubenden und imposanten Naturschauspiel. Wir fuhren zunächst in das kleine Dorf Cocachimba. Von dort ging es zu Fuß einen wunderschönen dschungelähnlichen Weg entlang gut 2 Stunden bis zur Lagune des Gocta-Wasserfalls. Dieser Wasserfall misst 771 m Höhe und ist damit einer der höchsten Wasserfälle der Welt. An der Lagune ließen wir die Gischt auf uns einwirken. Nach der Rückfahrt hieß es am Abend leider schon wieder Abschied nehmen von unserem Guide.

Am nächsten Morgen fuhren wir auf einer schönen Straße durch die gebirgige Landschaft bis nach Moyobamba. Dort hatten wir die Gelegenheit, einen Orchideen-Garten anzuschauen. Zahlreiche Orchideenarten waren zu sehen und außerdem viele Kolibris zu beobachten.

Der nächste Tag führte uns zurück nach Tarapoto, wo wir Gelegenheit hatten, uns die Ahuashiyacu-Wasserfälle anzusehen. Diese sind jedoch nicht mit dem imposanten Gocta-Wasserfall zu vergleichen. Den letzten Abend unserer Reise ließen wir im Hotel ausklingen.

Am Vormittag des nächsten Tages ging es dann zum Flughafen von Tarapoto, von wo wir unsere lange Rückreise über Lima und Madrid antraten und schließlich wohlbehalten wieder in Deutschland eintrafen.

Ein wunderschöner Urlaub mit wahnsinnig tollen Eindrücken und Erlebnissen war nun leider zu Ende. Dieses Land wird bei uns jedoch unvergesslich bleiben. Wir können es nur jedem interessierten Weltenbummler weiter empfehlen!

Tobias und Sandra

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